Ich bin wesentlich aktiver als früher

Früher habe ich viele Sachbücher aus der Bibliothek ausgeliehen die  mit meinen Hobbys zu tun haben. Jetzt bin ich damit viel vorsichtiger. Das waren Bücher über Gartenbau. Selbstversorgung, Landwirtschaft und Handarbeiten aber auch Kochbücher.

Kochen tue ich seltener richtig. Früher habe ich mehr  Rezepte ausprobiert. Was aber auch daran liegt das Martin mein Lebenspartner und „Bald-Ehemann“ ein schlechter Esser ist.

Dafür handarbeite ich regelmäßig auch außerhalb des Handarbeitskränzchens am Dienstag.  Ich habe zwei Kissenhüllen, eine Tablettasche, einen Poncho und eine Decke für ein Regal gehäkelt oder gestrickt. Dann habe ich noch eine Mütze und ein Halstuch gestrickt. Ich bin sehr viel aktiver was das angeht. Und ich habe wie schon erwähnt viel Spaß beim lesen. Das Jahr nenne ich Lucy Maud Montgomery Jahr weil ich so viel von ihr gelesen habe.

Meine Gartenaktvitäten haben sich auf den Balkon konzentriert. Auf dem Hinterhof haben die Amseln zu viel herumgewühlt und auch die Ratten aus dem Nachbarhof waren auch eine Plage. Ich hoffe dass dies im nächsten Jahr besser ist.

Ich gehe auch wieder einmal in der Woche schwimmen. Also habe ich gar nicht so einen schlechten Antrieb. Nur die Hausarbeit dafür kann ich mich nicht erwärmen.

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Ich vermisse ernsthaft den Hyperfokus

Manchmal habe ich den Eindruck dass ich die Schulzeit nur so gut überstanden habe weil ich relativ gut hyperfokussieren konnte. Außer in Mathematik ist mir das in den nicht naturwissenschaftlichen Fächern ganz gut gelungen. Ich musste nur sehr wenig lernen. Vieles habe ich mir im sogenannten Hyperfokus selbst angeeignet. Ich habe gelernt aber es war keine Zwang oder eine Notwendigkeit sondern Spass.

Ich kann nicht mehr so gut hyperfokussieren seit dem ich Stratterra einnehme. Wenn ich eine Dokumentation im Fernsehen sehe reicht mir das gezeigte in dem Film ich schlage viele Sachen nicht mehr in Büchern oder im Internet nach.

So unterschwellig habe ich das noch ein bisschen was Hühnerrassen angeht. Aber es geht darum eher um ein praktisches Problem. Ich möchte selber Hühner halten die noch in einem Alter von mehreren Jahren legen und die zahm und zutraulich sind. Ich suche passende Rassen und überlege wo es Informationen über Züchter gibt. Das hat dann doch etwas mit einem großen Traum zu tun. Obwohl ich etwa die Bücher aus der „Anne of Greengables“ Reihe lese suche ich keine Informationen über die Zeit in der sie handeln. Nicht einmal die Mode von damals interessiert mich besonders. Ich träume auch nicht davon Teil der Geschichte zu sein. Ich finde die Bücher unterhaltsam und das wars dann auch. Lege ich den E-Book-Reader beiseite bin ich wieder im hier und jetzt. Das finde ich etwas schade.

Ich lese kaum noch Sachbücher

In diesem Jahr habe ich so viele Romane gelesen wie sonst vielleicht in einem Jahrzehnt. Ich habe viele Romane von Lucy Maud Montgomery gelesen u. a. auch ihre Biografie Gift of Wings. Dann habe ich mehrere Bücher um Bob den Streuner gelesen und ein Kinderbuch von Grey Owl. Irgendwie hole ich das alles nach was ich als Kind und Jugendlicher versäumt habe. Ich habe noch einen schwulen Liebesroman bei Amazon heruntergeladen den ich noch lesen will.

Irgendwie ist das toll. Früher hatte ich nicht viel übrig für belletristische Bücher. Sachbücher nehme ich sehr selten zur Hand. Es liegt wohl auch daran dass ich nicht mehr tagträume. Früher habe ich Dinge nachgelesen die ich aus den Medien erfahren habe. Das wurde dann auch ein richtiger Hyperfokus, den habe ich viel seltener. Wenn dann dauert Hyperfokus bei mir nicht lange. Meistens habe ich Sachbücher auch nur durchgeblättert und sie Artikelweise gelesen nie ganz.

Ich konzentriere mich auch nur auf Sachen die für mich tatsächlich relevant sind. Ich mag die Bücher von Lucy Maud Montgomery weil das Motiv des tagträumens dort so häufig vorkommt. Wie etwa dem „Schloss in den Wolken“ oder in der Figur der Anne in Windy Poplars. Vielleicht liegt es auch daran dass ich so wenig fern schaue und dadurch nicht mehr so angeregt werde Sachbücher zu lesen oder in der Bibliothek auszuleihen. Im Moment lebe ich in meinem eigenen kleinen Kosmos und es kommt nicht wirklich viel dazu. Ich müßte häufiger eine Zeitung lesen dass würde vielleicht etwas bringen. Irgendwie intressiert mich nicht mehr viel. Es fehlt mir aber auch nichts. Ich bin froh wenn ich lese und handarbeite. Das reicht mir völlig.

 

Ich weiß nicht was mir genau hilft

Mein Problem ist der Antrieb und das Chaos in der Wohnung. Danach auch Stellenweise Vergesslichkeit. So richtige depressive Symptome habe ich nicht mehr. Auch die Selbstabwertung ist nicht mehr so das Problem. Eher die Ordnung in meine Wohnung und in den Gedanken. Es ist auch das Gefühl der Überforderung bei kleinen Sachen.

Ich habe jetzt die CD vom Body Scan wiedergefunden. Ich werde versuchen diese Meditationstechnik anzuwenden. Vielleicht hilft das auch etwas gegen das Grübeln.

Und dann muss ich Sport machen. Meine körperliche Verfassung ist nicht die beste. Ich gehe erst mal wieder schwimmen. Das habe ich ja schon gesteigert, Durch eine Erkältung konnte ich nicht schwimmen gehen. Und danach mache ich mir Gedanken wie ich meinen Alltag sinnvoller organisiere. Ich lebe häufig in den Tag hinein. Eine Psychotherapie bringt nichts das habe ich zu häufig schon versucht.

Die Einkäufe muss ich bündeln dadurch spare ich Zeit und das Einkaufen mit dem Fahrrad erledigen. Ich träume aber so gerne vor mich hin. In der Straßenbahn kann man so schön seinen Gedanken nachhängen. Na da kann der Body Scan helfen und ich könnte mir einen Schaukelstuhl zulegen, obwohl ich nicht hyperaktiv bin, das würde mir auch beim ausspannen helfen. Und ich wünsche mir zu Weihnachten ein Smartphone. Es gibt viele sinnvolle Kalender Apps die bei der Organisation helfen können. Das ist doch schon mal ein bißchen was von einem Plan. Mal schauen wie ich das hinkriege.

Ich überlege immer wieder eine Psychotherapie zu machen

Es gibt eine Allgemeinärztliche Praxis in Dortmund die Psychotherapie in der Gruppe für ADSler anbietet. Ich bin aber eher skeptisch ob das etwas hilft. Die machen auch Achtsamkeitstraining. Unter anderem arbeiten die mit dem sogenannten Body Scan.

Dr. Martin Winkler, ein ADHS Experte, hält von diesen Verfahren nicht viel. Ich könnte aber beide Techniken wieder häufiger praktizieren. Für die psychischen Probleme bringt das wirklich etwas. Der Body Scan ist anstrengend das nicht denken ist anstrengend, das TEK Training ist einfacher. Vielleicht sollte ich das TEK Training wiederholen. Ich könnte zu so einer Gruppe gehen. Das bietet auch die Klinik in Dortmund Aplerbeck an. Ich könnte den Dr. Neumann das ja mal fragen.

Im Grunde könnte ich beide Techniken wieder aufleben lassen, wenn ich die CD´s noch finde.

Ich glaube schon dass das was helfen könnte. Vielleicht lasse ich das wieder aufleben.

TEK Training ist auch eine achtsamkeitsbasierte Meditationstechnik die hilft psychische Probleme zu lösen. Ich Grübel ja auch viel das wäre vielleicht gar nicht so schlecht das zu wiederholen. Ich muss mal gucken wo ich die CD´s habe.

Vergesslich und immer noch chaotisch!

Ich hätte gestern fast vergessen dass ich heute am Nachmittag meine Eltern bei der Hausarbeit unterstützen soll. Meine Mutter und mein Vater, beide Mitte 70 sind sehr gebrechlich geworden. Ich hänge ihnen eine Gardine auf und sauge die ganze Wohnung.

Auch an die Bewerbung für meinen Bruder die ich ihm mit dem Computer schreiben sollte habe ich danach noch gedacht. Dabei haben wir letzte Woche den Termin erst vereinbart.

Irgendwie fällt es mir leicht diese Arbeit zu machen. Sie ist klar umrissen und überschaubar. Bei meinem eigenen Haushalt verliere ich den Überblick. Außerdem finde ich Hausarbeit nicht gerade spannend. Um wenigstens etwas Anreiz zu haben höre ich dabei Musik. Ich glaube auch das ich Hausarbeit langweilig finde ist auch ein großes Problem. Ich muss sie mir spannender machen. Generell fällt mir putzen eher leicht als aufräumen. So Sachen sortieren kann ich gar nicht gut. Ich finde aufräumen ist ein kompliziertes unterfangen. Ich habe eine zündende Idee. Warum Räume ich nicht einfach jeden Tag so einen Fleck in der Wohnung intensiv auf. Ein Regalbrett oder in meinem Zimmer vielleicht ein Quadratmeter vom Boden. Aber wo fange ich an und wo höre ich auf. Im Grunde kann ich nur Zimmer für Zimmer an den Tagen wechseln vorgehen. Vielleicht reicht ja auch eine halbe Stunde am Tag. Wann mache ich das?

Oder soll ich nach dem Messiebuch vorgehen. Das muss ich in der Bibliothek noch verlängern. Ich versuche mal nach dem Messiebuch vorzugehen. Ich werde davon berichten.

Erkältung, Salvador Sobral und Chaos zu Hause

Ich habe mir vor einiger Zeit griechischen Bergtee gekauft und ihn zur ADS-Behandlung ausprobiert. Ich wurde nach einem Liter dieses Tees, den ich täglich über zwei Wochen, zusätzlich zu Strattera 100 mg getrunken habe, manisch. Jetzt benutze ich ihn als Erkältungsmittel. Griechischer Bergtee wirkt schleimlösend und antibakteriell. Im Moment bin ich ziemlich erkältet und hoffe das der Tee etwas hilft.

Seit dem diesjährigen Eurovision Song Contest bin ich Fan von Salvador Sobral.Salvador Sobral ist im Krankenhaus auf der Intensivstation. Er wartet dort auf ein Spenderherz. Anscheinend steht er ganz oben auf der Warteliste, so dass Hoffnung besteht. Ich mag diesen Sänger ungemein. Irgendwie passt der in mein Weltbild, er wirkt so zerbrechlich das rührt an meine ADS-Altruismus Ader.

Unsere Wohnung ist wirklich chaotisch. Dadurch bin ich im Grunde unbesuchbar. Dazu kommt noch das ich gerne im Schlafanzug den Tag verbringe. Weil ich sehr übergewichtig bin hält die normale Jeanshose nur mit Hosenträgern und die drücken ganz schön auf dem Körper, so dass ich gerne im Schlafanzug zu Hause mich bewege. Ich muss mir wohl einen Hausanzug zulegen.

Die Probleme beim entrümpeln der Wohnung kommen wohl daher das ich ADS-bedingt nur schwer  Wichtiges von Unwichtigen unterscheiden kann. Das ist tatsächlich ein Handykap.

 

 

Spielverhalten von ADS-Kindern

Es heißt dass ADS Kinder am liebsten mit Klötzchen und mit Puppen spielen. Ich habe Beides gerne getan. Ich hatte allerdings als kleiner Sissyboy mehr Puppen. Und ich soll immer gesprochen haben wenn ich gespielt habe.

Die ersten Spielsachen waren ein Kochgeschirr für Puppen. Als Kind hatte ich daher den Spitznamen „Tigelek“ was im masurischen so viel wie kleiner Kochtopf bedeutet.

Ich hatte eine regelrechte Fantasiewelt. Ich hatte auch einen riesigen Spielzeugbauernhof mit vielen Tieren. Meine Eltern hatten ursprünglich auch einen kleinen Nebenerwerbshof in Masuren.

Warum diese Spielsachen so beliebt waren? Man konnte mit ihnen ganze Geschichten spielen. Ich denke gerade das ganz fantasievolle Spielen egal ob es mit Puppen oder Tierfiguren typisch für ADS-Kinder ist. Ich habe auch mit den Figuren und Puppen gesprochen. Und fantasievoll war das spielen immer. Da wurde eine Mütze zu einem Vogelnest umfuntioniert und der umgedrehte Pferdewagen mit den geschwungenen Enden zu Wiege für eine Puppe umfunktioniert. Einen Kochtopf von meinem Spielzeugkochgeschirr wurde zur Backhaube einem sog. „Pro Dish“ umfunktioniert und mit einem imaginären Kabel an das Stromnetz angeschlossen. Die Störche auf meinem Spielzeugbauernhaus wanderten in Herbst in den Hühnerstall wie auch die anderen Tiere im Winter im Stall blieben.

Was auch typisch war ich habe als Kind viel Fernsehen geschaut und mich in die Welten hineingeträumt und die Kämpfe aus den Fernsehen Western mit imaginären Gegnern nachgespielt. Und ich habe viel alleine gespielt. Ich bin auch viel spazieren gegangen. Ich habe mir vorgestellt dass in unserem Wäldchen Indianer leben und gehofft ihre Hütten und Tipis zu sehen.

Nicht traditionelle männliche Rollenbilder in Anne of Windy Poplars

Ich finde diesen Roman um die verträumt Anne einfach nur wundervoll. Nicht nur das dass Motiv des tagträumens in dem Roman vorkommt, es gibt sogar nicht traditionelle Rollenbilder wie die eines alleinerziehenden Vaters der auch den Haushalt macht und backt und kocht. Einer von Annes Schülern, Lewis, auf der Highschool  arbeitet seine Kosten für die Unterkunft als Haushaltshilfe ab. Daraufhin nennen die Mitschüler ihn „Sissy“.

Lucy Maud Montgomery stellt beide Personen als positiv dar. Wie ich schon in einem anderen Post beschrieben habe, gibt es auch den Mr. Cyrus Taylor der von seiner Frau „bezichtigt“ wird gehäkelt zu haben. Was sich dann einige Zeilen später als wahr herausstellt. Mir geflällt dieser Feministische Ansatz in diesem Buch gut. Wenn es auch bei den Geschichten der  Mädchen und Frauen  in dem Buch meistens ums heiraten geht gefällt mir dieser Roman außerordentlich gut.

Kleine Brötchen backen

Es fällt mir schwer mich mit meiner Unzulänglichkeit abzufinden. Meine Rechtschreibschwierigkeiten nerven mich. Ich denke ich sollte auf Dauer einen Kurs Rechtschreibung bei der VHS belegen. Als Seniorenbetreuer muss ich auch Dokumentationen führen, fürchte ich und da brauche ich eine bessere Rechtschreibung.

Meine mangelnde Konzentrationsfähigkeit wirkt sich auch auf meine Hobbys aus. Ich kann einfach keine komplizierteren Muster oder auch keine Pullover stricken. Damit werde ich mich wohl abfinden müssen. Ich kann einfach die Armausschnitte und die Schulterpartien an einem Pullover nicht. Auch kompliziertere Häkelmuster lerne ich wohl nur sehr langsam. Ich kann Mäusezähnchen und ich kann Tweedmuster damit hat sich das aber auch.

Ich denke dass ich ganz kleine Projekte mir vornehmen muss. Zu aller erst hat meine berufliche Zukunft Priorität und danach die Ordnung zu Hause und die Sauberkeit. Das sind schon Dinge die mich ganz ausfüllen. Andere Wünsche und Träume mussen hinten anstehen. Wenn ich dann noch etwas lese oder Musik höre ist das schon viel an Freizeitaktivitäten. Und natürlich wenn ich kleinere Handarbeitsprojekte mache. Ich kann mich aber auch daran wagen eine Decke oder auch einen Herrenponcho zu häkeln. Das ist für mich einfach. Ich muss mich daran gewöhnen das ich langsam bin.

Und was das Übergewicht angeht ist es glaube ich wichtiger das ich mich gesünder ernähre als dass ich schnell abnehme. Mehr Obst und Gemüse und Vollkornprodukte essen ist gut. Und das weniger essen kommt zuletzt dran.