Aufräumbuch für ADHSler

Gestern habe ich dieses Buch auf englisch bei Amazon als E-Book runtergeladen:

Organizing Solutions for People with ADHD, 2nd Edition-Revised and Updated: Tips and Tools to Help You Take Charge of Your Life and Get Organized Kindle Edition

Es wirkt vielversprechend und ist von einer Frau die sich professionell mit Haushaltsorganisation beschäftigt geschrieben. Sie ist selber Mutter einer Tochter mit ADHS und hatte auch einige ADHS Klienten. Oberste Priorität in ihrer Fünf Stufen Methode hat die Effizienz und berücksichtigt die besonderen Probleme und Symptome von ADHS. Ich werde von möglichen Erfolgen berichten.

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Ich grübel viel

Es ist schon komisch als hätten sich die ADS-Symptome verschoben von Tagträumen zu Grübeleien. Ich denke irgend wie ständig über mich und mein Leben nach. Ich schaffe den ganzen Tag über nichts auch meinen Hobbys gehe ich kaum noch richtig nach.

Außerdem könnte ich jeden Abend heiß baden und dauernd Süßigkeiten essen. Es ist furchtbar. Manche Konflikte in meinem Leben habe ich nicht gelöst. Ich habe zwar einen lieben Partner dennoch fehlt mir etwas. Ich fühle mich trotz allem einsam.

Das ist nicht immer so, beim Gemeindecafe der altkatholischen Gemeinde bei der ich bin fühle ich mich nicht immer außen vor. Unsere Gemeindemitglieder sind relativ gebildet und ich erfahre dadurch immer mal wieder interessante Dinge. Ich erfahre gerne Neues. Ich brauche immer Anregung und Stimulation. Das könnte etwas mit Sensation Seeking zu tun haben. Ich mag es wenn Fran etwas über die Tier- und Pflanzenwelt in Australien erzählt wo ihre Tochter lebt oder Jonathan über Bücher spricht die er gelesen hat. Ich bin relativ schnell gelangweilt und gernervt. Früher dachte ich das es etwas mit Hochbegabung zu tun hat dass mich so viele Dinge interessieren. Es kann aber eine Mischung aus überdurchschnittlicher Intelligenz und Sensation Seeking sein.

Die Ausgrenzung in der Szene war nicht nur eine Ausgrenzung weil ich feminin und übergewichtig bin sondern auch weil ich intellektuell nicht gefordert wurde. Ich habe nur sehr wenig Spannendes von meinen Schwulen Bekannten erfahren. Das Klischee des gebildeten kultivierten Schwulen stimmt meist nicht. Der Anteil von Männern mit akademischer Bildung oder Abitur ist nur geringfügig größer als bei heterosexuellen Männern. Außerdem fehlten eindeutig die gebildeten femininen Schwulen in meinem Bekanntenkreis. Darunter leide ich auch noch immer etwas dass mir ein Gesprächspartner fehlt. Mit Frauen verstehe ich mich meistens gut. Mir war nicht klar das mir das wirklich fehlt. In Dortmund sind selbst Funktionäre in der Schwulenbewegung relativ wenig gebildet. Und ich vermisse eher „alternative“ Schwule. Wobei alternativ relativ weit gefasst ist. Schwule Hipster gibt es kaum in Dortmund. Es frustriert mich dass Dortmund so provinziell ist. Ich habe ernsthaft zu wenige Freiräume. Mehr Freiheit zum atmen uns ich selber sein fehlt  mir da eindeutig.

Ich nehme mir wenigstens vor häufiger zu den homochrom Filmabenden zu gehen. Und vielleicht gehe ich mal mit Marc im Rekorder einen trinken. Das ist eine Künstlerkneipe bei uns am Hafen.

Mein Fazit von dem Film über Leonhard Porkchop Zimmermann „Happy“

Ich habe am Sonntag den Film „Happy – small Film with a big smile“ während eines Filmfestivals in Dortmund gesehen.

Mir hat der Film gut gefallen. Ich denke das der US-amerikanische Maler Leonhard Porkchop ein Ausnahmetalent ist und wahrscheinlich hochbegabt und hyperaktiv. Man merkt schon das er zu viel Energie in sich hat und auf der einen Seite so ausgelassen sein kann wie ein kleines Kind auf der anderen Seite aber auch traurig sein kann wie kein anderer Mensch wenn es um den Tod seines Partners geht.

Ich denke er braucht seine Kunst um mit seinen extremen Gefühlen umgehen zu können. Das malen hilft ihm das zu viel an Energie zu kanalisieren. Kreativität ist so fern sie einem gegeben wurde, ein gutes Mittel mit den Defiziten des ADHS bzw ADS umzugehen. Ich denke da vor allem an die Autorin Mina Teichert die neben ganz allgemeinen Strategien auch ihre Fantasie für literarische Arbeiten nutzt.

Ich denke dass für solche Menschen Medikamente nicht gut sein würden. Sie blockieren ja häufig die kreativen Impulse. Hier spielt der Hyperfokus eine Rolle den Betroffene ausnutzen können um erfolgreich zu sein. Daher denke ich sind Medikamente nicht immer notwendig. Manchmal helfen auch einfache Strategien wie eine Kalender App und Psychoedukation beim bewältigen der ADS-Probleme.

Kreativität ist ein gutes Mittel um mit Depressionen umzugehen. Ich häkel und mir geht es dabei auch besser. Besser ist es wenn man sich bildlich oder sprachlich ausdrücken kann und dies so aufarbeiten. Ein schwuler Bekannter malt Faune um seine Konflikte mit seiner Sexualität aufzuarbeiten. Das ist eine sehr schöne Möglichkeit damit umzugehen.

Wem das nicht gegeben ist kann einfachere handwerklichere Tätigkeiten ausüben. Nicht umsonst ist die Beschäftigungstherapie ein wichtiger Bestandteil vieler Therapieprogramme in psychatrischen Kliniken. Kreativität und Arbeit mit den Händen kann da enorm wichtig sein.

Homochrom Filmfestival Dortmund-Köln, queere Filme über einen Künstler der als Kind ADHS hatte und über das Glück stricken zu können

Ich habe mit meinem Mustergatten gerade das Programm vom Homochromfilmfestival in Dortmund studiert. Es laufen zwei Filme über die ich mich sehr freue. Zum einen ist das der amerikanische Film „Happy a littel Film with a big smile“. Hier geht es um einen Künstler der aus einer Lebenskrise wieder zu sich und zum glücklich sein findet. Es ist ihm u. a. der Partner gestorben. Als Kind war er hyperaktiv und die Kunst half ihm damit klar zu kommen. Er hat eine Botschaft und verkündet die öffentlich mit seiner Kunst „Sei glücklich aus Dir heraus“. So habe ich das verstanden. Aber ihr könnt das auf der Website von homochrom genauer nachlesen. Der Film läuft am Sonntag den 29. 10. in Dortmund in der Schauburg.

„The cloth knitt“ handelt von einem jungen Mädchen das von ihrer Mutter verlassen wird und zu ihrem Onkel flüchtet. Dort ist die Transidente Freundin des Onkels eingezogen. Sie kümmert sich liebevoll um das Mädchen und alle 3 (!) haben oder entwickeln eine Leidenschaft fürs stricken.

Dieser Film läuft am selben Tag um 20 Uhr ebenfalls in der Schauburg auf der Brückstraße in Dortmund. Viel Spass auf dem Festival!!!

Ich weiß nicht was mir genau hilft

Mein Problem ist der Antrieb und das Chaos in der Wohnung. Danach auch Stellenweise Vergesslichkeit. So richtige depressive Symptome habe ich nicht mehr. Auch die Selbstabwertung ist nicht mehr so das Problem. Eher die Ordnung in meine Wohnung und in den Gedanken. Es ist auch das Gefühl der Überforderung bei kleinen Sachen.

Ich habe jetzt die CD vom Body Scan wiedergefunden. Ich werde versuchen diese Meditationstechnik anzuwenden. Vielleicht hilft das auch etwas gegen das Grübeln.

Und dann muss ich Sport machen. Meine körperliche Verfassung ist nicht die beste. Ich gehe erst mal wieder schwimmen. Das habe ich ja schon gesteigert, Durch eine Erkältung konnte ich nicht schwimmen gehen. Und danach mache ich mir Gedanken wie ich meinen Alltag sinnvoller organisiere. Ich lebe häufig in den Tag hinein. Eine Psychotherapie bringt nichts das habe ich zu häufig schon versucht.

Die Einkäufe muss ich bündeln dadurch spare ich Zeit und das Einkaufen mit dem Fahrrad erledigen. Ich träume aber so gerne vor mich hin. In der Straßenbahn kann man so schön seinen Gedanken nachhängen. Na da kann der Body Scan helfen und ich könnte mir einen Schaukelstuhl zulegen, obwohl ich nicht hyperaktiv bin, das würde mir auch beim ausspannen helfen. Und ich wünsche mir zu Weihnachten ein Smartphone. Es gibt viele sinnvolle Kalender Apps die bei der Organisation helfen können. Das ist doch schon mal ein bißchen was von einem Plan. Mal schauen wie ich das hinkriege.

Im Rheinland ist die psychosoziale Versorgung von ADHS-Betroffenen Erwachsenen besser

Ich bin ziemlich gefrustet. Das Ruhrgebiet und Westfalen sind eindeutig Stiefkinder was die psychosoziale Versorgung ihrer Bürger angeht. Es werden weniger Psychiater und Psychotherapeuten von den jeweilligen Kammern zugelassen. Außerdem gibt es im Rheinland zwei Rhea Träger für berufliche Reha die sich speziell an Patienten mit neurologischen Leistungsstörungen richten. Diese Träger wenden sich auch speziell an ADHS Betroffene. Es gibt auch eine spezielles Projekt an der Uni Köln dass sich an ADHS Betroffene wendet und einen Kurs zur Verbesserung der sog. höheren Handlungsfunktionen anbietet. Bei uns in Dortmund, Bochum oder auch Essen gibt es nichts vergleichbares. Das Angebot der ADHS-Ambulanz in Bochum ist dagegen relativ schlecht. Im Grunde hat es mir nur klar gemacht wie beeinträchtigt ich bin. Lösungsstrategien wie in Köln wurden weniger geboten. Vielleicht übertreibe ich da, ich denke dass Frau Hölter eine fähige Therapeutin ist. Dennoch gibt es eine Versorgungslücke in Westfalen und das läßt sich nicht einfach so bestreiten.

Ich bin müde und lustlos

Gestern Nacht musste ich eine weitere Tablette von dem niedrigpotenten Neuroleptikum nehmen um zu schlafen. Ich habe sehr lange geschlafen und komme nicht in die Gänge. Dabei wartet ein hungriger Kater auf mich dass ich ihn füttern soll am anderen Ende des Stadtteils. Ich muss mich nicht übermäßig beeilen weil der Kater heute früh noch von der Bekannten gefüttert wurde, sie fliegt erst heute in den Urlaub nach Mallorca.

Ich schreibe im Moment fast täglich einen Blogbeitrag. Wer soll das alles lesen? Es erstaunt mich schon sehr wie viel Mitleid ich mit James aus Bob der Streuner habe. Vielleicht erinnert er mich ein wenig an meine eigene schwierige Lebenssituation, die doch immer um Längen besser war.

Ich habe wieder etwas Fernweh. Ich würde gerne in einer anderen, kleineren Stadt leben. Vielleicht liegt es wirklich daran dass ich mich etwas einsam fühle. Ich habe nur wenige regelmäßige soziale Kontakte. Ich telefoniere täglich mit meiner Mutter und spreche mehrmals die Woche mit dem Verkäufer von unserer Stadtteilbuchhandlung wo ich hin und wieder auf einen Gratis Kaffee hingehe.

Martin sehe ich erst abends. Ich brauche wirklich einen Job. Das ist schon klar warum ich mich so einsam fühle. Im September mache ich aber dann die Umschulung zum Seniorenbetreuer bei den Maltesern.

 

Ein neues Angebot vom Arbeitsamt

Heute war ich beim Arbeitsamt. Die Sachbearbeiterin hat  mir angeboten klären zu lassen ob bei mir ein Reha-Bedarf besteht. Dazu muss ich noch einmal zum Amtsarzt und auch noch einmal zum Psychiater in der ADHS-Ambulanz. Er soll da etwas schriftliches aufsetzen.

Die Beurteilung durch den berufspsychologischen Dienst war nicht so verheerend wie ich dachte. Mir wird zugestanden dass ich die Umschulung vom Intellektuellen her bewältigen könnte weil ich schon auch anspruchsvollere Arbeiten gemacht habe.

Problematisch wäre die Konzentrationsfähigkeit und psychische Belastbarkeit.

Meine Sachbearbeiterin hat mir eine geförderte Beschäftigung  im Seniorenbegleitdienst angeboten. Darüber habe ich mich gefreut. Das würde ein höheres Einkommen und eine angemessene Beschäftigung für mich bedeuten. Das ist ja das was ich mir wünsche. Ich bekomme eine Einladung von einem Kollegen von ihr und da wird geprüft ob ich da hinein passe. Auf jeden Fall war der Besuch des Arbeitsamtes angenehmer als ich dachte.

Wer keine Ahnung hat sollte mal besser die Fresse halten – eine Mutter über ADHS

Bei diesem Artikel den ich heute in der Huffington Post gelesen habe musste ich an die Dozentinnen vom EWZ  in Dortmund denken. Es gibt so viele Fehlinformationen über ADHS in der Welt dass es richtig weh tut. Vorurteile gegenüber dieser Krankheit verletzen uns Betroffene ungemein. Ob es die Unterstellung einer Modekrankheit ist, Faulheit oder einfach als Versagen der Eltern bewertet wird ist wirklich ungerechtfertigt. Und gerade ausgesprochene Ritalinkritiker kommen aus unseriösen wissenschaftlichen Nischen. Und ein Teil dieser Nischen wird sogar von der Scinetology-Sekte ausgefüllt. Es ist berührend wie diese Mutter ihren Kampf mit dem Syndrom ihres Sohnes beschreibt und wie einfach Hilfe für ein hyperaktives Kind sein kann. Die Jahrzehnte lange Forschung zu ADHS, was die am besten erforschte psychiatrische Störung des Kinder- und Jugendalters ist, wird mit einfachen lapidaren Sätzen, wie das ist nur ernährungsbedingt, haben wir alle nicht ADS, von Ritalinkritikern weggewischt. Und das ist tatsächlich unerträglich.

Hier ist der Link zum Artikel:  http://www.huffingtonpost.de/anja-falk/adhs-behandlung-therapie_b_9180502.html

Vorteile vom Leben in der Dortmunder Nordstadt

Im Grunde bin ich ein „Small-town-boy“. Ich bin in Lünen an der Stadtgrenze zu Dortmund aufgewachsen. Meine Eltern und mein Bruder leben noch in Brambauer, wohin es eine Straßenbahnverbindung aus Dortmund und der Nordstadt gibt.

Lange habe ich auch davon phantasiert wieder in einer Kleinstadt zu leben. Ich weiss auch mittlerweile dass das kulturelle Angebot etwa in Lünen gar nicht so schlecht ist.

Ich komme jetzt zum eigentlichen Thema des Blogbeitrags. In der Dortmunder Nordstadt kommt man mit wenig Geld aus. Die mieten hier sind niedrig, das einrichten der Wohnung ist nicht teuer weil es ein Sozialkaufhaus mit Möbeln von der Diakonie gibt und natürlich den Billigbaumarkt Tedox.

Was meine Hobbys angeht bin ich in der Dortmunder Nordstadt gut augehoben. Es gibt Wolle bei Zeeman und bei Tedox günstig zu kaufen. Grabelandgärten gibt es sowohl von der Deutschen Bahn als auch vom Verband der Kleingärtner.

Was das lesen und Musik hören angeht bin ich hier gut aufgehoben denn es gibt einen Buchladen der auch ein kleines Sortiment an Büchern vom Verlag 2001 führt an der  Münsterstraße.

Wenn es mir danach ist   Leute zu treffen gibt es hier viele Vereine und auch  einige Kneipen und Partys. Für schwule und Lesben gibt es die gemeinnützige Begegnungsstätte KCR, am Borsigplatz macht der Verein Borsig11 immer schöne Aktionen und auch im Kunstladen ConcordiaArt gibt es intressante Konzerte, gerade auch im Bereich der Singer und Songwriter.

Was ein Nachteil vom Borsigplatzviertel ist, dass es keinen sehr nahen Supermarkt dort gibt. Ich muss an die Bornstraße oder zum Nordmarkt bzw. zu den Supermärkten bei Hornbach.

Und an Pantoffelgrün fehlt es etwas. Den Hoeschpark finde ich nicht so schön und zum Fredenbaumpark  ist es relativ weit. Es soll aber irgendwann  ein Grünzug vom Hoeschpark über die Westfalenhütte zum Fredenbaumpark entstehen. Das ist aber erst in der Planung, und in Dortmund passieren Veränderungen immer langfristig.

Auch soll es in einem geplanten Wohngebiet am Borsigplatz einen neuen Supermarkt geben. Doch auch diese Planungen stehen nicht kurzfristig vor der Umsetzung. Also ist dies der große Wehrmutstropfen in der Nordstadt. Aber gerade für Menschen mit einer Behinderung ist die Nordstadt eine gute Wohnadresse weil das wohnen sehr günstig ist. Und gerade Menschen mit einem Handykap  haben häufig kein hohes Einkommen.

Die medizinische Versorgung ist hier o. k. . Es gibt Fachärzte, Massagepraxen, Ergotherpiepraxen und die Unfallklinik. Auch mehrere Nervenärzte gibt es in der   Nordstadt. Allerdings lasse ich mich in der ADHS Ambulanz an der LWL-Klinik in Aplerbeck behandeln.