Ich fühle mich einsam

Irgendwie finde ich meine Bekanntschaften und Freundschaften etwas unbefriedigend. Ich habe jetzt meinen Kumpel Marc angerufen ob er mit mir Kaffee trinken geht. Aber er zieht im Oktober weg. Er ist der einzige vertraute, nach Martin natürlich, den ich hier in der Umgebung habe. Eine Frau von Borsig11 gibt es noch mit der ich ab und an rede und natürlich Dominic vom Buchladen. Meine Bekanntschaft mit Dominic ist aber sehr unbefriedigend.

Gerade über meine Wünsche und Träume kann ich kaum mit Jemandem reden. Mit einem Bekannten der auch sich für Hühnerhaltung intressiert und jetzt Zwergwelsumer in der Stadt hält, habe ich es verscherzt. Ich  könnte mit meiner Freundin Susanne auf eine Geflügelausstellung gehen. Ihre Hühner sind Opfer vom Marder geworden. Irgend Jemand züchtet Zwerg-Rheinländer Hühner in Dortmund. Die gefallen mir sehr gut und sie legen mehrere Jahre ausgezeichnet wenn die Eier auch nur etwa halb so groß sind wie die von großen Hühnern. Etwa Taubenei groß sind sie.

Ich tue mich mit regelmäßigen Kontakten schwer. Ich wollte noch einmal ein Kaffeetrinken organisieren. Ich will die gleichen Leute wie zu meinem Geburtstag einladen das hat mir sehr gut gefallen.  Meine Freundin Jutta ließt viel die hat auch die Anne of Greengables Romane gelesen. Die lese ich ja jetzt nach der Reihe alle. Ich habe sie alle bei Amazon heruntergeladen und zwar auf englisch. Ich verstehe ganz gut englisch wenn auch das sprechen mir schwer fällt.

Ich schreibe auch keinen Blog-Post in dem nicht etwas von Hühnern, Anne auf Green Gables oder häkeln drin steht. Darum dreht sich meine Welt. Früher waren es auch noch Männner und romantische Phantasien von irgendwelchen Schauspielern aus Spielfilmen. Ein Mann reicht mir eindeutig. Ich bin ein romantischer Mensch. Ich glaube dass diese  promiskuitive Sexualität in der Schwulenszene mich sehr frustriert hat. Ich liebe Martin meinen Mann sehr. Ein Mann der mehr meine Hobbys teilt wäre mir lieber.

Aber so geht es auch meinen Bekannten der in der Stadt jetzt Hühner hält. Sein Partner interessiert sich nicht dafür. Ich hätte gerne eine urbane Farm mit Hühnern und Gemüsebeeten. Hühner sind für den urbanen Farmer das Allround Haustier. Sie liefern Eier, Dünger, sporadisch Fleisch und auch ein wenig Arbeitskraft. Es gibt die Möglichkeit Hühner zum lockern von Gartenbeeten zu verwenden. Man nennt die Methode auch Hühner-Traktor oder auch Hühner-Schlepper. Die Hühner werden auf den Beeten für eine bestimmte Zeit eingezäunt sie düngen und lockern den Boden vertilgen aber auch Schädlinge. Also im großen und ganzen sind sie sehr nützlich Tiere.

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Ich bin müde und lustlos

Gestern Nacht musste ich eine weitere Tablette von dem niedrigpotenten Neuroleptikum nehmen um zu schlafen. Ich habe sehr lange geschlafen und komme nicht in die Gänge. Dabei wartet ein hungriger Kater auf mich dass ich ihn füttern soll am anderen Ende des Stadtteils. Ich muss mich nicht übermäßig beeilen weil der Kater heute früh noch von der Bekannten gefüttert wurde, sie fliegt erst heute in den Urlaub nach Mallorca.

Ich schreibe im Moment fast täglich einen Blogbeitrag. Wer soll das alles lesen? Es erstaunt mich schon sehr wie viel Mitleid ich mit James aus Bob der Streuner habe. Vielleicht erinnert er mich ein wenig an meine eigene schwierige Lebenssituation, die doch immer um Längen besser war.

Ich habe wieder etwas Fernweh. Ich würde gerne in einer anderen, kleineren Stadt leben. Vielleicht liegt es wirklich daran dass ich mich etwas einsam fühle. Ich habe nur wenige regelmäßige soziale Kontakte. Ich telefoniere täglich mit meiner Mutter und spreche mehrmals die Woche mit dem Verkäufer von unserer Stadtteilbuchhandlung wo ich hin und wieder auf einen Gratis Kaffee hingehe.

Martin sehe ich erst abends. Ich brauche wirklich einen Job. Das ist schon klar warum ich mich so einsam fühle. Im September mache ich aber dann die Umschulung zum Seniorenbetreuer bei den Maltesern.

 

Ich möchte dauernd umziehen

Es ist schon komisch. Heute war ich in einer Gegend unserer Stadt wo ich früher gewohnt habe. Am liebsten wäre ich zurück gezogen. Dabei wollte ich so gerne mit Martin  meinem Lebensgefährten zusammen wohnen und am Borsigplatz gefiel es mir auch. Jetzt wohne ich da und das ein paar Jahre jetzt will ich auch schon wieder wegziehen. Ich bin nirgends wo glücklich und zufrieden. Eine Zeit lang, als ich noch keine Medikamente nahm fantasierte ich davon wieder in einer Kleinstadt wie als Kind leben zu wollen. Aber da war ich auch nicht glücklich. Eine andere Zeit wollte ich entweder nach Holland oder nach Kanada auswandern.

Ich glaube was mir wirklich fehlt sind paar mehr Bekannte in der Umgebung. Mein Kumpel Marc der hier in der Nähe wohnt will wieder in die Heimatstadt seiner Mutter ziehen um sich um sie besser kümmern zu können. In dem Cafe von Borsig11 hängen auch nur komische Leute herum. Vielleicht sollte ich häufiger ins Concordia Art auf eine Waffel und einen Kaffee gehen. Das ist ein Kunstkaufhaus mit Cafe.

Ob es sich lohnen würde einen Handarbeitstreff im Concordia Art Cafe zu machen. Obwohl ich bin schon mit meinem Handarbeitstreff zufrieden. Außer das ich der Hahn im Korb bin und dazu noch der Jüngste. Es wäre sicher gut wenn ich einen Job hier in der Nähe hätte und einen Grabelandgarten. Aber das ist ja auch klar. Mir fehlen wirklich Freunde aus der Umgebung. Es wäre nett wenn es hier ein Handarbeitskränzchen mit jüngeren Leuten, Frauen vielleicht auch Männern geben würde. Es wäre sicher auch nett wenn es schwule Männer geben würde die Handarbeiten. Ob ich mal eine Anzeige in einem Stadtmagazin aufgebe? Irgendwie habe ich keine Elan dazu. Auf jeden Fall könnte ich ein zwei Freunde mehr gebrauchen die auch hier in der Nähe wohnen. Ich kenne noch flüchtig zwei etwas ältere Frauen. Aber das wars dann auch. Auf jeden Fall muss da was passieren. Ich werde vielleicht davon berichten.

Ich fühle mich so isoliert

Heute war ich in der Kirche und zum Gemeindekaffee. Dort fühle ich mich immer etwas isoliert. Mir fällt es schwer auf andere Menschen zu zu gehen. Ich habe auch den Eindruck dass ich kaum etwas zu erzählen habe außer von Problemen. Mein Alltag ist auch eher Ereignislos. Dennoch könnte ich etwas erzählen. Das ich zum Beispiel mit meinem Vater eine Tagesfahrt nach Holland mache, nach Volendam am Markermeer. Ich bin so seltsam verschlossen. Einigen Wenigen könnte ich auch von meinen Antriebsproblemen erzählen. Dafür bin ich von einem Ehepaar zum Kaffee eingeladen worden. Das ist ganz schön. Ich muss mir angewöhnen von mir aus etwas zu erzählen. Viele können auch einfach Alltagsgeschichten erzählen. Auch von meiner Sehnsucht nach Grün kann ich erzählen. Ich muss mal meine Trägheit überwinden und mit dem Fahrrad ausfahren. Wir haben ja doch sehr schöne Parks und das Dorf Deusen in der Nähe. Das tut mir sicher gut. Ich überlege mal wohin ich im Alltag ins Grüne flüchten kann. Mir gefällt der Fredenbaumpark gut und ich mag das Tiergehege dort insbesondere die Hühner darin, was sich von selbst versteht. Ich will am Montag da hin fahren. Das Wetter wird etwas bedeckt aber nicht regnerisch, und man kann dort am Big Tipi auch gut Kaffee trinken. Ich mache das mal am Montag.

Ich fühle mich einsam

Ich schreibe zur Zeit viele Blogbeiträge weil ich mich einsam fühle. Den Tag über spreche ich kaum mit Jemandem von dem ich mich verstanden fühle. Ich habe schon Freunde und einen Lebensgefährten, dennoch fühle ich mich häufig nicht verstanden.

Manche Themen sind mir auch zu peinlich. Das ich im Moment mich wie ein Teenager fühle und für Salvador Sobral schwärme ist so ein Thema. Wer findet diesen zotteligen Jazzbarden mit den rollenden Kopfbewegungen schon attraktiv.  Ich mag auch seine melancholischen Lieder sehr gerne. Eines der Lieder das er gecovert hat kenne ich sogar als Original aus einem Pedro Almodovar Film. Ay Amor heißt es ! Ich meine es kommt in „Gesetz der Begierde“ vor, sicher bin ich mir nicht. Sobral singt es so sanft und zart das ich jedes mal eine Gänsehaut davon bekomme.

Ein anderes Thema das ich mit niemandem so recht reden kann ist Nina Teicherts autobiografisches Buch über ADS „Neben der Spur, auf dem Weg“ oder so ähnlich.

Ich überlege es ernsthaft zu kaufen weil es auch Tipps zur Bewältigung des ADS gibt. Ihr Schicksal ist so traurig. Sie hatte so viele Unfälle und hat auch Brände ausgelöst. Dann war sie noch magersüchtig. Das will doch keiner so Recht hören. Mit solchen Themen darf man gefühlt Niemanden belasten.  Es könnte ja das Weltbild erschüttern.

Psychische Probleme sind tabu in unserer Welt. Ich kann auch nicht alles im Blog schreiben was ich möchte. Zum Beispiel auch um die Entstehung meiner Psychose, ohne dass mich Jemand für bekloppt hält.

 

Meine Träume – Meine Sehnsüchte!

Heute habe ich geträumt dass ich mir endlich Hühner zugelegt habe, die ich in  einem Grabelandgarten gehalten  habe. Bei der Rasse war ich mir nicht sicher. Ob es doch eher zwei Rhodeländer und zwei Sussex oder doch 3 niedliche Zwerg-Rheinländer sein sollen.

Im Grunde habe ich viele Tagträume. Ich träume auch davon in einer netten Kleinstadt zu  wohnen in der die Welt  noch so halbwegs in Ordnung ist und die sehr  grün ist.

Das mit den  Hühnern ist nur die Minimalausgabe des Traums von der Selbstversorgung. Als Kind lebte ich bis ich 4 war auf einem Nebenerwerbshof in Polen.

Die Kleinstadtphantasie ist kompli zierter. Ich glaube es ist abstrakt gesehen eine Sehnsucht nach Vertrautheit und Geborgenheit. Die Anonymität der Großstadt macht auch einsam. Und das Großstadtleben  hat mir nicht das erhoffte Glück gebracht dass ich gehofft habe. Der schnelle Sex in der Szene war nichts für mich, obwohl ich nicht prüde bin.

Vielleicht liegt es auch an mir selber dass ich so einsam bin. Ich bin sehr  unsicher  und verletzlich. Ich denke auch meine Langsamkeit macht mir Probleme. Ich bin dadurch nicht so schlagfertig wie andere Menschen. Und ich habe den Eindruck nichts zu erzählen zu haben. Alles nur Tagträume. In Wirklichkeit habe ich ein Doppelleben, mein  trostloses Leben in  einem sozialen Brennpunkt des Ruhrgebiets und das in  meiner Vorstellungswelt.

Im Grunde könnte mein Leben schon spannender sein. Doch blockiert mich auch meine Lethargie. Es ist aber schon besser geworden. Ich bin relativ angagiert in der Kirchengemeinde  und  ich lese mehr und handarbeite auch mehr. Aber im Grunde häkel ich immer nur halbe Stäbchen in Reihen etwas neues mache ich kaum. Und bei den Romanfiguren von Lucy Maud Montgomery geht es auch um Tagträumer.

Ich muss einfach neue Dinge ausprobieren.  Ich will lernen wie man Granny Squares häkelt und daraus Kissenhüllen und auch  Untersetzer häkeln. Aber die Anleitung die ich habe ist auch etwas unpräzise. Und ich gehe zur Aquafitness. Das tut  mir auch gut. Aber ich habe keinen engeren Freund außer Martin. Die anderen sind   lose Bekannte oder Leute die nur wenig Kontakt brauchen. Auch in der Gemeinde habe ich kaum engere Freunde nur lose Bekannte. Ich habe auch nichts zu erzählen beim Gemeindecafe. Natürlich könnte ich schon erzählen aber ich traue  mich  nicht.

Ich komme mir vor wie ein Langweiler. In meinem Leben passiert einfach nicht viel. Aber vielleicht ist es doch mehr als ich denke. Ich lese ja viel und ich mache durchaus ungewöhnliche Sachen wie etwa Tawashis häkeln.  Und ich habe mir von Amazon auch ein ganzes E-Book mit Anleitungen für diese japanischen Putztücher runtergeladen.  Die sind ja auch für andere intressant. Ich bringe schon neue Ideen mit. Und ich häkel ja auch ungewöhnliche Sachen wie eine Weste. Manchmal könnte man glauben dieser Blog gehört einer Frau. Aber ich bin auch sehr feminin. Wenn man mich sprechen hört wird das noch deutlicher. Aber ich habe auch positive Vorbilder wie den „crochet bloke“ Theo Sundh.

 

 

Einsamkeit und ADS

Nach Außen hin habe ich ein reges soziales Leben. Ich bin bei der altkatholischen Gemeinde aktiv und bin auch längere Zeit über zu einem Handarbeitskreis im Cafe Aufbruch gegangen.

Und ich bin verpartnert, ich bin also eine eingetragene Partnerschaft eingegangen. Ich habe noch Kontakt zu meiner Familie in einer Kleinstadt in der Nähe. Doch habe ich kaum enge Freunde.

Das liegt zum einen daran dass ich bei geselligen Veranstaltungen immer sehr kühl und unnahbar wirke obwohl ich Humor habe. Ich bin auch so recht schwierig, bin ich durch etwas irritiert breche ich auch schnell den Kontakt ab ohne das aufzuklären.

Ich habe mir vorgenommen häufiger zu den Veranstaltungen von Borsig11 einer Kulturinitiative zu gehen. Ich mag die Leute dort. Obwohl ich auch da manchmal ambivalente Gefühle habe. Früher hatte ich mehr Kontakt zur Nachbarschaft. Nach meinem Umzug von einer eigenen Wohnung in eine gemeinsame mit meinem Mustergatten, habe ich kaum Kontakte im  Haus. Es ist schon komisch ich kenne auch viele andere Leute mit sozialen Ängsten. Irgendwie sind wir uns alle ähnlich. Ich glaube dass ein Problem der ADSler ist das ihre Erwartungen an Andere zu hoch sind. Daher kommt es schnell zu Endtäuschungen. Und ich nehme Dinge generell schnell persönlich. Obwohl ich mittlerweile sozial kompetenter bin tue ich mich mit neuen Kontakten schwer. Und mein Mustergatte hat auch keinen großen Bekanntenkreis außer einer lesbischen Frau mit der er regelmäßig sog. Jump and Run-Spiele am PC spielt. Ich wollte ihn schon mal zu einem Linux-Stammtisch schicken aber er programmiert lieber für sich alleine.

Das ist aber auch doof mit meinen Bekannten. Meine besten Kumpel Marc und Gerold brauchen nicht all zu viel Kontakt. Gerold ist auch  ein Computer Nerd und Marc ist auch gerne für sich alleine.  Ich kann das gar nicht gut. Im Moment nervt mich auch das TV-Programm. Ich nutze fernsehen gerne als Hintergrundkulisse für Handarbeiten wie häkeln oder stricken. Und immer nur Musik hören ist auch nichts. Ich muss mich doch um mehr Kontakte kümmern. Meine Handarbeitsdamen die nerven nur noch. Gerade die Flüchtlingsdebatte und einige Neurosen der Damen sind anstrengend. Ich muss nicht noch das Fernsehprogramm beim Handarbeiten im Cafe wiederholt haben. Ich bin wirklich schwierig!!!