Meine Gedanken sind so chaotisch wie unsere Wohnung

Manchmal weiß ich nicht so recht an was ich denken soll. Alles scheint gleich wichtig zu sein. Irgendwie fällt es mir schwer Ordnung in meine Gedanken zu bringen. Vielleicht sollte ich das „Bullet Diary“ intensiver nutzen um meine Gedanken besser zu ordnen.

Ich finde unsere Umgebung auch „unordentlich“ Wenn ich meine alltäglichen Besorgungen machen will muss ich immer zu verschiedenen Orten fahren. Vielleicht sollte ich es mir angewöhnen mit dem Fahrrad zu einem Einkaufszentrum in der Nähe zu fahren das mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht zu erreichen ist. Es wäre schön wenn an der Haupteinkaufsstraße unseres Stadtteils mehrere Supermärkte sein würden. Früher war das schon der Fall. Zwei Supermärkte an der Straße haben geschlossen und die anderen Einkaufsmöglichkeiten sind weiter weg. Ich würde mir eine Drogerie und einen Discountsupermarkt in der Nähe wünschen.

 

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Ich denke immer auch an andere

Heute war ich in der ADHS-Ambulanz im Landeskrankenhaus. Leider wurde meine Erwartung enttäuscht. Elontril und Strattera läßt sich so nicht ohne weiteres kombinieren. Der Rat des Arztes zu meine Antriebslosigkeit war nach psychischen Gründen in der ambulanten Psychotherapie zu suchen.

Irgendwie fällt mir immer wieder auf das der behandelnde Psychiater immer etwas leidend aussieht. Ich denke auch daran das er vielleicht auch Probleme hat. Ich denke generell immer an andere. Eine Kollegin vom Handarbeitskreis habe ich auch in der Klinik besucht. Sie machte aber keinen schlechten Eindruck obwohl sie wohl stark depressiv ist. Das fand ich beruhigend. Sie hat noch Appetit und Freude am Handarbeiten.

Mein Arzt macht mir ein wenig Sorgen. Nicht das ich mich schlecht behandelt fühle, weil er nicht auf jeden Impuls des Patienten eingeht. Das zeichnet ihn eher aus. Ich kenne viele ADSler die immer nur nach einer medikamentösen Lösung suchen obwohl auch eine Verhaltenstherapie oder Verhaltensänderung notwendig ist. Der Therapeut der die Gruppe macht, in die ich ab Mitte Juni hingehe macht einen kompetenten Eindruck. Vielleicht fällt auch den Mitpatienten etwas dazu ein. Dennoch ist das kein so gutes Gefühl wenn man daran denkt das ein Facharzt nicht so glücklich ist. Ich denke schon dass der Beruf sehr anspruchsvoll und anstrengend ist. Er ist auch gleichzeitig Chefarzt einer Abteilung, daher kann es sehr gut sein dass der Beruf an ihm zehrt. Ich denke das es viele Menschen die in den Gesundheitsberufen arbeiten nicht so gut geht. Und das dies doch eigentlich ein frustrierende Tatsache ist.

Radikales entrümpeln

Ich habe ja schon mal etwas über ein  ADHS-Aufräumbuch geschrieben. Dort wird radikales entrümpeln gepredigt. Wie wahr das doch ist. Heute habe ich Töpfe gespült die wir die Woche über gebraucht haben. Warum zum Teufel haben wir 5 große Kochtöpfe wo zwei doch sicher reichen würden. Sie verstopfen unsere Küche und unsere Schränke das muss wirklich nicht sein. Bei den Tellern macht das nichts das wir viele haben, die Spülmaschine muss gefüllt werden Gäste bewirtet. Aber warum haben wir zum Teufel wirklich 4 oder 5 große Kochtöpfe. Auch das Gewürzfach könnte ich entrümpeln. Da sind sicher noch Altlasten von Martins Mutter drin die schon 10 Jahr oder so tot ist. Bei meinen Büchern könnte ich sicher entrümpeln und bei der Kleidung sicher auch. Ich ärger mich so sehr über das Gerümpel. Ich denke mein Bruder muss wieder etwas auf die Müllkippe tun. Er hat ein Auto das ist ganz praktisch. Ich ersticke hier an Sachen und die Tuppertöpfe von Martins Mutter nerven auch.

Ich habe ein „Bullet Journal“ begonnen

In einem ADS-Forum habe ich etwas über das „Bullet Journal“ gelesen. Das ist ein Notizbuch mit gepunktetem Raster das individuell an die Bedürfnisse angepasst wird.

Wichtig bei diesem  Notizbuch ist auch das Inhaltsverzeichnis. Ich habe vorne 3 Seiten frei gelassen für die kommenden Einträge. Ich nutze das Journal für tägliche Todolisten und für Ideensammlungen was meine Hobbys angeht. Ich nutze trotzdem noch einen Wandkalender und den Googel-Kalender zur Erinnerung an Termine. Die Todo Listen werden mit Spiegelstrichen versehen sind sie erledigt setze ich ein X drauf ansonsten kommt ein Pfeil drauf für den nächsten Tag.

Ich habe ein einfaches schwarzes DIN A 5 Heft gekauft. Weil ich das so langweillig fand habe ich vorne noch eine Postkarte mit einer Sonnenblume aufgeklebt. Auf die Innenseite habe ich ein kleins Portraitfoto von meinem Mann geklebt. Und da ich religiös bin habe ich auf die letzte Seite ein Jesus Bild wie er ein Kreuz hält eingeklebt.

Ich hoffe das motiviert mich etwas und gibt mir  Hoffnung das sich doch noch einiges ändert.

Wenn sich nichts ändert, verändere Dich selbst und es ändert sich alles

Irgendwie gefällt mir der Spruch den ich in einem ADHS Forum gelesen habe sehr gut.

Von eigenen Veränderungen kann ich nicht so viel berichten. Ich bin nach wie vor der antriebsschwache und aufschiebende ADSler. Weil jetzt nichts beruflich geht, habe ich eine Kleinanzeige im Internet aufgegeben dass ich Treppenhäuser putze. Mein Gedanke ist Kleinvieh macht auch Mist. Als Arbeitsloser darf man ja bis zu 100 Euro dazuverdienen.

Mir fällt es sehr schwer mich zu ändern. Ich denke das meine Antriebsarmut tatsächlich Aufschieberitis ist gepaart damit das ich Hausarbeit langweilig finde. Im Moment interessiert mich nichts richtig. Ich habe etwas über die medizinische Verwendung von Ringelblumen gelesen. Als Tee helfen sie in Verbindung mit Zitronenmelisse und Honig auch gegen Nervosität. Wir nutzen Ringelblumencreme zur Gesichtspflege.

Ich fand auch interessant das bei E-Bay Kleinanzeigen auch Kleingärten angeboten werden. Ich träume schon lange von einem Grabelandgarten in meiner Nähe wo ich auch ein paar Hühner halten kann. Früher hatten wir eine alte kranke Katze die uns verstorben ist. Eine neue können wir uns nicht leisten denn falls die wieder krank wird können wir die Tierarztkosten nicht über längere Zeit tragen. Es ist so frustrierend arm zu sein. Ich habe auch überlegt dass mich der Psychiater auf Amphetamine einstellen könnte. Doch so eine Medikation würde off-label geschehen, das müßte ich selbst bezahlen. Obwohl ich hätte auch Angst davor das Medikament über zu dosieren. Die Gefahr besteht nach wie vor. Wenn Martin mir die Tabletten nicht einteilen würde hätte ich sie vergessen oder doppelt genommen. Die einzige anregende Droge die ich viel konsumiere und die nicht teuer ist, ist Kaffee. Das ist ganz typisch für ADHSler und ADSler. Es ist zwar schon etwas spät aber ich habe noch vor den Flur etwas aufzuräumen. Dort sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa. Ich glaube der Vergleich mit meinem Bett wäre schlimmer, ich lasse das mal. Die Fläche unter meinem französischen Bett ist besonders hempelig.

Ich meditiere jetzt regelmäßig

Demnächst mache ich eine Gruppenpsychotherapie. Ich weiss nicht ob dass das richtige für mich ist. Eigentlich bräuchte ich ein coaching. Mein Chaos in der Wohnung und meine lange Arbeitslosigkeit sind die Hauptprobleme. Ich weiß nicht welchen Job ich machen kann bei dem meine Flüchtigkeitsfehler und meine Vergesslichkeit nicht so eine Rolle spielen. Ich denke immer noch das dies vielleicht noch am ehesten im Beruf des Alltagsbegleiters gegen sein würde.

Zu der Psychotherapie gehört auch dazu dass ich regelmäßig meditiere. Ich mache jeden Abend für 20 Minuten eine angeleitete Körpermeditation die ich auf mein Smartphone geladen habe und abends im Bett höre. Man konzentriert sich dabei im wesentlichen auf die Körperempfindungen. Dies soll auch bei ADS helfen.

Im Grunde bräuchte ich einen guten Putz und Aufräumplan für  unsere Wohnung Martin mein Mann ist auch sehr antriebsschwach so dass ich in ihm kaum eine Hilfe habe. Außerdem geht er halbtags arbeiten. Unsere Wohnung müßten wir dringend entrümpeln. Kein Wunder das bei uns Chaos ist. Wir haben einfach zu viele Sachen.

Übrigens das Messielied von Silbermond habe ich auch angeregt. Ich habe von den vielen Tuperwaren geschrieben die Martins Mutter gehortet hat und die wir einfach nicht los werden.

Ich bin eigentlich immer sehr rege gewesen was Ideen angeht. Auch das Lied von Tim Bendzko wo ein Programmierer mit sozialen Ängsten vorkommt ist auf meine Idee hin entstanden. Ich habe ihm das mal gemailt. Martin mein Mann hat eine schyzoide Persönlichkeitststörung ist auch Programmierer.

Umgang mit Aufschieberitis / Prokrastination

Ich habe in einem Forum jetzt einen interessanten Tipp zum Umgang mit der Aufschieberitis bekommen. Die sogenannte zwei Minuten Regel. Versuchen wenigstens zwei Minuten bei der Sache zu bleiben und die unangenehme Aufgabe zu bewältigen.

Ich will das auf jeden Fall versuchen. Und die sogenannte 5 Sekunden Regel will ich auch versuchen. Einfach von 5 auf 1 rückwärts zählen und dann einfach die Aufgabe beginnen ich hoffe das bringt etwas. Gestern habe ich das schon Ausprobiert und den  Abwasch der nich in die Spülmaschine muss bewältigt. Ich hoffe auch dass das in Zukunft etwas bringt.

Ich bin sehr verletzlich und schnell eingeschnappt

Ich weiß nicht ob das etwas mit ADS zu tun hat aber ich bin sehr schnell eingeschnappt wenn ich kritisiert werde. Vielleicht hat das am Rand mit ADS zu tun weil ADSler sich generell nicht so gut selbst behaupten können und häufig der Selbstwert einen Knacks hat.

Früher habe ich wegen jeder kleinen Kritik geweint, jetzt tue ich das nicht mehr. Aber Kritik verletzt mich mehr als andere Menschen.

Ansonsten bin ich nach der Reha-Maßnahme wieder im alten Trott zurück. Spät ins Bett gehen, spät aufstehen und zu nichts wirklich Lust. Nicht einmal etwas zum Essen zu machen. Ich gehe gleich zum Bäcker und esse wie immer meine geliebten Schweizer Wecken und vielleicht besuche ich noch einen Bekannten im Buchladen. Einkaufen muss ich auch noch. Und dann ist schon der Nachmittag um.

 

Ich habe nur wenig Antrieb

Es ist schon sehr nervig, dass ich zu kaum etwas Lust habe. Ich mache kaum was im Haushalt. Gerade unsere Küche ist ein Problemfeld. Ich habe mir vorgenommen den Kühlschrank zu reinigen und endlich auch das Altpapier wegzubringen und die Oberflächen abzuwischen. Ich versuche morgen damit anzufangen. Das einzige was ich aktiv an diesem Wochenende gemacht habe war einkaufen und uns irgendwelche Convience Produkte aufwärmen und dann habe ich mich noch etwas um meinen Topfgarten gekümmert. Ich habe die Pflanzen gedüngt und Sprossenbrokoli und Zwiebeln und Petersilie ausgesät. Ich koche immer noch zu selten richtig. Vielleicht muss ich meine Einstellung etwas verändern und die Ist-Zustand nicht so sehr ins negative ziehen. Ich grübel auch wieder. Das ist nicht so gut. Ich habe mich mit einer Wodka-Brennerei auf meiner Trauminsel Prince Edward Island beschäftigt. Ursprünglich wollte das Frauenpaar dort Whiskey brennen dann ist es Kartoffel-Wodka  und Blaubeerwodka, für den sie sogar Auszeichnungen bekamen, geworden. Ich habe ihnen dazu geraten. Aber ich finde keinen richtigen Kontakt zu ihnen. Prince Edward Wodka kann man auch bei uns in Deutschland kaufen. Ich finde es schade das ich so recht keinen Kontakt finde und es lustig finde das es ein lesbisches Paar ist denen die Brennerei gehört. Ich wollte auf PEI die Wirtschaft fördern weil die Insel auch etwas strukturschwach ist. Mittlerweile beschäftigen die Frauen 15 Leute in ihrer Brennerei, das ist eine gute Sache. Auch die riesige Biogasanlage am Lüner Hafen samt dezentraler Blockheizkraftwerke habe ich den Stadtwerken vorgeschlagen. Hier kann die Stadt viel Geld für Energiekosten sparen und das ist gut. Aber ich habe ja keine Ahnung von so etwas. Die ist zu überdimensioniert. Ich bin davon ausgegangen das sie komplett mit Gülle aus dem Münsterland beschickt werden könnte. Das war eine Fehler das es überwiegend Mais ist der nicht so umweltfreundlich ist.

Mit der Reha geht es nicht weiter

Zur Zeit bin ich in einer Art Orientierungsmaßnahme bei einem beruflichen Trainingszentrum für psychisch Kranke. Diese Maßnahme dauert einen Monat.

Für die Hauptmaßnahme ist meine Arbeitsleistung zu fehlerhaft. Ich musste handwerkliche Dinge machen und auch monotone sich wiederholende Arbeiten.

Ich hänge jetzt ganz in der Luft. Ich überlege ob ich doch im Herbst auf eigene Kosten eine Umschulung zum Seniorenbetreuer mache. Ich muss mir das gut überlegen. Vielleicht macht mir das Arbeitsamt auch keinen Strich durch die Rechnung. Ich sehe da keine andere Möglichkeit.

Das würde mir wirklich gut tun. Vielleicht ist meine Idee gar nicht so schlecht.