Heute tauchte ich in einem Schwall aus Kindheitserinnerungen

Heute tauchte ich in einen langen Tagtraum aus Kindheitserinnerungen unter. Ich dachte im Grunde nur über das Buch „Bob der Streuner“ nach. Mir fiel auf dass es im Grunde ein sehr einfaches autobiografisches Buch ist in dem eine Katze eine ungewöhnlich bedeutende Rolle spielt. Ich überlege schon lange selber ein Buch zu schreiben. Meistens aus selbsttherapeutischen Gründen. Zum einen habe ich überlegt einige der Wahnvorstellungen aus der letzten Psychose für einen Scince Fiktion Roman zu nehmen. Es ging da um einen ADSler der durch seine Impulsivität nur schwer Geheimnisse für sich behalten kann und durch einen Internetblog in große Schwierigkeiten kommt. Er wird zum Spielball des Geheimdienstes der ihn für ein soziales Experiment missbraucht. Aber diese Geschichte war zu kompliziert.  Also werde ich den Roman „Der Mann ohne Geheimnisse“ nicht schreiben. Die Idee ist allerdings interessant. Aber diese Geschichte weiterzuentwickeln ist zu schwierig und zu persönlich.

Dann bin ich auf eine andere Idee gekommen. Warum schreibe ich nicht ein Kinderbuch. Mir fällt da schon ein Titel ein „Peter aus der masurischen Wildnis“.

Ein autobiografischer Roman über meine Kindheit auf einem masurischen Bauernhof. Ich habe schon mal einer Kollegin aus der Gemeinde der Fran einige Geschichten aus der  masurischen Wildnis erzählt. Zum Beispiel wie mein Bruder aus versehen ein Huhn geangelt hat. Oder wie sich eine vermeintliche Jungfrauengeburt bei der kleinen Fjordpferdstute meines Großvaters ereignet hat.

Ich könnte von Tomek und seiner Schwester Joasia, den beiden Stadtkindern, erzählen die in den Ferien zur Oma aufs Land kamen und einen Igel als Haustier hatten.

Aber im Grunde wäre es nur eine Anekdotensammlung. Aber eine sehr exotische.

Ich könnte auch von dem gemauerten gotischen Kohleherd erzählen der in der Küche im Haus meiner Großeltern stand. Und mir der mit Kochgeschirr für Puppen spielte und dessen Spitzname Tigelek also Töpfchen war. Aber das in eine Geschichte zu packen ist schon sehr schwierig. Das sind im Grunde nur aneinander gereihte Anekdoten. Ich müsste dass in ein Geschichte über unsere Familie packen. Das mein Vater die Landwirtschaft bereits aufgeben wollte aber wegen der Lebensmittelknappheit in Polen den Bauernhof meiner Großeltern mütterlicherseits zur Selbstversorgung weiter betrieb. Das Thema ADS käme am Rande auch vor. Ich war sehr sensibel was Geräusche angeht. Ich hatte z. b. Angst vor dem lauten Dieselmotor der die Dreschmaschine antrieb.  Aber im Grunde habe ich an die ersten 4 Jahre meines Lebens nur schöne Erinnerungen. Manches weiß ich aber nur aus den Erzählungen der Erwachsenen die bei Familienfeiern zum Besten gegeben werden. Vielleicht wird ja doch etwas draus. Ich wollte schon immer mal etwas Kreatives schreiben. Ich habe aber immer noch Angst dass dies meine erzählerischen Fähigkeiten übersteigt.

 

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Die Bücher und Romane von Lucy Maud Montgomery und Tagträume

Ich mag die Bücher von Lucy Maud Montgomery. Ich habe Anne in Avonlea,Anne in Kingsport und Anne in Rainbow Valley gelesen. In jedem der Büchr gibt es das Motiv des Tagträumers. Nicht nur ADSler träumen viel Tagsüber auch einsame Menschen und insbesondere Kinder. Im Moment lese ich das „Schloss in den Wolken“ im englischen Orginal. Wer des englischen mächtig ist findet viele ihrer Bücher  beim Projekt Gutenberg.

Das „Schloss in den Wolken“ heißt im Orginal „The blu castel“. Es handelt von einer 29 -jährigen Frau, die für die damaligen Verhältnisse, 1926, als alte Jungfer gilt und  die von ihrer Familie gegängelt und bevormundet wird. Sie wird wie ein Kind behandelt. Das kenne ich auch weil ich lange sehr unselbstständig gewesen bin. Und die Einsamkeit kenne ich auch.  Ich kam mit 17  in die Szene und ich dachte dass ich nie einen Partner abbekomme. Ich war 23 und da lernte ich Martin den Computer Nerd und meinen langjährigen Lebensgefährten kennen. Aber ich galt auch nicht gerade als sehr begehrt schon alleine deswegen weil ich immer schon ziemlich füllig war.

Das blaue Schloss dient der Figur Valency Sterling als Trost. Dort datet sie, in Ihrer Phantasie, Traumprinzen und galante Ritter. Das kenne ich auch, meine Phantasien gingen in den wilden Westen wo ich einen knackigen Indianerkrieger als Freund hatte.

Daher genieße ich diesen Roman sehr. Vielleicht ist diese Autorin generell gut für ADS-Mädchen und für tuckige ADS-Schwule. Ich finde Lucy Maud Montgomery ist eine wahre literarische Entdeckung für alle leidenschaftlichenTagträumer ohne und mit ADS.

Anne im Rainbow Valley – Figur mit ADS!

Schon als Kind liebte ich die Verfilmungen von Anne of Green Gables von Sullivan Entertainment. Wie gut konnte ich mich in das verträumte Waisenmädchen Anne doch einfühlen.

Der Roman „Anne in Rainbow Valley“ beschreibt Anne als Erwachsene Frau und Mutter von 6 Kindern. Die Figur des Priesters Meredith ist hier besonders intressant weil sie in ihm einen ADSler  vom vorwiegend unaufmerksamen Typus beschreibt. Er gilt als sehr abwesend und verträumt und bringt es fertig zu einer Hochzeit eine Predigt für eine Beerdigung zu lesen oder mal in Filzpantoffeln zu einem Gottesdienst zu erscheinen.

Ich habe vor mir dieses Buch als E-Book zu kaufen.  Und hoffe viel Spass an diesem Roman für  Kinder und Jugendliche auch als Erwachsener  zu haben. Dieser Etwa 1916 geschriebene Roman beweist wieder einmal dass es ADS schon immer gab.

 

 

Prussische Weihnachten

Meine bessere Hälfte hat mir zu Weihnachten das Sachbuch „Prußen – die ersten Preußen“ von Beate Szillis Kappelhoff geschenkt. Meine sehr hohen Erwartungen an das Buch wurden übertroffen. Die Autorin schildert die Kultur und Geschichte dieses untergegangenen Volkes, so umfassend von der  Vorordenszeit bis zu den Spuren in der Gegenwart, dass es ein großes Vergnügen war das Buch zu lesen.

Sie berichtet zwar auch von den Greuel des deutschen Ordens doch schildert sie auch die Kultur dieses baltischen Volkes über den Alltag, den Religion bis zur Musik.

Gerade was die Religion angeht, war ich beeindruckt wie Naturverbunden diese Kultur war. Es gab viele als heillig geltende Wälder und Gewässer die   nicht wirtschaftlich genutzt werden durften. Auch musste man sich beim Geist des Tieres das man erlegte oder schlachtete entschuldigen. Mit einigen Vorurteilen räumt sie ebenfalls auf, denen der Menschenopfern. Diese kamen vereinzelt zwar vor, doch handelte es sich um Kriegsgefangene die samt ihrem Pferd auf einem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Diese Opfer hatte vorher das Los bestimmt.

Polygamie gab es vereinzelt bei den reichen Magnaten des Stammes. Polyandry gab es allerdings ebenfalls, wenn auch nur selten. Die Bezeichnung für Ehefrau als sogenannte „Unterherrin“ spricht für eine gute Stellung der Frau im sozialen Gefüge der prussischen Gesellschaft. Beide Geschlechter ritten auch kürzeste Strecken auf ihren Pferden und Frauen waren keine Tätigkeiten im Leben verboten.

Die Waldbienenzucht spielte in der prussischen Wirtschaft eine herausragende Rolle. Honig und auch Wachs galten als begehrtes Tauschobjekt im Warenhandel. Die Landwirtschaft war hoch entwickelt  obwohl die Bedingungen im Ostpreußen der Vorordenszeit durch die vielen Sümpfe dafür nicht unbedingt ideal waren.

Die politische   Organisation der Prussen basierte auf Dorfversammlungen, die von einem reichen Häuptling geleitet wurden. Nur in Kriegszeiten konnte dieser  Häuptling die Dorfbewohner zum festungsbau und auch zum Kriegsdienst verpflichten. Oberster Richter war der oberste Stammes Priester, der Kriwe. Im Gottesdienst spielten neben Opfern auch Gelage und Festmähler eine herausragende Rolle. Als Getränke dienten dabei Met, Bier und nur selten vergorene Stutenmilch. Sie wurde nur als kultisches Getränk für Menschen die eine besondere Aufgabe zu leisten hatten gereicht.

Ganz beeindruckt hat mich der Klang des prussischen Instrumentes Kantele, das noch in Finnland als Instrument in der Volksmusik eingesetzt wird. Auf youtube gibt es Stücke die auf einer Kantele gespielt werden zu hören.  Derart zarte musikalische Klänge habe ich  noch nie gehört.

Ich kann nur Allen die an der Geschichte dieses baltischen Volkes intressiert sind dieses Buch empfehlen. Es gibt kein umfassenderes Werk zu diesem Thema. Und um so beeindruckender  ist es da es sich um keine studierte Ethnologin bei der Autorin handelt.

Eine ausgezeichnete Arbeit, die Beate Szillis-Kappelhoff, dem Leser bietet aus einer Perspektive wie man sie sonst kaum in der Literatur zu dem Thema findet, in der von Innen und nicht aus einer Fremden, deutschen oder polnischen Perspektive heraus.

Dies ist um so erfreulicher, da es sowohl in Polen als auch in Deutschland ideologisch gefärbte Deutungen der Geschichte dieses Volkes gibt.