Trost für alle Menschen die anders sind normal gibt es nicht!

Ich bin ja schon Jahre lang in Psychotherapie. Und im Grunde dreht sich auch vieles um ähnliche Themen. Manche Dinge begreife ich erst jetzt. Mein damaliger Therapeut erzählte mir eine Geschichte von einem jungen Mann der herausfand das alle Menschen anders sind. Aber im Umkehrschluss heißt das normal gibt es nicht. Was wir für normal halten ist das was wir kennen und das was wir gewohnt sind und daher ist Toleranz so schwierig. Aber normal an sich gibt es nicht. Wir Menschen sind von Geburt an verschieden. Das ist mir dazu eingefallen als meine Handarbeitsdamen über eine der Frauen anfingen zu tratschen und ich Angst hatte auch mal zur Zielscheibe von Tratsch zu werden. Aber jeder ist irgendwo Ziel von Tratsch, Missgunst und Ausgrenzung. Jeder ist irgendwo der Außenseiter. Es gibt keine Möglichkeit dem zu entkommen. Das ist unmöglich egal wie viel Mühe wir uns geben die Norm zu erfüllen. Und da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Klar sollen wir das Beste aus unserem Leben machen aber das ist für jeden etwas Anderes. Und ich fand diese Erkenntnis so heilsam das ich sie mit Euch teilen muss.

 

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Ich komme mit älteren Leuten besser klar

Es ist schon komisch. Meine Freunde die sind immer ein ganzes Stück älter als ich. Außer meine Bekannte Simone die ist nur zwei Jahre älter als ich. Ich habe mich früher auch nie altersgemäß gekleidet. Und mein Muskigeschmack ist mittlerweile altersgemäß da bin ich wohl herein gewachsen. Ich habe auch Angst vor Jugendlichen. Ich habe Angst ausgelacht oder gemobbt zu werden. Manchmal fühle ich mich noch wie 12 wenn ich etwa die Romane über Anne Shirley bzw Anne auf Green Gables lese. Dann fühle ich mich schon sehr alt. Ich weiß nicht ob ich tatsächlich reifer bin aber die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Ich glaube das ich zum einen etwas unselbstständig geblieben bin, zum Beispiel Bankgeschäfte von meinem Mann erledigen lasse zum anderen habe ich eine doch weise Weltsicht.  Meine Sprache ist auch sehr Erwachsen. Ich verwende selten Umgangssprache. Ich mag mich und nehme mich mehr an. Aber andere anzunehmen fällt mir wiederum sehr schwer. Ich läster zum Beispiel ganz häufig über den 10 Jahre jüngeren D. aus dem Buchladen, manchmal hat das auch etwas von verbalen Mobbing.

Ich denke manchmal Angriff ist die beste Verteidigung.

Freundschaften und ADS

Ich hatte nie sehr viele Freunde. Erst als ich als Erwachsener ausgezogen bin wurde das langsam besser. Ich bin sehr schüchtern und auch empfindlich und schnell eingeschnappt. Hypersensibel fällt mir da als Begriff dafür ein. Außerdem gehört zu ADS auch Introvertiertheit fest dazu. Ich kann zwar auch sehr überdreht und albern und auch recht unterhaltsam sein aber dann nur wenn ich wirklich gut drauf bin.

In meiner Nachbarschaft hatte ich einige Freunde zu denen ich heute noch Kontakt habe. Ich habe besondere Freunde die nicht so einen alltäglichen Lebensstil führen. Ein loser Bekannter hat auch ADS und eine meiner ehemaligen Nachbarinnen ist sehr alternativ.

Eine alte Schulfreundin von mir ist auch eher schüchtern und mein bester Kumpel ebenfalls.

Es ist schon komisch ich komme mit Menschen mit sozialen Ängsten am Besten aus. Wahrscheinlich ist das eine Ähnlichkeit die ich mit ihnen habe. Mein Mann und ein anderer Kumpel sind regelrechte Eigenbrödler.

In der Schule war ich sehr empfindlich, das wurde erst auf dem Kolleg an dem ich das Abitur nachgemacht habe besser. Was kann ich anderen ADSlern raten um Freunde zu finden. Eigentlich hilft es sich mit anderen Außenseitern zusammen zu tun. Und natürlich etwas an der sozialen Kompetenz zu arbeiten und nicht so schrecklich nachtragend zu sein wie wir es ADSler nun mal sind. Anderen ihre Schwierigkeiten mit uns zu verzeihen ist eine Gabe die wirklich weiter hilft. So verstehe ich mich mit meinen Eltern auch besser. Und versuchen aufmerksamer zuzuhören und Verständnißfragen häufiger zu stellen. Das erleichtert die Kommunikation mit anderen Ungemein.

 

Ich bin immer relativ introvertiert

Ich weiß nicht was ich im Gemeindecafe oder bei Handarbeiten so erzählen soll. Ich schweige viel. Mich interessieren ja schwule Themen ungemein. Daher lese ich täglich Queer.de und kaufe mir regelmäßig das Mannschaft Magazin. Außerdem interessiere ich mich für Selbstversorgung in der Stadt und Hühnerhaltung. Ich häkel und stricke auch.

Aber das wars dann auch. Heute war das beim Gemeindecafe etwas anders. Thomas, ein Arzt aus Hagen will für seinen Sohn Hühner anschaffen. Da konnte ich mal etwas mehr erzählen. Und glaube ich brauchbare Tipps geben.

Ich traue mich nur selten ein Thema anzufangen. Ich hätte auch vom queeren Homochrom  Film -Festival erzählen können. Das war doch sehr interessant. Über die be Happy Bewegung von Leonhard Porkshop könnte ich erzählen. Vielleicht bestelle ich mir die Aufkleber mit dem gelben lächelnden Roboterkopf selber mal, die dieser Künstler entworfen hat und vertreibt.

Und ich lese viel. Aber kann man ehrlich gesagt zugeben das ich als 42jähriger Mann Bücher aus der Anne of Greengabels Reihe lese. Ich müßte selbstbewußter werden. Ich schäme mich einfach zu schnell wegen der Dinge die mich ausmachen. Außerdem mache ich aktiv gar nicht so viel. Aber mache ich weniger als andere Menschen. Ich weiss es nicht.

Ich fühle mich einsam

Ich schreibe zur Zeit viele Blogbeiträge weil ich mich einsam fühle. Den Tag über spreche ich kaum mit Jemandem von dem ich mich verstanden fühle. Ich habe schon Freunde und einen Lebensgefährten, dennoch fühle ich mich häufig nicht verstanden.

Manche Themen sind mir auch zu peinlich. Das ich im Moment mich wie ein Teenager fühle und für Salvador Sobral schwärme ist so ein Thema. Wer findet diesen zotteligen Jazzbarden mit den rollenden Kopfbewegungen schon attraktiv.  Ich mag auch seine melancholischen Lieder sehr gerne. Eines der Lieder das er gecovert hat kenne ich sogar als Original aus einem Pedro Almodovar Film. Ay Amor heißt es ! Ich meine es kommt in „Gesetz der Begierde“ vor, sicher bin ich mir nicht. Sobral singt es so sanft und zart das ich jedes mal eine Gänsehaut davon bekomme.

Ein anderes Thema das ich mit niemandem so recht reden kann ist Nina Teicherts autobiografisches Buch über ADS „Neben der Spur, auf dem Weg“ oder so ähnlich.

Ich überlege es ernsthaft zu kaufen weil es auch Tipps zur Bewältigung des ADS gibt. Ihr Schicksal ist so traurig. Sie hatte so viele Unfälle und hat auch Brände ausgelöst. Dann war sie noch magersüchtig. Das will doch keiner so Recht hören. Mit solchen Themen darf man gefühlt Niemanden belasten.  Es könnte ja das Weltbild erschüttern.

Psychische Probleme sind tabu in unserer Welt. Ich kann auch nicht alles im Blog schreiben was ich möchte. Zum Beispiel auch um die Entstehung meiner Psychose, ohne dass mich Jemand für bekloppt hält.

 

Wer sind meine Freunde und wo treffe ich sie

In meinem Freundeskreis habe ich ehemalige Nachbarn, einen Bekannten aus der Schwulenszene und einen Künstler von Borsig11.

Die meisten von ihnen leben in einer ähnlichen Situation wie ich. Einige haben soziale Ängste, ADS oder sind aus anderen Gründen Außenseiter.

Viele kommen auch aus der Dortmunder Nordstadt in der ich auch Lebe.

Um Leute zu treffen gehe ich regelmäßig zum Gottesdienst der altkatholischen Gemeinde mit anschließendem Gemeindecafe, zum Handarbeitskreis im Cafe Aufbruch, und zu einzelnen Veranstaltungen von Borsig11 und im Concordia Art.

Ich gehe so gut wie nie in die Schwulenszene. Ab und an gehe ich zu einem schwulen Filmabend in die Schauburg aber das geschieht sehr selten.

Auch in Kneipen und Bars gehe ich selten. Im Jazz Club Domizil war ich zwei mal. Häufiger gehe ich dann schon eher zur klassischen Gitarrenreihe im Torhaus im Rombergpark. Mit Martin gehe ich ganz selten ins Kino meistens in Scince Fiktion Filme und englische Komödien.

 

 

Meine Träume – Meine Sehnsüchte!

Heute habe ich geträumt dass ich mir endlich Hühner zugelegt habe, die ich in  einem Grabelandgarten gehalten  habe. Bei der Rasse war ich mir nicht sicher. Ob es doch eher zwei Rhodeländer und zwei Sussex oder doch 3 niedliche Zwerg-Rheinländer sein sollen.

Im Grunde habe ich viele Tagträume. Ich träume auch davon in einer netten Kleinstadt zu  wohnen in der die Welt  noch so halbwegs in Ordnung ist und die sehr  grün ist.

Das mit den  Hühnern ist nur die Minimalausgabe des Traums von der Selbstversorgung. Als Kind lebte ich bis ich 4 war auf einem Nebenerwerbshof in Polen.

Die Kleinstadtphantasie ist kompli zierter. Ich glaube es ist abstrakt gesehen eine Sehnsucht nach Vertrautheit und Geborgenheit. Die Anonymität der Großstadt macht auch einsam. Und das Großstadtleben  hat mir nicht das erhoffte Glück gebracht dass ich gehofft habe. Der schnelle Sex in der Szene war nichts für mich, obwohl ich nicht prüde bin.

Vielleicht liegt es auch an mir selber dass ich so einsam bin. Ich bin sehr  unsicher  und verletzlich. Ich denke auch meine Langsamkeit macht mir Probleme. Ich bin dadurch nicht so schlagfertig wie andere Menschen. Und ich habe den Eindruck nichts zu erzählen zu haben. Alles nur Tagträume. In Wirklichkeit habe ich ein Doppelleben, mein  trostloses Leben in  einem sozialen Brennpunkt des Ruhrgebiets und das in  meiner Vorstellungswelt.

Im Grunde könnte mein Leben schon spannender sein. Doch blockiert mich auch meine Lethargie. Es ist aber schon besser geworden. Ich bin relativ angagiert in der Kirchengemeinde  und  ich lese mehr und handarbeite auch mehr. Aber im Grunde häkel ich immer nur halbe Stäbchen in Reihen etwas neues mache ich kaum. Und bei den Romanfiguren von Lucy Maud Montgomery geht es auch um Tagträumer.

Ich muss einfach neue Dinge ausprobieren.  Ich will lernen wie man Granny Squares häkelt und daraus Kissenhüllen und auch  Untersetzer häkeln. Aber die Anleitung die ich habe ist auch etwas unpräzise. Und ich gehe zur Aquafitness. Das tut  mir auch gut. Aber ich habe keinen engeren Freund außer Martin. Die anderen sind   lose Bekannte oder Leute die nur wenig Kontakt brauchen. Auch in der Gemeinde habe ich kaum engere Freunde nur lose Bekannte. Ich habe auch nichts zu erzählen beim Gemeindecafe. Natürlich könnte ich schon erzählen aber ich traue  mich  nicht.

Ich komme mir vor wie ein Langweiler. In meinem Leben passiert einfach nicht viel. Aber vielleicht ist es doch mehr als ich denke. Ich lese ja viel und ich mache durchaus ungewöhnliche Sachen wie etwa Tawashis häkeln.  Und ich habe mir von Amazon auch ein ganzes E-Book mit Anleitungen für diese japanischen Putztücher runtergeladen.  Die sind ja auch für andere intressant. Ich bringe schon neue Ideen mit. Und ich häkel ja auch ungewöhnliche Sachen wie eine Weste. Manchmal könnte man glauben dieser Blog gehört einer Frau. Aber ich bin auch sehr feminin. Wenn man mich sprechen hört wird das noch deutlicher. Aber ich habe auch positive Vorbilder wie den „crochet bloke“ Theo Sundh.

 

 

Schwarm meiner Kindheit Matangi, Dayton Kane ist in diesem Jahr mit 61 Jahren verstorben!

Frühreife bei ADHS kann ein Thema sein. Bei mir war das so. Ich lebte in Tagträumen die maßgeblich vom Fernsehen beeinflußt waren. Dazu gehörten auch Liebesfilme die eher für ein erwachseneres Publikum gemacht waren. Ich schaute damals auch gerne Sendungen für ältere Kinder und Jugendliche. Einer meiner Helden war Dayton Kane. Alias Matangi, aus dem U. S. Liebesdrama „Hurricane“.

Er ist jetzt mit 61 Jahren verstorben. Was mich irgendwie traurig macht.

Er hat nur in zwei Spielfilmen mitgespielt. Es ist doch komisch dass ich mich jetzt an ihn erinner.

Ich wollte immer einen Indianer oder Polynesier als Mann. Und was habe ich abbekommen einen teutonischen Computer Nerd. Nichts mit Abenteuern in der Wildnis und so. „Couchpotäten“ ist angesagt.

Ich weiss nicht wie das bei anderen Menschen ist. Aber so exotische Männer fand ich immer reizvoll. Ich habe  wohl als Kind zu viele Winnetouverfilmungen geguckt. Und da zu viele halb nackte Krieger gesehen. Karl May hat mich verdorben.

Irgendwie bin ich auch traurig dass es diesen Menschen nicht mehr gibt. Gerne hätte ich mehr erfahren, als dass er in Honolulu gelebt hat und eine Tochter hat.

Die exotische Schönheit ist sicher ein Teil des Reizes dieser Männer. Zum anderen ist das auch die Außenseiterposition der  amerikanischen und pazifischen Ureinwohner die mich berührt und dann natürlich die  Naturverbundenheit. Ich glaub damit ist auch alles gesagt.

Ich erlaube mir manchmal unfairness!

Mein letzter Beitrag war wieder einmal von Wut gekennzeichnet. Obwohl ich tatsächlich auch einige der nervigen Schwulen etwa auch aus Münster wirklich gerne habe. Ich tappe wieder einmal in die Falle der Szene dass ich Männer nur nach  ihrer Attraktivität  beurteile.

Ich glaube daraus spricht die uralte Verbitterung über die Szene. Ich werde sie nicht ändern und erst recht nicht durch bissige Kommentare. Das hat noch  nie etwas in dieser Richtung gebracht außer dass ich mich selber nicht wohl fühle.

Eigentlich ist es ja nicht so dass ich nicht zurechtkomme. Ich habe einen liebenswerten attraktiven Partner. Ich glaube nur dass die Einschränkungen durch dass ADHS schon so mein Sexualleben beinträchtigen, so dass mein sexueller Speisezettel nicht üppig ist.

Schön wäre es wenn ich einfach auch befriedigendere Sexualität hätte. Es gibt ja durchaus Männer die mir gefallen und die passen aber im Grunde sind so Sexdates nicht so mein Ding.  Ich hatte mal auch  einen sehr netten gutaussehenden Mann an der Angel aber ich kann schlecht Liebe und Sexualität trennen.

Dafür mache ich aber viel Telefonsex der regelmäßig unsere Telefonrechnung hoch treibt. Im Grunde müßte mir das peinlich sein, aber manchmal könnte ich Platzen vor Lust aber ich empfinde häufig sehr wenig. Und dass ein großteil der schwulen Männer bei mir nicht ins Beuteschema passen frustriert mich auch.

Vielleicht werden nachfolgende Generationen gelassener. Ich bin es im Moment überhaupt nicht.