Jetzt benutze ich den Blog zum prokrastinieren – Aufschieberitis läßt grüßen!

Eigentlich habe ich nichts besonderes zu erzählen. Mir ist etwas langweillig und ich denke ein Blogbeitrag ist fällig.

Ich weiß nicht genau warum ich mich so sehr vor der Hausarbeit drücke. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wo ich zu Hause anfangen soll. Ich glaube was gut sein würde, wenn ich ganz feste Zeiten fürs Putzen hätte. Das ich jeden Tag ein bis zwei Stunden wenigstens etwas im Haushalt gemacht hätte. Und natürlich müssen wir viel Gerümpel wegwerfen.

Ich schiebe so viel auf. Zum Beispiel einige Handarbeitsprojekte zu Ende zu bringen. Außerdem  wollte ich unbedingt noch Holunderblütenmarmelade kochen, wenn es so weiter geht ist die Saison vorbei und ich habe wieder nichts gemacht. Manchmal mache ich abends nichts anderes als Radio zu hören. Ich denke ich nerve Euch liebe Follower mit meinem gejammer über den mangelnden Antrieb. Irgend etwas muss passieren. Ich werde am Dienstag den Psychiater danach fragen was man machen kann. Die Medikation zu wechseln kann ich mir nicht so wirklich leisten. Außerdem habe ich Angst vor den Nebenwirkungen. Ich nehme ja 100 mg Strattera ein. Vielleicht kann man das mit Elontril kombinieren. Das ist ein Antidepressivum das ganz ähnlich wirkt wie Amphetamine.

Keine Ahnung ob das dauerhaft hilft. Ich habe Elontril genommen und die Stimmungsschwankungen waren schlimm. Aber der Antrieb war etwas besser.

Ich bin ratlos.

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Ich bin sehr verletzlich und schnell eingeschnappt

Ich weiß nicht ob das etwas mit ADS zu tun hat aber ich bin sehr schnell eingeschnappt wenn ich kritisiert werde. Vielleicht hat das am Rand mit ADS zu tun weil ADSler sich generell nicht so gut selbst behaupten können und häufig der Selbstwert einen Knacks hat.

Früher habe ich wegen jeder kleinen Kritik geweint, jetzt tue ich das nicht mehr. Aber Kritik verletzt mich mehr als andere Menschen.

Ansonsten bin ich nach der Reha-Maßnahme wieder im alten Trott zurück. Spät ins Bett gehen, spät aufstehen und zu nichts wirklich Lust. Nicht einmal etwas zum Essen zu machen. Ich gehe gleich zum Bäcker und esse wie immer meine geliebten Schweizer Wecken und vielleicht besuche ich noch einen Bekannten im Buchladen. Einkaufen muss ich auch noch. Und dann ist schon der Nachmittag um.

 

Ich habe nur wenig Antrieb

Es ist schon sehr nervig, dass ich zu kaum etwas Lust habe. Ich mache kaum was im Haushalt. Gerade unsere Küche ist ein Problemfeld. Ich habe mir vorgenommen den Kühlschrank zu reinigen und endlich auch das Altpapier wegzubringen und die Oberflächen abzuwischen. Ich versuche morgen damit anzufangen. Das einzige was ich aktiv an diesem Wochenende gemacht habe war einkaufen und uns irgendwelche Convience Produkte aufwärmen und dann habe ich mich noch etwas um meinen Topfgarten gekümmert. Ich habe die Pflanzen gedüngt und Sprossenbrokoli und Zwiebeln und Petersilie ausgesät. Ich koche immer noch zu selten richtig. Vielleicht muss ich meine Einstellung etwas verändern und die Ist-Zustand nicht so sehr ins negative ziehen. Ich grübel auch wieder. Das ist nicht so gut. Ich habe mich mit einer Wodka-Brennerei auf meiner Trauminsel Prince Edward Island beschäftigt. Ursprünglich wollte das Frauenpaar dort Whiskey brennen dann ist es Kartoffel-Wodka  und Blaubeerwodka, für den sie sogar Auszeichnungen bekamen, geworden. Ich habe ihnen dazu geraten. Aber ich finde keinen richtigen Kontakt zu ihnen. Prince Edward Wodka kann man auch bei uns in Deutschland kaufen. Ich finde es schade das ich so recht keinen Kontakt finde und es lustig finde das es ein lesbisches Paar ist denen die Brennerei gehört. Ich wollte auf PEI die Wirtschaft fördern weil die Insel auch etwas strukturschwach ist. Mittlerweile beschäftigen die Frauen 15 Leute in ihrer Brennerei, das ist eine gute Sache. Auch die riesige Biogasanlage am Lüner Hafen samt dezentraler Blockheizkraftwerke habe ich den Stadtwerken vorgeschlagen. Hier kann die Stadt viel Geld für Energiekosten sparen und das ist gut. Aber ich habe ja keine Ahnung von so etwas. Die ist zu überdimensioniert. Ich bin davon ausgegangen das sie komplett mit Gülle aus dem Münsterland beschickt werden könnte. Das war eine Fehler das es überwiegend Mais ist der nicht so umweltfreundlich ist.

Ich brauche Jemanden der mich in den Hintern tritt

Es ist schon sehr interessant wie sehr gut ich funktioniere wenn äußerer Druck vorhanden ist. In der Reha arbeite ich kontinuierlich mit und habe sogar ein Befridigend was die Ordnung angeht bekommen. Bin ich zu Hause, so geht der übliche Schlendrian weiter. Auch mein Psychiater bei der ADHS-Ambulanz hat gesagt dass ich eigentlich Jemanden bräuchte der mich ständig in den Hintern tritt. Mein Göttergatte ist aber selber nachlässig und hat wegen einer Depression, selber Antriebsprobleme.

Das ist aber auch fürchterlich. Eigentlich brauche ich wirklich Jemanden der mich ständig antreibt. Auch bei anderen Tätigkeiten, etwa bei 1-Euro-Jobs oder wenn ich anderen geholfen habe, war der Antrieb und die Motivation besser. Ich brauche also Druck von Außen.

Ich vermisse meine Kindheit

Als ich Kind war, war alles neu und interessant. Ich war zwar nicht sehr glücklich und ich hatte kaum Freunde, was jetzt anders ist, aber ich hatte meine Fantasien und ich schaute gerne fern. Im Moment halte ich mich für Leidenschaftslos. Lesen macht mir auch nicht mehr so viel Spass. Im Grunde weiß ich nicht was mich intressiert. Eine ganze Welt ist weggebrochen seit dem ist das ADS-Medikament Strattera einnehme. Ich tagträume kaum noch und ich merke das mir das etwas fehlt. Irgend wie bin ich noch total das Kind das gerne Indianerwestern geschaut hat und Fan von dem „zauberhaften Mädchen Anne auf Green Gables“ war. Nur das mir das nichts mehr bringt. Ich habe kaum noch Spass an fiktiven Geschichten und mein eigenes Leben ist etwas fad. Keine Geschichte kein Film beschäftigt mich dauerhaft. Eine Ausnahme war „Holding the Man“. Die schwule Liebesgeschichte aus der Aids-Krise der 80er Jahre. Wie sehr habe ich mich mit Timothy Cunninggrave in John Caleo verliebt. Ich habe aber darin meine Liebe zu Martin wiedererkannt. Also so ganz trostlos ist mein Leben doch nicht. Ich habe zwar manchmal die Idee wieder nach Lünen zu ziehen, in die Stadt in der ich aufgewachsen bin doch ist das mittlerweile eine andere Stadt als der Ort meiner Kindheit. Es gibt keinen Weg zurück mehr. Was ich beschlossen habe ist mein Leben mehr zu genießen. Aufwendinger zu kochen und weniger Convience Produkte zuzubereiten. Und doch noch mehr zu lesen. Bei dem lesen weiss ich aber nie genau was mich interessiert. Auch da bin ich noch kindlich geblieben und lese ab und an einen Jugendroman. „Ruf mich bei meinem Namen“ was ich jetzt lese ist aber Erwachsenenliteratur und das ganz eindeutig. Aber langsam habe ich die Liebesromane auch satt. Vielleicht sollte ich ein religöses Sachbuch lesen. Etwas über das Markusevangelium das mich doch ganz fasziniert. Die Botschaft ist so menschenfreundlich, da werden von Dämonen besessene geheilt, die Menschen der Urgemeinde sollen wie Brüder und Schwestern sein und die Frauen um Jesus haben eine besondere Bedeutung. Der auferstandene soll in den Gemeinden gesucht werden u.s.w.

Ich glaube ich muss generell aktiver sein nicht ganz so passiv wie bisher. Das ist glaube ich die wichtige Aufgabe.

Rosenwurz für den schlappen Angetrauten

Mal wieder ein Thema das nur am Rande etwas mit ADS zu tun hat. Mein Lebensgefährte hat schwere Antriebsprobleme. Er kann sich nur schwer zu etwas aufraffen. Im Urlaub ist es besonders schlimm, er kommt einfach nicht in die Gänge.

Er hat schon einige chemische Antidepressiva ausprobiert und nun bin ich auf Rosenwurzextrakt gestoßen. Ich habe es gerade im Internet bestellt. Es soll bei Erschöpfung und Überarbeitung aber auch bei Depressionen und Angststörungen helfen.

Sicher bin ich nicht ob es ihm hilft aber es macht ihn sicher etwas fitter im Kopf. Er leidet da schon länger drunter. Außerdem soll dieses Naturheilmittel, das es als Kapseln gibt, auch das Konzentrationsvermögen verbessern. Mein Lebensgefährte hat kein ADS, er hat eine schyzoide Persönlichkeitsstörung und daher auch starke soziale Ängste.

Ich bin froh dass er mit mir meine Eltern zu Weihnachten besucht. Ansonsten ist er sehr in sich gekehrt und gerne für sich alleine. Es ist schon komisch, aber ich neige zu schyzoiden Männern. Er ist Nummer 3 in meinem schwulen Bekanntenkreis und einen attraktiven Hetero mit dieser Störung kenne ich ebenfalls. Sein Antrieb ist das größte Problem. Ich habe das auch, bei mir hilft eher Coaching als Medikamente. Mein Hirn wird ja durch Strattera mit genügend Neurotransmittern, vor allem mit Noradrenalin geflutet. Ich versuche immer wieder die 5 Sekunden Übung um das Grübeln über meine Situation zu überwinden und natürlich den inneren Schweinehund. Ein wenig hat das schon geholfen. Dabei zähle ich rückwärts von 5 auf 1. Und danach versuche ich etwas sinnvolles anzufangen. Stimulierende Medikamente haben mir nicht wirklich geholfen. Weder ein MAO-Hemmer wie es etwa Moclobemid ist als noch Medikinet oder Strattera.

Ich würde auch nicht Rosenwurz in der Kombination mit ADHS-Medikamenten einnehmen. Es wirkt ähnlich einem MAO-Hemmer. Daher sind Wechselwirkungen mit dem Medikamenten zu befürchten.

 

Ich muss meine Tagesstruktur etwas verändern

Ich trödel sehr gerne. Ich stehe meistens erst mittags auf weil Martin und ich sehr spät zu Bett gehen. Heute habe ich dafür gesorgt dass ich alles etwas zügiger gemacht habe. Die Einkäufe habe ich relativ schnell erledigt und auch meine Erledigung in der Stadtbibliothek ging zügig voran. Dort neige ich immer zum trödeln. Mir blieb dann noch Zeit Dominic in der Buchhandlung zu besuchen. Dann habe ich mir vorgenommen noch eine Stunde die Küch zu putzen. Was ich gerade getan habe. Fertig geworden bin ich nicht. Ich mache Morgen weiter. Morgen gehe ich nicht einkaufen. Auch mein Bett habe ich abgezogen und die Bettwäsche gewaschen, ich muss sie nur noch aufhängen.

Ich will jetzt jeden Tag  1,5 Stunden im Haushalt tätig sein zuzüglich kochen und Geschirr einräumen. Für 1,5 Stunden Hausarbeit kommt eine der schönen Bohnen die ich auf dem Balkon geerntet habe in ein Glas. Sind 6 Bohnen im Glas bzw 9 Stunden voll habe ich mir eine Belohnung verdient. In diesem Fall kaufe ich mir einen kleinen Kunstbildband von der Tate Modern Galerie den ich bei Litfass bestellt habe. Ich hoffe das klappt alles. Anderthalb Stunden kriege ich locker voll. Ich muss nur bei den Erledigungen etwas zügiger sein dann habe ich vor dem Abendessen um Sieben noch genug Zeit. Ich hoffe das bringt jetzt was.

Ich denke Psychotherapie hilft nur bei Selbstwertproblemen und die Aufschieberitisambulanz an der Uni Münster ist eher etwas für Berufstätige und Studenten. Vielleicht wird das später mal von Nutzen sein. Mir geht es jetzt besser. Ich hoffe ich halte das durch. Und Morgen wird zusätzlich noch eine Stunde entrümpelt.

Antrieb und ADS

ADSlern wie mir, fällt es schwer Aufgaben anzufangen. Gerade wenn es sich um langweilige Aufgaben wie etwa Hausarbeit geht ist mein Antrieb immer ganz schlecht. Außerdem werden ADSler auch schnell müde. Auch wenn es darum geht Dinge zu Ende zu bringen fehlt es mir häufig an Ausdauer.

Was sich bewährt hat ist etwa bei der Hausarbeit Musik zu hören. Außerdem klappt die Hausarbeit besser wenn ich alleine bin, weil ich sonst zu abgelenkt bin. Was sich z. B. beim Weihnachtsputz bewährt hat sind Belohnungen. Für eine bestimmte Zeit an Hausarbeit habe ich mir dann ein Knäuel Wolle für eine geplante Handarbeit gekauft. Leider mache ich nicht so viele große Handarbeitsprojekte. Ich sollte häufiger größere Handarbeitsprojekte wie etwa einen Poncho oder eine Decke machen. Gäste einladen hilft auch, wenn ich dann auch nur auf den letzten Drücker anfange aufzuräumen und zu putzen.

Regelmäßiger Sport trainiert auch das überwinden des Inneren Schweinehundes. Ich gehe einmal die Woche 40 Minuten Rückenschwimmen. Den größten Erfolg hatte ich mit Belohnungen und Musik hören. Ohne Musik kann ich nur schwer putzen.

Für Bewerbungen und ähnliches sollte man vielleicht einen festen Tag aussuchen wo man z. B. im Arbeitslosenzentrum mit anderen zusammen Bewerbungen schreibt. Regelmäßige Termine sind da generell am Besten. Im Moment bewerbe ich mich nicht. Ich mache im September einen Kurs als Seniorenbetreuer bzw. Alltagsbegleiter bei den  Maltesern. Und danach werde ich regelmäßig im Arbeitslosenzentrum meine Bewerbungen schreiben.

Antrieb und Stimmung sind nicht wirklich gut

Ich glaube dass ich einen schlechten Antrieb habe, dass habe ich schon mal erwähnt. Habe ich schon erwähnt dass ich zu verblöden drohe. Da der Hyperfokus ausbleibt lese ich nicht mehr so viel. Die Zeiten von mir als wandelnden Lexikon sind wirklich vorbei.

Heute war ich einkaufen und habe Essen von gestern aufgewärmt und Papiermüll herausgebracht. Das wars schon an „Heldentaten“ für diesen Tag. Martin und ich wollen aber noch weiter entrümpeln. Wenn dann geht es nur in ganz kleinen Schritten vorwärts.

Wie soll ich nur meine Ziele erreichen wenn ich so lethargisch bin. Und wie soll ich je einen Garten bestellen wenn ich so faul bin. Ich träume etwas von niedlichen Sussexhühnern in Rot mit schwarzem Kragen. Meine Freundin Susanne hat relativ wenig Zeit und hat auch einen Garten und Hühner. Ein Foto von ihren hübschen Zwergbrahma Hennen habe ich mal gepostet. Googelt doch mal Susannes Zwergbrahmas, dann sieht ihr die niedlichen Mädels meiner Freundin. Vielleicht sollte ich doch mal Susanne besuchen. Oder auch mal nach Brambauer zu meinem Bruder fahren und mich an den Hühnern dort erfreuen.  Alles ist sehr weit weg. Wenigstens im Fredenbaum den Streichelzoo könnte ich besuchen und die Hühner dort begucken. Ich vermisse schon tierische Gesellschaft. Eine Katze können wir uns im   Moment auch nicht leisten. Wir hatten eine alte und kranke Katze gehabt die hat Unmengen Geld für den Tierarzt verschlungen. Erst wenn ich arbeite können wir uns wieder ein Haustier leisten. Mein Lebensgefährte ist auch nicht ganz psychisch gesund und arbeitet nur halbtags. Wir kommen über die Runden aber in Urlaub fahren wir nie und halten wie gesagt auch kein   Haustier.

Durch den 1 Euro Job habe ich etwas gespart. Da ich keine neue Umschulung in diesem Jahr bewilligt bekomme, will ich einen Kurs zum Seniorenbetreuer bei den Maltesern machen. Ich hoffe dass ich dann auch bald eine Stelle finde. Das wäre wirklich gut.

Erwachsen sein ist eine schwere Aufgabe

Wieder bin ich in Grübel-Stimmung. Das geht heute schon den ganzen Tag ohne dass ich viel positives erreicht habe. Mir wird klar welche Bewältigungsstrategien aus der Vergangenheit nicht geholfen haben. Das waren Phantasien vom wegziehen und auswandern oder von einer neuen Partnerschaft. Mir wird klar dass meine Phantasien um einen neuen Partner die Ursache haben dass ich umsorgt und gecoacht sein will. Martin ist da nicht sehr gut drin. Er braucht selber Jemanden der ihn in den Hintern tritt und antreibt.

Das ist an der Stelle schon einmal schlecht. Das Problem ist das ich mich selber antreiben muss um ein selbstständiges Leben zu führen. Es geht um scheinbar einfache Dinge wie die Wohnung sauber und ordentlich halten und einen Weg finden wie ich selber meinen Lebensunterhalt selber verdienen kann. Beides für mich nicht einfach zu erreichende Ziele.

Ich denke das ich die Arbeit als Seniorenbetreuer bewältigen kann. Aber die Hausarbeit kostet mich sehr viel Überwindung. Das belohnen hilft und auch Musik dabei hören, aber dennoch ist das ein regelmäßiger Kampf mit mir selber oder mit dem inneren Schweinehund. Ich hoffe das Thema langweillt  meine Leser nicht  so sehr. Ich versuche immer wieder neue Aspekte dieser Misere zu beschreiben. Ich hoffe dass   es für andere Betroffene hilfreich ist was ich beschreibe