Ich lebe nicht im Moment!

Es ist schon frustrierend ich lebe nur in  meinen Fantasien. Sie sind nicht mehr so stark wie früher, aber ein Rest ist noch vorhanden der sich gegen die Realität aufbäumt.

Im Grunde ist meine Lebensituation in Ordnung. Ich habe einen lieben Mann und ein chaotisches aber doch ausreichend großes und nicht schlecht gelegenes zu Hause. Dennoch denke ich ständig ans umziehen und ich sehne mich nach amourösen Abenteuern.

Es liegt nicht daran dass meine Situation schlecht ist. Ich kann wirklich zufrieden und manchmal sogar sehr glücklich sein, dennoch bleibt eine unstillbare Sehnsucht nach neuen Erfahrungen. Ich mache mir viele Gedanken darüber aber ich lebe nicht im Moment sondern in der Zukunft oder der Vergangenheit. Aber was auch Wahr ist ich kann glücklich sein und mich glücklich machen. Ich kann unsere Wohnung pflegen und renovieren und ich kann mich mehr mit meinem Mann beschäftigen, aber hier liegt auch der Hase im Pfeffer. Ich bin nicht so sehr in der Lage mein Leben zu gestalten wie andere da mir wie so häufig der Antrieb fehlt. Und da bin ich nicht alleine. Meinem Mann fehlt er auch. Das ist das eigentliche Problem. Wir sind nicht in der Lage unser Leben zu gestalten. Er weil er nur an wenigen Dingen, vor allem an Aktivitäten an seinem Computer Freude hat und ich weil ich Fantasien nachhänge. Was  mich erfreut ist das ich angefangen habe zu lesen. Ich lese und ich handarbeite. Das ist mehr Aktivität wie ich sie sonst hatte. Alle meine Mützen und Schals habe ich gemacht. Und ich versuche jeden Abend zu lesen. Ich glaube das ist das gute an meinem Leben.

Wenn die Wohnung noch sauberer sein würde und ich noch erfolgreicher beim Topfgärtnern wäre dann wäre ich wirklich glücklicher. Und wenn ich ein paar Stunden als Betreuungsassistent arbeiten könnte das wäre wirklich gut.

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Gesund ist wenn man es trotzdem versucht

ADHS-Blues ist wirklich nervig. Martin und ich wohnen für Innenstadtverhältnisse relativ abseits. Das Wetter war heute recht schön und ich bin im nahen Hoeschpark den ich nicht so toll finde spazieren gegangen. Das tat gut! Ich glaube ernsthaft dass es manchmal besser sein kann die Dinge so anzunehmen wie sie sind. Was wäre geschehen wenn ich nicht spazieren gegangen wäre da wäre ich noch frustrierter. Ich muss mich daran gewöhnen bei den Besorgungen das Fahrrad zu benutzen. Es ist überall zum einkaufen relativ weit. Jetzt hat noch der Aldi in der City zugemacht, so dass ich zur Filiale an der Bornstraße fahren muss. Mir bleibt nichts übrig als mich damit abzufinden. Umzuziehen das schaffen wir nicht.

Heute hatte ich einen Häkelhut aufgesetzt der mir nicht so ganz perfekt gelungen  ist. Eine Verkäuferin bei  Zeeman hat mich ausgelacht. Ich werde ihn zum  Handarbeitstreff mitnehmen und die Form etwas anpassen so dass ich ihn  ohne Lacher tragen kann. So ganz gerechtfertigt war der Lacher nicht. So schlimm sah der Hut nicht aus. Manche Leute lachen halt viel.

Morgen kaufe ich mir Sascha Lobos Buch „Wie man Sachen geregelt kriegt ohne Selbstdisziplin“. Ich werde von dem Buch auf dem Blog berichten. Sascha Lobo ist Internetaktivist und hat auch ADS. In diesem Buch geht es um Aufschieberitis.