Hier mal etwas aufbauendes! Diesen Song von Mama Cass finde ich sehr tröstlich

Für mich ist das die Außenseiterhymne schlechthin „Make your kind of music“

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Ich fühle mich einsam

Ich schreibe zur Zeit viele Blogbeiträge weil ich mich einsam fühle. Den Tag über spreche ich kaum mit Jemandem von dem ich mich verstanden fühle. Ich habe schon Freunde und einen Lebensgefährten, dennoch fühle ich mich häufig nicht verstanden.

Manche Themen sind mir auch zu peinlich. Das ich im Moment mich wie ein Teenager fühle und für Salvador Sobral schwärme ist so ein Thema. Wer findet diesen zotteligen Jazzbarden mit den rollenden Kopfbewegungen schon attraktiv.  Ich mag auch seine melancholischen Lieder sehr gerne. Eines der Lieder das er gecovert hat kenne ich sogar als Original aus einem Pedro Almodovar Film. Ay Amor heißt es ! Ich meine es kommt in „Gesetz der Begierde“ vor, sicher bin ich mir nicht. Sobral singt es so sanft und zart das ich jedes mal eine Gänsehaut davon bekomme.

Ein anderes Thema das ich mit niemandem so recht reden kann ist Nina Teicherts autobiografisches Buch über ADS „Neben der Spur, auf dem Weg“ oder so ähnlich.

Ich überlege es ernsthaft zu kaufen weil es auch Tipps zur Bewältigung des ADS gibt. Ihr Schicksal ist so traurig. Sie hatte so viele Unfälle und hat auch Brände ausgelöst. Dann war sie noch magersüchtig. Das will doch keiner so Recht hören. Mit solchen Themen darf man gefühlt Niemanden belasten.  Es könnte ja das Weltbild erschüttern.

Psychische Probleme sind tabu in unserer Welt. Ich kann auch nicht alles im Blog schreiben was ich möchte. Zum Beispiel auch um die Entstehung meiner Psychose, ohne dass mich Jemand für bekloppt hält.

 

Wer sind meine Freunde und wo treffe ich sie

In meinem Freundeskreis habe ich ehemalige Nachbarn, einen Bekannten aus der Schwulenszene und einen Künstler von Borsig11.

Die meisten von ihnen leben in einer ähnlichen Situation wie ich. Einige haben soziale Ängste, ADS oder sind aus anderen Gründen Außenseiter.

Viele kommen auch aus der Dortmunder Nordstadt in der ich auch Lebe.

Um Leute zu treffen gehe ich regelmäßig zum Gottesdienst der altkatholischen Gemeinde mit anschließendem Gemeindecafe, zum Handarbeitskreis im Cafe Aufbruch, und zu einzelnen Veranstaltungen von Borsig11 und im Concordia Art.

Ich gehe so gut wie nie in die Schwulenszene. Ab und an gehe ich zu einem schwulen Filmabend in die Schauburg aber das geschieht sehr selten.

Auch in Kneipen und Bars gehe ich selten. Im Jazz Club Domizil war ich zwei mal. Häufiger gehe ich dann schon eher zur klassischen Gitarrenreihe im Torhaus im Rombergpark. Mit Martin gehe ich ganz selten ins Kino meistens in Scince Fiktion Filme und englische Komödien.

 

 

Meine Träume – Meine Sehnsüchte!

Heute habe ich geträumt dass ich mir endlich Hühner zugelegt habe, die ich in  einem Grabelandgarten gehalten  habe. Bei der Rasse war ich mir nicht sicher. Ob es doch eher zwei Rhodeländer und zwei Sussex oder doch 3 niedliche Zwerg-Rheinländer sein sollen.

Im Grunde habe ich viele Tagträume. Ich träume auch davon in einer netten Kleinstadt zu  wohnen in der die Welt  noch so halbwegs in Ordnung ist und die sehr  grün ist.

Das mit den  Hühnern ist nur die Minimalausgabe des Traums von der Selbstversorgung. Als Kind lebte ich bis ich 4 war auf einem Nebenerwerbshof in Polen.

Die Kleinstadtphantasie ist kompli zierter. Ich glaube es ist abstrakt gesehen eine Sehnsucht nach Vertrautheit und Geborgenheit. Die Anonymität der Großstadt macht auch einsam. Und das Großstadtleben  hat mir nicht das erhoffte Glück gebracht dass ich gehofft habe. Der schnelle Sex in der Szene war nichts für mich, obwohl ich nicht prüde bin.

Vielleicht liegt es auch an mir selber dass ich so einsam bin. Ich bin sehr  unsicher  und verletzlich. Ich denke auch meine Langsamkeit macht mir Probleme. Ich bin dadurch nicht so schlagfertig wie andere Menschen. Und ich habe den Eindruck nichts zu erzählen zu haben. Alles nur Tagträume. In Wirklichkeit habe ich ein Doppelleben, mein  trostloses Leben in  einem sozialen Brennpunkt des Ruhrgebiets und das in  meiner Vorstellungswelt.

Im Grunde könnte mein Leben schon spannender sein. Doch blockiert mich auch meine Lethargie. Es ist aber schon besser geworden. Ich bin relativ angagiert in der Kirchengemeinde  und  ich lese mehr und handarbeite auch mehr. Aber im Grunde häkel ich immer nur halbe Stäbchen in Reihen etwas neues mache ich kaum. Und bei den Romanfiguren von Lucy Maud Montgomery geht es auch um Tagträumer.

Ich muss einfach neue Dinge ausprobieren.  Ich will lernen wie man Granny Squares häkelt und daraus Kissenhüllen und auch  Untersetzer häkeln. Aber die Anleitung die ich habe ist auch etwas unpräzise. Und ich gehe zur Aquafitness. Das tut  mir auch gut. Aber ich habe keinen engeren Freund außer Martin. Die anderen sind   lose Bekannte oder Leute die nur wenig Kontakt brauchen. Auch in der Gemeinde habe ich kaum engere Freunde nur lose Bekannte. Ich habe auch nichts zu erzählen beim Gemeindecafe. Natürlich könnte ich schon erzählen aber ich traue  mich  nicht.

Ich komme mir vor wie ein Langweiler. In meinem Leben passiert einfach nicht viel. Aber vielleicht ist es doch mehr als ich denke. Ich lese ja viel und ich mache durchaus ungewöhnliche Sachen wie etwa Tawashis häkeln.  Und ich habe mir von Amazon auch ein ganzes E-Book mit Anleitungen für diese japanischen Putztücher runtergeladen.  Die sind ja auch für andere intressant. Ich bringe schon neue Ideen mit. Und ich häkel ja auch ungewöhnliche Sachen wie eine Weste. Manchmal könnte man glauben dieser Blog gehört einer Frau. Aber ich bin auch sehr feminin. Wenn man mich sprechen hört wird das noch deutlicher. Aber ich habe auch positive Vorbilder wie den „crochet bloke“ Theo Sundh.

 

 

Schwarm meiner Kindheit Matangi, Dayton Kane ist in diesem Jahr mit 61 Jahren verstorben!

Frühreife bei ADHS kann ein Thema sein. Bei mir war das so. Ich lebte in Tagträumen die maßgeblich vom Fernsehen beeinflußt waren. Dazu gehörten auch Liebesfilme die eher für ein erwachseneres Publikum gemacht waren. Ich schaute damals auch gerne Sendungen für ältere Kinder und Jugendliche. Einer meiner Helden war Dayton Kane. Alias Matangi, aus dem U. S. Liebesdrama „Hurricane“.

Er ist jetzt mit 61 Jahren verstorben. Was mich irgendwie traurig macht.

Er hat nur in zwei Spielfilmen mitgespielt. Es ist doch komisch dass ich mich jetzt an ihn erinner.

Ich wollte immer einen Indianer oder Polynesier als Mann. Und was habe ich abbekommen einen teutonischen Computer Nerd. Nichts mit Abenteuern in der Wildnis und so. „Couchpotäten“ ist angesagt.

Ich weiss nicht wie das bei anderen Menschen ist. Aber so exotische Männer fand ich immer reizvoll. Ich habe  wohl als Kind zu viele Winnetouverfilmungen geguckt. Und da zu viele halb nackte Krieger gesehen. Karl May hat mich verdorben.

Irgendwie bin ich auch traurig dass es diesen Menschen nicht mehr gibt. Gerne hätte ich mehr erfahren, als dass er in Honolulu gelebt hat und eine Tochter hat.

Die exotische Schönheit ist sicher ein Teil des Reizes dieser Männer. Zum anderen ist das auch die Außenseiterposition der  amerikanischen und pazifischen Ureinwohner die mich berührt und dann natürlich die  Naturverbundenheit. Ich glaub damit ist auch alles gesagt.

Ich erlaube mir manchmal unfairness!

Mein letzter Beitrag war wieder einmal von Wut gekennzeichnet. Obwohl ich tatsächlich auch einige der nervigen Schwulen etwa auch aus Münster wirklich gerne habe. Ich tappe wieder einmal in die Falle der Szene dass ich Männer nur nach  ihrer Attraktivität  beurteile.

Ich glaube daraus spricht die uralte Verbitterung über die Szene. Ich werde sie nicht ändern und erst recht nicht durch bissige Kommentare. Das hat noch  nie etwas in dieser Richtung gebracht außer dass ich mich selber nicht wohl fühle.

Eigentlich ist es ja nicht so dass ich nicht zurechtkomme. Ich habe einen liebenswerten attraktiven Partner. Ich glaube nur dass die Einschränkungen durch dass ADHS schon so mein Sexualleben beinträchtigen, so dass mein sexueller Speisezettel nicht üppig ist.

Schön wäre es wenn ich einfach auch befriedigendere Sexualität hätte. Es gibt ja durchaus Männer die mir gefallen und die passen aber im Grunde sind so Sexdates nicht so mein Ding.  Ich hatte mal auch  einen sehr netten gutaussehenden Mann an der Angel aber ich kann schlecht Liebe und Sexualität trennen.

Dafür mache ich aber viel Telefonsex der regelmäßig unsere Telefonrechnung hoch treibt. Im Grunde müßte mir das peinlich sein, aber manchmal könnte ich Platzen vor Lust aber ich empfinde häufig sehr wenig. Und dass ein großteil der schwulen Männer bei mir nicht ins Beuteschema passen frustriert mich auch.

Vielleicht werden nachfolgende Generationen gelassener. Ich bin es im Moment überhaupt nicht.

 

 

Sexsucht oder Liebeshunger?

Wenn ich sehr ehrlich bin habe ich ein sehr enormes Bedürfnis nach körperliche Nähe. Neulich habe ich etwas gemacht was ich ewig nicht mehr gemacht habe. Ich habe ein Kissen in den Arm genommen und es gewiegt wie ein Kind.

Manchmal denke ich dass wenn ich früher als Kind, Jugendlicher und auch noch als junger Erwachsener davon geträumt hatte einen verletzen Indianerkrieger im Arm zu halten, dass ich mich selber vielleicht im Arm gehalten habe.

Ich habe zwar ein enormes sexuelles Bedürfnis, doch fehlt mir häufig vor allem bei anonymen Kontakten die Zärtlichkeit.  Ich denke dass es eine Art Bewältigungsstrategie ist, dass ich immer Männer geliebt habe die Außenseiter waren. Im Grunde habe ich nicht nur ihn getröstet sondern mich damit.

Gerade Zärtlichkeit hat in schwulen Beziehungen und in der Subkultur keinen sehr hohen Stellenwert. Manchmal wundert es mich nicht mehr dass es so viele SM-Liebhaber in der Szene gibt. Wie sollen denn auch Männer  miteinander Sex haben? Muss dass nicht automatisch sehr rauh sein?

Es ist schon merkwürdig und wenn man zärtlich sein darf muss man denjenigen fast schon heiraten. Zärtlichkeit gehört für schwule Männer hauptsächlich in feste Beziehungen. Bisexuelle Männer die heterosexuell sozialisiert sind endtäuschen häufig den Schwulen der den rauhen halbheterosexuellen Kerl erwartet. Ich denke schon dass die meisten Bisexuellen besser küssen können als die Schwulen weil sie mehr Übung haben und Frauen auf diesem Gebiet anspruchsvoller sind.

Schwule sind tatsächlich häufig emotional verklemmt. Ich denke dass liegt daran dass sie sich sonst zu sehr verletzbar fühlen wenn sie ihren Gefühlen zu freien Lauf lassen. Ich bevorzuge glaube ich generell eher bisexuelle Partner oder schwule Männer die gelassener und erfahrener sind. Ich glaube dieses sich aufgehoben und respektiert fühlen dass findet man eher bei einem gestanden Mann als bei einem noch so athletischen  Jüngling. Ich denke dass es vielen Schwulen besser gehen würde wenn Sie ihre Emotionen nicht ständig von der Sexualität abspalten würden. Das gilt nicht nur für konservative oder auch rechtsgesinnte Schwule, auch manche Linke halten Romantik für „heteronormativ“.

Wie soll der Mensch da noch ein Mensch bleiben wenn er sich seiner Menschlichkeit berauben läßt? Ich denke es ist nicht nur für mich ein  Manko, mich nicht angenommen zu fühlen, sondern für die meisten Schwulen Männer auch. Ihre Angst des sich verlieren im Anderen, also abhängig sein in der Beziehung, läßt sie erst später reifen und glückliche Menschen sein. Ich denke dass muss nicht sein.

Das klingt so als wäre ich als Kind grob vernachlässigt oder geschlagen worden. Das war bei mir nicht der Fall. Ich Glaube Sex und auch Liebe dienen mir dazu mit dem alltäglichen Wahnsinn klar zu kommen. Wenn ich Martin oder einen anderen Außenseiter im Arm habe mache ich die Welt ein wenig besser. Genauso wie die Phantasie mit dem Indianerkrieger im Arm mich über die Tatsache hinweg tröstet das es Rassismus und Genozide gegenüber den Ureinwohnern Nordamerikas gab und noch gibt.

Es hat auch etwas mit Empathie aber auch mit Identifikation zu tun. Denn wie kann man etwa die Parolen einer AfD ertragen. I make love not war, you now!!! 🙂

 

 

 

Irgendwie desillusioniert!

Mittlerweile weiss ich  nicht mehr was mich ausmacht oder was mir wichtig ist. Früher habe ich mich  zum Teil auch über meine Homosexualität definiert. Mir ist bewußt dass ich nie ein richtiger Teil der schwulen Subkultur war. Dafür bin ich einfach zu untypisch. Ich teile viele kulturelle Werte aber auch sexuelle Vorlieben nicht mit anderen schwulen Männern. Ich bin weder promisk noch stehe ich auf den Jugend- und Schönheits- und Muskelwahn der Subkultur deren Ästhethik ja auch von vielen einfacheren Heteros gemocht wird.

Ich denke dass meine Hochsensibilität für mich typisch ist. Und natürlich dass ich es überschaubar und ja etwas ländlich mag. Im Grunde bin ich nicht sehr glücklich als Bewohner des Ruhrgebiets und Dortmunds. Aber mein geliebter Mann will nicht weg. Ich denke dass ich mich damit abfinden muss dass ich um aufs Land zu kommen eine halbe bis 3/4 Stunde einplanen muss mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich hoffe dass endlich der Grünzug auf dem Westfalenhüttengelände bei uns in Dortmund in der Nähe des Borsigplatzes bald eingerichtet wird, dann hätte ich mehr Wald vor der Haustür.

Ich bin altkatholisch und die Gemeinden sind sehr dünn gesät weil es eine sehr klein Konfession ist. Es gibt glaube ich nur in ganz  Deutschland etwa 60 Gemeinden mit dem Schwerpunkt in  Baden Württemberg und ja auch bei uns im Ruhrgebiet. Manchmal denke ich das es den perfekten Wohnort für mich nur in der Phantasie gibt. Obwohl Dortmund und die Nordstadt manchmal schon eine Herausforderung sein können dass man sich hier heimisch fühlt. Auf der einen Seite ist die Stadt sehr Groß aber in mancherlei Hinsicht ist sie auch etwas provinziell. Der Umgang etwa mit der Straßenprostitution in der Stadt oder auch mit der Roma Minderheit ist manchmal wirklich etwas kleingeistig. Auch die schwule Szene ist provinziell. Es gibt kaum echte Intellektuelle unter den Funktionären. Das fällt immer wieder auf wie lange Zeit wenig anspruchsvoll das CSD-Programm war. Und es war ein Akt die Macher davon abzubringen schwule Klischees auf der CSD-Bühne ständig auszuwalzen. Für mich  ist Musik mehr als Schlager und House/Elektro. Gute Dortmunder Künstler auch aus den Bereichen der Travestie werden nicht gebucht. Auch den schwulen Chansonier Willow muste ich erst vorschlagen. Manchmal verstehe ich es nicht wie Menschen so leben können. Auch das Dortmunder „Homochrom-Filmfestival“ ist nicht sehr gut besucht. Obwohl ich da auch nicht hingegangen bin weil mich schwule Themen fast gar  nicht mehr interessieren.

Ich mag am Dortmunder  Norden die Münsterstraße als Einkaufsstraße obwohl sie nicht mehr viele gute Einkaufsmöglichkeiten bietet. Ein Vollsortimentssupermarkt würde sicher den Teil zwischen Bahnhof und Malinkrodtstraße beleben. Und die kulturellen Einrichtungen des Stadtteils nutze ich kaum noch.

Handarbeiten macht mir auch  nicht mehr  so viel Spass wie früher weil ich nur Mützen und Schals gut kann. Für einen Pullover oder eine Jacke reicht bei mir nicht die Aufmerksamkeit. Ich will versuchen einen gerade geschnittenen Pullunder zu konfektionieren. Doch manchmal fehlt mir dafür der Mut. Auch Socken könnte ich häkeln oder auch  Wohndekorationen.

Was würde ich mir für mich und meine Umgebung wünschen. Das die Arbeitslosigkeit in Dortmund dauerhaft abnimmt und neue Arbeitsplätze nicht nur im Billiglohnsektor und in der  Zeitarbeit entstehen. Das es mehr kleine Inhaber geführte Läden in der Stadt gibt und es mehr öffentliches Grün insbesondere um den Borsigplatz herum gibt. Das die neue altkatholische Kirche in Kley auch durch Kunstwerke im Innenraum geschmückt wird.

Das ich Wege finde mit meiner unperfekten Lebenssituation umzugehen. In dem ich mir die Mühe mache am Wochende mit dem Rad nach Deusen oder auch mit der Bahn zum spazieren gehen nach Brechten zu fahren oder auch nur in den Süggelwald. Das ich akzeptiere dass ich anders und eigenwillig bin und halt Freunde finde die ähnlich sind. Irgendwie muss ich mich ja trösten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung und hypoaktives ADHS

In sozialen Situationen bin ich sehr gehemmt. Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen bin ich durch das hypoaktive ADHS nicht so konfliktfähig weil ich nur sehr langsam antworten kann, wenn ich eine Auseinandersetzung haben sollte. Daher vermeide ich soziale Situationen und damit auch mögliche Konflikte. Zum anderen ist das durch meine Minderwertigkeitsgefühle begründet die zwar auch in der mangelhaften Leistungsfähigkeit und die vielen Flüchtigkeitsfehler durch das ADHS bedingt sind.

Zum anderen hat dass auch mit mehreren Außenseitermerkmalen zu  tun. Ich habe zum Beispiel eine hohe Sprechstimme und war lange auch sehr übergewichtig und bin es heute noch.

Auch der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn und die Impulsivität machen mich zum Außenseiter. Ich neige zum Dazwischenreden und bin gegenüber eher konservativen Menschen nicht sehr tolerant, dass führt auch dazu dass ich spontan Wutanfälle bekomme.

Exszentrische Intressen wie Handarbeiten und auch Themen wie Selbstversorgung machen mich schon zum Außenseiter. Auch kann ich bei vielen normalen Alltagsthemen nicht so gut mitreden wie andere. Zum Beispiel wenn es um  Schauspieler, Bands oder auch Fußball geht.

Das hat sich schon etwas verändert weil ich angefangen habe auch CD´s mit Musik die mich  intressiert zu sammeln oder ich mir interessante Schauspieler die ich irgendwo gesehen habe zu merken. Doch habe ich da mehr Defizite als andere. Ich gucke auch eher Dokumentationen im Fernsehen als Serien und Spielfilme. Und meistens sind das auch eher so „Betroffenheitsfilme“. Ich meine mit diesem Begriff Sozialdramen.

Da ich sehr chaotisch bin und wegen dem fehlenden Antrieb auch nicht regelmäßig putze und aufräume haben wir wenig Besuch.

Viele Leute halten mich auch für spröde und langweillig weil ich auf flapsige Sprüche nur schwer antworten kann. Gerade als Jugendlicher hatte ich da meine Probleme.

Vielleicht habe ich deshalb auch immer ältere Freunde gehabt. Vor Jugendlichen fürchte ich mich auch. Ich meide zum Beispiel auch Imbißketten weil ich Angst davor habe dass mich Jugendliche wegen der als stereotyp geltenden Sprechweise verhöhnen könnten.

Mit dem Alter hat sich das aber etwas gebessert doch bleibt eine Persönlichkeitsstörung ein lebenslanges Problem. Auch Psychotherapien die ich gemacht habe, haben mir  nicht viel geholfen. Was  hilft sind gute Kontakte, aber diese regelmäßig zu pflegen fällt mir schwer.