Ich fühle mich so isoliert

Heute war ich in der Kirche und zum Gemeindekaffee. Dort fühle ich mich immer etwas isoliert. Mir fällt es schwer auf andere Menschen zu zu gehen. Ich habe auch den Eindruck dass ich kaum etwas zu erzählen habe außer von Problemen. Mein Alltag ist auch eher Ereignislos. Dennoch könnte ich etwas erzählen. Das ich zum Beispiel mit meinem Vater eine Tagesfahrt nach Holland mache, nach Volendam am Markermeer. Ich bin so seltsam verschlossen. Einigen Wenigen könnte ich auch von meinen Antriebsproblemen erzählen. Dafür bin ich von einem Ehepaar zum Kaffee eingeladen worden. Das ist ganz schön. Ich muss mir angewöhnen von mir aus etwas zu erzählen. Viele können auch einfach Alltagsgeschichten erzählen. Auch von meiner Sehnsucht nach Grün kann ich erzählen. Ich muss mal meine Trägheit überwinden und mit dem Fahrrad ausfahren. Wir haben ja doch sehr schöne Parks und das Dorf Deusen in der Nähe. Das tut mir sicher gut. Ich überlege mal wohin ich im Alltag ins Grüne flüchten kann. Mir gefällt der Fredenbaumpark gut und ich mag das Tiergehege dort insbesondere die Hühner darin, was sich von selbst versteht. Ich will am Montag da hin fahren. Das Wetter wird etwas bedeckt aber nicht regnerisch, und man kann dort am Big Tipi auch gut Kaffee trinken. Ich mache das mal am Montag.

Realitätsverlust und ADS

Ich frage mich ob es zu Realitätsverlust bei ADS kommen kann. Dass man die Träume und Phantasien mit der Realität verwechselt.  Ob das ein  Grund für meine Psychoseanfälligkeit sein kann.

Oder  ob es einfach Fehlinterpretationen dessen sind was ich so erlebe und es schlichtweg ein   gewöhnlicher Beziehungswahn ist. Dass neutrale Informationen die  mit mir nichts zu tun haben auf mich bezogen werden.

Wie sieht dass mit tatsächlichen Gefährdungen aus. Zum Beispiel bei meiner ersten Psychose mit 19 Jahren, und dem Ausgrenzungsgefühl als schwuler, feminin wirkender Mann.

Ich denke für mich ist eine komplette Welt zusammengebrochen als ich erfahren  habe dass einige Schwule tuckige Vertreter der eigenen Gruppe ablehnen oder hassen. Das war damals für mich eindeutig zu viel. Ich sah nur noch Rechtsradikale um mich und entwickelte Verfolgungsideen. Zumal ich noch einen sehr konservativen, neoliberal geprägten Lehrer an der kaufmännischen Schule hatte der auch unterschwellig homophob war.

Für mich bedeutete dass   das ich nirgends wo dazu gehöre und sicher bin. Das Schwule nicht so sind wie ich  es bin. Dazu kam noch die Promiskuität und ich wünschte mir eine feste Partnerschaft die Geborgenheit gibt.

Das hat sicher mit einer verzerrten Realität zu tun. Den faktisch habe ich viel Akzeptanz und Toleranz  von den heterosexuellen Mitpatienten in der Klinik erfahren. Ich denke dass ich dieses Trauma noch nicht aufgearbeitet habe. Ich hadere  auch mit  meiner Sexualität.

Ich fühle mich nicht als Teil der Szene.    Obwohl ich auch viel positives etwa aus dem Mannschaft Magazin gezogen habe und mich nicht mehr so sehr als Tunte definiere sondern als schwuler Dandy.

Ich glaube dass der Blog-Beitrag jetzt zu persönlich geworden ist. Ich denke schon dass manche Ängste durchaus real in meinen psychotischen Erfahrungen waren. Nur dass ich sie auf alle übertragen habe war problematisch.

Ich hoffe dass ich hier nicht zu viel vermische und das manche Glauben dass ADS und Psychose etwas mit Homosexualität zu tun hat. Aber ich denke schon dass Außenseitermerkmale so etwas zusätzlich begünstigen. Obwohl ADS angeboren ist.

Ich hatte zweimal im Leben eine akute psychotische Reaktion

Ich denke über die zwei psychotischen Episoden in meinem Leben nach.  Die erste bekam ich mit 19. Sie hatte belastende Lebensereignisse als Hintergrund. Zum einen war meine Endtäuschung über die Schwulenszene damals sehr stark. Ich konnte mit der Promiskuität und der internalisierten Homophobie und dem   Hass auf tuckige Schwule nichts anfangen. Teilweise war ich auch Opfer von Ausgrenzung.  Auch das ADS spielte da durchaus eine Rolle. Ich glaube die mangelhafte Selbstbehauptungsfähigkeit und das Versagen in beruflichen Zusammenhängen waren ein Problem. Dann war da noch die drohende Versetzung nach Ostdeutschland und Konflikte in der Familie wegen meiner beruflichen Zukunft nach meiner Kündigung bei einem staatlichen Unternehmen.

Die zweite psychotische Episode hatte ich während einer Umschulung. Manipulatives und ausgrenzendes Verhalten wegen meiner ADS-Erkrankung durch Dozentinnen und eine Depression wegen meiner Telefonsexsucht lösten auch zuerst depressive Symptome aus bis ich dann Verfolgungsängste entwickelte.

Ich denke dass psychotische Episoden innere Konflikte wiederspiegeln. Und das zum einen das befürchtete oder auch tatsächlich sich nicht angenommen fühlen, depressive Episoden auslöst und dieser innere Konflikt auf andere projeziert wird und es zu paranoiden Phantasien kommt.

Was mir geholfen hat ist das Annehmen meiner Eigenarten und ein geschütztes freundliches Umfeld. Die Solidarität von den anderen Mitpatienten half mir mich  zu erholen. Auch die Berichte in der Mannschaft etwa über eine Ausstellung über schwule Dandys hat mir geholfen. Da ich mich nicht  mehr so als Außenseiter gefühlt  habe, weil ich ungerne sehr sportliche Kleidung trage. Insbesondere meine Hemden und Mützen fallen aus dem Rahmen.

Was die Sexsucht angeht hat mir die Abstinenz als Folge der mangelhaften Errektionsfähigkeit wegen der Medikamentennebenwirkungen geholfen. So dass ich jetzt abstinent bin was diese Form der Sexsucht angeht.

 

Zu viel Phantasie – Grund für Psychosen?

Das ich zu viel Phantasie durch das ADS habe ich schon klar. Aber macht mich das anfälliger für Psychosen? Ich bin mir nicht  sicher, aber es kann durchaus sein das es bei mir teilweise zum Realitätsverlust kommt.

Genau Gründe kann ich nicht benennen. Ich war in meinem Leben zwei mal psychotisch. Es haben bei der Erkrankung Beziehungs und Verfolgungswahn überwogen. Ob dass auch mit der Reizoffenheit zu tun hat. Dass ich als ADHsler viel mehr höre und sehe. Ich weiss es nicht, aber auffällig ist das schon.

Ich hatte keine Psychose weil ich ein ADHS-Medikament einnehme!!!!

Ich hatte mit 19 schon mal eine Psychose. Da habe ich kein ADHS-Medikament eingenommen. Ich nehme eine hohe Dosierung von Stratterra komme damit gut klar und nehme das Medikament auch weiter.

Ich wurde in der Schulungsstätte in der ich eine Umschulung zum Seniorenbetreuer gemacht habe gemobbt. Ich bin schon länger depressiv.  Was auch am ADHS und den damit verbundenen Mißerfolgen liegt. Ich habe mich dann in eine psychatrische Klinik begeben. Dort hat mir Jemand ein Amphetamin in meine  Trinkwasserflasche gegeben. Ich habe denjenigen angezeigt und die Anzeige läuft noch.

Ich habe fast einen epileptischen  Anfall dadurch bekommen und bin dann aus der Klinik geflüchtet und habe dann psychotsiche Symptome entwickelt. Ich werde ambulant mit Neuroleptika und einem Benzodiazepin behandelt.

Es war nur eine kurze psychotische Episode. Ich habe eine angeborene Veranlagung zu Psychosen. Aber auch die Amphetaminvergiftung tat ihr übriges.

Ich will mich dazu sonst nicht näher äußern weil die Ermittlungen noch laufen. Mir geht es gut und ich bin überrascht wie psychisch stabil ich geblieben bin. Die Depression ist so gut wie weg weil ich in dem Magazin „Mannschaft“ viel tröstliches unerwarterweise gelesen habe. Das ist ein schwules Magazin und ich habe endlich auch das Gefühl doch ein wenig zur Szene dazu zu gehören.

 

Martin und ich

Diese sehr schwere psychische Krise hat mich Martin noch näher gebracht als wir uns schon sind.

Seine liebevolle Fürsorge für mich in der Zeit in der ich nicht im Krankenhaus sondern ambulant behandelt wurde war sehr rührend und macht mich sehr glücklich. Ähnlich wie der Tod seiner Mutter uns näher gebracht hat, so hat diese psychotische Episode doch ihren Sinn wenn sie uns auch sehr viel Kraft geraubt hat.

Ich denke ich werde die Umschulung nachholen wenn ich mich erholt habe. Am Dienstag habe ich einen Termin bei meinem Nervenarzt. Ich werde ihn fragen ob ich nicht weitere Schritte unternehmen kann die meiner Genesung beitragen.  Ich denke an die Behandlung meiner Süchte.

Ich will verstehen warum Sex und auch Phantasien von Beziehungen mit fremden Männern mit so wichtig sind. Das was Martin geleistet hat war im Grunde sehr mutig mich hier zu behandeln und nicht einfach in die Klinik abzuschieben. Ich bin Gott dankbar dass er das nicht getan hat.

Er hat mir die Medikamente eingeteilt und auch einige der hauswirtschaftlichen Aufgaben übernommen die meine Aufgaben sind.

Und er hat die Angst besiegt dass ich mir oder anderen etwas antue. Das war wirklich eine Heldentat. Der Heillige Martin war ja auch ein mutiger Mann, und der Heillige Petrus eher ein Angsthase.  Wie gut doch unsere Namen zueinander passen. Wie verdreht die Realität doch in einer Krise ist. Da wird aus dem schüchternen Computernerd plötzlich ein kleiner Held und der kämpferische Querkopf hat Angst auf die Straße zu gehen. Aber das tat   gut!

Mir geht es ganz gut!

Ich denke dass bei der psychotischen Episode die ich hatte meine Phantasiebegabung und meine Hochsensibilität ein Risikofaktor sind. Ich freue mich aber wieder des Lebens.

Ich plane eine Patiorose in meinem Topfgarten zu setzen. Was furchtbar ist dass ich immer Hunger habe durch die vielen Medikamente. Aber gut im Futter war ich schon immer.  Ich werde mich darum kümmern dass ich ein Sportgruppenangebot finde dass mir gut tut. Mein Körper muss sich etwas kräftigen und mehr Ausdauer kann ich  auch gebrauchen.

Ich nehme Risperdal und das beinträchtigt die Konzentration so gut wie gar nicht.

Ich habe nach langer Zeit mal wieder mit einem schwulen Mann geflirtet. Nur so als Spiel aber das tat auch gut.

Der Besuch des Gottesdienstes tat mir gut. Anja hat Orgel gespielt, obwohl sie die „Königin der Instrumente“ nicht gut beherrscht. Aber die Melodien in Grundzügen konnte sie anspielen, so dass wir nicht ohne instrumentale Unterstützung die Kirchenlieder singen mußten, weil unsere Helen ausgefallen war.

Auch habe ich verstanden warum in der Sodom Geschichte die Homosexualität so eine Rolle spielt. Es ist ein Sinnbild für die Amoralität der Bewohner. Das alles in dieser Stadt auf dem Kopf gestellt wurde. Es geht nicht nur um Sexualität darin sondern in Umkehrung von vermeintlich natürlichen Regeln. Und es geht dabei auch um sexuelle Gewalt. Im Altertum wurde anale Penetration auch von Heterosexuellen zur Erniedrigung des Gegners genutzt.Also hat dies nichts mit tatsächlicher Homosexualität der Bewohner Sodoms zu tun. Es geht um Gewalttätigkeit und dem Verhöhnen von Gottes Boten. Das hat der Pastor nicht erklärt aber so kann es gelesen werden.

Das Baby von Vicky  und Tobias zu sehen war für mich ein großer Trost nach den vielen Tagen schlechter Nachrichten und den Dämonen in meinem Kopf.

Es ist aber auch ein großes und hübsches Kind.

 

 

 

 

ADHS-Psychose

Es gibt einzelne Untersuchungen und Hinweise das es wohl eine Art ADHS-Psychose gibt. Diese ist kürzer mit weniger ausgeprägten Symptomen. Hyperaktive ADHS-Patienten reagieren generell gegenteillig auf eine klassische medikamentöse Behandlung mit Antipsychotika bzw.  Neuroleptika. Die Antipsychotische Wirkung verfehlt ihr Ziel und macht die Patienten eher noch mehr agressiv  oder unausgeglichen.

Bei mir kann es sein dass ich durch die Behandlung im Krankenhaus noch mehr abwesend war und noch mehr Phantasien  hatte die durchaus auch bedrohlichen Charakter hatten. Ich weiß aber nicht ob es auch zu sog. hypoaktiven bzw. tagträumerischen Patienten Untersuchungen gibt. Generell verschlimmern Neuroleptika eine ADHS-Symptomatik.

Ich bin erst mit 39 Jahren richtig diagnostiziert worden und nehme noch zum schlafen ein leichtes atypisches Neuroleptikum.

Ich meine aber das es mittlerweile auch neure Neurolepitka gibt die sich gut für eine Behandlung von psychotischen ADHS-Patienten eignen.

Kurzzeitige Psychosen. Sogenannte atypische bzw. reaktive Psychosen sind sehr selten. Ihre Diagnose ist schwierig weil sie verschiedene Bestandteile psychischer Erkrankung haben. Meistens beginnen sie mit einer Depression, haben aber auch Wahnhafte Eltement wie etwa Verfolgungswahn und Haluzinationen, aber auch Ängste.

Dies macht diese sehr plötzlich auftretende geistige Erkrankung nur schwer diagnostizierbar. Dafür ist die Prognose aber sehr gut. Bei mir ist der Wahn nach 2 Monaten vollkommen ausgeheilt, es gibt auch noch Patienten mit schnelleren Genesungszeiten.  So dass die Krankheit zwar dramatisch beginnt aber dann völlig ausheilt.

ADHS in Zusammenhang mit psychotischem Erleben

Mit 19 bekam ich  eine sogenannte psychotische Dekompensation und mußte daher stationär behandelt werden. Diese Störung begann als Depression steigerte sich aber zu einer wahnhaften Störung mit Verfolgungsängsten und Größenideen.

Wie kann das passieren? Bei mir bestehen drei Störungsbilder die sich gegenseitig verstärken. Zum einen habe ich wie erwähnt hypoaktives ADHS, darüber hinaus bin ich hypersensibel und teilweise hochbegabt,  zumindest was die Sprache angeht.

Bei allen 3 Störungen handelt es sich um Störungen der Wahrnehmung. Im Grunde liegt eine sehr hohe Auffassungsgabe vor, wenn dies auch beim hypoaktiven ADHS nicht als erstes auffällt. Ich bekomme viel  mehr mit als andere. Dies kann bei Konflikten und psychischer Überlastung zu Fehlinterpretationen des Wahrgenommenen führen. Es entwickeln sich Wahnvorstellungen oder Wahnsysteme. Auch kann die bei hypoaktiven ADHslern sehr ausgeprägte Phantasie Beziehungswahn begünstigen. Ich erinnere mich daran dass ich schon in der Berufsschulzeit also so mit 16 den Eindruck hatte das dauernd über mich gesprochen wird. Ein Kollege meinte zu mir fühlst Du Dich immer angesprochen?

Ich wurde ganz klassisch in einem Landeskrankenhaus mit starken Neuroleptika behandelt. Ich denke aber das die abgeschirmte Situation in der Klinik wesentlich besser zur Genesung beigetragen hat als Neurocil oder ähnliche Antipsychotika. Im Grunde wäre ich schneller genesen hätte ich vielleicht Lithium gegen die Stimmungsschwankungen und Stimulatien gegen das ADHS bekommen. Sicher bin ich mir nicht da ich weder Pharmakologe noch Psychiater bin. Ich denke dass bei Hyperaktiven Betroffenen dies noch wesentlich schlimmer ist in solchen Situationen starke Neuroleptika zu geben.

Sie werden noch unruhiger weil sie den Dopaminverlust durch die Neuroleptika mit mehr Unruhe und Bewegung ersetzen müssen.

Merkwürdigerweise heilten die Psychotischen Symptome in zwei Monaten aus. Was ich furchtbar als Erfahrung fand das alle meine Erfahrungen die ich gemacht hatte als Wahn verstanden wurden. Verständniß und Gespräche gab es nicht unbedingt. Einiges wurde auch auf innerfamiliäre Konflikte geschoben aber wie einsam und isoliert ich war das fand keine Beachtung. Aber darüber schreibe ich im Anschluss einen seperaten Beitrag.