Einige Gedanken über reife Liebe

Ist Liebe und Romantik nur ein Vorrecht der jungen Leute. Mir scheint es fast so. Wenn ich an meine Handarbeitsdamen denke die alle jenseits der 60 sind, dann ist nicht mehr viel Platz für Romantik in ihrem Leben. Das ist sicher nicht bei allen so, ich denke da an die lebenslustige Friedel die von einer erfüllten Ehe erzählte. Ich fände es frustrierend nur noch nebeneinander zu Leben. In Ansätzen tun wir das schon. Wie konserviert man die Romantik. Ich glaube es Bedarf mehr Anstrengung als im jungen Alter in dem man frisch verliebt ist. Vielleicht sollte ich das mal beim Handarbeiten zum Thema machen.

Wie ist das mit der Liebe in langjährigen Beziehungen? Ich finde es schade das die Liebe mit dem Alter schwindet. Neulich war ich angerührt als meine Mutter die Hand meines Vaters hielt als er über seinen Gesundheitszustand im Krankenhaus klagte. Sind das nicht die Gesten wegen denen ich immer wieder heiraten würde? Damit Jemand da ist der mich hält wenn es mir nicht gut geht und umgekehrt. Ich glaube die Liebe verschwindet nicht ganz, auch wenn die Lebensbedingungen schwierig sind. Und ist im Gegenzug auch das direkte Teilen von Freude auch etwas das nicht aufhört. Das man Jemandem hat dem man als erstes von seinen Erfolgen erzählen kann. Ich glaube schon das die Liebe bleibt wenn sie auch nicht mehr so überschwenglich ist. Zumindest wünsche ich mir das.

Advertisements

Der Gesundheitszustand meines Vaters lässt mich über meine eigene körperliche Gesundheit nachdenken

Mein Vater stand kurz vor dem Herzinfarkt. Er hatte starke Brustschmerzen, Wasser in der Lunge und wahrscheinlich einen Lungenentzündung. Er ist heute als Notfall ins Krankenhaus gekommen und hat einen Stend bekommen und ich hoffe das es ihm dadurch dauerhaft besser geht.

Ich denke an meinen eigenen Lebenswandel und den Bluthochdruck meiner Mutter. Das ist ja schon paradox das ich eine Form von ADHS habe und ich zu wenig Bewegung bekomme. Auch das essen von Süßigkeiten ist ein Problem. Bisher geht es meinem Herzen ganz gut, außer das ich einen zu hohen Ruhepuls habe und dagegen Betablocker nehme. Der viele Kaffee den ich trinke ist aber gut fürs Herz, auch Nierenprobleme habe ich nicht. Dennoch wäre eine Diät in Verbindung mit Sport gut für mich. Ich versuche weniger Süßigkeiten zu essen und mehr Obst, insbesondere Äpfel zu essen.

In meinem Blut sind die Nitroglyceride zu hoch. Das liegt am hohen Zuckerkonsum. Die ist eine Gefäßschädigende Körperfettart. Allerdings esse ich auch viel fetten Fisch das ist gut für die Gefäße. Insbesondere die Omega3 Fettsäuren in Hering und Lachs sind sehr gesund.

Dennoch mache ich zu wenig Sport. Ich überlege wieder schwimmen zu gehen. Mittlerweile schwimme ich 40 Minuten auf dem Rücken. Das ist wenig aber ein Anfang. Außerdem will ich mehr Fahrrad fahren. Sport ist nicht nur gut für den Körper auch für die Psyche ist das gut. Auch eine Methode um mit Prokrastination besser umzugehen weil dort ja der innere Schweinehund überwunden wird. Ich will jetzt versuchen mein Leben zu ändern. Mehr Obst essen, weniger Süßes und mehr schwimmen gehen und manche Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen.

Bin ich etwa glücklich?

Heute habe ich in Gösta Berling von Selma Lagerlöf geschmökert. Es geht da auch um Liebe zu schönen reichen Frauen. Ich dachte danach das die Partie die ich gemacht habe eher dem der armen Kavaliere auf Ekeby entspricht. Nur um klarzustellen mein Mann ist kein Tagedieb. Aber im Grunde bin ich ziemlich glücklich. Klar ich träume noch von einem Grabelandgarten aber ansonsten sind mir materielle Dinge nicht so wichtig.

Mein Leben ist gut. Ich habe Freunde und nette Bekannte. Mein soziales Leben war nie besser. O. K. ich fahre nie in Urlaub mache aber Ausflüge mit meinem besten Freund.

Das mein Mann häufiger depressive Phasen hat, das ist der einzige Wermutstropfen. Ich mache mir auch nicht mehr so viele Sorgen über den Zustand der Wohnung. Ich versuche ihn zu akzeptieren. Und ich genieße einfach meine Trägheit. Das heißt nicht das ich nicht arbeiten will. Ich denke immer noch daran Alltagsbegleiter für Senioren zu werden. Ich hoffe das klappt endlich im nächsten Jahr. Und ich habe seit der Psychose eine neue Leidenschaft entdeckt das lesen. Also habe ich nur wenig Grund traurig zu sein.

 

Ich bin auch ein politischer Mensch

In meinem Blog habe ich mich lange auf das ADS konzentriert. Dabei spiegelte die ursprüngliche Version meines Blogs stärker meine Stimmungslagen wieder. Ich konzentriere mich auf die Psyche, aber zur Psyche gehört auch das Unwohlsein über die politische Lage in unserem Land.

Warum ich aber glaube das Angela Merkel die größte Kanzlerin ist die wir in den letzten Jahrzehnten gehabt haben. Für Angela Merkel ist die CDU nach Aussagen Sigmar Gabriels bei Markus Lanz mehr eine christliche als eine konservative Partei. Ich denke auch ihr agieren in der Flüchtlingskrise ist aus ihrem christlichen Menschenbild entstanden. Und für mich als gläubigen und liberalen Altkatholiken ist das ein wichtiges Merkmal für ethisches Handeln.

Für Sie als Pastorentochter ist anscheinend Nächstenliebe wichtiger als Parteitreue wie anders kann man sich ihr Verhalten in dieser Krise erklären.

Ich habe immer linke Parteien gewählt und werde es wohl auch weiter tun. Die CDU war mir zu konservativ. Unter Merkel ist diese Partei viel stärker sozialdemokratisch geworden und wesentlich liberaler als in der Ära Kohl.

Die Schmähungen die Frau Merkel in Sachsen zu ertragen hat sind wirklich eine Schande und eines Menschen unwürdig.

Diese Gegner aus dem rechten Lager machen andere Menschen zu Sündenböcken für Ihre eigene Situation. Deutschland ist nach wie vor ein Land wo viele ihr Glück noch finden können. Klar gibt es auch abgehängte Menschen und Regionen, aber dennoch denke ich das wir in einem guten, wohlhabenden und sicheren Land leben. Und das eine AFD aus Deutschland alles andere als ein gerechtes Land machen würde. Sie würde nur mehr Menschen diskriminieren. Und das will ich nicht!!!

 

Ich habe Angst vor einem politischen Rechtsruck in unserem Land

Ich habe Angst vor einem politischen Rechtsruck in unserem Land. Was passiert wenn die große Koalition im Bundestag zerbricht. Wird die AFD noch mehr Stimmen bekommen?

Ich lebe hier in einer SPD-Hochburg. Klar gibt es auch Filz und Dinge die unangenehm sind. Eine SPD Politikerin hat hier auch gegen Minderheiten gehetzt. Aber ich habe den Eindruck das hier  mehr für die Integration von Flüchtlingen und Migranten getan wird.

Ich habe gute Erfahrungen mit Muslimen gemacht. Ich denke dass wir nicht immer in allem einig sind doch funktioniert hier das Zusammenleben einigermaßen. Meine Nachbarin, eine Türkin die schlecht deutsch spricht, trägt nur ein Kopftuch wenn die Schwiegereltern kommen.

Die Studenten von oben sind aus Bangladesh und Muslime und haben mir ein Sofa ganz kostenlos in unsere Wohnung im zweiten Stock getragen und sie haben nichts verlangt obwohl ich ihnen Geld angeboten habe.

Ich habe Angst davor das wirklich Verfolgte, vielleicht auch Schwule, Lesben und Transsexuelle nicht mehr nach Deutschland einreisen können wenn sich die CSU durchsetzt. Ich verstehe sehr wenig von Politik dennoch macht mir die Regierungskrise und die Asyldebatte zwischen CSU und CDU Angst. Und ich sitze hier und muss dabei zusehen. Bei Neuwahlen kann ich mein Kreuzchen dann bei SPD und Grünen machen, aber bringt das etwas. Ich habe Zweifel!

Ich träume ab und an davon in einer Kleinstadt zu leben oder auszuwandern

Ich habe vor einiger  Zeit von Theo Sundh, der in Oxford in England lebt, ein Buch mit Häkelanleitungen für Männer gekauft. Oxford muss eine recht schöne Stadt sein, er hat auch ein Instagramm Account und postet Fotos von dort.  In Oxfordshire ist auch Banbury, eine Kleinstadt am Fluss Cherwell. Es muss ein idyllisches kleines Einkaufsstädtchen sein, mit viktorianischen Häusern und dem Oxford-Coventry Kanal. Die Stadt liegt in der idyllischen Hügelregion der Cotswolds.

Ich sehne mich so sehr nach Idylle und Grün das es unbeschreiblich ist. Auch nach Prince Edward Island der Heimat der Romanfigur Anne of Greengables sehne ich mich.

In regulären Abständen bekomme ich zu viel von Dortmund. Ich sehne mich nach Ruhe und Idylle und auch Grün.

Eine Freundin von mir schwärmt für die Kreisstadt Unna. Das ist auch ein nettes Städtchen doch würden mir dort die Wasserflächen fehlen.  Manchmal überlege ich ob ich nicht zurück nach Lünen ziehen soll, aber da verweigert sich mein Gatte. Ich glaube ich muss häufiger Ausflüge in die Umgebung von Dortmund machen. Sonst gehe ich hier ein. Und natürlich meinen Topfgarten auf dem Hof besser pflegen.

Wer nicht tagträumt ist psychisch unausgeglichen und hat keiner Verbindung zu seiner Innenwelt

Ich habe einen interessanten Artikel zum Thema tagträumen auf der Website der „Psychologie heute“ gelesen. Da wird das tagträumen als Notwendigkeit für eine psychische Balance und auch als Verbindung zu den eigenen Wünschen gesehen. Ich dachte immer Tagträume wären reine Ausflüchte aus einer schwierigen Realität. Ich tagträume sehr selten und ich fühle mich nicht durchweg zufrieden. In meinen Tagträumen besitze ich das was mir in der Realität fehlt. Ich wohne in einer schönen Umgebung, habe ein reges soziales Leben und nicht nur einen schönen sondern einen wunderschönen Mann der auch nicht nur gebildet ist sondern auch gut verdient.

Außerdem bin ich in meinen Tagträumen ungemein aktiv. Die Realität kann manchmal für mich schwer ertragbar sein. Bis vielleicht auf die Geschichte mit dem Ehemann. Mir hängt Dortmund manchmal sehr aus dem Hals heraus. Ich würde gerne in einer grüneren Stadt leben und in einer etwas spannenderen. Ich denke häufig dass die interessanten Geschichten immer wo anders geschehen. So sieht das auch mit dem Urban gardening in der Stadt aus, das ist in Dortmund kein echter Trend. Es gibt in meiner Nähe kein richtiges Urban Gardening Projekt. Und nach Hörde ist es mir zu weit.

Ich weiß nicht ob ich an einem anderen Ort auch glücklicher wäre. Mir würde eine kleinere etwas idyllischere Großstadt besser gefallen. Manches ist hier wirklich schwierig. Ich jammer gerne. Hier ist erst einmal der Link zu dem Artikel.

https://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/unser_persoenliches_paralleluniversum/

 

 

Wo soll meine Reise hingehen ?

Gerade habe ich einen Beitrag gepostet den ich wieder in den Papierkorb gelegt habe. Es ging um meine Prince-Edward Island Fantasien. Die habe ich nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Manchmal tagträume ich von der perfekten Inselidylle und entwerfe dann eine Insel nach meinen Träumen, aber PEI hat wenig Raum in meiner Fantasie. Mir ist auch klar dass das eigentlich Fantasien sind die kontraproduktiv sind wie auch Fantasien vom Fremdgehen. Es ist eigentlich eine Ausflucht weil ich mein Leben nicht gebacken bekomme.

Es geht nur sehr langsam voran in meinem Leben. Ich denke aber das was ist auch gut ist. Ich meine meine Partnerschaft und teilweise auch Dortmund als Wohnort. Dortmund hat einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Metropolen, die Lebenshaltungskosten sind hier gering. Dafür ist Dortmund nicht wirklich aufregend.

Und die aufregenden Teile nutze ich kaum aus verschiedenen Gründen. Ich muss mich immer noch etwas umorientieren. Mein Fokus auf die schwulen Anteile meiner Persönlichkeit sind mir noch zu wichtig. Ich bin schon ein ziemlich queerer bunter Vogel. Das macht mich auch etwas einsam. Bei geselligen Anlässen bin ich seltsam verschlossen. Als könnte ich niemandem von der verrückten Welt in meinem Kopf erzählen. Das ist jetzt etwas besser geworden. Ich glaube ich mache die Tage den Poncho fertig und ziehe ihn auch mal zum Handarbeitstreff und in die Kirche an.

Jetzt wo es kälter wird kann ich das sicher mal tun. Vielleicht poste ich auch mal ein Foto von dem Poncho. Ich stelle immer wieder fest dass mir  Männer nicht so wichtig sind. Ich glaube die Anziehung ist mehr psychisch als körperlich. Das ich ein sehr romantischer Mensch bin, ich Sex durchaus mag, aber ich denke nicht dass das die tragende Rolle in meiner Partnerschaft ist. Ich war auch bei Holding the Man auch geschockt wie sehr sexuell gefärbt diese Liebesbeziehung von Timothy und John war.

Ich rätsel manchmal über meine Sexualität. Das ich nicht so sehr visuell erregbar bin ist schon komisch. Nicht das ich keine eigenen Schönheitsvorstellungen bei Männern haben würde. Ich mag lange oder längere Haare und eine meist schlanke Figur und nur wenig muskulöse Körper. Martin mein Lebenspartner ist wirklich o. k. wie er aussieht. Auch das er zugenommen hat stört mich nicht besonders. Vielleicht bin ich mehr homophil als homosexuell. Das mich gutaussehende Männer kalt lassen stimmt nicht. Aber was die Szene fordert und was ich als schön empfinde ist schon noch ein Unterschied. Diesen Muskelwahn teile ich nicht. Ich mag glaube ich generell natürlichere Männer. Es nervt mich das die ganzen Medien so voll sind von Abziehbildern männlicher Schönheit und das dieses Attraktivitätsdiktat bei Männern genauso schlimm ist wie es auch bei Frauen schon fast immer war.

Und dieses Diktat macht nicht glücklich, wie ich es ja auch in dem Post über einen Artikel in der Huffington Post,  versucht habe zu beschreiben. Ich mag auch Männer die ein wenig tuckig sind. Mir fällt das immer wieder auf das mir manchmal auch ,sich feminin fließend bewegende Männer, als attraktiv auffallen. Ich finde Sam Smith (ohne Undercut) sexy und Salvador Sobral als sensiblen zerbrechlichen Heteromann auch.

Islam und Integration

Sind Muslime integrierbar wird in der Flüchtlingsdebatte häufiger formuliert. Sind evangelikale Christen integrierbar könnte auch eine ähnliche Frage lauten? Denn auch fundamentalistische Christen haben ähnliche moralische Vorstellungen wie sie Muslime haben!

Es gibt da einen entscheidenden Unterschied zwischen den christlichen Fundamentalisten und konservativen oder salafistischen Muslimen.

Und damit meine ich nicht Herkunft oder Glaube sondern ihren Status und die Chancengleichheit. Hierfür könnte der Schlüssel für die Radikalisierung bis hin zum Terrorismus von Muslimen liegen.

Ob jemand Salafist wird oder  auch als „Bio-Deutscher“ rechtsextrem  hängt von seiner Integration ab. Wie bewertet er seine Zukunft hier in Deutschland. Was für Chancen hat er auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt? Wie sieht es mit der Teilhabe am sozialen Leben abseits seiner Gruppe aus?

Es nützt nichts das rechte- und konservative Politiker soziale Gruppen gegeneinander ausspielen. Hier kann nur eine gerechte und fairere Politik helfen. Etwa gerechte Steuern und Investition in Bildung, sowohl religiöse als auch  politische. Hier helfen Diskussionen und Worte mehr als Aktivismus.

Der Islam ist in Deutschland integrierbar, nur die Bedingungen müssen besser werden. Es sind ja auch bei  den nicht integrierbaren Deutschen dijenigen die sich abgehängt fühlen.

So ähnlich ist es auch mit der Politik in Deutschland um nicht zu sagen weltweit. Klar muss es Sühne und Strafe geben für Verbrechen egal von welcher Seite. Aber die Prävention sollte mehr Bedeutung bekommen als sie es schon hat. Und natürlich muss es eine EU-Lösung bei der Verteilung der Flüchtlinge geben. Der Status Quo ist nur schwer ertragbar auch für mich.

 

Zur Kopftuchdebatte eine Analyse

Gerade bei der Islamophobie wird die Kopftuchdebatte auch von sehr konservativen Männern bis hin zur CSU und nicht nur von liberalen Feministen bestimmt. Manchmal habe ich das Gefühl dass viele Männer die über das Kopftuchgebot im Islam schimpfen, eine Unsicherheit haben was ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse und ihr Frauenbild angeht. Manche Männer behaupten steif und fest dass sie sich diskriminiert fühlen durch das Männerbild das Muslime  von christlichen Männern haben, dass sie zu triebgesteuert sind.

Ich vermute dass da eine Ambivalenz besteht zu dem was sie sagen und dem was der Beweggrund für diese Kritik am Islam ist. Ähnlich wie Islamophobie bei homosexuellen Mitmenschen mit verdrängten Schuldgefühlen für ihre sexuelle Orientierung zu tun haben kann, kann es sein dass die konservativen heterosexuellen Kopftuchkritiker sich doch heimlich als Sexisten entlarft fühlen, weil sie sich  zu gerne von der Erotik des weiblichen Körpers einfangen lassen.

Wie gehe ich mit diesen Gefühlen um. Fühle ich mich als Schweinigel wenn ich etwa Männerakt-Blogs im Internet besuche oder  habe ich den Eindruck dass meine Homosexualität nicht richtig zu akzeptieren wenn ich auf Homophobie im muslimischen Lager treffe.

Ich denke schon dass ich mich verletzt fühle. Doch trenne ich die Gebote von den Menschen die diese Religion ausüben. Ich fühle mich von der frommen türkischen Kollegin Byshra nicht bedroht. Ich weiss dass ihre Überzeugung ist dass sie sich mit Kopftuch besser fühlt. Ich denke dass dies auch ein Vorteil des Homosexuellen ist. Mein Eindruck ist dass viele Heteros die Lust der Frauen verneinen. Frauen gelten für sie als lustlos die man erst verführen und überreden muss damit sie sich hingeben. Ich als schwuler Mann erlebe die passive Rolle hingegen als lustbesetzt und habe weniger ambivalente Gefühle weil ich perse einen Mann nicht als Heilligen oder Madonna wahrnehme. Im Grunde sitzen diese Männer den gleichen Weiblichkeitsklischees auf wie es die konservativen Muslime tun.

Warum sollten Sie sich  sonst so von den Kleidervorschriften des Islam provoziert fühlen.

Wie gehe ich mit meiner Identität um die ja auch durch konservative Muslime und fundamentalistische Christen in Frage gestellt wird. Ich diskutiere mit ihnen und studiere Texte zum Koran und Christentum um dann festzustellen dass der Islam noch weit ins 19 Jahrhundert wesentlich toleranter war als die christliche Welt. Zu einer Anklage kam es nach Islamischen Gesetz selten da ja 4 männliche Zeugen notwendig waren um eine Verurteilung wegen praktizierter Homosexualität herbeizuführen. Im Grunde ist dies ein Gebot was zur Mäßigung aufruft und lediglich die zur Schaustellung von Homosexualität verbietet.

Aber wie löst man das vermutete Dilemma der heimlichen Pornogucker und Playboyabonnenten auf. In dem  sie sich tatsächlich eingestehen dass sie Frauen als Objekt sehen dies aber Frauen sich in  einem respektvollen Rahmen durchaus wünschen. In dem  sie sich eingestehen dass sie selber lüstern sind und das dies manchmal auch kritisierbar ist. Das verändert aber durchaus die Diskussionsgrundlage. Hier könnten sie anfangen sich mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Wie gehen sie mit ihrer Frau um und welche Rechte räumen sie ihr ein. Das würde zumindest die Diskussion versachlichen als nur schlichtweg den Eindruck der beleidigten Leberwurst zu erwecken.

Ich denke es ist immer wichtig die persönlichen  Gründe zu kennen warum einen etwas an dem Anderen stört.

Wie sehe ich die Gebote des Islam zur Homosexualität. Ich sehe sie als diskutierbar ein. Ich wünsche mir mehr Toleranz von konservativen Muslimen und fundamentalistischen Christen. Ich wünsche mir mehr Kenntnisse der eigenen religösen Wurzeln und die ganze Wahrheit zu der auch homosexuelle, bisexuelle und Transgender Helden in Koran und Bibel gehören wie auch eine historisch kritische Auslegung ihrer Theologie. Liberale Muslime fordern kein Kopftuch und verdammen keine Homosexuellen. Dennoch halte ich die Freiheit hoch, in dem ich Byshra gestatte ihre religöse Überzeugung zu leben wenn Sie auch nicht die meinige ist.

Dies nennt man übrigens Toleranz – einfach Leben und Leben lassen.