Prokrastination ist nicht als Krankheit anerkannt /berufliche Aussichten

Prokrastination wird im DSM nicht erwähnt. Ich denke schon das Aufschieberitis krankhafte Züge haben kann. Bei mir ist es gemischt mit einer starken Antriebshemmung. Im Grunde kann ich nur bei großen  Druck etwas im Haushalt tun z. B. wenn sich Besuch ankündigt.

Manchmal bin ich auch traurig deswegen. Weil mein Leben nie richtig Fahrt aufnimmt. Meine Arbeitslosigkeit liegt an den Versagensängsten. Ich vermeide Situationen in denen ich bewertet werden kann. Einen Bürojob kann ich nicht Leisten da Versage ich total. Und handwerkliche Arbeiten kommen auch nicht in Frage. Manchmal habe ich auch Zweifel das ich als Alltagsbegleiter oder Seniorenbetreuer bestehen würde. Ich bin halt sehr unsicher. Aber ich denke das ist der einzige Job der halbwegs passt. Eine Ganztagsstelle in dem Bereich zu finden ist aussichtslos. Aber vielleicht könnte ich auch nur 20 Stunden arbeiten wie mein Mann. Das würde mir total reichen. Mit unserem gemeinsamen Einkommen kämen wir zurecht. Für einen pflegerischen Job bin ich zu krank. Nach einer psychotischen Depression hält mich die Berufspsychologin vom Arbeitsamt für zu labil. Ich denke aber schon das ich eine stabilere Stimmung habe und die Psychose ganz ausgeheilt ist. Die Diskrimminierungserfahrung im EWZ  der Bildungsstätte in der ich zum Seniorenbetreuer ausgebildet werden sollte,als ADSler war ähnlich schlimm wie die Ablehnung als femininer Schwuler Mann in einem schwulen Begegnungszentrum. Ich glaube ich muss mich von der Idee verabschieden alle Menschen in meiner Umgebung mögen zu müssen. Nur eine Dozentin die gegen das Konzept ADHS hetzt ist wirklich schwer ertragbar. Ich hätte mich beim Arbeitsamt beschweren sollen und nicht an die Öffentlichkeit gehen sollen auf meinem Blog. Das hat vieles nur schwieriger gemacht.

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Vor dem Neid kann ich nicht entkommen

Als ich studieren wollte wurde ich von meinen weiteren Verwandten beneidet, weil ich angeblich etwas Besseres sein wollte. Als ich jetzt von der Reha-Kur erzählte habe ich eine Kollegin beim Handarbeiten tuscheln hören „den Arbeitslosen die nie gearbeitet haben wird alles in den Hintern gesteckt“. Dabei geht es darum dass ich arbeiten will, nur das Jobcenter zahlt mir keine Umschulung weil sie mich nach der psychotischen Depression für zu labil halten.  Ich glaube mit  mir tauschen wollte die Kollegin nicht. Zum einen habe ich materiell viel weniger als sie und zum Anderen bin ich auch nicht psychisch gesund. Ich habe ja eine Depression die man Dysthemie nennt und ich habe soziale Ängste. Außerdem habe ich auch schon häufiger in einem 1 Euro Job gearbeitet. Ich habe 150 Euro mehr für 6 Stunden Arbeit täglich bekommen. Am liebsten wären die wohl dafür das Langzeitarbeitslose keine Lebensrecht hätten. Das ist zumindest der Umkehrschluss daraus.  Und durch das ADS bin ich nicht so leistungsfähig wie andere das macht mir den Wiedereinstieg in Arbeit schwerer.

Mein Patenkind hat kein ADHS

Am Samstag habe ich mein Patenkind bei meinen Eltern getroffen. Ihre Mutter gab mir folgende Auskunft zu ihrem Störungsbild. E. hat eine emotionale Entwicklungsstörung. Ich weiß jetzt nicht ob ich erleichtert sein soll. ADHS lässt sich besser medikamentös behandeln.

E. ist sehr dankbar und freute sich über die mitgebrachten Süßigkeiten wie auch über das Versprechen ihr zu Weihnachten ein Häkelanleitungsbuch für Kinder zu schenken.

Sie besucht eine Förderschule und ist recht gut in Kunst und Englisch. Lesen tut sie zu meinem Leidwesen nur manchmal und dicke Bücher sind nicht so ihr Ding. Was mir aufgefallen ist das die Mutter sehr auffallend streng zu ihr und ihrer Schwester ist. Ein ruhigerer und sanfterer Umgang tut da wirklich not.

Ansonsten war es eine sehr positive Erfahrung und ich bin im großen und ganzen  zufrieden mit der Begegnung. Ich mache mir nicht so viele Sorgen um das Mädchen. Sie war sehr ruhig und etwas schüchtern. Wenn Sie schlechte Tage hat, ist sie drei Tage lang nicht beschulbar. E. hatte an diesem Wochenende eindeutig einen guten und schönen Tag bei meinen Eltern. Wir waren die Alpakas begucken die in der Nähe meiner Eltern grasen und ich habe Fragen vermieden die dem Mädchen peinlich sein könnten. So fragte ich nur sehr oberflächlich nach schulischen Leistungen. Sie geht allerdings gerne in die Schule, das finde ich wieder gut.

 

Mein Antrieb ist nach wie vor unterirdisch

Mir geht es relativ gut. Ich grübel zwar manchmal aber bin kaum noch depressiv. Der Antrieb ist immer noch schlecht. Ich sollte vielleicht das „Workbook“ zur „5 seconds rule“ durcharbeiten das ich vor einer Weile gekauft habe. Wir bekommen Ende November Besuch von einer Verwandten und unsere Wohnung ist chaotisch wie immer.

Der Antrieb ist einfach unterirdisch und mir fällt es auch schwierig Prioritäten zu setzen. Das ist das Problem dass das ADS noch so mitbringt. So und jetzt muss ich paar Erledigungen in der Stadt machen. Und das geht jetzt auch ohne 5 Sekunden Regel.

Mein Patenkind kommt zu Besuch

Es gibt sehr freudige Nachrichten für mich. Mein Patenkind, ein 12 jähriges Mädchen, kommt zu meinen Eltern zu Besuch. Nach Jahre langer Funkstille werde ich wieder Kontakt zu ihr haben. Ich kann gar nicht beschreiben wie glücklich mich das macht. Endlich kann ich sie auch die Dinge fragen die mir wichtig sind. Ob die Bücher die ich ihr zu Weihnachten schicke ihr gefallen. Und ob sie auch auf der Waldorfschule handarbeiten lernt. Natürlich auch welche Lieblingsfächer sie hat. Mein Patenkind ist etwas verhaltensauffällig. Ich als ADSler habe da aber Verständniß für. Ich litt auch unter Stimmungsschwankungen bis ich Strattera in der ADHS Ambulanz aufgeschrieben bekommen habe.

Ich habe ja sonst nichts vom Leben!

Das ist mein Lieblingsspruch wenn ich mal wieder zu viele Süßigkeiten gegessen oder Geld für meine bescheidenen Hobbys ausgegeben habe oder meinen Mann necke. Wir fahren ja nicht in Urlaub und Ausgehen tun wir auch nicht großartig. Mit meinem Kumpel G. mache ich schon mal Ausflüge innerhalb unseres Bundeslandes. Wir waren in diesem Jahr in Paderborn im Dom und an der Pader spazieren, in Xanten mit dem Schiff und in Mühlheim in einem Wald mit Tiergehege und sind in Essen auf der Ruhr mit einem Ausflugsschiff gefahren und in Oberhausen im Tierpark gewesen.  So schlecht ist mein Leben gar nicht.

Mein Mann ist eher ein Stubenhocker. Mit ihm gucke ich ab und an einen Scince Fiktion oder Animee Film auf Video. Dieses Wochenende bin ich mit G. bei einem LSBQT- Filmfestival. Ich denke auch daran Weihnachten doch etwas üppiger zu feiern als geplant. Es schadet sicher nicht wenn wir uns bei den Süßigkeiten einschränken. Ich denke schon das ich mir doch ein paar Geschenke wünschen werde. Vielleicht irgendwelche praktischen Sachen oder auch etwas zu lesen. Große Geschenke brauche ich nicht die gab es schon im Vorjahr. Vielleicht wird die Reha doch noch genehmigt und dafür brauche ich bestimmt noch Kleidung wie einen Bademantel oder so etwas. Mal schauen! Ich bin mir nicht sicher ob ich die Reha genehmigt bekomme. Ich habe keinen Kontakt zu meinem Patenkind mehr weil ich  mich mit dem Stiefvater nicht gut verstehe. Ich will Weihnachten einen Brief schreiben und um Verzeihung bitten. Aber so einfach ist das nicht. Der Stiefvater des Mädchens ist sehr rechthaberisch und auch konservativ.

Meinem Patenkind könnte ich eine Orgelpfeifenpatenschaft schenken, für eine der kleineren Orgelpfeifen der neuen Orgel für mein Patenkind. Aber dann habe ich schlechtes Gewissen das der Eindruck entsteht das ich sie zum Altkatholizismus bekehren will. Ich bin ja schon so anders als die anderen Familienmitglieder. Dabei haben die Altkatholiken in Polen viele Skandale verursacht. Das ist nicht gerade ein gutes Argument für eine Bekehrung. Die deutschen Altkatholiken sind sehr liberal, ich könnte mich auch mit meinem Mann segnen lassen, aber er hält nichts von einem kirchlichen Segen für unsere Partnerschaft, er praktiziert keine Religion.

Was ist gut an meinem Leben

Manchmal ist das schwierig für mich das positive in meinem Leben zu sehen. Zu aller erst ist da meine Partnerschaft mit meinem Mann. Er sorgt dafür das ich regelmäßig meine Medikamente nehme und hat eine enorme beruhigende Wirkung auf mich. Er gibt mir so etwas wie Sicherheit und Geborgenheit.

Meine Eltern haben viel Verständnis für meine schwierige Lebenssituation und unterstützen mich auch mit Rat und Tat so weit es in ihrem Alter noch geht.

Mein Bruder muntert mich auch auf, sein alberner Wunsch „Träum schön“ läßt mich immer wieder schmunzeln.

Mein Kumpel G. macht mit mir die Sachen zu die mein Mann keine Lust hat, nehmlich Ausflüge in die Umgebung und Kinobesuche von Problemfilmen oder Liebesdramen.

Ich wohne in einer ausreichend großen Wohnung und habe dort ein eigenes Zimmer. Das klingt nicht viel aber als Kind wohnte ich mit 5 Personen auf ähnlicher Fläche. Es tut so gut einen Rückzugsraum zu haben.

Ich bin relativ gebildet. Ich habe das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht. Ich glaube das ich mir leichter die Welt erklären kann weil ich gerne und viel lese.

Das Handarbeiten entspannt mich und die Gemeinschaft in der altkatholischen Gemeinde tut mir gut. Gottvertrauen gibt mir Hoffnung.

Das Geheimnis der fleißigen Hausfrauen- und Hausmänner

Ich bin ja Meister im Aufschieben. Heute lag ich dann schon auf dem Bett und wollte mich nur noch verkriechen. Dann dachte ich mir wenn Du Dich jetzt aufraffst hast Du keine Sorgen mehr. Also habe ich mich aufgerafft und noch fast eine Stunde unser siffiges Bad geputzt. Ich habe nicht alles geschafft aber vieles. Und jetzt habe ich ein reineres Gewissen was den sonstigen Müßiggang angeht. Ich denke die meisten Hausfrauen und Hausmänner so fleißig sind, liegt daran das sie möglichst früh ihr Pensum erledigen wollen um dann ihre Freizeit genießen zu können. Ich glaube das ist eine gute Einstellung. Ich will versuchen direkt nach dem aufstehen etwas Hausarbeit zu erledigen. Danach kann ich bei den Einkäufen trödeln so viel ich will und auch einen großen Pott Milchkaffee beim Bäcker trinken ohne das ich ein schlechtes Gewissen haben muss. Ich will es zumindest versuchen. Ich versuche das 1, 5 h Stunden täglich.

Jeden Tag einen anderen Raum. Das ist noch kein System aber vielleicht hilft es ja.

Ich versuche zügig aufzustehen. Mich zu waschen und anzuziehen zu frühstücken und dann 1,5 Stunden Hausarbeit machen. Vielleicht gelingt es mir ja dann besser.

Ich will beim Jobcenter wegen einem 1 Euro Job vorsprechen

Ich war Ende des letzten Monats bei der Sozialarbeiterin der LWL-Klinik und die hat mir geraten einen 1 Euro Job zu machen. Ich werde morgen deswegen beim Jobcenter vorsprechen. Ich darf ja maximal 6 Stunden arbeiten. Ich möchte im Seniorenunterstützenden Dienst tätig sein. Das habe ich schon einmal gemacht das hat mir gut gefallen. Ich will ja auch einen Kurs als Seniorenbetreuer machen, das verwehrt mir das Arbeitsamt weil ich letztes mal mittendrin psychisch krank geworden bin. Offiziell hatte ich eine psychotische Depression, ich tippe eher auf einen isolierten Verfolgungswahn und eine Depression. Auch egal wird beides ähnlich behandelt und ist jetzt abgeklungen. Verfolgungsängste habe ich nicht mehr und die Depression ist auf das Maß einer Anpassungsstörung geschrumpft. Zur Zeit lese ich Fieber am Morgen, eine Liebesgschichte zwischen zwei Holocaust überlebenden. Die Geschichte ist locker leicht geschrieben und gefällt mir gut.

ADHS und wie es die Haushaltsorganisation beeinflusst und wie es mir sonst so geht!

Habe wieder ein ADHS Buch einer amerikanischen Autorin bei Amazon gekauft. Sie behandelt die Exekutivfunktionen schon in der Einleitung. Ich habe noch nicht viel gelesen, kann das Chaos in meiner Wohnung danach wahrscheinlich besser erklären. Manches hat nicht nur mit den Exkutivfunktionen sondern auch mit dem sogenannten „Novelety seeking“ zu tun. Das erklärt zumindest die vielen angefangenen aber nicht beendeten Hobbyprojekte. Mir wird halt schnell langweilig, so dass ich häufig mehrere Dinge gleichzeitig anfange und zwischen den Aktivitäten springe. Im Moment lese ich viel. Kurzgeschichten von meiner geliebten Lucy Maud Montgomery. Ich mag das ihre Geschichten ein Happy End haben. Zur Zeit schaue ich mit meinem Mustergatten die Scince Fictionserie „The Expanse“ und da ist der Ausgang der Folgen ungewiss und auch sympathische Personen sterben. Ich hoffe das meine Situation auch ein Happy End bekommt. Ich hoffe das ich von der Rentenversicherung oder der Krankenkasse medizinische Reha genehmigt bekomme und dann mein Gesundheitszustand besser eingeschätzt werden kann. Gerade was die Konzentration und Belastbarkeit angeht hoffe ichbesser beurteilt werde als durch die Berufspsychologin des Jobcenters. Und wenn es ganz arg kommt lasse ich mich verrenten. Aber ich denke nicht das es ganz arg kommt, höchstens das ich nicht volle 8 Stunden am Tag arbeiten kann. Meine Depression wird vom behandelnden Arzt als Anpassungsstörung definiert. Dies ist eine leichte vorübergehende reaktiven Depression.  Das ist schon mal besser als die schwere psychotische Depression die er vorher diagnostiziert hat.