Gesund ist wenn man es trotzdem versucht

ADHS-Blues ist wirklich nervig. Martin und ich wohnen für Innenstadtverhältnisse relativ abseits. Das Wetter war heute recht schön und ich bin im nahen Hoeschpark den ich nicht so toll finde spazieren gegangen. Das tat gut! Ich glaube ernsthaft dass es manchmal besser sein kann die Dinge so anzunehmen wie sie sind. Was wäre geschehen wenn ich nicht spazieren gegangen wäre da wäre ich noch frustrierter. Ich muss mich daran gewöhnen bei den Besorgungen das Fahrrad zu benutzen. Es ist überall zum einkaufen relativ weit. Jetzt hat noch der Aldi in der City zugemacht, so dass ich zur Filiale an der Bornstraße fahren muss. Mir bleibt nichts übrig als mich damit abzufinden. Umzuziehen das schaffen wir nicht.

Heute hatte ich einen Häkelhut aufgesetzt der mir nicht so ganz perfekt gelungen  ist. Eine Verkäuferin bei  Zeeman hat mich ausgelacht. Ich werde ihn zum  Handarbeitstreff mitnehmen und die Form etwas anpassen so dass ich ihn  ohne Lacher tragen kann. So ganz gerechtfertigt war der Lacher nicht. So schlimm sah der Hut nicht aus. Manche Leute lachen halt viel.

Morgen kaufe ich mir Sascha Lobos Buch „Wie man Sachen geregelt kriegt ohne Selbstdisziplin“. Ich werde von dem Buch auf dem Blog berichten. Sascha Lobo ist Internetaktivist und hat auch ADS. In diesem Buch geht es um Aufschieberitis.

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Stimulanzien alleine reichen nicht!

Ich nehme jetzt fast zwei Jahre Stratterra. Es hat mich ausgeglichener gemacht und weniger verträumt. Ich bin schlagfertiger und weniger sozial gehemmt.

Was ein großes  Problem ist, ist der Antrieb. Ich merke wie Medienabhängig ich bin. Früher reichten mir Fernsehen und Internet zur Unterhaltung. Dokus- und Serien im Fernsehen speisten meine Phantasie und lösten den Hyperfokus aus. Das heißt ich beschäftigte mich gedanklich mit den Figuren und auch Umständen oder auch geografischen Regionen aus diesen Sendungen.  Häufig tauchte ich auch in diese Welten aus dem Fernsehen ab. Nun bleibt das alles aus. Durch diesen Fokussierten Zustand habe ich den Eindruck ein wenig zu verblöden, weil mich gar nichts mehr interessiert. Das fühlt sich depressiv an und ist es auch.

Ich meide fiktive Geschichten wie der Teufel das Weihwasser aus Angst in sie zu sehr einzutauchen. Im Grunde müßte ich mein eigenes Leben in der Realität beginnen zu leben, dazu fehlt mir aber der Antrieb.  Das ist wirklich verhext. Im Grunde bin ich es nicht gewohnt großartig zu planen oder einen Tag zu strukturieren. Ich leben weiter in den Tag hinein nur dass in meinem Kopf nicht mehr viel los ist. Ich hoffe durch Sport aktiver zu werden. Schließlich geht es da ja um die Bewältigung des inneren Schweinehunds.

Ich beschließe wieder schwimmen zu gehen. Ich will es wieder wie früher zwei mal die Woche tun. Das habe ich früher wirklich durchgezogen und es tat mir gut. Auch wenn ich nur eine halbe Stunde meine Bahnen gezogen bin. Meinem Körper tat es zumindest gut. Vielleicht könnte ich  es auf eine 3/4 Stunden steigern.

Was würde ich mir eigentlich von meinem Leben sonst wünschen? Ich würde gerne mein Leben aktiver verbringen. Ich würde gerne aufwendiger kochen und gerne lernen Socken zu häkeln und auch Wohnaccessoires. Und ich würde gerne noch einmal die Umschulung zum Seniorenbetreuer machen und in  diesem Beruf auch arbeiten.

Ich will jeden Dienstagabend und Donnerstagabend schwimmen gehen. Ich hoffe das bringt etwas. Und zu den täglichen Einkäufen mit dem Rad fahren. Ab morgen fange ich an.

Was immer noch ein Problem ist, das ich mich gerne Verzettel. Ich habe Wolle für 3 Handarbeitsprojekte da. Und habe schon ein viertes im Auge. Es ist nur ein kleines, eine Runde kleine Tischdecke. Ich glaube ich fange das morgen trotzdem mal zum Ausgleich an.

Sonst mache ich nur sehr einfach Sachen, diesmal will ich mal etwas neues ausprobieren. Ist sicher auch nicht schlecht.