Rosenwurz für den schlappen Angetrauten

Mal wieder ein Thema das nur am Rande etwas mit ADS zu tun hat. Mein Lebensgefährte hat schwere Antriebsprobleme. Er kann sich nur schwer zu etwas aufraffen. Im Urlaub ist es besonders schlimm, er kommt einfach nicht in die Gänge.

Er hat schon einige chemische Antidepressiva ausprobiert und nun bin ich auf Rosenwurzextrakt gestoßen. Ich habe es gerade im Internet bestellt. Es soll bei Erschöpfung und Überarbeitung aber auch bei Depressionen und Angststörungen helfen.

Sicher bin ich nicht ob es ihm hilft aber es macht ihn sicher etwas fitter im Kopf. Er leidet da schon länger drunter. Außerdem soll dieses Naturheilmittel, das es als Kapseln gibt, auch das Konzentrationsvermögen verbessern. Mein Lebensgefährte hat kein ADS, er hat eine schyzoide Persönlichkeitsstörung und daher auch starke soziale Ängste.

Ich bin froh dass er mit mir meine Eltern zu Weihnachten besucht. Ansonsten ist er sehr in sich gekehrt und gerne für sich alleine. Es ist schon komisch, aber ich neige zu schyzoiden Männern. Er ist Nummer 3 in meinem schwulen Bekanntenkreis und einen attraktiven Hetero mit dieser Störung kenne ich ebenfalls. Sein Antrieb ist das größte Problem. Ich habe das auch, bei mir hilft eher Coaching als Medikamente. Mein Hirn wird ja durch Strattera mit genügend Neurotransmittern, vor allem mit Noradrenalin geflutet. Ich versuche immer wieder die 5 Sekunden Übung um das Grübeln über meine Situation zu überwinden und natürlich den inneren Schweinehund. Ein wenig hat das schon geholfen. Dabei zähle ich rückwärts von 5 auf 1. Und danach versuche ich etwas sinnvolles anzufangen. Stimulierende Medikamente haben mir nicht wirklich geholfen. Weder ein MAO-Hemmer wie es etwa Moclobemid ist als noch Medikinet oder Strattera.

Ich würde auch nicht Rosenwurz in der Kombination mit ADHS-Medikamenten einnehmen. Es wirkt ähnlich einem MAO-Hemmer. Daher sind Wechselwirkungen mit dem Medikamenten zu befürchten.

 

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Ich habe mehr Freude am Lesen

In diesem Jahr habe ich schon eine Biografie, zwei Novellen (Kurzromane) und mehrere Kurzgeschichten gelesen. Zur Zeit lese ich ein Buch von Terry Pratchett. Früher habe ich viel weniger gelesen. Wenn dann auch mehr Sachbücher und dann auch nur abschnittweise. Jetzt lese ich viel mehr Belletristik.

Auf Terry Pratchett hat mich eine alte Schulfreundin gebracht. Die anderen Bücher und Geschichten waren von und über Lucy Maud Montgomery. Bei ihr kommt das Motiv des Tagträumers häufiger vor.  Wie etwa im „Schloss in den Wolken“ einem der wenigen Romane die Lucy Maud Montgomery für Erwachsene geschrieben hat.

Ich kann mich wohl doch besser konzentrieren und habe mehr Spass beim lesen. Also ist das auch eine positive Wirkung von Strattera.

Vom Film im Kopf!

Martin und ich sind Fans der sehr martialischen Fernseh-Serie „Game of Thrones“. Früher, vielleicht noch vor 2 Jahren hätte ich mich noch in die Welt dieser Phantasieserie reingeträumt. Damals träumte ich etwa davon im römischen Reich  zu leben oder auf die Prince Edward Island im St. Lorenz Golf in Kanada auszuwandern. Jetzt träume ich nicht mehr von der  Heimat von Anne  of Greengables.

Meine Tagträume handeln eher  von alltäglichen Dingen. Heute habe ich mich ausnahmsweise von meiner  perfekten Hafenstadt  träumen erwischt. So ein Art Paradies an einem schiffbaren Fluss der auch für Seeschiffe schiffbar ist. Nein diese Stadt gibt es nicht ich meine weder Hamburg noch Bremen. Eine kleinere Stadt mit ländlichem  Umland.

Im Grunde träume ich kaum noch tagsüber dafür mehr und intensiver nachts.

Also wirkt Stratterra schon sehr gut. Zumindest was die Tagträume angeht.

Mir geht es ganz gut!

Ich denke dass bei der psychotischen Episode die ich hatte meine Phantasiebegabung und meine Hochsensibilität ein Risikofaktor sind. Ich freue mich aber wieder des Lebens.

Ich plane eine Patiorose in meinem Topfgarten zu setzen. Was furchtbar ist dass ich immer Hunger habe durch die vielen Medikamente. Aber gut im Futter war ich schon immer.  Ich werde mich darum kümmern dass ich ein Sportgruppenangebot finde dass mir gut tut. Mein Körper muss sich etwas kräftigen und mehr Ausdauer kann ich  auch gebrauchen.

Ich nehme Risperdal und das beinträchtigt die Konzentration so gut wie gar nicht.

Ich habe nach langer Zeit mal wieder mit einem schwulen Mann geflirtet. Nur so als Spiel aber das tat auch gut.

Der Besuch des Gottesdienstes tat mir gut. Anja hat Orgel gespielt, obwohl sie die „Königin der Instrumente“ nicht gut beherrscht. Aber die Melodien in Grundzügen konnte sie anspielen, so dass wir nicht ohne instrumentale Unterstützung die Kirchenlieder singen mußten, weil unsere Helen ausgefallen war.

Auch habe ich verstanden warum in der Sodom Geschichte die Homosexualität so eine Rolle spielt. Es ist ein Sinnbild für die Amoralität der Bewohner. Das alles in dieser Stadt auf dem Kopf gestellt wurde. Es geht nicht nur um Sexualität darin sondern in Umkehrung von vermeintlich natürlichen Regeln. Und es geht dabei auch um sexuelle Gewalt. Im Altertum wurde anale Penetration auch von Heterosexuellen zur Erniedrigung des Gegners genutzt.Also hat dies nichts mit tatsächlicher Homosexualität der Bewohner Sodoms zu tun. Es geht um Gewalttätigkeit und dem Verhöhnen von Gottes Boten. Das hat der Pastor nicht erklärt aber so kann es gelesen werden.

Das Baby von Vicky  und Tobias zu sehen war für mich ein großer Trost nach den vielen Tagen schlechter Nachrichten und den Dämonen in meinem Kopf.

Es ist aber auch ein großes und hübsches Kind.

 

 

 

 

Menschen hautnah im WDR-Fernsehen – Ritalin und Sucht!

Am letzten Donnerstag habe ich mich wieder einmal über die Berichterstattung über die Verwendung von Ritalin bzw. Medikamente zur Behandlung von ADHS geärgert.

Es ging um Selbstoptimierung und den Zwang dazu. Nun ja Ritalin kann wie andere Substanzen zum Neuroenhencment missbraucht werden. Nur in diesem Fall lag eindeutig ein hyperaktives ADHS vor. Was schon durch die Unruhe an Händen und Füßen des Betroffenen ersichtlich war. Ritalin darf nicht überdosiert werden weil es als amphitaminähnliche Substanz zu Herzbeschwerden und auch zu psychotischen das heißt wahnhaften erleben führen kann.

Bei sachgemäßer oraler Anwendung ist reines Ritalin,  das aber Erwachsene nicht bekommen, als Droge nicht zu gebrauchen. Erwachsene bekommen häufig nur retardiertes Methylphenidat (enthält) Ritalin verschrieben. Diese Substanz eignet sich nicht zur Intervenösen Einnahme oder zur Einnahme durch die Nase.

Eine Überdosierung führt zu Herzrasen und geschieht das über längere Zeit dann führt dies zu Psychosen – Beides nicht wünschenswert und daher in der Praxis kaum vorkommend.

Nun zur Sucht  und ADHS. Viele undiagnostizierte und unbehandelte ADHSler Missbrauchen Drogen um mit den Symptomen ihrer Erkrankung klar zu kommen.

Hier kommt auch Kokain in Frage, viel häufiger wird aber Cannabis und auch Nikotin verwendet wie auch Alkohol und unter umständen auch Amphetamine wie Extasy. Eine sachgemäße Anwendung von Ritalin senkt aber die Abhängigkeitsneigung der Betroffenen.

Ich weiss nicht was der junge Mann damit sagen wollte, aber ich habe den Beitrag aus Wut nicht zu Ende geschaut.

Ritalin hat Nebenwirkungen. Die schlimmste ist eine mögliche Medikamenten bedingte Depression. Doch auch da gibt es ADHS Medikamente die diese Nebenwirkung nicht haben wie der Neroadrenalin-Hemmer Stratterra.

Hier werden wieder Fehlinformationen gestreut die nur verwirren und die Betroffene und Angehörige verunsichern. Dennoch ist es ein Problem wenn Substanzen ohne ärztliche Aufsicht zum Neuroenhencment von Gesunden eingenommen werden. Das halte ich für gefährlich und auch vom Wettbewerbsgedanken her für unffair.

Schlafstörungen und ADHS

Seit einer psychischen Krise mit 19 Jahren kann ich nicht ohne Medikamte schlafen. Ich nehme zur Nacht ein niedrigpotentes Neuroleptikum. Neuroleptika wirken stark beruhigend und werden hauptsächlich zur Behandlung von Psychose, also wahnhaften Störungen eingesetzt. Durch die Einnahme von Stratterra mußte ich die nächtliche Dosis erhöhen und  nehme jetzt 100 mg Chlorproxithen.

Zur Behandlung von Schlafstörungen bei ADHS sind aber andere Medikamente wesentlich besser geeignet weil sie den Dopaminhaushalt im Gehirn nicht negativ beeinflussen. Dopamin ist auch für Aufmerksamkeit und Antrieb zuständig.

Besser geeignet sind Medikamente die das Schlafhormon Melatonin enthalten. Dies wird bei ADHS wesentlich später in der Nacht freigesetzt. Auch das uralte Allround Psychopharmakum Insindon ist als Schlafanstoßendes Medikament bei ADHS gut geeignet.

Die innere Unruhe sorgt bei den  Betroffenen für schlechten Schlaf. Aber eine zusätzliche Sedierung durch Barbiturate (klassische Schlafmittel) oder Neuroleptika wirkt sich schlecht auf die Tagesaufmerksamkeit aus.

ADHS-Betroffene reagieren häufig gegensätzlich auf Medikamente. Daher werden auch zur Behandlung Antriebssteigernde Medikamente wie Methylphenidat das amphetaminähnlich ist und Stratterra gegeben das ebenfalls antriebssteigernd wirkt. Dennoch wirken diese Medikamente beruhigend und lindernd auf Impulse und Bewegungsdrang.

Sport am Abend kann auch zum besseren Schlaf verhelfen. Doch häufig  reicht dies bei den Betroffenen nicht aus.

Wenn ich kein Medikament zur Nacht nehme Schlafe ich nicht tief. Ich komme in einen Zustand wo ich liege aber alles von Außen mitbekomme. Erholsamer Schlaf fühlt sich anders an.

Wie helfen Medikamente bei ADHS ? Ein Erfahrungsbericht!

In diesem Frühjahr wurde bei mir hypoaktives ADHS festgestellt. Zuerst hat mir ein niedergelassener Psychiater auf Verdacht Elontril verschrieben. Dieses Medikament wirkte antriebssteigernd und nach einiger Zeit auch aufmerksamkeitsfördernd. Doch hielt die Wirkung nicht lange genug an so dass ich immer höhere Dosen einnehmen mußte.

Ähnlich ging es mir mit dem MAO-Hemmer Moclobemid. Das Methylphenidat ähnliche Retardmedikament Medikinet adult, hatte eine schnell eintretende Wirkung sorgte aber für starke Stimmungsschwankungen gegen Abend. Dies hängt wohl eng mit dem Nachlassen der Wirkung des Medikaments zu dieser Tageszeit ab.

Ich konsultierte daraufhin einen Arzt der ADHS-Ambulanz am Landeskrankenhaus bei uns in Dortmund. Er riet mir zu dem Neroadrenali-Hemmer Strattera den ich seit etwa 3 Monaten jetzt nehme. Dieses Medikament muss erst langsam aufdosiert werden, ähnlich wie bei klassischen Antidepressiva. Dieses Medikament wirkt bei mir zuerst Emotional regulierend ich wurde ausgeglichner und weniger ängstlich. Die Aufmerksamkeitssteigernde Wirkung kam ein wenig später. Was mein Eindruck von der Wirkung ist das ich vieles deutlicher wahrnehme. Alle Sinnesreize scheinen schärfer zu sein, ich bin zwar häufiger noch in Gedanken, doch habe ich fast vollständig aufgehört Phantasien und Tagträumen nachzuhängen die mich sonst sehr eingenommen haben.

Der Antrieb blieb aber noch weiter schlecht. Als Nachtmedikation habe ich lange Jahre über ein nidripotentes Neuroleptikum aufgrund von Schlafstörungen nach einer psychotischen Episode eingenommen. Diese  Medikamente senken den Dopaminspiegel, der auch für den Antrieb verantwortlich ist. Diese Medikation wurde von meinem Hauspsychiater reduziert und das eine Vorstufe von Melatonin enthaltene Medikamente Valdoxan ersetzt. Die Schlafqualität wurde dadurch verbessert und nach etwa 4 Wochen konnte ich auf das Neurolepikum Chlorproxithen verzichten. Der Antrieb ist zwar besser   doch fehlt mir glaube ich eine gesunde Tagesstruktur.

Was die Wahrnehmung angeht ist der Unterschied immens. Ich nehme viele Dinge sehr deutlich wahr und erkenne zum Beispiel Bildzusammenhänge besser. Die Reizüberflutung stört mich kaum. Bei Textbeiträgen im Radio kann ich ganz selbstverständlich weiter lesen. Die Stimmungsschwankungen sind fast komplett weg,  bis auf einige wenige Tage wo ich depremmiert war. In sozialen Situationen etwa beim Gemeindecafe oder in anderen Gruppen fühle ich mich lebhafter und nehme mehr an den Gesprächen Teil. Ich würde Jedem Betroffenen raten Medikamente auszuprobieren, da die Lebensqualität sich immens verbessert. Doch sollten Probleme bei der Einnahme entstehen, wie eine schlecht gedrückte Stimmung sollte der Arzt bald angesprochen werden um die Medikation zu verändern. Bei Medikinet Adult hatte ich sehr große Stimmungsschwankungen und depressive Phasen wie ich sie lange nicht hatte. Ich weiss aber von anderen Betroffenen dass sie das Medikament gut vertragen. Doch ich mußte bei 40 mg die Behandlung abbrechen weil dies nicht genügend Effekt hatte und die Nebenwirkungen zu stark waren.

Straterra wirkt gleichmäßiger und ist eine andere Wirkstoffgruppe als Medikinet oder Methylphenidat. Da es ursprünglich als Antridepressivum entwickelt wurde hat es auch Angsstillenden und Antidepressive Eigenschaften, ist aber als reines Antidepressivum nicht zugelassen. Es gibt da wohl kein Patentrezept, jeder Stoffwechsel ist  wohl anders so dass Ihr sicher einiges ausprobieren müßt, aber es lohnt sich. Bei Stratera hatte ich  nur eine einzige Nebenwirkung am Anfang der Therapie. Ich bekam leichte Magenkrämpfe wenn ich auf die Toilette mußte. Diese verschwanden etwa nach 8 Wochen fast vollständig. Bei jedem wirken wie gesagt die Medikamente anders. Selbstmdedikation mit pflanzlichen Wirkstoffen finde ich nicht empfehlenswert. Ich habe zusätzlich zur Medikation mit Straterra auch grichischen Bergtee getrunken, das führte dazu dass sich die Wirkung addiert hat und ich manische Episoden bekam. Also bei schweren psychischen Erkrankungen würde ich empfehlen diese doch von einem qualifizierten Facharzt behandeln zu lassen und nicht mit freiverkäuflichen Medikamenten zu experimentieren.