Warum die Szene Schwule nicht glücklich macht

Ich habe schon viel über die Ausgrenzungserfahrungen in der Szene berichtet. Und ich schreibe jetzt mehr über Schwule Themen! Sorry liebe ADSler gerade ist schwule Woche auf meinem Blog. Ich habe einen intressanten Artikel über die Psyche von Schwulen in der Huffington Post gelesen zu dem ich einen Link am Ende des Beitrages hinterlassen will. Dieser Text kann eine mögliche Erklärung für einen Teil meiner psychischen Probleme im letzten Jahr sein.

Hier nun der Link zu dem Artikel:

http://www.huffingtonpost.de/michael-hobbes/einsamkeit-drogensucht-depression-und-selbstmord-schwulen_b_18224392.html

Advertisements

Ich bin immer noch beeindruckt von dem Roman „Holding the Man“!

Mir gefällt das Männerpaar in Holding the Man außerordentlich gut. Mir fällt auf wie sehr mich Bücher und Filme beeinflussen. Als wären die Geschichten gute Freunde und als gehörten sie zu meiner alltäglichen Realität. Manchmal denke ich das  mir die Geschichten wichtiger sind als meine eigene Realität.

Ich habe auch von einer schönen Liebesgeschichte mit viel weniger Drama zu berichten. Martin und ich hatten nur Schwierigkeiten wegen unserer psychischen Besonderheiten. Er als eigenbrödlerischer Computer Nerd und ich als verträumter Chaot.

Irgendwie kann ich mich mit Timothy aus dem Roman so gut identifizieren er ist so frühreif und früh Erwachsen geworden. Und ich glaube ich würde mich auch in John verlieben. Ich hatte zwar auch meine Abenteuer und eine Zeit lang war ich auch sehr promiskuitiv, für mich war das aber mehr eine Sucht als eine Lust. Um so spannender finde ich die Geschichte von Timothy. Ich weiß nicht ob er typisch schwul ist, aber seine Leidenschaftlichkeit ist wirklich überraschend. Ich glaube dass ist das rührendste und wichtigste Buch das ich gelesen habe. Das tragische Ende mit dem Aids-Tod von John ist wirklich grundtief traurig. Da war aber auch so viel Liebe das sie teilten und das er auch teilweise von Familie und Freunden bekam. Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert.

Erste Liebe und Coming Out

Wieder einmal mische ich die Themen in  meinem Blog. Im Grunde heißt der Blog ja ADStagtraeumer.  Ich bin allerdings ein schwuler Mann, daher finde ich es auch o. k. über solche Themen zu schreiben.

Ich lese zur Zeit den Roman „Holding the Man“ über eine Liebe die auf der High school in Australien begann und wo zum Schluss auch der Tod eines der Männer durch eine Aids bedingte Erkrankung eine Rolle spielt.

Ich muss an das Coming Out von Timothy dem etwas jüngeren denken. Es erinnert mich so sehr an mein eigenes und an meine erste große Liebe W. W. war ein Kumpel aus dem lokalen Schwulenzentrum der auch aus der gleichen Kleinstadt stammt wie ich. Die Liebe war sehr einseitig, dennoch habe ich noch schöne Erinnerungen an unsere platonische Freundschaft. Es war zu dieser Zeit gefühlt immer Sommer und ich war immer mit dem Fahrrad unterwegs. Und ich war besessen von der Idee mit ihm zusammen zu sein. Doch ich ließ ihn kalt. Für mich war das eine sehr schwierige Erfahrung. Daran, dass ich mehr von ihm wollte, ist auch unsere Freundschaft auf Dauer gescheitert. Ich habe aber einen ganz ähnlichen Mann später dann kennengelernt und geheiratet. Martin ist auch so ein verschlossener in sich gekehrter Typ. Ebenfalls ein Technikfreak wie W. nur nicht mit Radios sondern mit Computern und Internet.

Um einen alten Schlager zu zitieren „Liebeskummer lohnt sich nicht my Darling“. Ich dachte ich werde nie mehr so glücklich wie mit ihm. Aber im nachhinein hat sich das nicht bewarheitet. Ich bin jetzt mit Martin 20 Jahre zusammen. Fünf Jahre länger als das Paar in dem Buch. Und ich bin glücklich!!!

Mein Beitrag zum internationalen Coming-Out day

Zur Zeit lese ich den schwulen Liebesroman „Holding the Man“. Er beginnt in der Schulzeit eines der Protagonisten und handelt auch vom Coming-Out in diesem autobiografischen Roman. Eine der Hauptfiguren Tim Cunningrave hatte sein Coming-Out genau so früh wie ich mit 14 und hatte sich das erste mal in einen Mann mit 8 verknallt. Bei mir war das ähnlich, ich fantasierte von Winnetous Kriegern die ich immer pflegen und trösten wollte wenn sie verletzt waren. Ich war ein riesiger Fan der Verfilmungen der Karl May Romane um diesen Apachen  Häuptling. Ich glaube diese Fantasien begannen so mit 5 Jahren. Mit dem Alter wurden sie immer stärker sexuell gefärbt und ich fantasierte später generell von Männern.

Ich hatte mein Coming Out auf Raten. Mit 12 habe ich mich in der Schule immer zu Homosexualität geäußert und dann wurde ich als schwuler Junge stärker wahrgenommen und wurde mit diesen Aussagen wie etwa als es um Menschenrechte ging ob alle das Recht hätten denjenigen zu heiraten den man wollte oder ich äußerte mich auch zum Thema Transsexualität und Transvestitismus, weil ich davon im Fernsehen Beiträge dazu gesehen hatte. Damit wurde ich von Mittschülern aufgezogen das führte zu depressiven Verstimmungen. Da war ich dann 14.

Meine Mutter fragte dann nach was denn sei ob ich wegen einem Mädchen etwas hätte. Ich sagte nein und fragte dann wie es wäre wenn es ein er wäre. Meine Mutter hatte Angst das ich vielleicht durch Jemanden verführt worden wäre und das vielleicht etwas mit meinem Hormonhaushalt nicht in Ordnung wäre und schlug vor zum Arzt zu gehen. Ich redete ihr das alles aus und wir sprachen mehrmals darüber. Sie hatte auch Angst dass sie etwas in der Erziehung falsch gemacht hätte und auch das redete ich ihr  auch aus.

Mein Vater erfuhr es mit 17 von meiner Mutter als ich begann regelmäßig zu den offenen Abenden vom Schwulen- und Lesbenzentrum zu gehen. Er weinte wohl als er das erfuhr. Ich war ja ein Sissy-Boy und erklärte das so dass ich mich mehr wie ein  Mädchen fühle. Ich spielte als Kind etwa auch mit Puppen und lieber mit den  Mädchen als mit den Jungs. Als ich in die Szene kam merkte ich erst dass ich nicht die Norm bin und das viele erst später ihr Coming-Out haben und nicht feminin sind. Das führte auch zu starken depressiven Verstimmungen. Ich habe auch Ausgrenzung erfahren durch andere Schwule erfahren.. Aber es war nicht soo dramatisch eigentlich aber es macht mich trotzdem sehr traurig. Es hat etwa noch 5 Jahre gedauert bis ich mich wohl in meiner Haut gefühlt habe. Und jetzt lebe ich ein Leben das mir gefällt. Ich bin seit über 10 Jahren in einer altkatholischen Gemeinde wo Homosexuelle total akzeptiert sind und besuche auch ganz selbstverständlich einen Handarbeitskreis wo ich der Hahn im Korb bin. Und bin da auch akzeptiert. Auch bei meinem letzten 1 Euro Job war das alles kein Problem. Ich war Betreuungskraft in einer Alltentagesstätte. Da habe ich mich sehr wohl gefühlt.

Mit Martin  meinem Ehemann bin ich gut 20 Jahre zusammen. Und ich bin glücklich mit ihm.

Sexualkunde und Akzeptanz für Vielfalt

Ich erinnere mich selber an den Sexualkundeunterricht in  Nordrhein-Westfalen in den 80er Jahren. Meine Familie ist eine katholische Spätaussiedlerfamilie, Sexualität war total tabuisiert. Ich habe mal als Teenager ein polnisches Wort falsch ausgesprochen dass es sich wie das Wort für die weibliche Scheide anhörte. Mein Vater wurde dabei rot und konnte mir den Fehler nicht erklären der ihn zum lachen brachte.

Mein Bruder ist 7 Jahre älter als ich und hat mir in meiner Grundschulzeit Angst vor dem Aufklärungsunterricht in der 4. Klasse gemacht. Das wäre so ekelig. Ich fand dass gar nicht schlimm über Sex wurde nicht gesprochen obwohl ich da schon aufgeklärt war wie Kinder gezeugt werden. Wozu große Brüder doch taugen. Im Grunde ging es nur um Schwangerschaft und Geburt. Es wurde uns Kindern erklärt wie eine Schwangerschaft abläuft und ein Kind geboren wird. Meine Eltern haben von ihren Eltern auf dem Lande noch erzählt bekommen dass die Kälber und Fohlen aus dem Wald zugelaufen sind und die Kinder der Storch gebracht hat.

So weltfremd wurden Kinder in Polen in den 50er Jahren erzogen. In der weiterführende Schule musste ich den Zyklus der Frau auswendig lernen. Über Homosexualität wurde auch gesprochen. Wobei eine türkische Mitschülerin doch behauptete das gebe es in der Türkei nicht. Wobei sie die Lehrerin korrigierte, weil wohl homosexuelles Verhalten verbreiteter ist als in Deutschland wegen der strikten Geschlechtertrennung.  Was hätte ich mir gewünscht im Sexualkundeunterricht, dass auch über Transidentität gesprochen worden wäre und über Rollenverhalten und Rollenklischees. Ich als femininer schwuler Mann war dazu verdammt ein Doppelleben zu leben. Ich spielte etwa mit Puppen und strickte und häkelte. Nur eine Freundin wusste das von mir. Ich fände es gut das auch über Frauenrechte gesprochen worden wäre. Ich war auf einer guten Grundschule und die Jungs sprachen von den Mädchen nur als den Weibern. Alles was die Mädchen machten war abzulehnen. Das fand ich damals sehr schockierend.

Bottom Shaming : Wenn passive Schwule beleidigt werden

Das ist ja ein Blog über ADS, aber ich schreibe auch hin und wieder auch über meine anderen psychischen Probleme wie etwa den Szenefrust.

Ich wurde häufiger schon als feminin wirkender Mann von anderen Schwulen beleidigt und ausgegrenzt.

Das Magazin Mannschaft liefert in einem Artikel eine mögliche Erklärung. Sie hat mit Rollenklischees und Internalisierter Homophobie, also Selbsthass zu tun.

Hier der Link zu dem Artikel des Magazins Mannschaft.

http://www.mannschaft.com/2017/06/bottom-shaming-wenn-passive-schwule-beleidigt-werden/

 

 

Homosexuellenverfolgung in Tschetschenien

Irgendwie gehen mir zur Zeit die Nachrichten über die Verschleppung, Folter und auch die Morde an schwulen Männern in Tschetschenien nahe.  Ich möchte irgend etwas tun um da zu helfen und um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Etwa 150 schwule und bisexuelle Männer wurden von Sicherheitskräften in Tschetschenien verschleppt und gefoltert. Einige sind dabei gestorben. Ich bin nach wie vor geschockt.

Es ist mir in letzter Zeit kaum eine Nachricht so nahe gegangen. Ich habe schon einen befreundeten Künstler angemailt ob ihm etwas einfällt. Wir haben in Dortmund kein russisches Konsulat vor dem man demonstrieren könnte. Ich weiss nicht was man sonst tun könnte. Vielleicht fällt Euch liebe Follower etwas  ein was man machen kann um darauf aufmerksam zu machen. Ein erster Schritt ist dieser Blogpost. Wenn Ihr von geplanten Demonstrationen in NRW wißt dann nutzt die Kommentarfunktion um mich zu benachrichtigen.

Sissy-Boy-Syndrom und Phantasie

In einem psychologischen Forum habe ich von einem jungen Mann gelesen der wohl ein reges Phantasieleben hat und viele weibliche Züge an sich hat, die er als Sissy-Boy-Syndrom beschreibt.

Von der sexuellen Orientierung pendelt er zwischen Bi- und Hetereosexualität. Ich weiss nicht ob er ADS hat. Was ich aber vermute ist dass er sehr sensibel ist. Er wünscht sich u. a. eine friedliche Welt. Wie ich finde ist das sehr sympathisch.

Ich denke dass unsere Kategorien von Männlich-und Weiblichkeit zu eng sind. Ich denke nicht dass gegengeschlechtliches Rollenverhalten immer etwas mit Homosexualität zu tun haben muss. Es kann schlichtweg Sensibilität sein.

Irgendwie habe ich mich in dem jungen Mann aber wiedererkannt. Auch in seinen romantischen Tagträumen von der großen Schwester oder der perfekten Frau. So ähnlich war dass ja auch bei mir mit dem Indianerkrieger der mutig aber auch sensibel ist.

Meinen Bruder fand ich damals langweillig und  einfältig.  Ich denke das Sexualität und Geschlechtsrollenverhalten zwei unterschiedliche Ebenen sind. Das wir die Geschlechtsrolle erst lernen und das sie ein kulturelles Konstrukt ist. Es gibt Stammeskulturen in  Ozeanien oder Afrika in denen Frauen agressiv und aktiv sind.

Viel hat das mit unserer Lebensweise  und Wirtschaftsweise zu tun und der Stellung der Frau in der Gesellschaft. Auch unsere Religion spielt da mit rein.

Ich kenne viele schwule Männer die das Klischee des Sissy-Boys oder der Tunte nicht erfüllen. Mein Mann ist z. B. Computernerd, ein anderer Freund wandert gerne und ist ebenfalls in der EDV-Branche. Meine erste große Liebe bastelte gerne an alten Radios herum.

Es gibt durchaus heterosexuelle Männer die sehr sanftmütig sind und auch z. B. häkeln oder stricken. Viele halten sie dann für exzentrisch doch gehören sie fest zu normalen Männlichkeitsspektrum das eben sehr weit sein kann. Wir sprechen daher auch von Gender und dies meint die soziale Geschlechterrolle die unabhängig vom Sex, also dem biologischen Geschlecht seine kann. Es gibt auch heterosexuelle Altenpfleger oder mitunter auch Floristen.  Daher ist auch Genderpolitik so wichtig. Nicht jede Normabweichung muss bedenklich sein. Und der Begriff Sissy-Syndrom ist stigmatisierend und daher abzulehnen.

Wir sind halt alle verschieden und die Bandbreite kann sehr groß sein und das ist auch gut so.

Schöner Artikel zum Thema gender aus der WAZ

Habe beim stöbern im Internet diesen Artikel zum Thema Gender gefunden. Mal wieder etwas queeres auf meinem Blog kann sicher nicht schaden. Ich bin halt queer und habe ADS.

Gerade zur neu entfachten Debatte um einen Weltkrieg in Sachen Gender , den der  Pabst Franziskus heraufbeschwört, ist das ein anschaulicher sehr pragmatsicher Artikel.

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wetter-und-herdecke/gottes-welt-ist-so-bunt-wie-die-farben-des-regenbogens-aimp-id12259534.html

Abweichende Sexualität wirkt immer stigmatisierend!

Ich glaube dass die Begriffe genderqueer und androphil gut meine Sexualität beschreiben. Das bedeutet dass ich erwachsene bzw. reife Männer mag und gerne Arbeit mache die allgemein als „Frauenarbeit“ gilt. Ich denke dass ich einen feministischen Blick auf Männer habe. Dass ich Alphamännchen nicht mag die auch schwule Erotikzeitschriften wie Macho feiern. Es gibt für diesen Männertypus den ich begehre den Begriff „wimpster“ was aus den englischen Begriffen für Hipster und Wimpie für Weichei oder Memme sich zusammensetzt. Ich mag diese Männer sehr gern.

Heute hat sich eine langjährige Freundin als zufrieden mit ihrem Alleinleben bezeichnet.Ich denke sie hat auch soziale Ängste.

Ich habe dass nie aus Taktgefühl thematisiert. Dieses unfreiwillige Bekenntnis tat gut. Mir ist klar dass ich als „Tucke“ und sie als „alte Jungfer“ auf ähnliche Weise stigmatisiert werden. Dass ich mich von meinen schwulen Kollegen nicht mit einer „Quarktaschenzeitung“ erwischen lassen darf. Sollten sie komisch gucken wenn ich aus der Bahnhofsbuchhandlung mit der „Separee“ herauskomme oder aus „Heimatdisign“ mit dem sogenannten „Jungsheft“ und sich irgendwie vorwurfsvoll verhalten, dann sage ich dass sind „Handarbeitsanleitungen“ oder ich stehe  halt auf natürliche Männer und nicht auf Abziehbilder.

Ich denke schon dass ich respektvoller mit den anderen Schwulen umgehen muss. Ich denke wir Menschen sind in der Vielfalt die Norm. Daher ist Schubladendenken auch unsinnig. Wenn Sexualität respektvoll gelebt wird und dabei keine Gewalt angewendet wird, etwa auch durch die Nichtbeachtung einer möglichen fehlenden Reife des Partners, ist alles in Ordnung.

Ich kann mir vorstellen dass ein Coming Out als Ephebophiler oder auch als Ledertyp schwierig sein kann. Und auch so  sehr gängige schwule Orientierung wesentlich häufiger stigmatisiert werden als meine eigene. Ich denke der schwule Archetyp den ich vertrete hat die meiste Akzeptanz, wenn auch meine Vorstellungen von Männlichkeit irritierend sein können. Ich mag sensible intelligente Männer da unterscheide ich mich aber kaum von modernen Frauen.  Daher ist vielleicht der Begriff „genderqueer“ für mich passender als einfach nur schwul