Psychoanalyse bei ADS und Messiesyndrom

Wie viele ADSler habe ich eine lange Odyssee an Psychotherapien hinter mir. Ich war auch bei einem niedergelassenen Psychoanalytiker. Er wollte mir etwas einreden dass ich z. B. nicht Auto fahren kann, weil ich es aus Protest nicht tue weil meine Eltern mich dazu gezwungen haben.

O. K. meine Eltern haben mich schon zum Führerscheinkurs hineingedrängt. Insbesondere meine Mutter hatte mich schon stark gedrängt. Ich wollte auch nicht den Führerschein machen aber aus Versagensangst, die durchaus begründet war.

Ich bin jetzt auch noch auf dem Fahrrad sehr unsicher und fahre auch als Erwachsener häufig lieber auf dem Bürgersteig als direkt auf der Fahrbahn.

Heute habe ich mir ein psychoanalytisches Buch zum Messiesyndrom  in der  Bibliothek ausgeliehen ohne zu Wissen welcher Therapieschule der Autor gehört. Ich kam gleich schlecht drauf als ich es anfing zu lesen. Klar ich habe Messie Züge, aber die Schlussfolgerungen für die Ursachen dafür passen nicht.

Ich kann versuchen das zu erklären. Ich sammle relativ viel zu meinen Hobbys wie etwa dem Gärtnern und Handarbeiten. Das hat etwas mit Hyperfokus zu tun. Und zum anderen dient das auch als Futter für Phantasien zum Thema leben auf dem Lande was mir ja aus verschiedenen Gründen verwehrt ist. Das ist nicht neurotisch aus irgend welchen Ängsten begründet sondern ist teilweise auch eine Bewältigungsstrategie für das ADS. Mir fehlt es auch an Ausdauer und finanziellen Ressourcen um mich diesem Thema praktisch zu widmen. Manchmal sind die Träume auch schöner als die Realität. Das hat aber aufgehört. Ich kaufe keine Gartenbücher mehr oder welche über Hühnerhaltung.

Dann habe ich lange auch Pin Up Fotos von  Männern gesammelt. Ursprünglich in gedruckter Form als Postkarte und auch als Bildband später in elektronischer Form.

Ich denke dass dies nicht auf alle ADSler zutrifft. Allerdings ist „Pornosucht“ auch ein Thema für viele ADSler. Hier geht es wieder um Futter für die Phantasie. Zum anderen kompensierte ich die Realität in der Szene mit diesen Fotos. Ich sammelte Fotos von natürlichen Männern, die ich in der Szene so nicht vor fand. Das hat etwas nachgelassen. Ich besuche nur noch ein bzw. zwei erotische Fotoblogs im Internet und habe ein dutzend Bildbände für den Verkauf bei E-Bay aussortiert.

Im Moment sammle ich E-Books von Lucy Maud Montgomery. Weil ich mich mit den Figuren, es sind häufig Tagträumer, gut identifizieren kann. Wolle und andere Sachen für meine Handarbeitsprojekte sammle ich nicht mehr. Ich arbeite gerade alte angefangene Projekte auf. Mir gehen auch etwas die Ideen aus was ich noch häkeln oder stricken kann. Das war früher anders da habe ich Anleitungen gehortet.

Vieles an Sammelwut hat sich durch die bessere Konzentrationsfähigkeit verändert.

Sachbücher sammle ich nicht mehr. Ich habe mehr Spaß am lesen von Kurzgeschichten und Romanen.

Das unsere Wohnung so chaotisch und schmutzig ist liegt am fehlenden Antrieb und an der Aufschieberitis. Sie kann man besser durch Coaching und Verhaltenstherapie bewältigen als durch herumwühlen in der Kindheit und Jugend.

Die war bei vielen ADSlern zwar schwierig nur wird bei Psychoanalytikern die Ursache nicht erkannt. Und die ist häufig halt die Unaufmerksamkeit. Meine Mutter hat zwar leicht narzistische Züge, aber ich kann mittlerweile damit umgehen in dem ich sie ignoriere. Unser Verhältnis hat sich sogar seit der Einnahme von Strattera verbessert weil ich nur noch selten überreagiere. Nur noch ab und zu schafft sie es mich aus der Fassung zu bringen. Einmal geschah das Weihnachten vor zwei Jahren in dem sie wieder übergriffig war. Ich habe aber keine Neurose durch zu wenig Aufmerksamkeit durch die Eltern eher ein zu viel an Aufmerksamkeit. Ich war immer sehr überbehütet aufgewachsen. Das liegt aber auch an der Empfindlichkeit durch das ADS.

 

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ADHS und ADS sind angeboren

Ich habe versucht in dem letzten Blogbeitrag zu erklären dass  Wahrnehmungsstörungen wie ADS und ADHS angeboren sind. Dafür gibt es unterschiedliche Ansätze. Hier können Schwangerschaftskomplikationen ein Grund sein, wie auch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft oder schlichtweg dass eine genetische Veranlagung für ADHS und ADS vorhanden ist.

ADS und ADHS zählen zu den am besten erforschten psychischen bzw. neurologischen Störungen des Kindes- und Jugendalters. Bei einem Teil der Betroffenen verschwinden die Symptome im Erwachsenenalter wieder bei anderen wie bei mir bleiben sie bestehen.

Ich denke dass der letzte Artikel für Menschen die  mit der Thematik überhaupt nicht vertraut sind schwer zu verstehen war. Es  gibt gute Websites die diese Hirnstoffwechselstörungen genauer erklären. Insbesondere die Rolle der Gehirnbotenstoffe Dopamin und Noroadrenalin. Auch die Schyzophrenie etwa oder bipolare Störung sind nicht so einfach zu diagnostizieren. Das gelingt zwar anhand der Anamnese aber in einem bildgebenden Verfahren lässt sich dass glaube ich nicht so einfach. Doch sind diese Krankheiten als Realität anerkannt. Dennoch ist die Ursache der ADHS Kritik auch eine Irritation durch die Anti-ADHS Lobby. Hier sind zum einen auch die Antroposophen vertreten und natürlich auch viele Psychoanalytiker und zum Teil auch die Anti-Psychatriebewegung und Teile der Scientolegy Church. Das klingt nach Verschwörungstheorie ist aber  eine Tatsache. Ich habe dies schon einmal in  einem  Blog-Beitrag versucht zu erklären. Das ich  so umständlich formuliere liegt bei mir auch am sluggish cognitiven Tempo. Daher ist mir gar nicht aufgefallen dass ich die Gründe für eine ADHS-Erkrankung nicht genau erläutert habe. Daher kann es sein dass dieser Blogbeitrag falsch verstanden wird. Das wäre schade weil die Zugriffszahlen sehr hoch waren.

Halten wir es noch einmal fest. Die Eltern von ADHS Betroffenen sind in der Regel nicht Schuld an der Krankheit sondern es sind die Gene oder auch Geburts- und Schwangerschaftskomplikationen.

Daher ist es unffair dies Eltern anzulasten.

Psychoanalyse und ADHS!

Beim Gemeindecafe hat tatsächlich eine Kollegin behauptet ADHS würde dadurch entstehen das Eltern Kindern nicht genug Aufmerksamkeit schenken. Dies ist vermute ich ein psychoanalytisches Modell. Das finde ich ärgerlich und verletzend. Ich wurde eher überbehütet, und als die Eheprobleme meiner Eltern los gingen hatte ich schon ADS-Symptome weil sie im Grundschulzeugnis erwähnt wurden.

Das ist wirklich unffair was da denn Eltern unterstellt wird. Klar fand ich das nicht toll das die Ehe meiner Eltern am Abgrund stand doch fühlte ich mich schon vorher komisch. Irgend etwas war mit mir nicht in Ordnung und ich konnte es nicht benennen. Ich hörte etwas über Autismus und dachte dass ich vielleicht Autist bin.

Meine frühe Kindheit war sehr glücklich obwohl das Leben für meine Eltern beschwerlich war. Ich lebte damals auf dem Land. Doch auch da fiel ich schon auf weil ich Lärm fürchtete und sehr ängstlich war. Und meine Mutter schilderte auch mehrmals eindrucksvoll mein kindliches Spiel. Ich sprach immer beim spielen. Die Puppen und Plüschtiere waren für mich immer belebt. Und das war schon immer so dass ich ein Übermaß an Fantasie hatte, und Tagträume nicht steuern konnte. In meiner Familie kommt sluggish cognitive tempo, sehr häufig vor. Mein Großvater hat diese Störung die ADS sehr ähnlich ist und ein Onkel väterlicherseits.

Liebe ADS-Kritiker bitte hört damit auf die Eltern zu beschuldigen an dem ADHS ihrer Kinder Schuld zu sein. In  den seltesten Fällen sind sie es. Nur bei Alkoholkonsum und Rauchen in der Schwangerschaft können ADHS Kinder geboren werden, sonst hat ADHS bzw ADS eher genetische Ursachen. ADS und ADHS sind also angeboren.

Meine Mutter hatte eine Mutterkuchenablösung während der Schwangerschaft, es kann sein dass ich deswegen mit ADS auf die Welt kam. Hört auf damit Eltern zu beschuldigen  und Kinder zu stigmatisieren, das tut mehr weh als ihr uns helft. Zeigt doch das ihr lernfähig seid.

Welche Ziele verfolgt die „Anti-ADHS-Lobby“ ?

Es gibt eine richtige Anti ADHS Lobby. Sie besteht im wesentlichen aus Antroposophen (Waldorfpädagogen und antroposophischen Medizinern) großen Teilen der Psychoanalyse und der Scientology Church.

Die Antroposophie ist mehr eine Art Religion als dass sie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußt ähnliches gilt für die Psychoanalyse. Für sie stört eine Diagnose wie ADHS schlichtweg das Weltbild. Aber auch der Vertrieb von Bachblüten und anderen alternativen Helmitteln spielt da durch aus eine Rolle. Nicht direkt aber indirekt.

Bei den Scinetologen als Psychosekte ist Heilung von psychischen Krankheiten nicht dass Ziel weil psychisch gesunde Menschen immuner sind gegen die Strategien dieser Sekte.

Es fließt  nicht unbedingt Geld durch die Lobby aber es werden auch bewußt Fehlinformationen gesät. Auch mein Blog wird wohl zumindest von einem anderen Anti-Psychatrie Blog dieser Bewegung verfolgt. Das sollten Menschen wissen wenn Sie Informationen über ADHS sammeln. Dies ist der Realität und ich fordere meine Leser dazu auf verschiedenen Quellen zu nutzen um sich ein Bild zu dem Thema ADHS zu machen.

Psychoanalytische Erklärungsmodelle zu ADHS – meine Meinung dazu!

ADHS ist eine sehr komplexe neurologische Störung. Sie wird nicht durch eine bildgebendes Verfahren, etwa einer Computer Tomografie oder einem Hirnstrommessung festgestellt sondern über die Symptome.

Diese lassen sich aber exakt messen. Es gibt Konzentrationstest die sehr zuverlässige Aussagen über die Konzentrationsnfähigkeit des Probanden geben. Dies wird in Deutschland bei Erwachsenen mit ADHS so praktiziert. Im Grunde ist es ein Ausschlußdiagnose. Eine ausführliche Anamnese, das heißt Aufnahme der Krankengeschichte plus der Ausschließung von körperlichen Krankheiten etwa Beschwerden durch Krankheiten der Schilddrüse. Bei Erwachsenen werden auch die Grundschulzeugnisse eingefordert um sicherzustellen dass die Krankheit schon seit der Kindheit besteht.

Psychoanalytische Ansätze erklären das ADHS als Folge eines Traumas. Nur dies ist bei dem Krankheitsbild schwierig weil die Krankheit auch traumatische oder auch einfach verletzende Situationen heraufbeschwört. Nicht nur Eltern die aus Überforderung ihr Kind misshandeln können ein Thema sein sonder auch sexueller Mißbrauch. Das kommt dadurch zu stande dass diese Kinder und Jugendlichen sehr aufgeschlossen und neugierig ihre Welt entdecken und beinflußbarer sind als gesunde Kinder.

Gerade die Psychanalyse reduziert psychische Störungen auf das Verhältnis Eltern und Kind und bedient sich häufiger des Ödipus-Komplexes. Ich weiß dass es in Psychoanalysen etwa von Homosexuellen Männer zu wirklich gewagten und auch sehr problematischen Schlussfolgerungen kommen kann.

Die Entstehung von Homosexualität wird mit dem Fehlen der Vaterfigur in Verbindung gebracht. Dass kleine Jungs von ihren Müttern erzogen werden und daher den Vater als Fremd wahrnehmen und ihn dann quasi erotisieren. Meine Meinung zu dem Thema ist dass dies grober Unfug ist. Mein Bruder ist zwar 7 Jahre älter doch haben wir ja den gleichen Vater. Und er ist heterosexuell.  In der Psychoanalyse eines Bekannten von mir hat die Analytikerin die Schlussfolgerung gezogen dass er sich eine sexuelle Vereinigung mit seinem Vater gewünscht hätte, Psychoanalytiker meinen damit aber nicht unbedingt Verkehr. Es geht um Anziehung und Aufmerksamkeit. Doch er litt darunter und formulierte in der Analyse dass er es gewünscht hätte dass er diese Vereinigung, also quasi Missbrauch erfahren hätte.  Ich weiss nicht ob das wirklich hilft die Psyche eines verletzten depressiven Schwulen Mannes zu heilen. Ich halte das für gefährlichen Unsinn.

Noch vor einiger Zeit hatte die Psychoanalyse Homosexualität als Entwicklungsstörung bezeichnet und bekennende Homosexuelle durften diesen Zweig der Psychotherapie nicht ausüben. Ich finde diese Therapieform daher als sehr problematisch und eher als mystisch und fast schon als Ersatzreiligion. Verhaltenstherapie etwa ist viel wissenschaftlicher.

Zur Medikamentösen Behandlung von ADHS im Kinder und Jugendalter kann  ich nicht  viel sagen. Ich habe ein retardiertes „ritalinhaltiges“ Medikament ausprobiert und mußte die Behandlung wegen massiver psychischer Beschwerden abbrechen. Insbesondere bei dem Wirkungsrückgang gegen Abend bekam ich starke Depressive Stimmungen. Daraufhin wurde mir Stratterra angeboten. Dies ist eines von mehreren möglichen Antidepressiva die bei ADHS verschrieben werde können. Es hat zwar nur die Zulassung für die ADHS-Behandlung wirkt aber auch antidepressiv und angsstillend. Es muss wie ein klassisches Antidepressivum aufdosiert werden hat aber danach eine wesentlich regelmäßigere Wirkung.

Ich habe gerade einen Beitrag auf Arte gesehen zu dem Thema Psychoanalyse und ADHS und fand das sehr problematisch und unseriös. Dies ist nun meine Reaktion darauf.