Prussen verarbeiteten und förderten Eisenerz und hatten Marktorte und Handwerkssiedlungen

Ich intressiere mich sehr für die Geschichte meiner alten Heimat, Ostpreußen. Auf einer polnischen Website habe ich erfahren dass die Ureinwohner dieser Gegend, die Prussen, nicht nur Eisen verarbeiteteten sondern auch am Fluß Omulev, einem Nebenfluß der Narew, Raseneisenerz förderten. Die Verarbeitung von Eisenerz lernten sie von den benachbarten Kelten etwa 1000 vor Christus. Mir war aber nicht bekannt das es Eisenerzvorkommen in Ostpreußen gab.

Außerdem gründeten sie Handwerks und Handelsorte in der Nähe wichtiger Burgen. Sie wurden später Lischken genannt. Eine dieser Lischken war etwa Bartenstein, die Hauptsiedlung des Stammes der Barter.

Es wundert mich immer noch dass sie zu Beginn der Konflikte mit dem deutschen Orden noch mit Keulen bewaffnet waren, deren Kopf zwar mit Blei verstärkt waren, aber nicht so eine effektive Waffe darstellten wie Schwerter aus Stahl.

Meine Erklärung dafür ist dass diese Gegend vor der Eroberung durch den Deutschen Orden sehr friedlich gewesen ist und man keinen Bedarf für bessere Waffen hatte.

Die Burgen bestanden noch aus Erdwällen und Pallisaden waren aber meistens an sehr schwer zugänglichen Stellen errichtet und stellten schon einen durchaus wirksamen Schutz für die Bevölkerung dar. Doch konnten sie nur mangelhaft verteidigt werden, da die Waffentechnik den Belagerungsmaschinen des Ordens unterlegen war.

Eine eisenzeitliche Wehrsiedlung der Prussen als auch  ein prussisches Hügel bzw. Steinganggrab kann im ethnografischen Museum von Olsztynek, Hohenstein, besichtigt werden.

Auf der Suche nach dem Paradies

Ich weiss nicht ob es typisch für ADHSler ist mit seinem Umfeld unzufrieden zu sein. Ich sehne mich schon lange danach dazuzugehören und angekommen zu sein. Ich denke dass ich auf viele verschroben und auch spröde wirke. Auch an diesem Blog merkt der Leser dass ich doch eher ein nachdenklicher Mensch bin.

Als Kind habe ich schon gerne Landkarten studiert und Reiseliteratur gelesen. Und als Erwachsener habe ich mich im Internet auf die Suche nach dem perfekten Lebensmittelpunkt gemacht.

Ich wohne gerne in der Stadt, aber Natur ist immer auch wichtig. Dann bin ich altkatholisch, eine Gemeinde muss es auch geben. Das kulturelle Angebot muss gut sein und es muss auch alternative Kneipen und Einrichtungen geben in dem ich als schwuler Mann nicht so schnell diskriminiert werde und wo ich genügend Inspiration und Unterhaltung finde.

Vieles wird mir schnell langweillig, so dass der Ort extrem schön und abweckslungsreich sein muss und daher nicht ganz klein sein darf. Die Stadt muss am Wasser liegen. An einem Fluss oder Kanal auf dem auch Schiffe fahren, weil  ich das gerne mag.Warum bleibe ich nicht in Dortmund wohnen?

Weil mir die Stadt manchmal regelrecht zum Halse heraushängt. Diese zerschnittenen Landschaften mit seinen fast an Unhöflichkeit grenzenden direkten Menschen.  Manchmal habe ich auch das Gefühl dass Dortmund abgeschnitten ist  von landesweiten Trends. Also das Stricken und selbermachen in Dortmund im Trend liegt davon merke ich nichts. Hier scheint dass immer noch eine Hausfrauenphänomen zu sein. Und dann das Stadtbild. Dortmund ist nicht so schlimm wie Köln doch fehlen doch die spektakulären Landmarken der Domstadt aus vergangenen Epochen. Dortmund ist unspektakulär und häufig auch ein wenig provinziell.

Manchmal denke ich dass Westfalen generell sehr weit am Rande liegt. Irgendwie dazwischen, zwischen den großen Hafenstädten des Nordens und den pulsierenden Wirtschaftszentren des Südens. Irgendwie klafft eine Lücke in unserem Land.

Klar gibt es auch Superlativen in Dortmund – aber sind sie wirklich so berauschend. Hat es nur mit meiner besonderen Art der Wahrnehmung zu tun? Sicher bin ich mir da nicht. Dortmund als Stadt zu lieben ist manchmal eine Herausforderung. Und ich wohne am Borsigplatz und sage etwas Ketzerisches. Auf die prolligen Fußballfans aus der nördlichen Hälfte der Stadt könnte ich verzichenten. Warum wird Dortmund wo anders nur auf Exportbier und Borussia reduziert?

Und muss man als Dortmunder Fußball mögen? Exportbier ist schon lecker und Fußball eine spannende Sache, aber muss es denn so fanatische Züge haben.

Klar Dortmund hat viele Seiten! Doch ist vieles an der Stadt nur ein Kompromiß. Und Weltoffenheit ist für Dortmunder eine zwiespältige Sache. Es gibt eine Stelle bei der Stadt die sich die ein Bindeglied zwischen der  queeren Szene und der Lokalpolitik herstellt, gleichzeitig wird die Straßenprostitution aus fadenscheinigen Gründen verboten und das tragen von Kopftüchern durch muslimische Frauen stark diskutiert. Wo bleibt da etwa die Gelassenheit der Rheinländer oder ihre Toleranz. Wir sind halt Westfalen und es reicht nicht das die meisten hier einen Migrationshintergrund haben damit wir versuchen zusammen zu leben als gegeneinander.

Ich denke schon dass da meine Wahrnehmung ganz richtig ist und Dortmund nicht das Köln Westfalens oder eine Ideenschmiede wie Jena in Thüringen ist.

Nur das es hier auch eine starke rechte Szene gibt verbindet uns mit der ostdeutschen Boomtown.

Das ist ein düsteres Bild das ich zeichne, dass sicher so nicht ganz stimmt. Mich stört allerdings schon dass wir immer versuchen unsere Gegend schön zu reden. Sie ist es hin und wieder aber die Probleme werden häufig auch herunter gespielt.

Niemand spricht etwa von den Profiteuren der Zuwanderung vom Balkan. Das müssen Journalisten von wo anders  tun. Und was tut unsere Stadtregierung heiße Luft von sich geben.

Dortmund hat gute Traditionen. Die der Kumpels aus dem Bergbau. Auf die alten Tugenden müssen wir uns besinnen wenn wir eine weltoffene Stadtgesellschaft sein wollen. Das heißt aber auch dass wir alle Probleme benennen und auch unbequeme Warheiten ertragen.

Dortmunds Menschen sind liebenswert und leistungsfähig. Und Dortmund war immer multikulturell, das vergessen wir zu schnell wenn wir an Zuwanderung denken.

Und ich finde es abartig dass sich die SPD durch die Schwusos auf dem CSD in einer Ausstellung feiern läßt aber sie gleichzeitig den eisernen Besen schwingt und gegen Straßenprostituierte und Alkoholkranke zu Felde zieht. Als wären dass keine Menschen.

Was ist aus der Stadt der kleinen Leute und Kumpels geworden? Diese Fragen darf und muss ich auch stellen. Und ich hoffe dass ich genug für Gesprächsstoff sorge.

Mich fasziniert die Kraft des Wassers

Schon immer hat mich die Kraft des Wassers fasziniert. Energie zu erzeugen ohne Etwas zu verbrennen fand ich toll.

Ich bin in Lünen aufgewachsen, an der Lippe, und dort gibt es auch Stauwehre die z. B. für einen genügend hohen Wasserstand an Kühlwasser für die Kohlekraftwerke sorgen.

Leider ist und bleibt der Traum wahrscheinlich nur ein Traum. Das Gefälle dort ist sehr gering und auch alternative Turbinen Typen und Wasserkraftwerke lohnen sich nicht für diesen Fluss wie ich jetz im Internet las. Der Fluss ist halt wie Westfalen, gemütlich und nicht wild und vor allem schnell brausend.

Gerade sogenannte Strombojen und Strommühlen die auf oder im Fluss schwimmen gelten als besonders Umweltfreundlich da sie für Fische keine Bedrohung darstellen.

Doch braucht man für den Betrieb dieser innovativen Kraftwerks und Turbinenformen eine sehr starke Strömmung und das ist in der Lippe nicht gegeben.

Schade – aber dieser Traum ist nur schwer umsetzbar. Es gibt Wasserkraftwerke in Hamm und in Werne.

Doch sind diese Werke grundlos umstritten weil man unterstellt das Fische in die Turbine gelangen und  qualvoll vereenden. So weit ich weiss gibt es Siebe am Zulauf des Wasserkraftwerkes in Werne, außerdem soll das Wehr dort für Fische passierbar gemacht werden.

Das Sauerland und seine Flüsse sind  wegen des großen Gefälles besser geeignet doch sind diese Standorte fast alle schon in Gebrauch. Im Fall der Lippe gibt es an ihren Zuflüssen insbesondere in den sog. Baumbergen mehrere Wasserkraftwerke. Ähnlich wie im Sauerland ist dort die gebirgige Lage der Grund für die besondere Wirtschaftlichkeit dieser Werke.

Die Lippe als teilweise staugeregelter Fluss ist weniger geeignet als  ein Gebirgsfluss.

An Ihr können zwar Laufkraftwerke betrieben werden nur ist der Aufwand für den Naturschutz sehr hoch die Stromausbeute aber viel geringer als etwa an der Lenne im  Sauerland die ähnlich viel Wasser führt.

So fest war Dortmund

Die stärke der mittelalterlichen Dortmunder Stadtbefestigungen wird zu sehr verklärt.  Auf der einen Seite war Dortmund seit dem 13. Jahrhundert eine stark befesitigte Stadt. Die Belagerer in der  großen Fehde im 16. Jahrhundert hätten ein ganzes System von Befestigungsanlagen zu überwinden, um die Stadt einzunehmen.  Im 17. Jahrhundert waren sie bereits veraltet weil es nur eine einzige Bastion gab auf denen Geschütze gut aufgestellt werden konnten.  Dortmund war mit einem Ring aus Gräben und zwei Mauern umgeben. Es gab noch vor der eigentlichen Stadtmauer eine niedrigere, etwa fünf Meter hohe, Vormauer. Die Felder der Stadt wurden durch ein System aus Erdwällen und Hecken geschützt, der sog. Landwehr. Vor den Toren der Stadt befanden sich noch Wachtürme um die Bürger vor einem herannahenden Feind zu warnen. Einer dieser Türme aus Holz befand sich am Stadtwald Fredenbaum. Die Straße zur Stadt konnte mit einem Schlagbaum geschlossen werden. In Richtung Süden gibt es noch heute an der Westfalenhalle den sog. steinernen Turm der  die gleiche Funktion  hatte. Im 16  Jahrhundert war Dortmund aussordentlich gut befestigt. Doch das die Stadt den Belagerern der großen Fehde standhalten konnte hat sie zwei Umständen zu verdanken. Die Dortmunder hatten bessere Geschütze und u. a. auch ein sehr großes mir immenser Reichweite. Die Wurfmaschinen  und Geschütze des Grafen von der Mark und seiner Verbündeten richteten nur wenig schaden an. Doch die Dortmunder wandten noch ein anderes weniger rühmliches Mittel an um ihrenFeinden zu schaden. Es gab häufiger Ausfälle von bewaffneten Bürgern auf  märkisches Gebiet wo Dörfer niedergebrannt und Vieh geraubt wurde. Dies geschah um die Versorgung mit Proviant für die feindlichen Heere zu verschlechtern.

Krieg hat immer zwei Seiten. Und am meisten leidet wie immer die zivile Bevölkerung, und hier in’s besondere die auf dem Land.

Für die ländliche Bevölkerung gab es nur sehr wenige Möglichkeiten sich vor marodierenden Truppen zu schützen. Die steinernen Dorfkirchen und insbesondere ihre Türme wurden als Zufluchtsort genutzt. In diesen Kirchen kann man  teilweise heute noch die Vertiefungen in den Wänden für die schweren Riegel, die die Türen verschlossen, sehen. Hörde hat seinen Namen übrigens von Hürde, und damit war eine Dornenhecke oder einen Zaun aus Baumstämmen gemeint, der einen schwer zugänglichen Wald schützte wo die Bauern der Gegend im Kriegsfall schutz suchten.

Fest war Dortmund also nur bis zum 16 Jhdt. Allerdings gegenüber der übrigen Bevölkerung und der benachbarten Städte durch die stärke der Festungsmauern priviligiert.