Die Psychotische Krise meiner Jugendzeit war eine Krise der Identität

Wenn ich an die psychotsiche Dekompensation zurückdenke und die Gründe dafür, dann hat das etwas mit einer Suche nach Identität zu tun.

Ich glaube dieser Fetisch der Männlichkeit in einigen schwulen Subkulturen hat mich irritiert und verstört. Es ist ja keine normale Männlichkeit die etwa in der Lederszene oder auch unter schwulen Hard Rock Fans gehuldigt wird. Es geht um „Supermännlichkeit“ und das muss man sich noch in großen Lettern vorstellen.

Sind diese Subkulturen nur Schuld an dieser Krise oder war es die eigene Unsicherheit mit dem Thema. Die höhere Wertigkeit die einem klischeehaft männlichem Verhalten zugeordnet wird. Im Grunde waren die Voraussetzungen gut ein stolzer schwuler Mann zu werden. Ich hatte schon als Kind das Gefühl das es verschiedene Formen von Männlichkeit und Weiblichkeit gibt und das dies nichts schlimmes ist. Ich war als Tucke mit einem Frauennamen schon akzeptierter Teil der Szene. Aber warum fand ich die Identitätssuche der Anderen als bedrohlich.

Die Abwertung durch andere tat so immens weh. Im Grunde ist man als Tucke weder liebens- noch begehrenswert. Als Clown auf der Dragebühne wird man geduldet aber ansonsten lebt man schon ziemlich am Rand der Gesellschaft. Wie häufig wird man zur Witzfigur wie etwa im Schuh des Manitu in der Figur des Winnetouch.

Und diese Nachwendezeit mit dem erstarken rechter Ideologien machten mir auch Angst. Kein Wunder das ich denken mußte alle sind gegen mich. Alle sind Nazis. So einfach ist das nicht. Aber was blieb mir übrig als halbes Kind zu denken. Erst als Erwachsener habe ich dann ein Leben geführt das meinem naturell entspricht. Ich bin kein Crossdresser geworden aber ich besuche einen Handarbeitskreis und bin da Hahn im Korb. Und ich gehe selbstbewußt zum Weltgebetstag der Frauen weil mir die Atmosphäre da gut gefällt. Ansonsten bin ich ein weicher schwuler Mann wie viele andere auch. Mit dem kleinen unterschied das ich nur wenig Musik von Pop Diven höre und sexuell nur aktiv bin. Aber ansonsten unterscheidet mich nicht viel von anderen Männern. Außer vielleicht das ich mich gerne etwas bunter kleide als andere Männer. Und das wars schon. Aber ich bin in der Heterosexuellen Welt emanzipiert bin ich das in der Schwulen Welt auch? Die wenigen sozialen Kontakte die ich zu Schwulen habe sind positiv wenn sie auch über Distanz geschehen wie etwa über Facebook. Aber ich fühle mich da schon wohl. Ich würde mir gerne wünschen dass ich mehr echte Freunde hätte, vor allem auch unter femininen Schwulen aber das kann sich ja noch ändern. Ein Kollege von mir der selber sehr angagiert war in der Szene seiner Stadt und auch etwas feminin ist hat auch keine Lust mehr auf die Szene weil der Hass untereinander so groß ist. Und das ist wirklich schade und traurig.

Advertisements

Ich bin sehr verletzlich und schnell eingeschnappt

Ich weiß nicht ob das etwas mit ADS zu tun hat aber ich bin sehr schnell eingeschnappt wenn ich kritisiert werde. Vielleicht hat das am Rand mit ADS zu tun weil ADSler sich generell nicht so gut selbst behaupten können und häufig der Selbstwert einen Knacks hat.

Früher habe ich wegen jeder kleinen Kritik geweint, jetzt tue ich das nicht mehr. Aber Kritik verletzt mich mehr als andere Menschen.

Ansonsten bin ich nach der Reha-Maßnahme wieder im alten Trott zurück. Spät ins Bett gehen, spät aufstehen und zu nichts wirklich Lust. Nicht einmal etwas zum Essen zu machen. Ich gehe gleich zum Bäcker und esse wie immer meine geliebten Schweizer Wecken und vielleicht besuche ich noch einen Bekannten im Buchladen. Einkaufen muss ich auch noch. Und dann ist schon der Nachmittag um.

 

Ich habe nur wenig Antrieb

Es ist schon sehr nervig, dass ich zu kaum etwas Lust habe. Ich mache kaum was im Haushalt. Gerade unsere Küche ist ein Problemfeld. Ich habe mir vorgenommen den Kühlschrank zu reinigen und endlich auch das Altpapier wegzubringen und die Oberflächen abzuwischen. Ich versuche morgen damit anzufangen. Das einzige was ich aktiv an diesem Wochenende gemacht habe war einkaufen und uns irgendwelche Convience Produkte aufwärmen und dann habe ich mich noch etwas um meinen Topfgarten gekümmert. Ich habe die Pflanzen gedüngt und Sprossenbrokoli und Zwiebeln und Petersilie ausgesät. Ich koche immer noch zu selten richtig. Vielleicht muss ich meine Einstellung etwas verändern und die Ist-Zustand nicht so sehr ins negative ziehen. Ich grübel auch wieder. Das ist nicht so gut. Ich habe mich mit einer Wodka-Brennerei auf meiner Trauminsel Prince Edward Island beschäftigt. Ursprünglich wollte das Frauenpaar dort Whiskey brennen dann ist es Kartoffel-Wodka  und Blaubeerwodka, für den sie sogar Auszeichnungen bekamen, geworden. Ich habe ihnen dazu geraten. Aber ich finde keinen richtigen Kontakt zu ihnen. Prince Edward Wodka kann man auch bei uns in Deutschland kaufen. Ich finde es schade das ich so recht keinen Kontakt finde und es lustig finde das es ein lesbisches Paar ist denen die Brennerei gehört. Ich wollte auf PEI die Wirtschaft fördern weil die Insel auch etwas strukturschwach ist. Mittlerweile beschäftigen die Frauen 15 Leute in ihrer Brennerei, das ist eine gute Sache. Auch die riesige Biogasanlage am Lüner Hafen samt dezentraler Blockheizkraftwerke habe ich den Stadtwerken vorgeschlagen. Hier kann die Stadt viel Geld für Energiekosten sparen und das ist gut. Aber ich habe ja keine Ahnung von so etwas. Die ist zu überdimensioniert. Ich bin davon ausgegangen das sie komplett mit Gülle aus dem Münsterland beschickt werden könnte. Das war eine Fehler das es überwiegend Mais ist der nicht so umweltfreundlich ist.

Mit der Reha geht es nicht weiter

Zur Zeit bin ich in einer Art Orientierungsmaßnahme bei einem beruflichen Trainingszentrum für psychisch Kranke. Diese Maßnahme dauert einen Monat.

Für die Hauptmaßnahme ist meine Arbeitsleistung zu fehlerhaft. Ich musste handwerkliche Dinge machen und auch monotone sich wiederholende Arbeiten.

Ich hänge jetzt ganz in der Luft. Ich überlege ob ich doch im Herbst auf eigene Kosten eine Umschulung zum Seniorenbetreuer mache. Ich muss mir das gut überlegen. Vielleicht macht mir das Arbeitsamt auch keinen Strich durch die Rechnung. Ich sehe da keine andere Möglichkeit.

Das würde mir wirklich gut tun. Vielleicht ist meine Idee gar nicht so schlecht.

 

Ich habe eine kleine Identitätskrise

Vor einiger Zeit habe ich das schon thematisiert. Ich weiß nicht genau was mich noch interessiert. Meine Homosexualität und das ADS waren schon sehr identitätsstiftend.

Doch aus verschiedenen Gründen passt das nicht mehr so ganz. Ich liebe zwar immer noch Männer, doch habe ich mit den kulturellen Normen der Szene nicht viel am Hut. Ich mag nur selten weibliche Popstars oder sogenannte Pop-Diven und ich mag eindeutig gerne ältere zierliche Männer. Da bin ich gar nicht so typisch für die Szene. Ich mag die Musik meistens nicht in schwulen Bars und Treffpunkten. Und die Schönheitsideale die schwule Medien propagieren sind mir ein Graus.

Beim ADS habe ich auch Probleme weil ich mich jetzt so stark verändere dass das ADS keine Rolle mehr spielt, da ich nur selten tagträume. Viele der historischen Romane und Filme dienten mir auch als Futter für meine Fantasie. Ich will nicht mehr in einer anderen Zeit leben oder auch nicht an einem anderen Ort. Obwohl mir in Dortmund schon die Natur fehlt. So geht es aber vielen Großstädtern und den Abonentinnen der Landlust.

Ich hätte gerne ein paar Hühner und einen Gemüsegarten und einen Wald in der Nähe.

Ich träume auch noch kaum von anderen Männern daher sind schwule Liebesdramen in Filmform nicht so sehr wichtig. Ich schaue sie zwar immer noch gerne, aber ich muss nicht jeden schwulen Film mehr sehen. „Call me by your name“ hat mich sehr bewegt, weil der Film mich an meine eigene erste Liebe erinnert, die allerdings einseitig war. Aber der Altersabstand und die sommerliche Atmosphäre waren schon ähnlich.

Vielleicht muss ich nach nichts mehr suchen was mich glücklich macht. Ich liebe meinen Mann und das reicht vielleicht erst einmal. Ich mag die Musik der Indie Band „Sleeping at last“ sehr gerne und ich mag die Musik von Luisa und Salvador Sobral. Auf meinem Handy habe ich ein Album von „Milow“, Melissa Etheridge, „Passenger“  und Salvador Sobral gespeichert und höre das gerne in der Bahn. Ich glaube das mein Musikgeschmack ziemlich unschwul ist. Und das ich mit einem scheuen Computer Nerd zusammen bin ist auch nicht so ganz typisch. Auch egal ich bin ich und das reicht mir.

Ostern habe ich nur wenig vorbereitet

Dieses Jahr ist Ostern wirklich der Wurm drin. Ich habe weder Pickert für Martin gebacken noch groß dekoriert. Ich fühle mich aber wirklich wohl. Ich habe Karfreitag mit einem Kumpel einen Ausflug nach Paderborn gemacht und mir unter anderem den Dom und die Kaiserpfalz angeschaut und sind noch in der Paderaue ein Stückchen gewandert.

Ostersamstag war ich in der Osternacht in der Kirche und zum Agape-Essen was sehr schön und gemütlich war. Eigentlich fühle ich mich sehr wohl und ausgefüllt. Martin mein Mann hält nicht so viel von religiösen Festen und Traditionen. Den Pickert mache ich ein Wochenende später. Schließlich habe ich alles eingekauft. Gefärbte Ostereier habe ich gekauft und etwas Schokolade auch.

Früher hatte ich so Sehnsüchte von Dortmund weg zu ziehen. Ich habe aber festgestellt das Dortmund als westfälische Stadt gar nicht soo schlecht ist. Das Stadtbild von Dortmund gefällt mir etwas besser als von Paderborn. Dafür haben wir keine so schöne Kirche wie den Dom und nicht so viel Grün in der Innenstadt. Wir haben aber die renaturierte Emscher und um den Stadtgarten herum etwas grün und schönere und größere Parks etwas außerhalb der City.  Und die mittelalterliche St. Marien Kirche ist bei uns auch sehr schön.Im Grunde bin ich ganz zufrieden.

Was ich interessant finde ist das die einzige schwule Bar Paderborns dadurch überlebt das sie auch heterosexuelle Gäste hat, vor allem auch Junggesellenabschiede. Das ist in Dortmund nicht so. Das Burgtor das mit Susis Unverschämt in Paderborn vergleichbar ist, lebt von der schwulen Kundschaft. Den Travestiekünstler und Wirt  Susi haben wir in „zivil“ in einem Cafe in Paderborn gesehen. Das fand ich lustig als ich das erfuhr als ich später im Internet mich über Paderborn informierte. Anscheinend ist Paderborn gar nicht so schlimm konservativ wie ich das manchmal denke.

 

Bei handwerklichen Tätigkeiten fehlt mir die notwendige Sorgfalt bei kaufmännischen Tätigkeiten ist es ähnlich.

In der beruflichen Reha werden auch handwerkliche Werkstücke von mir verlangt. Dabei fehlt mir die notwendige Sorgfalt. Ein Regal das ich erstellen mußte war etwas schief. Ich habe Fehler bei den Abmessungen gemacht. Das frustriert mich sehr. Sorgfalt und Genauigkeit sind nicht meine große Stärke, Die Ausdauer hat sich bei mir aber verbessert. Der Antrieb ist normal wenn äußerer Druck vorhanden ist. Wenn ich mit die Zeit selber einteilen muss neige ich zur Prokrastination, also dem Aufschieben.

Es frustriert mich ungemein das ich handwerkliche Arbeiten nicht so ordentlich ausführen kann wie ich es mir wünsche. Auch bei meinen Handarbeitsprojekten, zumindest bei den komplizierteren gibt es immer wieder Mängel. In der Reha sollen aber gerade die Grundlegenden Arbeitsfähigkeiten wie auch die Sorgfalt geübt werden.

Ich hoffe das bringt etwas. Aber ich halte mich eher für einen sozialen Beruf geeignet als für einen handwerklichen. Tabletten geben wäre aber in der Altenpflege für mich ein Problem. Es könnte sein das ich sie vergesse oder Medikamente doppelt gebe. Essen reichen und Grundpfelgearbeiten wie Asistenz bei der Körperpflege würden mir eher liegen.

Bei kaufmännischen Tätigkeiten wie bei einer Inventur ist es nicht besser. Ich bin nicht so genau wie andere Leute.

Mir fällt es schwer meine Meinung zu vertreten

Einige Kollegen aus der Maßnahme äußern sich sehr schlecht über meinen Wohnort, ich wohne in einem Arbeitervorort einer Großstadt. Auch über sozial Schwache und Randgruppen hat sich ein Kollege schlecht geäußert. Das fand ich sehr frustrierend ich bin aber nicht auf das Thema angesprungen. Der Gerechtigkeitssinn beim ADS ist auch etwas positives. Ich muss lernen diese Gabe konstruktiv einzubringen. Im Moment schweige ich nur viel. Schließlich bin ich ein gebranntes Kind. Bei meiner letzten Umschulung habe ich mich sogar mit Dozenten angelegt die Unsinn über ADHS und ADS gesprochen habe. Am Schluss war ich verletzt und herabqualifiziert worden. Das tat wirklich weh und ich möchte diese Erfahrung nicht noch einmal machen. Dennoch wäre es sinnvoll gewesen etwas zu sagen. Ich muss noch an der richtigen Dosierung arbeiten. Das muss ich noch lernen wann es klug ist sich anzulegen oder nicht.

Bin gut medikamentös eingestellt

Heute hatte ich meinen ersten Tag bei der beruflichen Reha. Ich habe mich gewundert wie gut ich mit Strattera eingestellt bin. Es wurde zwischenzeitlich etwas lauter in dem Seminarraum, dennoch ist es mir mit etwas Mühe gelungen mich zu konzentrieren.

Die Kollgen sind sehr nett und mein direkter Platznachbar ist sehr hilfsbereit. Es ist eine bunte Truppe und das ist auch gut so. Vor einigen handwerklichen Aufgaben habe ich etwas Angst. Ich denke aber es wird irgendwie gehen.

Ich denke auch dass das Risperidon ein wenig hilft was die Gelassenheit angeht. Es beruhigt sehr stark.

Ich bin zuversichtlich dass ich die Maßnahme schaffe.

Abnehmen und entrümpeln

Ich bin stark übergewichtig und ich bin Messie. Das sind Wahrheiten denen ich ins Auge sehen muss. Ich will meine Frühstücksgewohnheiten umstellen. Anstatt ein Teilchen vom Bäcker will ich eine Banane essen. Das ist auch süß und gesünder als  die süßen Teilchen die mir der Bäcker verkauft. Und ich will wieder einmal die Woche wieder schwimmen gehen. Abends will ich auf Schokolade verzichten und anstatt 1 bis zwei Äpfel essen. Ich hoffe das hat weniger Kalorien als die Schokoriegel die ich sonst esse.

Was das entrümpeln angeht weiss ich mir nicht so recht zu helfen. Wir haben einfach zu viele Sachen. Dabei haben wir schon viel weggeworfen. Ich muss noch radikaler werden. Auch Sachen die man noch gebrauchen kann wegwerfen. Einfach wegwerfen den zum verkaufen oder verschenken habe ich keinen Elan. Martin soll nur paar teure Aktbildbände versuchen bei ebay los zu werden. Obwohl er hat auch einen schlechten Antrieb das nervt an der Stelle auch. Ich weiß nicht wie ich mir helfen soll. Kaufen tue ich nicht mehr so viel. Doch Samentüten, Wolle und ab und an ein gedrucktes Buch.

Die dicken Wollreste will ich für einen Afghanen eine Häkeldecke verwenden und außerdem will ich mehr gärtnern dieses Jahr. Und im Bücherregal ist noch Luft weil ich vor einer Weile ziemlich ausgemistet habe. Also habe ich meine „Kaufsucht“ relativ im Griff.