Die Bedrohung der Pegida Demonstration führt nur zu Boomerang-Reaktionen

Ich mache mir Sorgen um dass miteinander in diesem Staat. Wem soll man noch trauen? Mir scheint dass sich Konflikte zwischen muslimischen Einwanderern und christlicher Mehrheitsgesellschaft verschärfen. Ich habe Angst davor dass ein möglicher islamistischer Anschlag in Deutschland nicht nur beklagenswerte Opfer bringt, sondern dass es auch Gegengewalt geben wird.

In unserer Stadt Dortmund ist schon so viel schreckliches passiert, und die Leidtragenden waren muslimische Einwanderer und Demokraten. Mich macht es wütend dass Polizisten immer wieder Oper von Angriffen aus egal welchem Lager werden.

Ich wünsche mir so sehr dass dieser Ungeist der Intoleranz und des Hasses aus den Köpfen verschwindet. Ich wünsche mir so sehr dass wir ohne Angst miteinander Leben können.

In meinem Stadtviertel klappt dass ganz gut. Es gibt zum Beispiel ein Fußballspiel zwischen muslimischen Imamen und christlichen Pastören. Der Schiedsrichter ist immer ein Jude.

Ich wohne gerne in der Nordstadt, einem migrantisch geprägten Arbeiterstadtteil. Die meisten Muslime begegnen mir freundlich. Gerne mache ich meine kleinen Besorgungen in ihren Geschäften. Man sieht bei uns auch vermehrt Muslime in langen arabischen Gewändern und einige Frauen verschleiern sich auch ganz. Ich fühle mich sicher in diesem Stadtteil und habe mehr Angst vor dem mörderischen Verkehr auf der  Malinkrodtstraße als vor meinen muslimischen Nachbarn. Ich wünsche mir so sehr dass wir alle einander Vertrauen können. Das wir weiter friedlich miteinander Leben können. Das die Religionszugehörigkeit eines Menschen nicht mehr zur Beurteilung oder gar Verurteilung einer Person führt.

Ich mache mir manchmal auch Sorgen was die misionarische Tätigkeit von christlicher Seite im Stadtteil angeht. Ich selber gehöre keiner protestantischen Freikirche an, wie die Macher des Stern im Nordens. Sie kann man zu den fundamentalistischen Christen zählen. Doch wünsche  ich mir da auch Respekt und Toleranz, manchmal fehlt mir diese auch weil diese Gruppe ähnlich intolerant ist wie es einige konservative Muslime sind.

Doch müssen wir einander mit Respekt und Toleranz begegnen. Manches ist für uns schwer verständlich und einiges sicher auch eine Provokation, doch einiges müssen  wir auch aushalten.

Klar bin ich für die Meinungsfreiheit. Doch hat ein Kabarettist im öffentlichen Fernsehen eine interessante Frage gestellt. Satire sollte alles dürfen, aber muss sie denn alles tun?

Ob wir immer den Spielraum der Toleranz ausreizen müssen  ist hier die Frage. Ich denke manchmal  ist der Spielraum da sehr klein, und die Grenze zwischen Satire und purer Provokation eng. Doch nichts rechtfertigt den Mord. Es gibt gläubige Muslime die glauben dass sich solche Provokatuere selber bestrafen, und diese Sichtweise gefällt mir.

Das sie Gott die Entscheidung darüber überlassen. Vielleicht ist das eine hilfreicher Gedanke für Muslime die sich mit dieser Art der Freiheit nicht anfreunden können.

Ich bete zu Gott das er die Hand über uns hält – und dass er unsere Mitbürger davor bewahrt uns in seinem Namen zu versündigen. Ich hoffe dass dies nicht geschehen wird in unserem Land. Ich wäre glücklich wenn sich diese Hoffnung bewahrheitet.

Je suis Charly

Liebe Blogleser wir sind geschockt durch die terroristischen Anschläge in Frankreich. Es gibt keinen Trost für die Betroffenen Angehörigen der grundlos Ermordeten. Sicher hilft die Solidarität, doch sind diese keine Anschläge auf einzelne Menschen, es sind Anschläge auf uns als Gesellschaft.

Ich möchte meine Leser bitten den Terroristen keine Genugtuung zu leisten in dem wir uns als Gesellschaft spalten lassen. Wir sind alle Europa!

Wir dürfen nicht in die Falle tappen dass wir als Christen oder Juden generell Muslime ablehnen.

Sollten wir wirklich solche Gedanken empfinden, so haben die Terroristen gewonnen und die Demokratie hat verloren.

Liebe Leser lasst uns versuchen näher  zusammen zu rücken. Lasst uns versuchen eine Gemeinschaft  zu sein in der Alle dazugehören, auch die die einen anderen Glauben haben.

Das Vertrauensverhältniß zwischen den Religionsgemeinschaften ist erschüttert durch Jahrhunderte sich wiederholende Verwundungen. Doch müssen wir sie heilen lassen und nicht immer wieder neue schlagen.

Laßt uns vergessen, welche Religion wir haben! Ob wir Muslime, Juden oder Christen sind, lasst uns mehr daran denken dass wir an einen Gott glauben der uns als Menschen erschaffen hat.

Wenn wir das mehr in den Vordergrund rücken dann können Wunden  heilen, dann kann ein besseres Miteinander gelingen, und es ist nie zu spät damit anzufangen!

Warum Pegida Demonstrationen mehr schaden als nützen

Unsere Welt ist konservativer geworden. Nicht nur die Muslime sind es was sich im erstärken des Salafismus zeigt sonder auch wir in der westlichen Welt. Der Neoliberalismus der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts hat uns in eine globale wirtschaftliche Krise gestürzt. Leider nutzten Viele Einwanderung als Erklärungsmodell für soziale Not, um  unsere eigenen Fehler zu vertuschen.

Auch die Ausgrenzung von Muslimen in unserer Gesellschaft ist ein sehr großes Problem. Neulich habe ich in der WAZ gelesen dass hochbegabte Schüler aus muslimischen Familien häufig nicht erkannt werden und ihre Fähigkeiten nicht gefördert werden, so dass wir im Grunde ihr Leben unnötig erschweren.

Diese Ausgrenzung von Muslimen etwa auch durch die unsäglichen Kopftuchdebatten auch von Seiten der Kirchen sind kontraproduktiv und sorgen dafür dass sich Muslime radikalisieren. Der einfach Satz lautet dann wenn ich kein echter Deutscher sein kann dann ein echter Muslim. Wozu das führt erfahren wir häufiger in den Nachrichten.

Es erschüttert mich so total wie sehr unsere Gesellschaft unter diesem Ungeist der Intoleranz leidet. Im Fernsehen habe ich  mal eine weinende Mutter gesehen die ihren Sohn an die ISIS verloren hat. Diese jungen Menschen sind auch Opfer. Nicht dass ich ihre Greueltaten gutheiße. Aber sind wir nicht auch Schuld daran dass unsere Gesellschaft eine konservativere geworden ist. Eine Gesellschaft in der wieder vermehrt Herkunft und Religion eine Rolle spielen. Es gibt in unserer Gesellschaft eine Hackordnung. Die Wirtschaftseliten stehen oben und die Andersgläubigen und die Armen unten. Ist das eine Gesellschaft für die es sich lohnt auf eine Pegida Demonstration zu gehen?  Dies ist sicher stark vereinfacht doch nehme ich die Welt so wahr.  Und ich führe Gespräche mit Menschen in meiner Umgebung. Wir machen Fremde zu Sündenböcken für Verfehlungen die unsere eigenen sind. Und das ist ein nicht neues Konzept in Deutschland. Nazis haben es in deutscher Gründlichkeit zur Spitze getrieben. Das sind wahre Volksfeinde die unserer Gesellschaft mehr Schaden als ein Fehlverhalten einer Minderheit in einer Minderheit. Wir dürfen nicht vergessen dass wir Menschen sind und das wir über Menschen urteilen. Wir Menschen sind fehlbar. Das hat Konsequenzen die die einzelnen zu tragen haben. Doch dürfen wir nicht die ganze Gruppe endmenschlichen. Dies hat  nichts mit unserer Kultur zu tun. Unsere Kultur hat zwei  Wurzeln. Die der Aufklärung und des Christentums. Und Beide Wurzeln sprechen von Nächstenliebe und Sachlichkeit.So dass die Pegidademonstranten unserem  christlichen Abendland mehr schaden zufügen als überhaupt einen Nutzen.

Die Problematik der Toleranz

Toleranz heißt dulden. Und häufig wird dieser Begriff im Zusammenhang mit marginalisierten, das heißt ausgegrenzten  Gruppen, verwendet.

Diese Gruppen erleben eine Stigmatisierung wegen bestimmter Merkmale die der Gruppe zugesprochen werden.

Wie etwa Promiskuität bei Homosexuellen oder Kleinkriminalität bei Armutszuwandrern vom Balkan.

Hier gibt es real problematisches Verhalten  das schwierig zu verstehen sein kann, aber auch durch Vorurteile verstärkt wird.  Häufig hat dieses Verhalten aber auch etwas mit der Diskrimminierungssituation dieser Gruppen zu tun.

Homosexuellen wird zum Beispiel das Gründen einer Familie gesetzlich erschwert. Und Roma vom Balkan etwa sind Globalisierungsopfer. Nach dem Ende des Kommunismus und Einführung der Marktwirtschaft wurden als erstes Roma entlassen.

Ein weiteres Phänomen das die Marginalisierung erklärt ist die Verwendung dieser Gruppen als Sündenbock. Die eigenen Verfehlungen werden auf diese Gruppen projeziert. Die eigene Lüsternheit  wird den Homosexuellen angekreidet wie etwa die Armut der Roma. Dies lenkt vorübergehend von den eignen Problemen ab und gilt als Erklärungsmuster.

Wie kann man das Dilemma verändern und vermeiden in die Vorurteilsfalle zu tappen.

Ich denke dass es wichtig ist Probleme immer ganzheitlich zu berachten und Vorurteile durch Wissen zu ersetzen. Da sind unsere Medien in der Pflicht die allerdings nicht immer dieser Aufgabe nachkommen. Viel zu häufig werden populistische Hetzer zu Talksendungen eingeladen und ihnen wird zu viel Raum eingeräumt.

Nun das psychologische Problem des Sündenbocks ist schmerzhaft aufzulösen. Hier kann nur Selbstreflextion helfen und dies kann unangenehm sein. Wir sollten vor Allem nicht versuchen den Anderen zu endmenschlichen weil dies immer dazu führt dass wir Dinge verschärfen und dem  Problem nicht gerecht werden, sondern schlimmer noch ir sollten uns an unsere kulturellen Wurzeln erinnern die mehr sind als nur Deutschtümmelei. Manchmal kann es heilsam sein die Verfehlungen unserer Geschichte zu studieren. Etwa die Zwangschristianisierung am Baltikum oder die Mechansismen der Demagogie des Nationalsozialiemu babarischen Instinkten Folgen.

Wir Menschen sind nicht dazu ausgelegt in großen Gesellschaften zu Leben. Im Grunde sind wir Dörfler geblieben, die nur 300 Gesichter sich merken können. Doch prägt uns nicht nur unser genetisches Erbe sondern sowohl Kultur in vielen Dingen ohne es zu wissen auch die Religion. Wir sollten aus Fehlern unserer Geschichte lernen und auch die Stärken unserer Kultur betonen. Die immer schon das Fremde in der Lage war zu integrieren. Im  Ruhrgebiet sind es zum Beispiel die Polen die ganz selbstverständlich in  unserem Land leben. Dies ist alles sehr  anspruchsvoll im  Einzelnen doch wir Menschen sind lernfähig das unterscheidet uns vom Tier und das vergessen Rassisten zu oft.

Dies gilt für uns aber auch für die Anderen deshalb müssen wir versuchen als Gesellschaft miteinander auszukommen. Dies bedeutet Toleranz!

Wollen wir Krieg überwinden müssen wir Liebe kultivieren

Gerade habe ich einen interessanten Artikel über den Zusammenhang von Sexualität, Zärtlichkeit und Gewaltfreiheit gelesen. An der alten Hippiethese „Make love not war“ ist wohl mehr wahres dran als man vermuten könnte.

Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse aus mehreren Wissenschaftsfeldern die darauf hindeuten das Kulturen in denen Sexualität frei gelebt wird und in denen Eltern zärtlich mit ihren Kindern umgehen, also viel Körperkontakt mit ihnen haben dazu führt das die Kinder im Erwachsenenalter weniger häufig Gewalttätig sind.

Es ist wohl auffällig das Gewalttäter überdurchschnittlich häufig aus zerrütteten Familienverhältnissen kommen. Mangelnde Berührung in Form von Umarmungen oder Streicheln füht auch zur seelischen Verwahllosung, ähnlich wie fehlende Werte und Normen.

Was die Freiheit im sexuellen Bereich angeht da ist die katholische Kirche ein gutes Besipiel. Wie viel Gewalt an Kindern wurde von Priestern geübt die keine Partnerschaft und daher auch keine Sexualität habe dürfen. Nicht nur sexuelle Gewalt wird dadurch befördert das wir lieblos und somit „unzärtlich“ miteinander umgehen sondern auch gewöhnliche körperliche Gewalt.

Ich denke ein Element  muss noch erwähnt werden.  Der Wettbewerbsgedanke und unsere Vorstellungen von Männlichkeit.  Noch immer bedeutet das wenn ein Mann stark ist körperliche und soziale Durchsetzungsfähigkeit. Die Möglichkeit des Kompromißes wird häufig als Niederlage gesehen. Brauchen wir mehr väterliche Männer als Helden.

Es ist schon merkwürdig das wir Zärtlichkeit mit Mütterlichkeit verbinden aber nie mit Väterlichkeit. Ich denke das dies ein großes Problem ist. Das Männer nicht Väter sein dürfen. Das es als unmännlich gilt wenn ein Mann einen Kinderwagen durch die Stadt schiebt. Bei alten Männern ist das ein wenig anders. Ältere Männer werden schon alleine durch die Hormonumstellung sanfter und zärtlicher. Wäre das aber ein geforderter sozialer Wert das auch jüngere Männer väterliche Seiten zeigen dann wäre unsere Welt eine andere und wahrscheinlich eine gewaltfreiere.

Was denke ich über Muslime

Der ISIS-Terror stößt mich wirklich ab und viele der Nachrichten aus dem nahen Osten finde ich erschreckend und verstörend.

Dennoch fühle ich mich in einem Stadtteil mit einem hohen Anteil von Muslimen wohl. Die meisten Muslime empfinde ich als freundliche Menschen. Auch weiss ich das ihre Religion einige Vorzüge genüber unserer hat. Ein Teil ist die praktizierte Nächstenliebe und Caritas die für den Islam typisch ist. Das Teilen mit den Armen gehört zu den Pflichten des Islam wie auch das fünfmalige täglich Gebet und die Pilgerreise nach Mekka.

Auch der Umgang mit psychisch Kranken und Alten ist respektvoller weil dies der Koran von gläubigen Muslimen einfordert.

Die Rolle der Frau im Islam sehe ich als schwierig an, dennoch kenne ich selbstbewußte muslimische Frauen mit Kopftuch. Ich weiss nicht ob man den Grad der Emanzipation immer am tragen des Kopftuches messen soll. Manchmal ist es auch die eigene, konservative religöse Überzeugung die Muslimas den Kopf bedecken läßt.

Die Sexualmoral der Muslime ist ähnlich rückschrittlich wie die der römischen Katholiken.

Mit einem Unterschied, als homosexuell gilt in der Regel nur der passive Partner. Auch die Homophobie vieler, aber nicht Aller Muslime, macht mir schon manchmal Sorgen. Ein Mann in arabsicher Kleidung hat schon mal vor mir in der Straßenbahn ausgespuckt, weil ich dort gestrickt habe. Doch sind Übergriffe tatsächlich selten. Und freche Kinder und Jugendliche muss ich auch aus anderen Gruppen fürchten.

Die Homophobie ist ein Erbe der europäischen Kolonisation. Der Koran äußert sich nur sehr vage zu dem Thema. Strafen gegen Homosexuelle wurden weit in´s 20 Jahrhundert nicht gegen Homosexuelle verhängt. Die Strafbarkeit für männliche Homosexualität wurde in Deutschland Stufenweise abgeschafft mit einer Straffreiheit für Erwachsene Partner 1969. Einige Koranstellen versprechen dem frommen Muslim auch nicht nur 70 Jungfrauen sondern auch 70 Jünglinge.

Homoerotik ist ein großes Thema in islamischen Ländern weil es dort durch die strikte Geschlechtertrennung eine Art von Zwangshomosexualität gibt. Und die Türkei war einmal berühmt für männliche Tänzer die in Frauenkleidung sogar vor dem Sultan auftraten, da es Frauen verboten war dies öffentlich gegen Geld zu tun.

Den aufkeimenden Salafismus kann ich auch nicht erklären. Für mich erinnert das alles an die  Nazidiktatur bei uns in  Deutschland. Alles was menschlich ist wird von den selbst ernannten Gotteskriegern zerstört. Sie kennen keine Werte und ich halte sie in dem Sinne auch nicht für gute Muslime.

Ein Grund dafür kann die jahrunderte lange Kolonialisierung islamischer Länder durch europäische Staaten wie Frankreich und Großbrittanien sein. Ich glaube schon dass dies die islamischen Staaten um Jahrhunderte zurückgeworfen hat. Es gibt gute Beispiele für islamische Staaten in denen die Trennung von Staat und Religion in der Verfassung verankert ist. Ein Beispiel ist die Türkei.

Dieser Blogartikel klingt einigen Lesern unter Ihnen vielleicht zu verständnisvoll. Ich bemühe mich immer ein Thema ganzheitlich zu betrachten. Die Antwort mit Gewalt auf den Terror der ISIS heiße ich gut, da es hier im Verbrechen gegen die Menschlichkeit geht und nicht um Religion. Ich bin auch den Allierten dankbar dass sie uns damals von der Nazi-Diktatur befreit hat die hier alles zu verschlingen drohte. Dennoch müssen wir vorsichtig sein wenn wir vom Islam sprechen. Er hat viele Strömungen und es gibt sehr liberale Muslime wie etwa die kurdischen Aleviten. Glauben heißt für mich nie wissen, auch ich als altkatholischer Christ glaube nur und weiß nicht was Gott von mir verlangt. Deswegen versuche ich vorsichtig zu sein wenn es um Urteile über Andersgläubige geht.

Und das wünsche ich mir von Allen Menschen die über andere Urteilen das alle Aspekte betrachtet werden und nicht nur einige Teile die in das eigene Weltbild passt.

Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung von Minderheiten

Die unterschwellige Fremdenfeindlichkeit in unserer Stadt ist beschähmend. Egal ob es um der Umgang mit Muslimen oder Armutszuwandern wie den Roma vom Balkan geht.

Es ist beschähmend wie man mit den Straßenprostituierten vorgangen ist, sie ohne Schutz und Hilfe vor gewaltätigen Freiern überläßt und sie noch mit Willkür durch die staatlichen Ordnungsbehörden bedroht.

Es ist beschähmend das Alkoholkranke Menschen aus dem Stadtbild verdrängt werden sollen.

Und dies aus Profitgier und übelster Vorurteile und fehlenden Mitgefühl.

Es ist beschähmend dass Demokraten, die Nazis den Platz in der Öffentlichkeit verwehren, von der Staatsanwaltschaft bedroht werden. In was für einer Stadt wollen wir eigentlich Leben?

In was für  einem Staat wollen wir Leben? Diese Menschen sind Sündenböcke für eine verfehlte Politik die getrieben ist von Gier und Dummheit.

Selbstverständlich braucht jeder ein Smartphone, auch aus ausbeuterischer Fertigung. Doch die Folgen davon tragen sollen die Anderen.

So funktioniert das Leben nicht. Wir sind eine Welt und Gott hat uns alle nach seinem Ebenbild geschaffen.

Warum sind solche simplen Tatsachen so schwer verständlich.

Ich habe gerade eine Doku im WDR Fernsehen gesehen wie ein  ganzes norditalienisches Dorf eine Gruppe von 72 jüdischen Kindern während des 2. Weltkriegs versteckt hat. Ich bin immer noch zutiefst berührt über den Mut den diese Menschen hatten. Mich erschreckt und verstört es dass es immer noch  Mut braucht gegen Nazis zu sein.

Wie beschämend ich es fand als Ulrich Sierau, unserer Bürgermeister während der Anti-Nazi-Demo während des Dortmunder Christopher Street Days in Dortmund sich verhielt wie im Wahlkampf. Herr Sierau seinen sie einfach mal nur Mensch und nicht nur Politiker.

Wie konnten Sie Ihre Parteifreundin Marita Hetmeier so offen gegen Minderheiten in der Nordstadt hetzen lassen.

Ist es so einfach den Menschen nur nach dem Mund zu reden.

Das frustriert mich zutiefst an dieser Stadt. Es tröstet mich  auch die Solidarität auf den zahlreichen Anti-Nazi Demos.

Es muss auch aufgepasst werden das Stammtischparolen der Nährboden für Nazis sind. Und ich höre sie viel zu häufig. Am Tisch beim Gemeindecafe, unter schwulen Freunden in der Straßenbahn. Es wiedert mich förmlich an.

Als wäre Dortmund nur ein Haufen von Spießern und Proleten. Klar bin ich jetzt emotionalisiert. Aber die Häufigkeit solcher Stammtischparolen stößt mir schon Übel auf.

Und das Verhalten der Polizei gegenüber den Schützern des Dortmunder Rathauses ist indiskutabel.

Und Gerda Horitzky ist dafür Bekannt das sie antimuslimisch und fremdenfeindlich eingestellt ist. Meine verstorbene Schwiegermutter, die als Meisterin bei einem türkischen Friseursalon angestellt war, hat sich lange  genug mit ihr gestritten.

Das ist alles eine Schande für eine Stadt und diese Wahrheit muss man schon noch aussprechen können. Bei allem  Lokalpatriotismus aber irgendwann verliert man wirklich die Geduld mit der Führungselite unserer Stadt. Genug ist genug.

Ich hoffe das wird auch bald verstanden oder müssen erst wieder neue NS-Morde passieren?

Kriminelle Ausländer

Ich wohne in der Dortmunder Nordstadt und hier wohnen viele Einwanderer. Ich benutze nicht gerne den Begriff ausländische Mitbürger oder Migranten weil ich Einwanderer besser finde.

Was mich stört das bei meinen Freunden aus der übrigen Stadt Einwanderer häufig als kriminell gelten genauso wie Bulgarinnen als Prostituierte.

Sicher gibt es Delikte bei denen Einwanderer häufiger vertreten sind, doch finde ich das unfair eine ganze Gruppe unter Generalverdacht zu stellen.

In meinem  Stadtteil gibt es sehr viele hart arbeitende Menschen. Wenn ich nur an die kleinen Handwersbetriebe oder Tante Ayshe Läden denke, die von Familien betrieben werden. Und mit wie viel Charme Gemüse oder Haushaltswaren verkauft werden, dann bestürzt es mich wie unfair das ist von diesen Menschen so zu reden.

Auch beim Thema Islambashing bin ich vorsichtig. Viele Muslime sind sehr unpolitisch und sind eher Kulturmuslime die zwar die Moschee besuchen, und die religösen Feste feiern, aber ansonsten sich kaum von anderen deutschen Staatsbürgern zu unterscheinden sind, wie Katholiken oder evangelische Christen auch.

In Dortmund klappt Integration auch besser als in anderen Städten weil es genügend Hilfseinrichtungen für Einwanderer gibt die ihnen  Orintierung bieten.

Das wir eine ganze Generation von Einwandererkindern sozial abgehängt haben ist auch eher der Nährboden für extremistische Einstellungen. Und daran ist eher die Globalisierung und der Zusammenbruch der Montanindustrie schuld als Einwanderer oder Deutsche mit ausländischen Wurzeln.

Der Salafismus ist in Dortmund weniger stark verbreitet als in anderen Städten. Es gibt zwar Burkaträgerinnen und auch Männer die arabsiche Kleidung und lange Bärte tragen, doch fallen sie immer noch als besonders auf und sind in der Minderheit. Konservative Muslime gibt es allerdings einige.

Das die Menschen in Deutschland vermehrt konservative Einstellungen haben gilt nicht  nur für diese Gruppe. Es sind in der Regel die Menschen die die Verlierer in unserer Gesellschaft sind oder sich manchmal auch  nur dafür halten.

Toleranz von Seiten der Muslime erlebe ich häufiger im Alltag. Die türkischen Juweliere verkaufen auch christliche oder auch jüdische Schmuckstücke. Vor Weihnachten verkauft unserer türkischer Metzger sogar Babyputen für seine christliche Kundschaft.

Reibereien und kulturelle Konflikte kommen vor, aber sie sind nicht prägend für den Stadtteil. Häufig ist auch die Einstellung einiger Lokalpolitiker, wie etwa Gerda Horitzky sehr intolerant bis hin zu Fremdenfeindlich.

Ich will nicht leugnen das es in der  Nordstadt relativ viel Kriminialität gibt. Doch ist sie nicht an der Tagesordnung. Ich wurde zwei mal in meinem Leben fast ausgeraubt einmal davon am  Bahnhof des Idyllischen Städtchens Lünen.

Das Nordstadtbashing ist hochgradig unfair. Und meistens wird es von Menschen betrieben die hier noch nie waren.

Neben dem multikulturellen Flair wie etwa in den Geschäften der Einwanderer ist auch die Kulturszene hier sehr lebhaft.

Wessen kultureller Horizont beim Lesen der Bildzeitung oder dem Besuch eines BVB-Spiels aufhört wird sich nicht hier wohl fühlen. Und wer Gartenvorstadt Idylle sucht wird sie hier auch nur kaum finden. Das ist vielleicht jetzt etwas plakativ doch habe ich häufig den Eindruck das viele Menschen beim Thema Nordstadt ihr  Niveau senken und uralte Vorurteile hervorkramen.

Nazidemo in Dortmund

Gestern war parallel zur Nazidemo, Christopher Street Day der queeren community Dortmunds. Slado der Dachverband der schwulen, lesbischen und transidenten Vereine hat zusammen mit dem Bündnis gegen Rechts eine Kundgebung in der Nähe des geplanten Demonstrationsortes der Neonazis abgehalten. Eingestimmt wurden die Teilnehmer mit Musik von Ephraim Levi, einem jüdischen Rocksänger aus Essen. Auf der Kundgebung war dann das türkisch/deutsche Duo „Merhaba“ um die türkischstämmige Sängerin Sevgi Kahrman, zu hören. Unter den Rednern waren der Superintendent der evangelischen Kirche, der Bürgermeister Ulrich Sierau und einige Vertreter von Linken oder sozialdmokratischen Organisationen.

Der Demozug der Neonazis wurde  durch mehrheitlich Linke-Jugendliche von BlockaDo aufgehalten und erfolgreich blockiert. Die Polizei ließ die Blockierer gewähren. Die Rechten waren gezwungen eine Standkundgebung auf der Kampstraße abzuhalten und waren von Polizeikräften eingekreist. Eine weitere Blockade von Antifa-BVB-Fans hielt sie  auch noch zwischendurch auf.

Eine weitere Kundgebung an einer von Linken besetzten Kirche verlief auch als Niederlage für die Neonazis. Linke Blockierer und Polizei schützten das Gebäude. Während des Geschehens wurden die rechten Demonstranten noch von mehrheitlich ausländischen Bewohnern der Straße „veräppelt“ was schon comedyhafte Züge hatte. Auch wurden die Linken Beschützer der Kirche mit Applaus begrüßt.

Irgendwie kann ich das alles gar nicht glauben. Ist das wirklich die Stadt in dem eine Kopftuchdebatte wichtiger ist als etwa der Mietwucher in Matratzenlagern in denen Zuwanderer aus dem Balkan leben.

Das ist auch Dortmund und es ist die Beste Seite der Stadt die sich bei dem Wiederstand gegen die rechten Spinner gezeigt hat.

Wir Dortmunder können Stolz darauf sein dass wir den  Nazis die Suppe versalzen haben und das ist besser gelungen als ich erwartet habe.

Humor gegen Nazis

Liebe Leute!

In Dortmund demonstrieren wieder am Samstag die Neonazis. Ich finde das dies eine sehr ernste Geschichte ist.

Aber Humor ist wenn man trotzdem lacht. Und in letzter Zeit gab es politisch nich viel zu lachen in  unserer Stadt.

Ich  möchte Euch bitten Eure besten Anti Nazi Sprüche hier kund zu geben.

Ich lege auch bewußt einen Vor.

Neonazis sind im Prinzip auch Menschen – nur sie verhalten sie sich nicht so!!!!

Ich freue mich über jeden sinnvollen Beitrag der erheiternd ist. Das haben wir hier wirklich verdient.

Liebe Grüße an Euch da Draußen und haut kräftig in die Tasten !!!