Die Depression aus dem letzten Jahr hat mich eingeholt

Meine Depression aus dem letzten Jahr hat mich eingeholt. Ich grübel unheimlich viel über meine Sexualität nach. Warum ich auf ganz andere Männer abfahre als die meisten Schwulen. Und das ich mich sehr einsam fühle, obwohl sich meine Beziehung zu Martin etwas verbessert hat. Gestern bin ich sogar was meine Telefonsexsucht angeht ein wenig rückfällig geworden. Nichts tröstet mich dauerhaft. Ich war auch mal vor langer Zeit in einer Psychotherapie deswegen, aber gebracht hat das nachhaltig nichts. Vielleicht ist ja reden auch nicht der richtige Weg. Vielleicht muss ich aktiv etwas tun damit es mir besser geht. Mir fällt nichts, wirklich nichts dazu ein. Irgend etwas ist bei mir nicht in Ordnung. Vielleicht ist es ja auch ein ADS-Geschichte. Manchmal habe ich den Eindruck als würde ich die Welt durch ganz andere Augen sehen als andere Menschen. Das was für andere attraktiv ist, ist in meinen Augen eher unnatürlich oder manchmal auch hässlich.

Das ist schon sehr auffallend. Wenn ich daran denke dass ich Salvador Sobral attraktiv finde dann wird mir einiges klar. Ich mag seine Haare und ich mag seine Zerbrechlichkeit. Nur Zerbrechlichkeit gilt für Männer nicht als attraktiv. Erotik hat bei mir etwas mit beschützen wollen und umsorgen zu tun. Das klingt so bizarr aber für mich ist das normal. Wer soll solche Gefühle bei einem muskulösen Typen bekommen, das ist doch nicht vorstellbar. Irgendwie komme ich mir krank und morbide vor. Ich denke schon dass ich eher zu Außenseitern tendiere als zu Männern die eine Mehrheit attraktiv findet. Ich glaube ich muss mich damit abfinden dass das so ist. Es wäre schön wenn es ein Wort dafür geben würde.

Ich kenne da keines für! Vielleicht muss ich da eines für erfinden?

 

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Ich erlaube mir manchmal unfairness!

Mein letzter Beitrag war wieder einmal von Wut gekennzeichnet. Obwohl ich tatsächlich auch einige der nervigen Schwulen etwa auch aus Münster wirklich gerne habe. Ich tappe wieder einmal in die Falle der Szene dass ich Männer nur nach  ihrer Attraktivität  beurteile.

Ich glaube daraus spricht die uralte Verbitterung über die Szene. Ich werde sie nicht ändern und erst recht nicht durch bissige Kommentare. Das hat noch  nie etwas in dieser Richtung gebracht außer dass ich mich selber nicht wohl fühle.

Eigentlich ist es ja nicht so dass ich nicht zurechtkomme. Ich habe einen liebenswerten attraktiven Partner. Ich glaube nur dass die Einschränkungen durch dass ADHS schon so mein Sexualleben beinträchtigen, so dass mein sexueller Speisezettel nicht üppig ist.

Schön wäre es wenn ich einfach auch befriedigendere Sexualität hätte. Es gibt ja durchaus Männer die mir gefallen und die passen aber im Grunde sind so Sexdates nicht so mein Ding.  Ich hatte mal auch  einen sehr netten gutaussehenden Mann an der Angel aber ich kann schlecht Liebe und Sexualität trennen.

Dafür mache ich aber viel Telefonsex der regelmäßig unsere Telefonrechnung hoch treibt. Im Grunde müßte mir das peinlich sein, aber manchmal könnte ich Platzen vor Lust aber ich empfinde häufig sehr wenig. Und dass ein großteil der schwulen Männer bei mir nicht ins Beuteschema passen frustriert mich auch.

Vielleicht werden nachfolgende Generationen gelassener. Ich bin es im Moment überhaupt nicht.

 

 

Abweichende Rollenidentität und Lebensgestaltung

Mein Leben ist wirkich schwierig. Mein soziales Leben ist sehr eingeschränkt. Das hat auch mit meiner Rollenidentität zu tun. Manchmal würde ich gerne nach Thaiti auswandern wo Menschen wie ich einen festen Platz in der Gesellschaft haben.

In der traditionellen Kultur Polynesiens gibt es für Männer mit weiblicher Rollenidentität den Begriff Mahu. Dies ist sozusagen das Dritte Geschlecht ähnlich wie das Two Spirit Konzept der nordamerikanischen Indianer. Das hat im Grunde nicht viel mit Homosexualität zu tun und auch nicht etwas mit Transidentität von westlichem Verständniss.

Ich fühle mich häufig in unserer Kultur ausgeschlossen. Zum Beispiel im Männerkreis der Gemeinde. Entweder geht es dauernd um Smarthphones und Computerprogramme oder um anzügliche Witze über Frauen. Manchmal denke ich wir haben da etwas von einem Kegelclub.

Auch dass ich keine Familie gegründet habe oder auch nicht gründen will und kann ist ein Hemmnis. Vieles dreht sich halt um Kinder und deren Erziehung. Ich habe zwar ein Patenkind doch ist mein Verhältnis zu den Eltern von meiner kleinen Emilia nicht besonders gut. Der Stiefvater von Emilia ist sehr schwierig.

Ich weiss nicht wo mein Platz in der Gesellschaft ist. Martin mein Mann hat keine Angehörigen und außer meiner Ursprungsfamilie habe ich kaum Kontakt zur übrigen Verwandschaft. Es tut mir gut dass ich jetzt ein wenig arbeite. Ich überlege ob ich außer vielleicht Gärtnern und Handarbeiten noch küstlerisch etwas machen könnte.  Im Grunde würde mir am ehesten Photografie liegen. Ich denke da insbesondere an Tierfotografie vielleicht auch Portraitfotografie.  Ich habe schon mal überlegt eine Portraitreihe von untypischen Heteromännnern zu machen.  Um den Testosteron strotzenden Abziehbildern der Werbe- und Erotikindustrie etwas entgegen zu setzen.

Ich könnte auch zu regelmäßigen anderen Veranstaltungen gehen die nicht kirchlich gebunden sind und nichts mit Hausfrauenkaffeeklatsch zu tun haben. Die Szene bietet mir zu wenig halt. Auch da kann es sein dass sich einige an meiner abweichenden Rollenidentität stören. Wir Tucken gelten ja generell als Zielscheibe für Hass für eher männlich wirkende Schwule. Ich habe darauf keine Lust. Ich fühle mich in alternativen oder intellektuellen Heterozusammenhängen wohler. Ich muss mich dort nicht so durchbeißen wie in bürgerlichen Millieus oder auch in Teilen der Szene.  Zumal ich ja generell eher monogam oder am ehesten noch polyamor leben möchte.

Es war für mich sehr frustrierend das selbst alternative Schwule mich mitunter hassen. So etwa auch einige Besuchergruppen die die Bang in Oberhausen besuchen.

Leider habe ich nach 23 Jahren in Dortmund noch nicht so ganz meinen Platz gefunden.

Ich finde es frustrierend dass ich  als intelligenter androgyner schwuler Mann auf die Infrastruktur der Großstadt angewiesen bin um nicht zu vereinsamen. In Kleinstädten gäbe es noch weniger Möglichkeiten mich in der Freizeit sinnvoll zu beschäftigen.

Dortmund hat aber was dass angeht auch keine so breitgefächterte Szene. Alles ist hier sehr klein und überschaubar. Ich denke ich werde mal Sonntags  in den „Rekorder“ gehen. Das heißt aber nicht unbedingt dass sich alternative Heteros nicht auch an mir  stören. Ich habe das schon mal auf einer Veranstaltung mit Liedern von Rio Reiser erlebt dass ein Künstler mit sog. Sidecut Frisur als Schwuchtel bezeichnet wurde und das hat mich schon geschockt.

 

 

 

 

Ursachen für vermehrte Depressionen bei ADHS in Zusammenhang mit Homosexualität

Wie ich festgestellt habe wird ein Blog-Post der sich um ADHS und Homosexualität dreht und nur eine Antwort auf ein youtube Tondokument war, häufiger in den USA aufgerufen.

Nur leider behandelt dieser Post das Thema nur eher am Rande.

ADHS ist eine neurologische Filterschwäche die Sinnesreize schlecht kanalisieren kann. Das heißt dass es ständig zu Reizüberflutungen kommen kann.

Homophobie ist nicht so sehr verbreitet wie Schwule und Lesben es oft vermuten. Im Grunde werden in  unserer Umgebung  häufig irgendwelche Bemerkungen über das Thema gemacht, oft achtlos, aber häufig in einem verletzenden Unterton.

Das bekommen ADHSler  aufgrund der leichten Ablenkbarkeit viel stärker mit als es gesunde Menschen tun. Dies kann zu  vermehrten Depressionen bei schwulen  Männer führen. Dieses subjektive Gefühl dass dauernd über einen gesprochen wird, entspricht aber nicht der Realität. Es  beruht auf den eigenen Ängsten und Befürchtungen.

Auch in der Szene haben es manche schwulen Männer schwer. Psychische Beeinträchtigungen und Sensibilität können dort auch ein Problem sein weil Andere das eigene Verhalten nicht verstehen können. Dies führt zu Selbstwertproblemen und kann auch zu psychischen Beschwerden wie Depressionen und Ängsten führen.

Die Stärken der eignen Persönlichkeit sich klar zu machen kann bei Selbstwertproblemen helfen. Ein Satz von Oskar Wilde hilft mir manchmal über den Frust an der eignen Sexualität zu stehen. Er sagte einmal „alles was ein Mann tut ist männlich“.

Und wenn er einen Mann liebt gehört dass auch dazu. Aber auch wenn er weicher ist als andere dann bleibt er ein  Mann. Und Sensibilität  ist eine große Stärke die wir neuronormalen Männer voraus haben. Das sollten wir kultivieren etwa durch kreative Projekte oder  als soziales Angagement auch in der Szene.

Wichtig ist glaube ich aus eigener Erfahrung nicht jede Bemerkung ernst zu nehmen die über Homosexualität gemacht wird. Häufig geschieht das acht- bzw. gedankenlos.

Im Deutschen bedeutet das Wort Schwul in der Jugendsprache auch nervig oder langweillig und meint gar nicht die Liebe oder Sexualität zwischen Männern.

Auch der  spezielle Humor in der Szene  ist anstrengend für uns, diese „liebevollen“ Frotzeleien, als wäre das Leben eine „Golden Girls“ Episode, sind für uns hochgradig anstrengend. Wir sind häufig nicht in der Lage schnell genug zu Antworten und bleiben verletzt und beschämt und vor Allem sprachlos stehen.

Der ausgesprochene Gerechtigkeitssinn von ADSler und ADHSlern kann zu Konflikten in der Szene führen, da sie ja sehr oberflächlich ist und z. B. bodyshaming in der Szene sehr verbreitet ist.

Gelassenheit bringt in gewisser Hinsicht auch die Medikation, da störende Reize besser herausgefiltert werden können. Auch an der Scham für die eigene Sexualität muss gearbeitet werden. Sexualität ist etwas natürliches und jeder Mensch hat das Bedürfnis sexuell aktiv zu sein.

Was auch depremmierend in diesem Zusammenhang sein kann ist das Empfinden der eigenen Sexualität. Mitunter kann es sein dass der Körper durch die Reizfilterstörung sehr empfindlich auf Berührungen und Zärtlichkeiten reagiert. Bei anonymen Kontakten kann es dazu führen dass diese als unangenehm  und wenig befriedigend erlebt werden. Bei schwulen ADHSlern mit gleichzeitiger SM-Neigung kann das Risiko für ernsthafte Verletzungen bei SM-Praktiken bestehen, da das Schmerzempfinden bei vielen ADHSlern durch die fehlende Konzentrationsfähigkeit geringer ist.

Bei mir ist der Wunsch nach Zärtlichkeit ausgeprägter als nach genitaler Sexualität, dies ist aber eher in einer romantischen Beziehung möglich als bei spontanen Kontakten.

Ich selber lebe als hypoaktiver ADHSler in einer eingetragenen Partnerschaft (civil union).

Auch dort mußte ich erst lernen wie ich trotz des ADHS ein glückliches Sexualleben haben kann. Die Symptome sind übrigens schwankend. Manchmal ist man sehr fokussiert bei der Sexualität, zum Beispiel wenn man verliebt ist, und manchmal empfindet man wenig Lust und Langeweile. Darüber sollte man aber mit dem Partner durchaus reden ihm aber nicht die Schuld dafür geben. Dies ist in meiner Beziehung passiert und ich habe mich endschuldigt als mir klar wurde dass ich ein Problem habe und nicht Martin mein Mann.

Was noch hin und wieder in Zusammenhang mit ADHS und Sexualität auftritt ist Frühreife. Ich hatte mit etwa 6 Jahren meine ersten romantischen Phantasien mit Männern die mit zunehmenden Alter immer stärker sexuell gefärbt wurden. Mit 14 war mir dann klar dass ich mit einem Mann zusammen leben will. Das kann ein Problem sein weil die Betroffenen leichter Opfer von sexuellen Missbrauch werden können. Natürlich geht die körperliche Reife nicht unbedingt mit der geistigen Hand in Hand. So dass auch durch die Impulsivität risikoreiches Verhalten auch als Erwachsene im Bezug auf safer Sex vorkommen kann.

Ich will Euch ermutigen selbstbewust zu sein und auch medizinische Angebote anzunehmen. Auch kann eine Psychotherapie bei einem toleranten Therapeuten helfen.

Steckt den Kopf nicht in den Sand und spricht auch mit Freunden über eure Probleme, zu denen ihr Vertrauen habt.

Schwul, ADHS und Depression

Auf youtube habe ich vor kurzem ein Tondokument gefunden dass sich anscheinend auf Inhalte meines Blogs bezieht die faktisch falsch und fehltinterpretiert wurden.

Die Behauptung dass ADHS eine Erfindung der Pharmaindustrie ist, ist falsch. In einigen Post´s habe ich die Geschichte des Syndroms beschrieben. Bereits Ende des 19 Jahrhunderts wurde dieses Syndrom im „Struwelpeter“ in den Figuren des „Hans guck in die Luft“ als hypoaktives ADHS und des „Zappelphillip“ als ADHS vom vorwiegenden Hyperaktiven Typus beschrieben.

Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine angeborene neurologischen Filterschwäche, die zu Reizüberflutung führt. Dies führt entweder zur Blockierung der Reize durch schließen der Iris und damit Tagträumen wie bei mir, oder zu vermehrten Bewegung wie bei hyperaktiven Betroffenen.

Bei dem Thema das sich um Homosexualität dreht habe ich mich darauf bezogen, dass manche homosexuellen Männer sowohl ihre Emotionen von der Sexualität abspalten, das heißt Sex mit Männern als reine Triebabfuhr sehen wo romantische Gefühle keinen Platz haben, weil sie das als zu schwul empfinden. Zum anderen versuchen sie durch besonders mackerhaftes Verhalten ihre sozialen und emotionalen Defizite zu überspielen.

Zum anderen leugnen sie auch ihre bei jedem Menschen vorhandenen weiblichen Anteilen, und deffamieren weiblich wirkende Schwule als affektiert.

Häufig kommt dieses Verhalten bei Männern vor die ihr eigenes Verhalten hassen und durch diese Abspaltungen versuchen zwar ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen, aber ihre sozialen Bedürfnisse negieren da sie einfach Angst vor Ausgrenzung haben.