Demenziell Erkrankte leiden an ähnlichen Reizüberflutungen wie ADHS Betroffene

Auf youtube habe ich ein interessantes Video über Demenz gesehen. Darin wird beschrieben das dementiell Erkrankte besonders von akustischen Reizüberflutungen beeinträchtigt werden daher kommt es auch zu agressiven Reaktionen. Ich kenne das auch von meinem ADS. Gerade akustische Reizüberflutungen, insbesondere gesprochene Sprache, verwirren und belasten mich sehr. Ich werde dann auch leicht genervt. Gerade meine sehr quirliege Familie die beim telefonieren immer auf laut hören stellt, kann nerven wenn aus dem Hintergrund noch weitere Kommentare zu dem besprochnen zu hören sind. Ich finde das außerordentlich anstrengend. Vielleicht kann ich mich deshalb auch so gut in dementiell Erkrankte gut einfühlen. Aber es kann auch auch am ADS-Alturismus liegen, der bei mir sehr ausgeprägt ist. ADS-Altruismus ist eine Mischung aus stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und echt empfundenem Mitgefühl.

Ich fand das sehr interessant das neben ADS und Asperger-Autismus Reizüberflutungen eine Rolle spielen.

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Ich träume ab und an davon in einer Kleinstadt zu leben oder auszuwandern

Ich habe vor einiger  Zeit von Theo Sundh, der in Oxford in England lebt, ein Buch mit Häkelanleitungen für Männer gekauft. Oxford muss eine recht schöne Stadt sein, er hat auch ein Instagramm Account und postet Fotos von dort.  In Oxfordshire ist auch Banbury, eine Kleinstadt am Fluss Cherwell. Es muss ein idyllisches kleines Einkaufsstädtchen sein, mit viktorianischen Häusern und dem Oxford-Coventry Kanal. Die Stadt liegt in der idyllischen Hügelregion der Cotswolds.

Ich sehne mich so sehr nach Idylle und Grün das es unbeschreiblich ist. Auch nach Prince Edward Island der Heimat der Romanfigur Anne of Greengables sehne ich mich.

In regulären Abständen bekomme ich zu viel von Dortmund. Ich sehne mich nach Ruhe und Idylle und auch Grün.

Eine Freundin von mir schwärmt für die Kreisstadt Unna. Das ist auch ein nettes Städtchen doch würden mir dort die Wasserflächen fehlen.  Manchmal überlege ich ob ich nicht zurück nach Lünen ziehen soll, aber da verweigert sich mein Gatte. Ich glaube ich muss häufiger Ausflüge in die Umgebung von Dortmund machen. Sonst gehe ich hier ein. Und natürlich meinen Topfgarten auf dem Hof besser pflegen.

Wie war das Jahr 2017 für mich und für meinen Blog

Mein Blog war im vorigen Jahr recht erfolgreich. Ich hatte 3063 Aufrufe in diesem Jahr. An Beiträgen habe ich 188 geschrieben. Der Blogbeitrag mit den höchsten Aufrufzahlen war „Sissyboysyndrom und Phantasie“ mit 288 Aufrufen und danach „Was bedeutet hypoaktiv oder ADHS vom vorwiegend unaufmerksamen Typus“ mit 198 aufrufen.

Für mich war das  Jahr weniger erfolgreich. Beruflich wollte ich einfach nicht weiterkommen. Zumindest habe ich einen Reha Platz für dieses Jahr im März im BTZ hier an meinem Wohnort reserviert bekommen.

Im vorigen Jahr habe ich sehr viel gelesen. Ich habe die Bücher nicht gezählt aber es waren etwa ein dutzend. Viel Freude hatte ich an den Büchern von Lucy Maud Montgomery. Viel Spass haben mir der Romane „Das Schloss in den Wolken“ und “ Anne in Wind Poplars“ gemacht. Das Schloss in den Wolken hat mir so viel Spass gemacht weil ich die Situation der Hauptprotagonistin verstehen konnte. Ich habe lange gebraucht einen festen Partner zu finden und ich wurde auch von der Familie gegängelt. Und meinen eigenen Weg zu machen war auch schwierig. Bei Anne in Windy Poplars haben mir die rollenuntypischen männlichen Figuren gefallen. Zum Beispiel der Familienvater der häkelt und der alleinerziehende Vater der auch kocht und bäckt. Und der Roman „My family and other Animals“ von Gerald Durell gefällt mir sehr gut weil er nur so von exzentrischen Personen wimmelt.

Habe ich Vorsätze für das neue Jahr? Ich will generell aktiver sein und mehr handarbeiten und mindestens genaus so viel lesen. Und ich will mich nicht mehr ganz so in meine Welt zurückziehen. Ich möchte mehr aus mir herauskommen und mehr von mir bei geselligen Anlässen erzählen. Außerdem will ich so komisch das auch klingt etwas mehr fern sehen um etwas mehr über das Zeitgeschehen informiert zu sein.

Außerdem hoffe ich das es beruflich irgend wie weiter geht. Das ich vielleicht doch eine Umschulung oder ähnliches anfange.

 

 

Rosenwurz für den schlappen Angetrauten

Mal wieder ein Thema das nur am Rande etwas mit ADS zu tun hat. Mein Lebensgefährte hat schwere Antriebsprobleme. Er kann sich nur schwer zu etwas aufraffen. Im Urlaub ist es besonders schlimm, er kommt einfach nicht in die Gänge.

Er hat schon einige chemische Antidepressiva ausprobiert und nun bin ich auf Rosenwurzextrakt gestoßen. Ich habe es gerade im Internet bestellt. Es soll bei Erschöpfung und Überarbeitung aber auch bei Depressionen und Angststörungen helfen.

Sicher bin ich nicht ob es ihm hilft aber es macht ihn sicher etwas fitter im Kopf. Er leidet da schon länger drunter. Außerdem soll dieses Naturheilmittel, das es als Kapseln gibt, auch das Konzentrationsvermögen verbessern. Mein Lebensgefährte hat kein ADS, er hat eine schyzoide Persönlichkeitsstörung und daher auch starke soziale Ängste.

Ich bin froh dass er mit mir meine Eltern zu Weihnachten besucht. Ansonsten ist er sehr in sich gekehrt und gerne für sich alleine. Es ist schon komisch, aber ich neige zu schyzoiden Männern. Er ist Nummer 3 in meinem schwulen Bekanntenkreis und einen attraktiven Hetero mit dieser Störung kenne ich ebenfalls. Sein Antrieb ist das größte Problem. Ich habe das auch, bei mir hilft eher Coaching als Medikamente. Mein Hirn wird ja durch Strattera mit genügend Neurotransmittern, vor allem mit Noradrenalin geflutet. Ich versuche immer wieder die 5 Sekunden Übung um das Grübeln über meine Situation zu überwinden und natürlich den inneren Schweinehund. Ein wenig hat das schon geholfen. Dabei zähle ich rückwärts von 5 auf 1. Und danach versuche ich etwas sinnvolles anzufangen. Stimulierende Medikamente haben mir nicht wirklich geholfen. Weder ein MAO-Hemmer wie es etwa Moclobemid ist als noch Medikinet oder Strattera.

Ich würde auch nicht Rosenwurz in der Kombination mit ADHS-Medikamenten einnehmen. Es wirkt ähnlich einem MAO-Hemmer. Daher sind Wechselwirkungen mit dem Medikamenten zu befürchten.

 

Mein Weihnachtsfest aus ADS Gesichtspunkten

Mein Mann und ich hatten ein schönes Weihnachtsfest. Der Heilige Abend war etwas stressig, weil die neue Kirche der altkatholischen Gemeinde nicht mehr so zentral liegt und der Anfahrtsweg länger ist. Aber das wollte ich gar nicht erzählen. Viele Aufgaben die ich bis zum Fest zu bewältigen hatte habe ich wie üblich nur auf den letzten Drücker geschafft. In diesem Jahr war es besonders schlimm. Meine alten Eltern haben viel früher die Wohnung geputzt und dekoriert als ich.

Mein Mustergatte hat mir ein Smartphone geschenkt. Ich will es etwa auch zum bewältigen einiger ADS-Symptome verwenden. Mir fällt es ja schwer bei Hintergrundgesprächen in der Bahn zu lesen oder auch nur etwas abzuschalten. Daher will ich das Smartphone zum Musik hören nutzen, das neutralisiert störende Geräusche.

Auch zur Terminverwaltung will ich das Smartphone nutzen. Da ich sehr vergesslich bin ist die Erinnerungsfunktion vieler Terminplaner Aps besonders interessant für mich. Ich kann dann Termine schlechter vergessen.

Auch die Impulsivität hat Weihnachten noch mal ihre Opfer gefordert. Am 1. Feiertag sind wir zu meinen Eltern gefahren. Dort ist mir dann herausgerutscht wie ich meinen Mann „liebevoll“ geweckt habe. Ich sang ihm “ Auf in den Kampf die Schwiegermutter naht“. Gott sei Dank ist meine Mutter nicht sehr empfindlich, so dass dies für keine Irritationen gesorgt hat. Mein Mann ist sehr in sich gekehrt und ungesellig und er langweilt sich auch bei meinen Eltern, daher ist das eine feine Spitze die er sich morgens über sich ergehen lassen musste. Ansonsten war Weihnachten sehr schön. Meine Mutter hatte selbst gebackenen Käsekuchen, Pfefferkuchen und Plätzchen vorbereitet. Es gab den traditionellen Bigos, ein polnisches Gericht mit viel Fleisch und Sauerkraut und sauer eingelegte Forelle. Mein Eltern haben von Wintervergnügungen in ihrer Kindheit erzählt, vom Rodeln mit selbstgebauten Schlitten und dem Schlittenkarussels auf den zugefrorenen Teichen. Mein Gatte hat über meinen Marmorkuchen Witze gemacht der nicht nur Außen sondern auch innen sehr dunkel geworden ist, so dass ein fröhlicher und schöner Abend geworden ist. Ich bin Gott auch dankbar dass sie das alles noch schaffen. Beide Eltern sind nicht ganz gesund aber es ging ihnen an diesen Tagen deutlich besser, so dass ich allen Grund zur Freude hatte das alles wie immer an Weihnachten war.

Ich wünsche allen meinen Followern frohe Weihnachten!

Liebe Follower! Ich wünsche Euch und Euren Angehörigen frohe und erholsame Feiertage. Mein Heilig Abend war etwas stressig weil die Anfahrt zur altkatholischen Kirche länger dauert. Auf dem Foto seht ihr die alte Krippe noch aus der Weißenburger- Straße mit den Papierfelsen im Hintergrund. Wie ich finde ist das auch ein schöner Anblick. Mittlerweile ist die Heilige Familie in unserer Gemeinde in einen soliden Stall umgezogen. Und der Weihnachtsbaum ist wieder einmal wunderschön und dieses mal wirklich riesig.

Es grüßt Euch Euer Heavy Pete und habt ein Herz für einander und fasst Euch an selbiges es ist Weihnachten!

Ich verändere meine Umgebung durch Ideen

Mich intressieren viele soziale Themen. Und mir ist wieder aufgefallen welche Ideen sich durchgesetzt haben. Die jüdische Gemeinde in Dortmund feiert etwa Chanukka traditionell am Phönixsee. Es war eine Anregung von mir das öffentlich zu machen weil dort auch ein Weihnachtsmarkt vorher abgehalten wird. Ich freue mich dass dies auch in diesem Jahr wieder  möglich war.

Auch Djelem Djelem das Romafestival in Dortmund war meine Idee. Viele Details wie das Familienfest und Demozug gegen Antiziganismus waren meine Ideen. Auch die Messe für Transfairprodukte „Fair and Friends“ war meine Idee.

Das Biogaskraftwerk in Lünen samt Microverteilungsnetz war auch eine meiner Ideen, doch ursprünglich habe ich gehofft dass es komplett mit Gülle aus dem Münsterland beschickt werden könnte, das hat nicht geklappt.

Das Cafe-Positiv der Aids-Hilfe Dortmund war auch ein Projekt das ich mit angestoßen habe. Auch die Werbekampagne mit Dortmunder Persönlichkeiten für dieses Projekt war meine Idee.

Die Ausstellung Dortmunder Meister im Museum am Ostwall war auch ein Einfall von mir.

Ich glaube ich habe bis jetzt noch nicht alles aufgezählt aber die größten Projekte sind zumindest dabei.

Auch die Monitorsendung über die Vermietung von Elendsquartieren in der Dortmunder Nordstadt habe ich angeregt.

Wie auch eine Comedysendung beim WDR die abwechselnd aus einer Moschee, Synagoge und Kirche ausgestrahlt wurden habe ich angeregt. Wenn mir etwas wichtig ist verwende ich dafür viel Hirnschmalz darauf um es irgendwie etwas zu  verändern.

Das hat alles auch mit ADS zu tun weil ich dadurch besonders empahtiefähig bin und auch kreativer bin als der Durchschnitt. Es freut mich so sehr das in Dortmund Chanukka trotz steigendem Antisemitismus öffentlich gefeiert wird, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Und irgendwie bin ich stolz darauf dass ich die jüdische Gemeinde dazu ermutigt habe dieses Fest auf einem öffentlichen Platz zu feiern. Und das lässt mich jetzt viel weniger mit dem ADS hadern als ich es sonst tue.

Preservation – Gedankenkreise und grübeln bei ADHS und ADS

Mir geht es ganz gut. Das ich viel grübel ist wohl tatsächlich ein depressives Symptom das typisch für ADHS und ADS ist. Man nennt das in der Fachsprache Preservation.

Aktivität hilft mir beim ablenken von der Symptomatik. Ich bin jetzt aktiver was die Vorbereitungen fürs Weihnachtsfest angeht. An Geschenken fehlen nur ein paar Süßigkeiten. Die Weihnachtspost habe ich erledigt.

Es kann sein dass ich auch positive Gedanken wie ein Gedankenkarussel im Kopf habe. Zum Beispiel ging mir ohne Ende durch den Kopf das Martin und ich uns in diesem Jahr besonders gut verstanden habe und ich doch einen gute Mann abbekommen habe.

Ich bin etwas erschöpft aber ansonsten geht es mir wie gesagt besser.

 

Ich muss mehr auf andere Menschen zugehen

Ich gehe beim Gemeindecafe zu wenig auf andere Leute zu. Heute saß ich bei zwei männlichen Gemeindemitgliedern die sich nur über ihre Smartphones unterhielten da kann ich nicht mitreden. Thomas aus Hagen war auch da, und hat mir auf dem Weg nach draußen noch erzählt dass die Hühner die er seinem Sohn gekauft hat alle legen. Er war auch zu beschäftigt um sich mit mir länger zu unterhalten. Er baute mit jemandem Anderes den Weihnachtsbaum auf.

Dem polnischen Schwiegersohn des Pastors könnte ich erzählen dass ich zu Weihnachten eine CD der polnischen Sängerin Justyna Steczkowska bekomme. Mein Weihnachtshase bringt mir wohl auch ein Smartphone. Das finde ich praktisch wegen der Terminkalender Apps und weil ich dann in der Bahn auch damit Musik hören kann. Ich kann schlecht nachdenken wenn im Hintergrund geredet. So hoffe ich mich auch etwas bei Praktika oder in einer zukünftigen Arbeit vor störenden Geräuschen abschirmen zu können.

Mein Patenkind ist jetzt in einer Schule mit kleineren Klassen, weil sie in der alten Schule mit sehr großen Klassen die Geräusche zu sehr nervös und unaufmerksam gemacht haben. Ich frage mich auch ob sie eine Form von ADHS hat. Obwohl das bei einem Klinikaufenthalt ausgeschlossen wurde weil sie zu wenige Symptome gezeigt hat.

Ich habe noch viel zu tun vor den Feiertagen. Ich habe die schlechte Angewohnheit alles auf den letzten Drücker zu machen. Geschenke muss ich nicht viele kaufen. Außer einige Süßigkeiten. Ich muss aber die Wohnung noch putzen und aufräumen und für die Feiertage backen.

Seit dem ich mich mit meinem ADS beschäftige bin ich gelassener was die Probleme und Schwierigkeiten anderer angeht

Sicher hat das ADS-Medikament Straterra dafür gesorgt das ich ein ganzes Stück gelassener bin.

Seit dem ich weiss wie stark mich das ADS beeinträchtigt bin ich wesentlich toleranter geworden was die psychischen Störungen anderer Menschen angeht. Ich werfe meiner besseren Hälfte nicht mehr vor das er soziale Ängste hat und wir kaum ausgehen.

Auch die Unbeholfenheit meines etwas minderbegabten Bruders verzeihe ich ihm. Ich bin viel gelassener und großzügiger was das angeht. Ich schimpfe nie wenn mich das auch manchmal nervt. Vielleicht bin ich auch etwas psychische belastbarer durch die Medikation.

Ich war nie ganz engstirnig aber ich habe immer auch auf den Versuch einer Veränderung bestanden. Jetzt weiß ich selber wie schwierig das ist. Da ist z. B. das Aufschiebeverhalten und die Antriebsarmut die mir ja auch nicht vorgeworfen werden.

Gegenüber mir selber bin ich aber anspruchsvoller geworden und verzeihe mir nicht so viel. Ich hätte schon gerne ein normaleres Leben in einem gut bezahlten Job und mit einer vorzeigbaren Wohnung. Mir ist klar dass es aber nur für einen halbtags Job reichen wird und das ich immer ein Problem haben werde Ordnung zu halten.

Ich bin viel gelassener und dieses Jahr wie auch die zwei Jahre vorher habe ich mich mit meinem Gatten nicht gestritten. Auch seine Weihnachtsaversion trage ich mit Gelassenheit, wo mir doch klar ist dass ich mich mit meinen Vorstellungen schöner Weihnachtsfeiertage durchsetze.

Mein „Mustergatte“ hat mal auf die Frage was er an Weihnachten macht geantwortet:“ Peter stellt so ein grünes Gestrüpp ins Wohnzimmer und am ersten Feiertag gibt es einen Zwangsbesuch bei seinen Eltern“. Ich habe es nicht leicht mit ihm. Ich würde gerne mit ihm Heillig Abend zu meinen Eltern fahren, aber er fürchtet sich vor dem Besuch der Christmette wie der Teufel das Weihwasser. Dafür gehe ich alleine in die Messe am Heilligen Abend.  Ich komme früh nach Hause, denn die Messe ist um 17 Uhr, danach gibt es das leckere Abendessen und große Geschenke dieses Jahr. Und das weil ich ihn trotz allem irrsinnig liebe.