Ich liebe Martin und Psychotherapie

Martin ist kein perfekter Mann. Ich würde mir schon wünschen dass wir mehr Hobbys gemeinsam und einen größeren gemeinsamen Freundeskreis hätten. Dennoch liebe ich ihn. Mir ist es gestern bewusst geworden wie gut er für mich sorgt.

Gestern hat er die Tablettendose für diese Woche fertig gemacht. Er macht dass damit ich mich mit den Tabletten nicht vertue. Irgendwie war ich in diesem Moment ganz angerührt. Ich muss es schaffen meine Liebe zu Martin und meine urban farming Träume unter einen Hut zu bringen. Von der Stadt gibt es auch relativ kleine Grabelandgärten. Bei den notwendigen Baumaßnahmen könnte mir Susanne oder auch Jutta helfen. falls etwas an der Laube gemacht werden muss. Zur Not könnte ich Tobit auch fragen oder Jemanden aus der Gemeinde. Ich traue mich häufig nicht um Hilfe zu fragen. Das ist auch schlecht.

Ich weiß wirklich nicht ob die Psychotherapie mit den Achtsamkeitsübungen etwas bringt. Ich habe ja schon mal das Tek-Training und den sogenannten Bodyscan ausprobiert. Ich müsste schauen wo die CD´s sind und häufiger das praktizieren.

Das wäre doch einen Versuch wert. Viel anders als das Tek-Training wird das nicht sein. Ich muss mal bei meinen CD´s gucken. Das würde ja schon etwas mehr an Achtsamkeit bedeuten.

Was habe ich noch an Träumen

Gerade habe ich die Geschichte des „Weißen Indianers“ Grey Owl auf Video gesehen. Und schon als Kind hat mich der wilde Westen und die Kultur der Ureinwohner Nordamerikas fasziniert.

Der Stiefvater meines Patenkindes ist ebenfalls ein großer Kindskopf der regelmäßig zu Treffen von sog. Weißen Indianern fährt und dann in seiner Freizeit Indianer spielt. Das wäre nicht so mein Ding.

Ich würde gerne eines der Indianerreservate auf der Prince Edward Island in Kanada besuchen. Dort kann man ganz regulär Urlaub machen. Das würde mich schon intressieren, wobei mir klar ist dass ich nie Teil der Gemeinschaft dort sein werde.

Und dann habe ich noch einen großen Traum seit meiner Kindheit. Ich möchte etwas in  Richtung Selbstversorgung machen. Ich habe auf einem Nebenerwerbsbauernhof in Polen der meinen Eltern zu Versorgung mit Lebensmitteln diente, meine ersten vier Lebensjahre verbracht.

Davon schreibe ich immer wieder, aber es ist eine ganz fixe Idee die nicht aus meinem Kopf heraus will. Ich möchte hier in der Stadt einen Grabelandgarten pachten und Gemüse anbauen und dort drei Hühner halten. Damit die fleißigen gefiederten Damen nicht geschlachtet werden müssen, werde ich wohl eine klassische nordwestdeutsche Rasse zur Haltung aussuchen. Ich denke da an Zwergrheinländer oder Krüper. Die legen noch im höheren Alter einige Eier. Etwa achte Jahre legen diese  Hühner noch Eier. Das ist immens, Legehybriden erschöpfen sich im zweiten Jahr und andere Rassehühner außer vielleicht noch Rhodeländer, müssen schon im  dritten Jahr geschlachtet werden weil sie nicht mehr viel legen.

Von einer Auswanderung nach Prince Edward Island träume ich  nicht mehr. Auch einen Indianer in Kanada zu ehelichen auch  nicht mehr. Und davon mit Martin einen kleinen Resthof zu pachten ebenfalls nicht. Aber der Grabelandgarten und ein Urlaub auf Prince Edward Island spuken noch in meinem Kopf herum. PEI ist die  Heimat von Anne of Greengables, einem verträumten impulsiven Mädchen das einem Roman von Lucy Maud Montgomery stammte, und das so viel mit mir gemeinsam hat wie keine andere Kinderbuchfigur auf der Welt.  Und ihre Heimat mal zu sehen das wäre schön.

Meine Träume – Meine Sehnsüchte!

Heute habe ich geträumt dass ich mir endlich Hühner zugelegt habe, die ich in  einem Grabelandgarten gehalten  habe. Bei der Rasse war ich mir nicht sicher. Ob es doch eher zwei Rhodeländer und zwei Sussex oder doch 3 niedliche Zwerg-Rheinländer sein sollen.

Im Grunde habe ich viele Tagträume. Ich träume auch davon in einer netten Kleinstadt zu  wohnen in der die Welt  noch so halbwegs in Ordnung ist und die sehr  grün ist.

Das mit den  Hühnern ist nur die Minimalausgabe des Traums von der Selbstversorgung. Als Kind lebte ich bis ich 4 war auf einem Nebenerwerbshof in Polen.

Die Kleinstadtphantasie ist kompli zierter. Ich glaube es ist abstrakt gesehen eine Sehnsucht nach Vertrautheit und Geborgenheit. Die Anonymität der Großstadt macht auch einsam. Und das Großstadtleben  hat mir nicht das erhoffte Glück gebracht dass ich gehofft habe. Der schnelle Sex in der Szene war nichts für mich, obwohl ich nicht prüde bin.

Vielleicht liegt es auch an mir selber dass ich so einsam bin. Ich bin sehr  unsicher  und verletzlich. Ich denke auch meine Langsamkeit macht mir Probleme. Ich bin dadurch nicht so schlagfertig wie andere Menschen. Und ich habe den Eindruck nichts zu erzählen zu haben. Alles nur Tagträume. In Wirklichkeit habe ich ein Doppelleben, mein  trostloses Leben in  einem sozialen Brennpunkt des Ruhrgebiets und das in  meiner Vorstellungswelt.

Im Grunde könnte mein Leben schon spannender sein. Doch blockiert mich auch meine Lethargie. Es ist aber schon besser geworden. Ich bin relativ angagiert in der Kirchengemeinde  und  ich lese mehr und handarbeite auch mehr. Aber im Grunde häkel ich immer nur halbe Stäbchen in Reihen etwas neues mache ich kaum. Und bei den Romanfiguren von Lucy Maud Montgomery geht es auch um Tagträumer.

Ich muss einfach neue Dinge ausprobieren.  Ich will lernen wie man Granny Squares häkelt und daraus Kissenhüllen und auch  Untersetzer häkeln. Aber die Anleitung die ich habe ist auch etwas unpräzise. Und ich gehe zur Aquafitness. Das tut  mir auch gut. Aber ich habe keinen engeren Freund außer Martin. Die anderen sind   lose Bekannte oder Leute die nur wenig Kontakt brauchen. Auch in der Gemeinde habe ich kaum engere Freunde nur lose Bekannte. Ich habe auch nichts zu erzählen beim Gemeindecafe. Natürlich könnte ich schon erzählen aber ich traue  mich  nicht.

Ich komme mir vor wie ein Langweiler. In meinem Leben passiert einfach nicht viel. Aber vielleicht ist es doch mehr als ich denke. Ich lese ja viel und ich mache durchaus ungewöhnliche Sachen wie etwa Tawashis häkeln.  Und ich habe mir von Amazon auch ein ganzes E-Book mit Anleitungen für diese japanischen Putztücher runtergeladen.  Die sind ja auch für andere intressant. Ich bringe schon neue Ideen mit. Und ich häkel ja auch ungewöhnliche Sachen wie eine Weste. Manchmal könnte man glauben dieser Blog gehört einer Frau. Aber ich bin auch sehr feminin. Wenn man mich sprechen hört wird das noch deutlicher. Aber ich habe auch positive Vorbilder wie den „crochet bloke“ Theo Sundh.

 

 

Manchmal hängt mir die Großstadt aus dem Hals heraus

Ich wohne in Dortmund.  Als junger schwuler Mann bin ich aus einer kleineren Stadt aus der Umgebung dort hingezogen  wegen der Subkultur und wegen der Ausbildung.

Manchmal schweifen meine Tagträume in die Ferne. Eine Zeit lang wollte ich auf die Prince Edward Island, der Heimat der Kinder-  und Jugendbuchfigur Anne of Green  Gables auswandern. Manchmal habe ich auch Sehnsucht nach der kleinen Stadt in der ich aufgewachsen bin. Nach dem Fluss der da durch fließt und dem Wald in der Nähe meines ehemaligen Elternhauses.

Ich wohne nicht so gerne in der Großstadt. Mir fehlt auch das Grün hier. Martin will nicht weg ziehen und ehrlich gesagt hätten wir das auch nur schwer bewältigt bekommen.  Ich denke ich werde meinen Topfgarten ausbauen und eine Baumscheibe dieses Jahr bepflanzen. Und wir müssen mehr Ausflüge ins Grüne machen.

Auf der einen Seite mag ich Dortmund wegen dem kulturellen Angebot und auch wegen den Menschen.

Auf jeden Falll muss ich einen Weg  finden wie ich meine ländlichen Träume mit dem Leben in der Großstadt verbinden kann. Alle Lösungen die ich habe sind in weiter ferne. Ein Grünstreifen soll den Borsigplatz über die Westfalenhütte mit dem Fredenbaumpark verbinden. Und es gibt hier Grabelandgärten. Aber im Moment scheint das alles noch weit weg  zu sein.  Ich torpediere mich durch meine Antriebslosigkeit immer selber. Doch wenn der Anfang gemacht ist arbeite ich auch konsequent. Gestern habe ich  z. B. auch eine Stunde lang meinen Kleiderschrank entrümpelt. Vielleicht fehlt mir auch nur etwas der Mut Dinge zu verändern. Auch meine finazielle Situation könnte ich versuchen dauerhaft  zu verändern. Ich denke dass   ich dieses Jahr noch die  Umschulung zum „Alltagsbegleiter“ mache werde. So dass ich auch einen Beruf habe den ich gerne ausübe. Vielleicht ist da ja   doch    Hoffnung das sich meine Sehnsüchte auf irgend eine Weise erfüllen.

Alles muss klein und überschaubar sein!

Alles was ich anfange muss relativ klein und überschaubar sein und bleiben. Das ist zumindest die Annahme die ich von meiner Leistungsfähigkeit habe. Ich bin sehr langsam und verliere relativ schnell den  Überblick. Daher ist Bescheidenheit für mich vielleicht die wichtigste Tugend. Ich denke es ist o. k. nicht Vollzeit zu arbeiten und von einem kurzen Urlaub mit einem Busunternehmen zu träumen.

Den Garten den ich haben will muss auch maximal 100 qm groß sein. Und wenn ich davon träume muss ich eine Arbeit haben   und auch mit meinem Haushalt klar kommen.

Den Garten bepflanze ich mit vielen Stauden auch was das Gemüse angeht. Das hat sich auch beim Topfgarten bewährt. Mehrjährige Pflanzen pflegen ist einfach als jedes Jahr neue  zu  ziehen.

Es reicht wenn ich 3 Zwerghühner als Nutztier halte. Und zu   Hause noch  eine Katze habe.

Vom Pullover stricken nehme ich auch Abstand dazu bin ich nicht in der  Lage.  Eine einfach gerade  geschnittene Weste ist das höchst der Gefühle.

Eine Umschulung zum Seniorenbetreuer reicht erst einmal.  Ob ich mich weiterbilde zum Heilpädagogen ist nicht so wichtig.

Lesen ist  wichtig und auch Vortragsveranstaltungen zu meinen vielfältigen Intressen und Dokumentationen im Fernsehen sind auch wichtig.

Ich glaube dann bin ich schon auf dem richtigen Weg.

Ich erkenne zunehmend meine Begrenztheit!

Mir geht es im Moment wie der alten Frau F. aus der Altentagesstätte .in der ich als 1 Euro Jobber arbeite, die an Demenz leidet. Einmal weinte sie als Sie vom Neurologen und Psychiater kam. Ihr wurde bewußt was sie alles nicht mehr kann.

Mir wurde vor einiger Zeit bewusst was ich selber alles nicht kann. Das fängt mit einfachen Dingen an die Geschicklichkeit zu tun haben, z. B. dem schneiden einer Zwiebel, für viele handwerkliche Sachen fehlt mir die Geschicklichkeit. Mit Mühe und  Not bekomme ich ein Fahrrad geflickt das wars aber schon an handwerklichen Höchstleistungen. Stricken und häkeln kann ich nur einfache und sehr regelmäßige Muster. Für die Ausschnitte für den Kragen und die Arme eines Pullovers reicht bei mir die Konzentrationsfähigkeit nicht.

Dinge regelmäßig zu tun fällt mir schwer. Unsere Wohnung ordentlich und sauber zu halten gelingt mir nicht. Ich fühle mich immer noch sehr weit entfernt von meinen Lebensträumen. Ich will unbedingt noch einen  Grabelandgarten pachten, weiss aber jetzt schon dass dies für mich ein Kraftakt ist, den ich nur schwer leisten kann. Im Grunde kann ich nur einen sehr kleinen bis maximal 100qm übernehmen der in  einem guten Zustand ist. Geld für eine Abstandszahlung habe ich nicht. Im Grunde bin ich ziemlich ratlos.

Es gelingt mir zwar in der Altentagesstätte mitzuarbeiten doch muss ich mich viel besser organisieren um Dinge nicht zu vergessen. Ich denke aber schon dass ich das hin bekomme, so dass unsere finanzielle Zukunft besser aussehen wird. Vielleicht sollte ich mir einfache Holzarbeiten mal zeigen lassen. Um einen Zaun reparieren zu können  oder auch etwas an einer Laube. Es ist schon frustrierend wenn ich  auch den Eindruck habe dass mein Leben jetzt mehr Sinn ergibt.

Es ist gut dass ich im Dortmunder Norden wohnen bleibe weil hier die Lebenshaltungskosten sehr gering sind. Auch habe ich es als Mensch mit sozialen Ängsten hier genug Möglichkeiten Kontakte  zu knüpfen.  Als Kind wollte ich immer mal mit einem Indianer zusammenleben, ich habe verstanden dass Martin mein Lebenspartner als Computernerd  auch eine Art Indianer ist und es darum geht dass ich mich mit Außenseitern identifiziere. Und ich mag auch die Roma hier im Stadtteil. Das Kulturfestival „Djelem Djelem“ habe ich auch angeregt. Den Film um die polnische Romadichterin Papusza habe ich mir sogar als Video zugelegt.   Irgendwie sind ja Roma auch eine Art Indianer.  Dennoch die Aufgaben und Defizite sind bei mir schon manchmal erdrückend. Aber ich versuche mich immer wieder ihnen zu stellen.