Gelassener nach der Lektüre von “ Wie man Dinge geregelt kriegt ohne einen Funken Selbstdisziplin“.

Durch die Einnahme von Risperidon wegen der psychotischen Episode bin ich irgendwie noch langsamer und chaotischer geworden.  Dennoch geht es mir ganz gut.

Ich habe für Ostern nur das notwendigste getan. Also ich habe eingekauft und gekocht. Aufgeräumt oder geputzt habe ich nicht. Ich habe den Anspruch an  mich selber etwas tiefer gehängt. Schuld daran ist auch das im Titel des Beitrags erwähnt Buch von Sascha Lobo und Kathrin Passing. Irgendwie habe ich mich etwas damit abgefunden dass ich chaotisch bin und wenig Antrieb habe. Ich gehe dafür meinen   Hobbys mehr nach. Ich lese zur  Zeit eine Liebesgeschichte von Lucy Maud Montgomery, es ist mehr eine Novelle als ein Roman. Der Titel lautet „Kilmeney of the Orchard“ auf deutsch „Kilmeney im  Obstgarten“.  Ich denke ich sollt auch wieder etwas ernsthafteres Lesen aber zur Zeit fühle ich  mich halt sehr sentimental. Das ist der Makel der Lucy Maud Montgoerys Literatur anhaftet. Irgendwie ist mir aber wirklich nicht nach ernsthafter Literatur zu mute. Die Hälfte des Ponchos den ich machen will ist fast gehäkelt. Es fehlen nur drei Reihen.

Manchmal bin ich  regelrecht verbissen wenn es um ein  Ziel geht. An dem Poncho häkel ich wie  wild. Es kann sein das er in einer Woche oder etwa  10 Tagen fertig ist.

Ein Bekannter hat mir neulich geschildert wie chaotisch ein   Umzug von statten gehen kann, wenn man zu sehr aufschiebt.  Das läßt mich ernsthaft von irgendwelchen Umzugsplänen abstand nehmen. Manchmal ist Veräderung auch nicht notwendig.  Ich hätte schon gerne eine vorzeigbarere Wohnung, doch im  Moment habe ich keinen Elan dafür.  Martin und ich halten aber an den Entrümplungsplänen für seinen Urlaub fest. Es geht aber alles nur langsam voran. Ich müßte viel radikaler entrümpeln als ich es tue.

Manche Bücher in die ich nicht mehr reinschaue sollte ich endlich verkaufen oder wegwerfen. Und einige zu klein gewordene Kleidungsstücke. Ich habe ganz schön zugenommen. Etwa 7kg  habe ich wegen der Einnahme von Risperidoch zugelegt.

Das ist schon eine enorme Belastung für mich. Durch das Übergewicht bin ich auch nicht mehr so beweglich wie ich es mir wünsche. Es fällt mir aber auch schwer meine Ernährung umzustellen. ADS ist tatsächlich auch  ein Riskofaktor für Übergewicht. Ich esse im Moment gerne Jonagred Äpfel. Die sind lecker. Vielleicht könnte ich dadurch etwas abnehmen in dem ich Süßigkeiten durch  Obst ersetzte.

Arbeitslosigkeit und Übergewicht

Meine Mutter bekommt in unregelmäßigen Abständen Anrufe einer alten Schulfreundin. Sie hat selber einen stark übergewichtigen und schon lange arbeitslosen Sohn. Sie fragt dann auch nach mir  und meinem Bruder. Ich schäme mich dafür dass ich auch nicht besser bin als ihr Sohn. Meine Wampe stammt aber weniger von Frikadellen und Bier als von Hefeteilchen und Süßigkeiten.

Ich kenne einen  ADSler die sich sehr mühsam durchwurschtelt und lieber eine selbstständige Tätigkeit ausübt in der theoretisch aufstocken müßte, als vom Arbeitsamt abhängig zu sein. Ich würde mir ehrlich wünschen dass es mir gelingt wenigstens einen Teil meines Lebensunterhalts zu verdienen. Es gibt ADSler die durchaus erfolgreich sind wie etwa der Fernsehkoch Jamie Oliver  oder auch der Kaberettist Eckhard von Hirschhausen. Aber die sind auch nur leichter betroffen. Ich denke aber dass ich als Seniorenbetreuer bestehen würde, so fern mich Jemand einstellt.

Ich hoffe das klappt nach der Vorstellung beim Amtsarzt mit der Umschulung. Aber mein Übergewicht schockiert mich schon. Ich wiege in Kleidung 117,5 kg. Ich weiss wie man abnimmt aber die Selbstdisziplin ist für mich schwierig umzusetzen. Ich denke ich muss mich durch Tätigkeiten die Freude machen  motivieren, anstatt mich mit Süßigkeiten zu trösten. Ich lese im Moment viel und handarbeiten tue ich auch wieder.  Morgen gehe ich  zur Aquafitness.

Ich denke ich  wäre ein  glücklicherer Mensch wenn ich nicht so lethargisch sein würde.

Im Grunde macht ja Aktivität auch Spass. Auch Aquafitness. Aber mich aufzuraffen ist sehr schwer. Genauso ist das auch mit der  Hausarbeit. Das wird mit der  Zeit aber schon besser.

Ich bin schon nicht mehr ganz so lethargisch. Ich putze regelmäßiger. Aber das aufräumen ist nicht so meine Ding.  Ich versuche es aber mit der Tokenmethode wieder. Ich möchte einen Ausflug nach Düsseldorf machen. Und dafür will ich mindestens 4 Stunden entrümpeln. Das ist doch eine gute Idee.

Süchtig nach Essen und Süßigkeiten bei ADHS

ADHSler sind anfällig für alle Suchterkrankungen. Auch Bingeating, also Esssucht, muss sehr häufig unter den Betroffenen vorkommen.

Meine persönliche Idee dazu ist dass zum einen dieses Verhalten erlernt wird. Kinder bekommen zum Trost Süßigkeiten wenn sie traurig sind. Auch die Mißerfolge die diese Krankheit mit sich bringt sind eine nie versiegende Quelle für Frust.

Dann habe ich noch einen anderen Verdacht. Ich vermute dass der Mundbereich und der Gaumen von den körperlichen  Mißempfindungen ausgenommen ist. Es kann sein dass der Mundbereich von Reizüberflutungen ausgenommen ist und daher Essen leichter Befriedigung bringt als andere körperliche Aktivitäten.

Die hypoaktiven ADHsler die ich kenne haben kaum Gewichtsprobleme. Ich denke das sie dies mit Sport ausgleichen. Das heißt Sport und auch Ablenkung vom Essen können helfen besser klar zu kommen und den süßen Verführungen zu wiederstehen.

Vielleicht kann auch kreative Betätigung helfen das Selbstwertgefühl zu verbessern. Dann ist es eigentlich egal wie lange das Projekt dauert wenn es aber gut gelingt und man dafür Anerkennung bekommt dann tut das einfach auch gut.

Psychotherapie kann auch den Selbstwert verbessern. Und eine gesunde Ernährung ist auch  bei allen psychischen Störungen wichtig.

Auch alternative selbstbelohnende Aktivitäten entwickeln. Vielleicht einen Spaziergang machen anstatt ein Stück Kuchen zu essen oder ein warmes Bad nehmen.

Ich weiss selber dass dies sehr schwierig ist. Übergewicht ist auch für gesunde Menschen ein sehr belastendes Thema. Dennoch sollte man es nicht ganz vernachlässigen weil es die Gesundheit schwer beeinträchtigen kann.