Islam und Integration

Sind Muslime integrierbar wird in der Flüchtlingsdebatte häufiger formuliert. Sind evangelikale Christen integrierbar könnte auch eine ähnliche Frage lauten? Denn auch fundamentalistische Christen haben ähnliche moralische Vorstellungen wie sie Muslime haben!

Es gibt da einen entscheidenden Unterschied zwischen den christlichen Fundamentalisten und konservativen oder salafistischen Muslimen.

Und damit meine ich nicht Herkunft oder Glaube sondern ihren Status und die Chancengleichheit. Hierfür könnte der Schlüssel für die Radikalisierung bis hin zum Terrorismus von Muslimen liegen.

Ob jemand Salafist wird oder  auch als „Bio-Deutscher“ rechtsextrem  hängt von seiner Integration ab. Wie bewertet er seine Zukunft hier in Deutschland. Was für Chancen hat er auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt? Wie sieht es mit der Teilhabe am sozialen Leben abseits seiner Gruppe aus?

Es nützt nichts das rechte- und konservative Politiker soziale Gruppen gegeneinander ausspielen. Hier kann nur eine gerechte und fairere Politik helfen. Etwa gerechte Steuern und Investition in Bildung, sowohl religiöse als auch  politische. Hier helfen Diskussionen und Worte mehr als Aktivismus.

Der Islam ist in Deutschland integrierbar, nur die Bedingungen müssen besser werden. Es sind ja auch bei  den nicht integrierbaren Deutschen dijenigen die sich abgehängt fühlen.

So ähnlich ist es auch mit der Politik in Deutschland um nicht zu sagen weltweit. Klar muss es Sühne und Strafe geben für Verbrechen egal von welcher Seite. Aber die Prävention sollte mehr Bedeutung bekommen als sie es schon hat. Und natürlich muss es eine EU-Lösung bei der Verteilung der Flüchtlinge geben. Der Status Quo ist nur schwer ertragbar auch für mich.

 

Zur Kopftuchdebatte eine Analyse

Gerade bei der Islamophobie wird die Kopftuchdebatte auch von sehr konservativen Männern bis hin zur CSU und nicht nur von liberalen Feministen bestimmt. Manchmal habe ich das Gefühl dass viele Männer die über das Kopftuchgebot im Islam schimpfen, eine Unsicherheit haben was ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse und ihr Frauenbild angeht. Manche Männer behaupten steif und fest dass sie sich diskriminiert fühlen durch das Männerbild das Muslime  von christlichen Männern haben, dass sie zu triebgesteuert sind.

Ich vermute dass da eine Ambivalenz besteht zu dem was sie sagen und dem was der Beweggrund für diese Kritik am Islam ist. Ähnlich wie Islamophobie bei homosexuellen Mitmenschen mit verdrängten Schuldgefühlen für ihre sexuelle Orientierung zu tun haben kann, kann es sein dass die konservativen heterosexuellen Kopftuchkritiker sich doch heimlich als Sexisten entlarft fühlen, weil sie sich  zu gerne von der Erotik des weiblichen Körpers einfangen lassen.

Wie gehe ich mit diesen Gefühlen um. Fühle ich mich als Schweinigel wenn ich etwa Männerakt-Blogs im Internet besuche oder  habe ich den Eindruck dass meine Homosexualität nicht richtig zu akzeptieren wenn ich auf Homophobie im muslimischen Lager treffe.

Ich denke schon dass ich mich verletzt fühle. Doch trenne ich die Gebote von den Menschen die diese Religion ausüben. Ich fühle mich von der frommen türkischen Kollegin Byshra nicht bedroht. Ich weiss dass ihre Überzeugung ist dass sie sich mit Kopftuch besser fühlt. Ich denke dass dies auch ein Vorteil des Homosexuellen ist. Mein Eindruck ist dass viele Heteros die Lust der Frauen verneinen. Frauen gelten für sie als lustlos die man erst verführen und überreden muss damit sie sich hingeben. Ich als schwuler Mann erlebe die passive Rolle hingegen als lustbesetzt und habe weniger ambivalente Gefühle weil ich perse einen Mann nicht als Heilligen oder Madonna wahrnehme. Im Grunde sitzen diese Männer den gleichen Weiblichkeitsklischees auf wie es die konservativen Muslime tun.

Warum sollten Sie sich  sonst so von den Kleidervorschriften des Islam provoziert fühlen.

Wie gehe ich mit meiner Identität um die ja auch durch konservative Muslime und fundamentalistische Christen in Frage gestellt wird. Ich diskutiere mit ihnen und studiere Texte zum Koran und Christentum um dann festzustellen dass der Islam noch weit ins 19 Jahrhundert wesentlich toleranter war als die christliche Welt. Zu einer Anklage kam es nach Islamischen Gesetz selten da ja 4 männliche Zeugen notwendig waren um eine Verurteilung wegen praktizierter Homosexualität herbeizuführen. Im Grunde ist dies ein Gebot was zur Mäßigung aufruft und lediglich die zur Schaustellung von Homosexualität verbietet.

Aber wie löst man das vermutete Dilemma der heimlichen Pornogucker und Playboyabonnenten auf. In dem  sie sich tatsächlich eingestehen dass sie Frauen als Objekt sehen dies aber Frauen sich in  einem respektvollen Rahmen durchaus wünschen. In dem  sie sich eingestehen dass sie selber lüstern sind und das dies manchmal auch kritisierbar ist. Das verändert aber durchaus die Diskussionsgrundlage. Hier könnten sie anfangen sich mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Wie gehen sie mit ihrer Frau um und welche Rechte räumen sie ihr ein. Das würde zumindest die Diskussion versachlichen als nur schlichtweg den Eindruck der beleidigten Leberwurst zu erwecken.

Ich denke es ist immer wichtig die persönlichen  Gründe zu kennen warum einen etwas an dem Anderen stört.

Wie sehe ich die Gebote des Islam zur Homosexualität. Ich sehe sie als diskutierbar ein. Ich wünsche mir mehr Toleranz von konservativen Muslimen und fundamentalistischen Christen. Ich wünsche mir mehr Kenntnisse der eigenen religösen Wurzeln und die ganze Wahrheit zu der auch homosexuelle, bisexuelle und Transgender Helden in Koran und Bibel gehören wie auch eine historisch kritische Auslegung ihrer Theologie. Liberale Muslime fordern kein Kopftuch und verdammen keine Homosexuellen. Dennoch halte ich die Freiheit hoch, in dem ich Byshra gestatte ihre religöse Überzeugung zu leben wenn Sie auch nicht die meinige ist.

Dies nennt man übrigens Toleranz – einfach Leben und Leben lassen.

 

 

 

 

 

Queeres-Spektrum und Toleranz und so!!

Heute habe ich mit einem Bekannten über Transidentität und auch Bisexualität gesprochen. Mir fiel dann auf wie unterschiedlich queere Menschen Leben können.

Im Grunde ist das sehr faszinierend und auch erfreulich. In der Praxis ist es schwierig den Anderen aber zu verstehen. Wir bewerten Lebenssituation immer nach der persönlichen Erfahrung und den persönlichen Maßstäben und die können sehr unterschiedlich aussehen.

Vielleicht lebe ich daher auch so gerne in der migrantisch und von Künstlern geprägten Nordstadt. Hier ist Diversität die Norm. Es wäre vielleicht doch schöner wenn der  Zusammenhalt der Schwulen und Lesben in der Stadt ähnlich solidarisch wäre wie der der Menschen in meinem Stadtteil. Viele Dinge scheinen mir sehr weit weg zu sein obwohl es auch Übergriffe von muslimischen Jugendlichen auf die Schwule und Lesbische  Community in der Stadt gibt. Doch sind sie eher  die Ausnahme. Ich denke dass in den letzten Jahren unsere ganze Gesellschaft nach Rechts gedriftet ist. Das liegt vor allem auch an der prekären Lebenssituation und durch eine verfehlte Arbeitsmarktpolitik.

In der Altentagesstätte in der ich beschäftigt bin arbeiten viele muslimische Frauen, einige tragen auch ein Kopftuch. Doch fühle ich mich dort wohl und akzeptiert. Eine marokkanische Frau sah mal mein Strickzeug durch eine Tüte hindurchscheinen und sagte „Du machent? Gut!“

Toleranz ist in  unsere Gesellschaft so wichtig wie die Luft zum atmen. Das fällt mir immer wieder auf. Es tut mir leid dass ich das auch nicht immer aufbringe weil ich ja auch eine Minderheit sogar in der Schwulenszene bin und ich sie gegen andere Einflüsse verteidigen muss. Aber Gelassenheit bringt mir auch etwas meine Reife mit jetzt 40 Jahren. Wird ja auch Zeit. Aber besser spät als nie!

Grabschende muslimische Männer!

Ich denke nicht dass das Thema um grabschende muslimische Männer ein sehr neues Phänomen ist. Ich habe vor ungefähr 10 bis 12 Jahren mich mit einer jungen Frau über das Dortmunder Nachtleben unterhalten.

Sie meinte dass in viele Dortmunder  Clubs nicht mehr geht weil sie dumm angegraben und auch angegrabscht worden ist. Und das türkische und muslimische Männer da noch am schlimmsten wären.

Christliche  Fauen gelten bei Muslimen als Freiwild. Gerade das Bestehen auf die Jungfräulichkeit vor der Ehe ist ein Problem. In viele türkische Clubs kommen Männer nur in Begleitung einer  Frau hinein.

Ich denke dass die sehr strenge Moral im Islam und das archaische Frauenbild dieser Religion Frauen leichter zum Objekt degradiert.

Die Moral in muslimischen  Ländern ist wirklich mittelalterlich. Dementsprechend häufig kommen wegen der strengen Geschlechtertrennung auch homosexuelle Kontakte vor.

Wir als Europäer können uns nicht vorstellen wie streng die Moral dort ist. Ich habe mal in einem Zeitschriftenartikel gelesen dass in Afghanistan  Männer auf Reisverpackungen onanieren auf denen ein Frauengesicht abgebildet ist.

Auch das Frauenbild der monotheistischen Religionen ist ein problematisches. Ich weiss nicht wie der Koran mit der sog. Erbsünde Evas umgeht. Was mich an den Vorfällen in  Köln schockiert ist nicht nur die massive Gewalt die dort angewendet wurde. Einige Frauen wurden mit den Händen der Männer penetriert sprich vergewaltigt. Nein dass diese Frauen auch noch frauenfeindlich beschimpft worden sind, als wäre es eine Schuld der Frauen dass ihnen das wiederfährt.

Ich denke es  ist wirklich schwierig diese massiven Verformungen die durch diese antiquierte Auslegung des Islam in Fragen der Sexualität an der Persönlichkeit dieser Männer anrichtet, zu beheben. Diese patriarchalen und sehr hierarchischen Strukturen in den Herkunftsländern der Täter können auch die Respektlosigkeiten gegenüber der Polizei erklären. Ähnliche Phänomene gibt es etwa auch bei Spätaussiedlern aus der GUS.

Wir dürfen nicht so naiv sein, dass mit den Flüchtlingen nur aufgeklärte Regimkritiker gekommen sind. Es sind auch Menschen gekommen die vor dem Chaos und der Perspektivlosigkeit in ihren Ländern und der Bedrohung durch Gewalt gekommen sind. Wir dürfen vor diesen Gründen unsere Augen nicht verschliessen. Doch müssen wir auch deutliche Grenzen aufzeigen wenn es um Übergriffe auf unsere Bürger geht.

Die Vorfälle von Köln sind abstoßend und die Täter gehören auf jeden Fall hart bestraft. Aber man soll dies unter den gleichen Rechtsgrundlagen tun mit denen man auch andere Einwanderer oder auch deutsche Bürger bestraft. Eine Verhältnißmäßigkeit der Strafe muss gegeben sein. Jemanden wegen einem Griff an einen deutschen weiblichen Busen in den Tod zu schicken ist sicher nicht verhältnißmäßig. Daher will ich meine Leser vor populistischen Äußerungen zu dem Thema warnen.

Die Täter müssen aber zeitnah bestraft werden um eine Abschreckung zu erzielen. Außerdem sind vielleicht auch sexualpädagogische Maßnahmen und auch Informationen zu unseren westlichen Werten notwendig.

Für diese Menschen gelten wir in de westlichen Welt wahrscheinlich als Sünder und zügellos.  Für sie muss auch unserer lockerer Umgang unter den Geschlechtern schockierend sein. Daher ist auch eine kulturelle Bildung und eine Vermittlung von Werten und unserer Perspektive zur Sexualität so  wichtig. Diese Dinge sind für uns alle so selbstverständlich, aber in einem Kriegsgebiet sind unsere normalen Regeln, auch die islamischer Länder außer Kraft gesetzt.  Wieder ein normales Leben zu führen ist wahrscheinlich für diese Menschen eine  Herausforderung.

Ich will hier Niemanden in Schutz nehmen. Doch mein Blog dient mir auch dazu komplizierte Dinge zu reflektieren. Auch müssen wir uns um die Integration von Teilen der muslimischen Community bemühen die hier schon länger lebt. Gerade die Ausbildung von Imamen an deutschen Universitäten ist eine Chance hier einen  europäischen Islam zu verankern der das Spagat zwischen Tradition und Moderne ermöglicht.

So wie sich die christlichen Gesellschaften durch Reformation und Aufklärung modernisiert und zivilisiert haben so muss dass auch mit dem Islam in Europa geschehen. Damit Hetzprediger, Moralapostel und ewig Gestrige nicht noch mehr Schaden anrichten können als den der jetzt schon besteht und ein  gutes und gewaltfreies Zusammenleben der Kulturen möglich wird.

 

 

 

 

 

 

Wie wird man glücklich? Wenn alles im Fluss ist !!

Gerade lese ich ein Buch von Tom Hodckinson dass sich mit dem Leben auf dem Lande beschäftigt. Er preist in „Schöne alte Welt“ die Vorzüge des Lebens auf dem Land im Mittelalter vor der Reformation. Er gehört der sogenannten „Idler“-Bewegung an die Müßigang und Arbeit als Spiel propagiert. Das finde ich sympathisch. Im Grunde ist das eine gute Reaktion auf unsere Überflußgesellschaft und die bürgerliche Leistungsethik.

Mir fiel mal wieder auf wie Recht solche Menschen haben. Natürlich macht Faulheit nicht glücklich, Müßigang ist auch mehr eine Kreativtechnik als nur bloße Faulheit. Und wer wünscht sich nicht das es keinen Unterschied zwischen Arbeit und Vergnügen gibt.

Ich weiss nicht ob dieser Lebensstil als hedonistisch bezeichnet werden kann. Ich habe einen Kollegen der sehr hedonistisch ist. Er arbeitet nur um sich passive Vergnügungen hinzugeben. Er gibt sehr viel Geld für Urlaubsreisen, Unterhaltungselektronik und Club und Restaurantbesuche aus. Zum einen ist er ständig Pleite auf der Anderen Seite ist er nicht glücklich. Das liegt wohl auch an seinem Job der keine gute Wahl für ihn war. Vergnügen alleine ist kein Garant für ein gutes Leben.

Dann habe ich einen Kollegen der sehr fleißig ist. Er arbeitet und hat mehrere Ausbildungen nacheinander gemacht, ist literarisch aktiv und hat noch einen größeren Grabelandgarten den er bestellt.  Er ist das Gegenteil eines Müßigängers. Als er erfuhr das ich eine Umschulung im sozialen Bereich nicht durch Arbeiten nebenher finanzieren will sondern durch das Arbeitsamt war er wirklich wütend auf mich und er hält mich für einen Faulpelz. Tatsächlich will ich nach der Umschulung als Alltagsbegleiter für demente Menschen nicht Vollzeit arbeiten. Das hat bei mir Gründe. Ich ermüde sehr schnell durch die ADHS-Erkrankung so dass ich nach einem Vollzeitjob nicht mehr in der Lage gewesen wäre noch irgendetwas anderes zu leisten. Und nur für die Arbeit zu Leben fände ich auch schade. Ich bin verpartnert und mein Mann arbeitet auch aus ähnlichen Gründen nur halbtags. Ich komme aber mit dem wenigen Geld gut aus, besser als der hedonistische Kollege.

Ich lese sehr viele Sachbücher und schaue auch gerne fern z. B. Dokumentationen auf ARTE oder 3sat. Mein Ziel ist es noch einen kleinen Grabelandgarten zu bestellen. Finanziell bringt auch ein Gemüsegarten mit Kleinvieh wie Hühnern nicht wirklich viel ein, dennoch bleiben die Kosten im Rahmen und dieses Vergüngen würde mir gut tun. Gerade im sozialen Bereich braucht man Ausgleich. Und ich muss Martin auch im Haushalt entlasten. Meine Aufgabe ist das kochen und Putzen. Die Wäsche und das Ein- und Ausräumen der Spülmaschine überlasse ich ihm. Ich glaube das viele Menschen auch durch Minderwertigkeitsgefühle verleitet werden mehr zu leisten als zu dem sie fähig sind und als es gesund ist. Ich denke das weder Faulheit noch Arbeitswut als auch Konsumrausch glücklich machen. Die richtige Dosis muss jeder für sich selber herausfinden. Gerade im sozialen Bereich ist Burn Out ein Thema das man berücksichtigen muss. Gerade dafür brauch man auch Ausgleich. Selbstwert sollte man nicht unbedingt immer an große Leistungen binden. Für mich ist ein Wert andere zu versorgen. Es geht mir darum für Menschenn da zu sein. Egal ob es alte demente Menschen sind, oder mein Partner dem ich Abendessen koche und die Wohnung versuche sauber zu halten. Oder es halt die Hühner und Pflanzen im Garten sind. Das macht mich glücklich. Und die anderen Dinge können Fallen sein. Ja ich weiss dass ich mich da auch wieder zu sehr von anderen abhängig mache in dem ich andere Helfen und versorgen will. Ich gleiche das aber durch körperliche Arbeit und kreative Tätigkeiten wie etwa auch Häkeln und Stricken und natürlich lesen und Kulturgenuss aus. Ich denke das ist mein Weg glücklich zu werden. Die anderen Wege können auch Sackgassen sein. Ich glaube das immer ein richtiges Maß vorhanden sein muss, das von Person zu Person unterschiedlich ist. Und das nennt man im modernen Soziologendeutsch Flow.

Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg ?

Heute habe ich mich für einen 1 Euro Job in der Seniorenbetreuung vorgestellt. Mit mir stellte sich auch eine Frau ungefähr in meinem Alter oder etwas älter vor. Sie schimpfte auf das Jobcenter und behauptete Ausländer würden immer bevorzugt behandelt.

Ich fand diese Aussage erst einmal sehr schlicht. Danach habe ich darüber nachgedacht wie Menschen zu so einem Schluss kommen können. Ich denke es liegt an unserer Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik. Viele Menschen bei uns im Ruhrgebiet halten sich für abgehängt und wertlos. Ihr Eindruck ist dass ein Fremder ein Ausländer mehr wert hat als sie selber.

Das ist kein gutes Zeugnis das unseren Politikern ausgestellt wird. Wie hätte man das besser machen können? Mir fällt so einfach nichts dazu ein da ich kein Soziologe bin. Aber das es nach wie  vor Menschen gibt die keinen Schulabschluss haben, das es bei uns ein ungerechtes Steuersystem gibt was nur den Mittelstand und die Geringverdiener belastet, das Bildungserfolg immer noch mit der sozialen Schichtzugehörigkeit zu tun hat, das alles sind Probleme auf die die Politik Antworten finden muss.

Gerade im verarmten Ostdeutschland stellen sicher auch viele Menschen die Frage nach dem eigenen Wert. Eine verfehlte Bildungs- und Sozialpolitik ist Wasser auf die Mühlen von Bewegungen wie Pegida.

Klar sind die Ausländer nicht an der eignen Arbeitslosigkeit Schuld. Doch Perspektiven bieten muss der Staat schon. Vielleicht ist auch längerfristig auch ein bedingungsloses Grundeinkommen ein Modell das eine Antwort ist auf die sozialen Verwerfungen einer hochindustrialisierten und digitalisierten Gesellschaft.

Doch habe ich den Eindruck das hier eher zurück gerudert wird als vorwärts. Das zum BeispielTittip wieder nur dem Finanzmarkt und den Großkonzernen dient als dem kleinen Mann auf der Straße. Wenn man in Deutschland keine Zustände wie in Ungarn oder der Schweiz haben will muss die Politik sich eben genannten Fragen Lösungen finden und umsetzen.

Auch die politische Bildung vieler ist ein Manko. Auch da  muss vieles getan werden. Doch was nützt es wenn die Menschen die Welt erklärt bekommen sich aber machtlos fühlen. Wir brauchen wieder eine Politik die die Bürger ernst nimmt und da abholt wo sie sind. Das sie das Gefühl haben das ihre Stimme zählt. Klar verändern Parteien wie die AfD die Politik nicht in dem Sinne wie es der Bürger braucht. Sie geben Antworten aus längst vergangner Zeit und keine davon war eine gut Alte! Was ist aber wenn man selber noch in dieser Gesellschaft des 20 Jahrhunderts mit dem industriellen Aufschwung verwurzelt ist wo Erwerbsarbeit das einzige Sinn stifetend im Leben ist. Auch in dem Sinne muss es einen Wertewandel geben. Denn woher soll das immense Wachstum kommen um die Wirtschaft zu befeuern. Schließlich sind wir ja um die 7 Milliarden Menschen auf der Erde. Darüber muss ernsthaft diskutiert werden, ob wir für alle erwerbsfähigen Menschen noch Arbeit haben, oder ob sie nur noch auf dem Abstellgleis gelandet sind. Das sind Fragen die die etablierten Parteien nicht behandeln. Wenige machen sich darüber Gedanken mit Ausnahme etwa der Piratenpartei oder vielleicht noch den Grünen. Doch Leben wir alle nicht  noch gefühlt im 20 Jahrhundert, hat das 21 Jahrhundert in unseren Köpfen überhaupt schon begonnen.

Hilfsbereitschaft und Flüchtlinge

Meine Mum hat sehr schöne Erfahrungen mit der Hilfsbereitschaft von Flüchtlingen gemacht.

Sie als schon etwas betagte und auch gebrechliche Frau hat selten so viel Respekt und Hilfe in den letzten Tagen bekommen, wie von ‚Flüchtlingen in der Kleinstadt Lünen in der sie  lebt.

An einer Bushaltestelle konnte sie ihre Fahrkarte nicht entwerten. Ein junger Migrant lief dann schnell mit ihrer Karte zu einem anderen noch funktionsfähigen Entwertungsautomaten so dass sie noch den Bus rechtzeitig bekommen konnte.

Gestern abend ist sie auf dem Rückweg abends von ihrer Chorprobe am Bordstein umgeknickt und gefallen. Sie war in Begleitung mehrerer Mitglieder ihres Chores doch konnten sie ihr nicht aufhelfen. Ein junger südländisch wirkender Mann half ihr auf da er wohl eine medizinische oder pflegerische Ausbildung hatte und sie  nicht an den  Händen Griff sondern an der Taillie. Er sprach sie auf Englisch an. Meine Mutter freut sich derart über die Hilfe das sie ein wenig Geld für die Flüchtlinge spenden wird.

Sie sagte das sind wirklich gebildete und wohlerzogene Menschen. Und das aus dem Munde meiner eher strengen Mutter. Ist das nicht eine schöne Geschichte.

Hilfsbereitschaft lohnt sich immer.

Sind wir eine zwanghafte Gesellschaft?

Die Zwanghafte Persönlichkeitsstörung kennzeichnet eine Person die einen sehr hohen Anspruch an sich und an andere hat. Emotionales Verhalten anderer wird nicht toleriert.

Sind wir in unserer Gesellschaft  nicht alle zwanghaft? Ist dies  nicht ein Kennzeichen unserer modernen westlichen Gesellschaft.

Es ist egal ob es Mode oder Körperkult, ein geradliniger Lebenslauf in der Bewerbung oder nur das Aussehen des Vorgartens angeht. Unsere Ansprüche sind hoch an uns und an andere.

Fünfe gerade sein oder auch nur eine realistische Einschätzung von uns und dem Nächsten gibt es nicht. Und wer der  Norm nicht entspricht der bekommt die Elllenbogen  zu spüren.

Der westliche von der protestantischen Leistungsethik getriebene Kapitalismus kennt nur die Superlativen. Nur ist Leben nicht so. Gott hat uns verschieden gemacht, nicht weil er eine Hirarchie wollte, nein weil wir in unserer Verschiedenartigkeit  als sein Ebenbild sieht.

Wie kann man sich sonst erklären dass Christus immer wieder für die Außenseiter eingesetzt hat. Und auch seine Aussage über die Reichen dieser Welt ist eindeutig. Er sagte eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher in den Himmel kommt.

Wir sollen unserer Talente nutzen aber wir sollen nicht den Mammon das Geld verehren. Doch in unserer säkularen Welt ist Mammon im Sinne des  Geldes die Macht.

Und dies ist wirklich eine tragische Situation. Auch wenn man diesen Teil nicht religös betrachtet so muss man glauben dass die Effizienz der Wirtschaft wichtiger ist als Mitmenschlichkeit. Insbesondere auch im Umgang mit der Griechenlandkrise beschleicht mich der Verdacht dass es einigen  Teilen der Wirtschaftseliten zu Pass kommt dass die Filetstücke des griechischen Staatseigentums endlich in Privateigentum überführt werden, wie etwa der Hafen von Piräus. Und das die Finanzkrise genutzt wird um weiter soziale Standards zu senken.

Wir Menschen sind eine Ware egal ob es um den Arbeits- oder Heiratsmarkt geht. Die  Individualität des einzelnen zählt nicht mehr. Unsere effektive Wirtschaft mag es uniform.

Egal ob es um Abmessungen von Maschinenteilen oder attraktiven Körpern geht. Und das ist eine gesamtgesellschaftliche Krankheit  die eine Hybris darstellt. Auch unsere Schöpfung die Umwelt hat  nur noch die Funktion des Rohstofflagers und dies ist abartig.

Wie geht unsere Gesellschaft damit um. Sie sucht nicht die Heilung in einer menschlicheren, sozialeren Marktordnung nur im Extremismus die bei uns die Pegidabewegung und Parteien wie die AfD darstellen. Das so eine Gesellschaft nicht gesund und glücklich ist versteht sich von selbst.

Sicher sind die sozialistischen Gesellschaften auch gescheitert. Doch was ist aus dem Rheinischen Kapitalismus geworden. Hier weht schon längst der Geist eines gnadenlosen Neoliberalismus amerikanischer Prägung. Wollen wir das wirklich? Oder kann Europa mehr sein als eine Wirtschaftsunion, nämlich eine Gemeinschaft der menschlichen Werte?

Kriminalität von Rumänen und Bulgaren oder auch Roma

Ich wohne schon sehr lange in der Dortmunder Nordstadt. In den letzten 10 Jahren in denen der Zuzug von Armutszuwandrern aus Südosteuropa anhält, bin ich keine einziges Mal Opfer von Diebstählen geworden. Doch stimmt es schon dass die Kleinkriminalität im Stadtteil deutlich zugenommen hat. Es gibt vermehrt Taschen- und Trickdiebstähle aber auch Metalldiebstahl.

Sicher hat dies tatsächlich auch etwas mit der Armutszuwanderung zu tun. Nur ist da auch anzumerken welche Angebote macht die Gesellschaft ausgegrenzten Gruppen ihren Lebensunterhalt ehrlich zu verdienen. Es ist die Aufgabe der Politik in der EU für ihre Bürger zu sorgen. Neoliberale Ansätze in der Wirtschaftspolitik haben die Spaltung unserer Gesellschaft nur weiter vorangetrieben. Auch in Deutschland gibt es Globalisierungsverlierer. Etwa die Menschen in Ostdeutschland. Nun werden diese Gruppen polemisch Gegeneinander von der Politik ausgespielt. Dies ist die politische Seite des Problems. Auf der anderen Seite führt Pauschalurteile über bestimmte Einwanderergruppen zur Diskrimminierung von ehrbaren Mitbürgern.

In unserem Stadtteil betreibt ein Rumäne mit seiner Frau einen Kiosk. Ich kaufe sehr häufig dort Süßigkeiten  für uns, wenn der süße Zahn sich meldet und nichts mehr im  Haus an Süßkram ist. Gerne gehe ich dort bei diesen sehr netten Leuten einkaufen. Doch sind sie gezwungen ihre Herkunft zu leugnen weil in unserer Stadt die Vorurteile gegen diese Gruppe sehr groß sind. Ich habe selber Wurzeln in einem Land dessen Bewohner lange ähnlich unbeliebt waren wie Rumänen und Bulgaren oder auch die Roma. Mein Geburtsname ist Kwiatkowski, ich habe polnische Wurzeln und stamme aus einer Spätaussiedlerfamilie. Ich selber bin auch Vorurteilen aufgesessen wenn es um die Beurteilung dieser Gruppe geht und habe da Fehler begangen. Ich spüre das immer wieder wie bürgerliche und ehrbare Menschen unter diesen Vorurteilen leiden.

Es ist dass Recht der Kritiker Probleme beim Namen zu  nennen, aber es ist auch ihre Pflicht wahrzunehmen warum es diese Probleme gibt. Und dass Pauschalurteile auch Menschen treffen die ehrlich und fleißig sind. Und das gehört auch zu der Wahrheit dazu.

Ich selber habe erlebt wie mich eine junge Romafrau nach einer Putzstelle gefragt hat. Sie war wirklich verzweifelt. Sie hat auch ein Recht dazu ihren Lebensunterhalt mit einer Tätigkeit  zu bestreiten die Ihre Würde nicht verletzt. Leider konnte ich Ihr nicht weiterhelfen.  Doch muss da eine Lösung her um diesen Menschen auf Dauer zu helfen. Zur Not müssen Sie Sozialhilfe bekommen.  Jeder Mensch hat das Recht darauf seine grundlegenden Bedürfnisse zu bestreiten. Ich meine damit Nahrung, Kleidung und Wohnung. Und dies ist nicht gewährleistet. Sicher gibt es auch wohlhabende Roma und Banden- bzw. Clanbosse. Doch sind sie die Ausnahme. Man diskrimminiert sie und beutet  sie etwa auf dem sog. Arbeitsstrich aus und das ist genauso verwerflich wie ein Diebstahl.

Biogasanlage Stadthafen Lünen – wie eine gute Idee durch Raffgier zerstört wurde!

Nach wie vor fühle ich mich meiner Heimatstadt Lünen irgendwie verbunden. Um den Stadtvätern zu helfen den ihren Aufgaben finanziell nachzukommen habe ich damals die Idee der Biogasanlage samt Mikroverteilungsnetz ersonnen. Mich schockiert hingegen was meine laienhaften Vorstellungen dort angerichtet haben.

Da Lünen an der Schwelle zum Münsterland liegt habe ich gehofft dass dort eine Anlage komplett mit Gülle beschickt werden kann. Das war der erste Irrtum und dafür schäme ich mich fast. Aber die Gier der Stadtväter schockiert mich ebenfalls!Dass  sich das gleiche Konzept noch einmal für den Stummhafen umsetzen wollen.

Zu eigener Kreativität sind wohl Stadtwerkebetreiber als auch Kommunalpolitik nicht in der Lage. Es ist beschämend wie sehr diese Idee ausgebeutet wird ohne dass ich etwas davon habe.

Ich werde solche Dinge nicht mehr machen. Die Ansätze meiner Idee waren gut, nur die Dimensionen waren zu groß. Eigenes denken schadet auch Kommunalpolitikern übrigens nicht.

Leider ist dass der Lauf der Welt. Doch ich sage es noch einmal es schockiert mich und macht mich traurig wie gute Ansätze durch Gier zerstört werden. Und das ist tatsächlich den Stadtvätern anzulasten. Der Enneppe-Ruhr-Kreis hat dagegen  eine andere Idee perfektioniert. In Lünen wird die Kuh so lange gemolken bis sie am Ende ist. Das ist abartig!