ADS und Homosexualität

Ich habe den Film „Aus der Haut“ gesehen wo es um das Coming Out eines psychische labilen jungen Mannes geht. Unter anderem wurde nach seinem Selbstmordversuche ein Verdacht auf ADS erwähnt. Das lässt mich über meine eigene Situation, als junger Erwachsener, vor über 20 Jahren nachdenken.

Ich will versuchen zu erklären in wie weit ADS meine Zufriedenheit mit meiner sexuellen Orientierung beeinflusst.

Zum einen habe ich ja schon in einem älteren Post erwähnt das die Reizoffenheit ein Problem sein kann. Wenn in der Nähe Bemerkungen über schwule Männer gemacht werden bekomme ich das fast immer mit.

Aber das ist eher das kleinere Problem. Die Szene an sich fand ich als sehr anstrengend und stellenweise als ausgrenzend. Gerade wenn man nicht so männlich wirkt wie andere Männer. Aber das ist nicht bei jedem ADSler gegeben. Allerdings führt der ausgesprochene Gerechtigkeitssinn beim ADS doch zu Frustrationen und Depressionen. Und die überhöhten Schönheitsideale in der Szene belasten alle schwulen Männer. Es wäre wirklich wünschenswert wenn schwule Männer untereinander toleranter sein würden.

Bei mir ist es eher so das ich natürlichere Partner mit Ecken und Kanten bevorzuge. Mit den Schönheitsidealen und Abziehbildern der Szene konnte ich nichts anfangen.

Ich hätte viel früher einen festen liebevollen Partner gebraucht. Die Promiskuität in der Szene habe ich daher als frustrierend erlebt. Ich suchte mehr Geborgenheit als Sex. Und das hat damals die Szene in den 90er Jahren nicht geboten. Gerade in schwulenbewegten Kreisen war Promiskuität die angestrebte Lebensform. Das ist schlimm wenn man sich eigentlich nach Liebe sehnt.

Diese Dinge haben mich in jungem Erwachsenenalter sehr stark belastet. Ich musste mich deswegen und wegen beruflicher und familiärer Probleme, in psychiatrische Behandlung begeben, weil ich einen Nervenzusammenbruch mit psychotischen Symptomen bekam. Daher hat die Unzufriedenheit mit der Situation in der Szene auch so viel Raum auf meinem Blog.

Advertisements

Grund für Prokrastination Angst vor dem Versagen

Durch die Meditation spüre ich meine Ängste viel deutlicher. Ich schiebe auf weil ich Angst vor dem Versagen habe. Das kann ich als sehr banal beschreiben, aber es ist die Wahrheit. Ich habe Angst das ich beim aufräumen und putzen noch mehr Chaos mache.

Als mir das klar wurde habe ich dann eine Stunde unsere chaotische Küche geputzt und aufgeräumt und das Chaos wurde weniger. Ich habe Angst überfordert zu sein von so einfachen Tätigkeiten. Vielleicht ist das auch die Ursache für meine Verhaltenssüchte etwa die Esssucht und die Sexsucht der Vergangenheit. Das ist das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen was schlecht ist.

Ich will versuchen mit diesen Ängsten umzugehen und sie beobachtend wahrnehmen. Ich werde davon berichten.

Hans Christian Andersen – von hässlichen Entlein und Krüper Hühnern

Ich mag die Märchen von Hans Christian Andersen. Auch das Märchen vom hässlichen Entlein das die Situation eines Außenseiters schildert. Jetzt habe ich davon gelesen das ein kurzbeiniges Huhn in diesem Märchen vorkommt, das einer alten Frau gehört und viele Eier legt. Es muss sich um ein Luttehuhn um eine Rassevariante der sogenannten Krüper handeln, die der dänische Schrifftsteller auch selber gehalten haben soll. Und Krüper sind meine Traumhühner sie legen lange, viele Eier und sind freundlich und pflegeleicht. Ich träume immer noch davon diese Hühner mal zu halten. Aber ich glaube das wird ein Traum bleiben weil sie vom Aussterben bedroht sind.

Ansonsten gibt es nicht viel Neues.  Außer das die Klinik in Bad Bramstedt mir geschrieben hat das meine Symptome zu ausgeprägt wären und sie  mir empfehlen mich in die Akutklinik bei ihnen zu begeben. Ich sehe die Symptome als weniger dramatisch an. Ich denke das die Angabe das ich eine psychotische Depression gehabt habe die Fachleute der Klinik aufgeschreckt hat. Auch egal, ich spreche am Dienstag mit meinem Arzt darüber ob das sinnvoll ist.

Bin froh wieder zu Hause zu sein

Mein Ausflug mit meinem Bruder, nach Münster, ist ganz gut verlaufen. Ich war nur etwas spät aufgebrochen so dass wir richtig zum Bus zum Bahnhof rennen mussten. Das Vorstellungsgespräch verlief nicht so toll für meinen Bruder weil er aus einer anderen Branche stammt. Wir haben uns noch zwei Kirchen in Münster angeschaut, den Dom und die Lambertikirche. Das hat mir ganz gut gefallen. Ich war sehr ängstlich in Münster, manchmal leide ich phasenweise an so etwas wie an einer generalisierten Angststörung. Ich mache mir halt viele Sorgen ob alles klappt, ob ich das Bahnticket nicht verliere, ob wir pünktlich sind und das ich mir nicht in die Hose mache. Ich war so nervös dass ich erst bei meiner Mutter als wir sie auf dem Rückweg besuchten wieder essen konnte. Ich habe das nur wenn ich aus meinem gewohnten Umfeld weg komme und manchmal wenn ich abends alleine bin.

Bibel TV zeigt Serien nach Lucy Maud Montgomery

Leider habe ich schon wieder Anne of Green Gables auf Bibel -TV zur Hälfte verpasst. Mir gefällt diese Serie sehr. Als Kind war ich sehr fasziniert von der impulsiven und verträumten Anne.

Dann zeigt Bibel-TV auch noch „Das Mädchen aus der Stadt“ auch eine Serie nach Maud Montgomery. Ich weiß aber nicht ob da auch Tagträumer vorkommen. Das muss ich noch recherchieren. Maud Montgomery hat nicht in jedem ihrer Romane Tagträumer untergebracht aber in vielen. Wie etwa auch in „Dem Schloss in den Wolken“ oder auch in „Anne in Rainbow Valley“ oder auch in „Marigolds Magie“. Ich bin sehr gespannt wie die Serie „Das Mädchen aus der Stadt“ ist. Normalerweise mag ich die Geschichten und sie ist als Familienserie klassifiziert.  Mal gucken ;-)!

Ich mache mir Sorgen das die Rehakur nichts bringt

Im Moment ist bei mir nicht viel los. Ich mache mir Sorgen das die Reha Kur in Bad Bramstedt nichts bringt. Ich hoffe aber ein besseres Feedback zu haben was meine Leistungsfähigkeit angeht. Vielleicht kann ich danach wirklich die Umschulung zum Seniorenbetreuer machen.

Eigentlich hat sich an meiner Leistungsfähigkeit nichts verändert. Die Psychose ist ausgeheilt. Depressiv bin ich kaum noch ich Grübel nur wenn ich alleine bin. Im März soll die Kur in Bad Bramstedt beginnen. Mit einem der Therapeuten hatte ich ein Telefongespräch. Ich soll 5 Wochen da bleiben. Im Grunde kann dort nicht viel schief gehen. Es kann aber sein das ich doch schnell an meine Grenzen stoße. Aber die sollen mir da ja auch helfen. Jetzt ist abwarten und Tee trinken angesagt. Mehr will ich dazu auch nicht mehr sagen.

 

Ich bin sehr bescheiden was materielle Dinge angeht

Ich habe mich in der Armut eingerichtet. Ich bin sehr bescheiden was meine persönlichen Ansprüche angeht. Mir etwas zu gönnen fällt mir schwer. Das einzige was ich mir gönne ist ein Stück Kuchen und Kaffee vom Bäcker.

Außerdem ist Mitleid oder der sogenannte ADS-Altruismus sehr ausgeprägt. Ich mag auch nicht perfekte Dinge oder Menschen. Das ist vielleicht auch eine Tugend das ich nicht so anspruchsvoll bin und mit vielem einfach zufrieden.  Wenn ich handarbeiten und lesen kann bin ich schon glücklich. Ich bin auch nicht sehr leistungsfähig daher muss ich mich ein wenig auch im Mangel einrichten. Große Träume habe ich nicht. Meine Lebensträume sind ebenfalls sehr bescheiden. Ich träume von einem kleinen Grabelandgarten mit Hühnern und einem 20 Stunden Job als Seniorenbetreuer.

In meiner Kindheit war meine Familie schwierig

Ich habe gestern den Film „Der Junge muss an die Frische Luft“ über Hape Kerkelings Kindheit gesehen. Was mit gut gefiel das Hape als Kind mehrere vertraute Erwachsene Bezugspartner wie seine Großeltern hatte. Die sind bei mir ausgefallen. Nicht das sie früh verstorben waren, aber meine Oma väterlicherseits war eine sehr kühle, distanzierte Frau. Die Oma mütterlicherseits war eine sehr eigenwillige aber liebe Frau.  Sie bastelte uns  Spielzeug und häkelte und strickte für meine Puppen. Einmal nähte sie sogar von Hand ein Kleid für Barbie. Ursprünglich gab es keinen Kiosk in der Siedlung, so dass wenn wir nichts Süßes im Haus hatten warten mussten bis die Eltern in die Stadt fuhren und etwas kauften. Die Oma mütterlicherseits zeigte aber uns wie man Karamell macht. Meine Eltern haben sich in  meiner Kindheit nicht gut verstanden, die Oma väterlicherseits wiegelte meinen Vater gegen meine Mutter immer auf. So weit ich  mich noch erinnern kann. Oma war halt sehr schwierig. Zum Opa väterlicherseits hatte mein Bruder ein besser Verhältnis, da er mit dem Motorroller auf den Feldern fahren durfte. Ich bin mal mit Opa mit gefahren, das hat mir sogar gut gefallen. Also so schlimm war alles auch nicht, aber ich fühlte mich innerlich einsam.

Ich war schon immer ein sehr verschlossenes Kind und lebte in meiner Fantasiewelt. Ich fühlte mich als Kind sehr einsam und spürte früh das an mir etwas anders ist. Das ich schwul bin wusste ich aber schon mit 9 oder so. Die ersten romantischen Fantasien mit Männern hatte ich mit 5. Aber warum ich so viel geweint habe und überfordert war, war mir nicht klar. Das ich vielleicht ADS haben könnte habe ich erst gemerkt da war ich schon 23 da habe ich einen Artikel in der Brigitte in der Ausgabe einer Kollegin gelesen und meine Hausärztin sagte das mein Messiesein etwas mit ADS zu tun haben könnte . Verstanden habe ich aber nicht was es bedeutet. Ich habe viel getagträumt und war chaotisch. Das mit der Reizfilterstörung habe ich erst verstanden als ich mich intensiver damit beschäftigt habe. Diagnostizieren ließ ich mich erst mit 39.

Bei mir hat keiner gesagt Du bleibst Junggeselle, nein eine Tante sagte ich sollte ein Mädchen werden. Ich glaube das ich so feminin bin ist für mich auch ein Problem. Im Alltag nicht. Ich habe es ja häufiger mit älteren gebildeten Leuten zu tun. Da gibt es wenig Ausgrenzung. Aber als Kind musste ich schon ein Doppelleben führen. Und nicht zugeben das ich gerne mit Puppen spielte und häkelte. Das war wirklich schwierig.

Mina Teichert veröffentlicht im Mai neues Buch über ADS und Partnerschaft

Mina Teichert, die ja schon den ersten deutschen Roman über ADS im Erwachsenenalter „Neber der Spur aber auf dem Weg“ geschrieben hat, schreibt einen neuen autobiografischen Roman über ihr ADS und Partnerschaften. Eine Dumme Kuh hat dafür gesorgt das sie jetzt glücklich mit einem Bauern verheiratet ist.

Das Buch heißt „Bruchlandung auf Wolke 7“.  Ich kann zu dem Thema nicht so viel beitragen weil ich nur eine sehr lange Beziehung habe. Es gab da noch eine Liebe die ungefähr einen Sommer gehalten hat, aber die zähle ich nicht richtig.

Was toll an meiner Beziehung ist das mein Mann mein Chaos meistens toleriert, bis auf das was ich in der Küche veranstalte. Und was er auch selbstverständlich macht er teilt meine Medikamente ein. Ich vertue mich sonst leicht mit ihnen. Was glaube ich etwas ungünstig ist das wir beide Antriebsprobleme und eine Dysthemie haben. Unsere Beziehung wäre leichter wenn wir beide psychisch gesünder wären.

Ich träume vom Leben in einer kleineren Stadt

Mein Mann und ich leben in einer Großstadt im Ruhrgebiet und ich überlege immer wieder wenn mein Mann in Rente geht, da ist es aber noch lange hin, in die kleinere Stadt zurückzuziehen in der ich aufgewachsen bin. Aber ich merke erst wie verwurzelt ich in diesen vermeintlichen Moloch der Großstadt bin. Es kann sein das sich unsere Lebenssituation hier verbessert und ein städtischer Park auf ein Industriegebiet ausgedehnt wird. Es kann auch sein das sich die Nahversorgungssituation auch verbessert, die bisher schlecht war. Zum einen führt auch ein türkischer Lebensmittelladen viele Dinge die wir brauchen zum anderen soll auf einem Industriegelände ein neues Wohngebiet samt Supermarkt entstehen. Ich bin ratlos. Die kleine Stadt hat durchaus ihren Reiz, aber das kulturelle Angebot und die Einkaufsmöglichkeiten sind dort deutlich schlechter. Ich denke wir bleiben noch eine ganze Weile hier wohnen. Mal schauen wie sich das weitere Leben so entwickelt.