Ich vermisse meine Kindheit

Als ich Kind war, war alles neu und interessant. Ich war zwar nicht sehr glücklich und ich hatte kaum Freunde, was jetzt anders ist, aber ich hatte meine Fantasien und ich schaute gerne fern. Im Moment halte ich mich für Leidenschaftslos. Lesen macht mir auch nicht mehr so viel Spass. Im Grunde weiß ich nicht was mich intressiert. Eine ganze Welt ist weggebrochen seit dem ist das ADS-Medikament Strattera einnehme. Ich tagträume kaum noch und ich merke das mir das etwas fehlt. Irgend wie bin ich noch total das Kind das gerne Indianerwestern geschaut hat und Fan von dem „zauberhaften Mädchen Anne auf Green Gables“ war. Nur das mir das nichts mehr bringt. Ich habe kaum noch Spass an fiktiven Geschichten und mein eigenes Leben ist etwas fad. Keine Geschichte kein Film beschäftigt mich dauerhaft. Eine Ausnahme war „Holding the Man“. Die schwule Liebesgeschichte aus der Aids-Krise der 80er Jahre. Wie sehr habe ich mich mit Timothy Cunninggrave in John Caleo verliebt. Ich habe aber darin meine Liebe zu Martin wiedererkannt. Also so ganz trostlos ist mein Leben doch nicht. Ich habe zwar manchmal die Idee wieder nach Lünen zu ziehen, in die Stadt in der ich aufgewachsen bin doch ist das mittlerweile eine andere Stadt als der Ort meiner Kindheit. Es gibt keinen Weg zurück mehr. Was ich beschlossen habe ist mein Leben mehr zu genießen. Aufwendinger zu kochen und weniger Convience Produkte zuzubereiten. Und doch noch mehr zu lesen. Bei dem lesen weiss ich aber nie genau was mich interessiert. Auch da bin ich noch kindlich geblieben und lese ab und an einen Jugendroman. „Ruf mich bei meinem Namen“ was ich jetzt lese ist aber Erwachsenenliteratur und das ganz eindeutig. Aber langsam habe ich die Liebesromane auch satt. Vielleicht sollte ich ein religöses Sachbuch lesen. Etwas über das Markusevangelium das mich doch ganz fasziniert. Die Botschaft ist so menschenfreundlich, da werden von Dämonen besessene geheilt, die Menschen der Urgemeinde sollen wie Brüder und Schwestern sein und die Frauen um Jesus haben eine besondere Bedeutung. Der auferstandene soll in den Gemeinden gesucht werden u.s.w.

Ich glaube ich muss generell aktiver sein nicht ganz so passiv wie bisher. Das ist glaube ich die wichtige Aufgabe.

Advertisements

Angst um Martin und sexuelle Nachtträume

Ich mache mir dauernd Sorgen um Martin meinen Lebensgefährten. Er schläft schlecht und ich habe Angst das er mal umkippt oder so etwas. Er ist dauernd müde. Ich mache mir immer Sorgen um ihn und habe Angst davor ihn  zu verlieren. Jetzt nicht an einen anderen Mann, sondern das ein plötzliches Unglück passiert. Rational gesehen gibt es dafür aber keinen Grund.

Ich war ja lange sexsüchtig. Seit der Psychose vor fast anderthalb Jahren hat das aber aufgehört. Stattdessen habe ich sexuelle Nachtträume. Hin und wieder habe ich sehr intensive sexuell gefärbte Träume. Heute träumte ich davon dass ich wieder in der Kleinstadt in der ich in meiner Kindheit gewohnt habe und das Wäldchen in der Nähe war ein Treffpunkt für schwule Männer und anonyme Kontakte. So etwas bizarres.

Ich habe manchmal Sehnsucht nach meiner Kindheit in dieser Kleinstadt. Ich war zwar nicht glücklich aber der Ort war schon schön. Der Wald war der Spielplatz für mich und meinen Bruder und der Hügel im Wald diente uns im Winter zum Schlittenfahren.

Es gab eine riesige Brombeerhecke dort und Gärten in dem Leute Hühner gehalten haben. Dabei sehnte ich mich damals schon in die Ferne. Und als Jugendlicher war die nahe Großstadt das Ziel für allerhand Abenteuer. Ich wohne jetzt in dieser Großstadt dennoch vermisse ich das kleine, überschaubare Städtchen meiner Kindheit.

Ich habe ein Buch über die 80er Jahre im Ruhrgebiet in einer Buchhandlung gesehen. Für mich war das glaube ich schon eine prägende Zeit trotz der vielen Probleme die ich hatte. Die 90er Jahre waren mein Tiefpunkt, obwohl ich gegen Ende dieser Zeit Martin meinen Mann kennengelernt habe. So intensiv wie die beiden Jahrzehnte war keine Zeit für mich. Die anderen Jahre rauschten an mir nur so vorbei. Vielleicht werden ja die 2020er Jahre meine Dekade sein. Es kann im Grunde erst mal nur bergauf gehen.

Das Kind in mir

Ich bin auf die youtube videos einer Dänin gestoßen die mit allerhand Nutztieren auf einem Bauernhof wohnt. Sie spricht viel über ihr inneres Kind und hat sich auch ein kindliches Gemüt bewahrt. Ich denke nicht dass ich typisch für alle ADSler bin , aber irgendwie bin ich auch noch ein großes Kind. Ich glaube für uns ist es besonders schwierig Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Ich denke da vor allem auch an eine Kollegin vom Cafe Aufbruch die in einer ähnlichen Lebenssituation ist. Ich denke aber dass das zwei Paar verschiedene Schuhe sind und das nicht unbedingt unser inneres Kind verletzt wurde oder das wir irgendwie zurückgeblieben sind.

Ich denke bei mir allerdings dass ich zu lange in der Tagtraumblase gelebt habe und mir gar keine Gedanken über meine Zukunft gemacht habe. Ich habe einfach in den Tag hinein gelebt. Ich war nicht besonders glücklich aber ich war auch keinen höheren Ansprüchen an mich ausgesetzt. Vieles kommt mir in meinem Leben sehr unreif vor.

Meine Tagträume etwa von einem Leben auf der Prince Edward Island sind so ein Beispiel. Das war purer Eskapismus. Ich glaube das war wirklich kompensatorisch zu dem das ich nicht alleine für mich sorgen kann. Ich versorge ja nicht mal den Haushalt in dem wir Leben ausreichend geschweige denn dass ich  meinen Lebensunterhalt verdiene. Etwas beneide ich diese Hippi-Frau von youtube mit ihrer kleinen roten Kuh. Sie lebt ein Leben wie ich es mir wünsche. Wie sie das finanziert weiß ich nicht.

Ich muss da an den Schlager von Peter Maffay „Josie“ denken, so geht es mir heute noch, dass es mir schwer fällt erwachsen zu werden. Dabei bin ich ein Mann im mittleren Alter. Ich bin 42 und habe noch nichts in die Rentenkasse eingezahlt, das ist erschreckend. Am liebsten würde ich jetzt gerne mich mit einer Fantasie ablenken.

Ich glaube auch dass Süchte bei vielen ADSlern auch eine Form der Realitätsflucht sind. Ich denke bei mir etwa auch an die abgelegte Sexsucht oder auch meine Naschsucht. Beides Dinge die ausfüllen wo kein geregeltes Leben vorhanden ist. Und das ist furchtbar.

Ich habe einen Termin zum Vorgespräch zu der Gruppenpsychotherapie

Heute habe ich mich zu einem Vorgespräch zu einer Gruppenpsychotherapie angemeldet. Am 12.03. ist der Termin. Ich hoffe dass ich lerne mit meinen sozialen Ängsten umzugehen und das dass Grübeln besser wird.

Heute hatten wir Handwerker im Haus die eine neue Telefonleitung gezogen haben. Das Chaos in meinem Zimmer war mir so peinlich dass ich mich in dem Zimmer meines Lebensgefährten verkrochen habe. Mein Kumpel G. hilft mir beim entrümpeln des Zimmers. Vielleicht bekomme ich auch meinen Lebensgefährten zum aufräumen in seinem Zimmer. Mein Bruder soll den Müll dann zum Entsorgungshof fahren. Danach muss ich nur noch putzen. Zumindest mache ich die ersten Schritte um etwas an meinem Leben zu verändern. Morgen besuche ich meine Eltern, mein Vater feiert seinen 76 Geburtstag.

Ich melde mich zu einer Gruppentherapie an und was ich noch lesen will

Ich habe mich endlich dazu durchgerungen mich morgen bei einem ärztlichen Psychotherapeuten zu einer Gruppentherapie anzumelden. Zum einen habe ich wohl auch soziale Ängste zum anderen Grübel ich zu viel. Die Therapie ist achtsamkeitsbasiert. Ich mache heute Abend die Fragebögen fertig und melde mich morgen für ein Vorgespräch an.

Ich entwickle mich langsam zum Bibliomanen. Ich habe eine Liste mit Büchern die ich lesen will. Ich habe ein Buch zur Serie „Der  Dr. und das liebe Vieh“, außerdem will ich noch zwei schwule Romane lesen. Zum einen „Haus voller Wolken“ über ein Paar wo der ältere Partner mit 48 Jahren an Alzheimer erkrankt, zum anderen den schwulen Liebesroman „Call me by your Name“ der jetzt verfilmt worden ist. Ich kann beide Bücher aus der Bibliothek ausleihen. Beides relativ dramatische Geschichten, aber manchmal haben gute Geschichten kein Happy End.

Es ist schon komisch wie schwul ich doch bin. Wenn ich in der Szene bin komme ich mir gar nicht so typisch vor. Ich mag gerne traurige Liebesgeschichten.  Ich glaube dass ich manchmal derart traurige Sachen brauche. Ich glaube das ich gerne melancholisch bin.

Ich mag Außenseiter und ich mag es wenn Liebe von einem etwas abverlangt zumindest mag ich dies in fiktiven Geschichten. So perfekte Leute die ein perfektes Leben führen finde ich meistens nicht so interessant. Ich mag Menschen mit Ecken und Kanten und der ADS Altruismus ist bei mir sehr ausgeprägt. Also Mitgefühl ist bei mir Lebensstil.

 

Dinge geregelt bekommen ein Ratgeber vom ADDitude Magazine

Ich habe den Ratgeber des ADDitude Magazins, Get things done with ADHD des Additude Magazines heruntergeladen. Leider las ich da nicht viel neues.

Gerade was die Prokrastination angeht habe ich mir Lösungsansätze versprochen. Im Grunde wird nur empfohlen sich für uanangenehme Aufgaben zu belohnen und sich vor unangenehmen Aufgaben mit angenehmen zu stimulieren. Zum durchhalten wird etwa das hören lauter Musik empfohlen. Alles für mich nicht neu.

Einen kleinen Ratgeber zu Sex und ADHD gibt es auch bei Amazon von einer amerikanischen Autorin auf englisch zum runterladen. Sie behandelt so leidige Themen wie ,den Fokus beim Sex zu halten und auch Themen wie Sexsucht. Ich weiß nicht in wie weit sie aber Lösungen bietet. Ich will mir diesen Ratgeber noch unbedingt runterladen, vielleicht habe ich dadurch mehr Spass beim Sex in meiner Beziehung.

Ein Schlager über ein ADS-Mädchen

Auf einer Website wurde das Lied Josie von Peter Maffay zum Thema ADS gepostet. Ich höre nicht so gerne Schlager finde dieses Lied aber gut. Es ist gar nicht peinlich oder besonders kitschig. Es geht um die melancholische Tagträumerin Josie die Probleme hat erwachsen zu werden.

Hier ist das Video von Youtube:

Übers bloggen und Fantasien über die Liebe

Ich habe tagsüber kaum Jemanden zum reden, daher schreibe ich so viele Blogbeiträge. Ich fühle mich einsam und ich weiss häufig auch nicht was ich anderen erzählen kann und darf.

Ich sehe gerne Liebesfilme und lese gerne Liebesgeschichten. Gerade dann wenn auch Außenseiter darin vorkommen. Die Geschichten die mich im letzten Jahr besonders schön fand war „Das Schloss in den Wolken“ über das „späte“ Glück der Valency Sterling, und dann eine wahre schwule Liebesgeschichte aus der Zeit der größten Aids Krise „Holding the Man“.

Früher träumte ich von der großen Liebe und das alles dadurch gut wird. Das wir ein schönes glückliches Leben gemeinsam haben. In der Realität ist vieles schwierig. Martin hat auch einen schlechten Antrieb und schafft kaum etwas nach der Arbeit so dass wir ein sehr ruhiges gemeinsames Leben haben. Ich liebe ihn ohne Zweifel aber etwas mehr positive Aufregung hätte ich mir manchmal schon gewünscht. Dazu kommen auch sexuelle Probleme, dass ich z. B. berührungsempfindlich bin und auch beim Sex nur schwer den Fokus halten kann.

Aber warum sind Fantasien von der Liebe so wichtig. Ich glaube sie trösten einen über den tristen und von Mißerfolgen bestimmten Alltag hinweg. Schon als Kind wollte ich mit einem Mann durchbrennen weil mein Leben so schwierig war. Meine Eltern hatten Beziehungsprobleme und ich war eine ängstliche Heulsuse die sich kein Bisschen selbst behaupten konnte. Das war wirklich schwierig für mich und weil ich frühreif war, waren romantische Fantasien eine Möglichkeit dem allen zu entkommen. Vielleicht lag es daran dass mir meine Eltern nicht helfen konnten bei meinen schulischen Problemen, so dass ich mir einfach mehr Liebe gewünscht habe. Aber das Thema ist auch kompliziert ich wollte auch einen Außenseiter lieben. Ich träumte als Kind von einem Indianer. Ich glaube tatsächlich das ich viel zu geben habe aber auch das ich besonders liebesbedürftig bin, weil mein Leben ja nicht so sehr von Erfolgen geprägt ist.

Ich mag immer noch Liebesgeschichten sehr gerne obwohl ich nicht mehr tagträume.Es hat aber immer noch etwas mit Realitätsflucht zu tun. Es lenkt halt von den alltäglichen Problemen ab die ich habe.

 

 

Aufschiebetechniken für Anfänger

Was kann ich aus Erfahrung an Tätigkeiten empfehlen um wichtige Dinge aufzuschieben. Als ADSler habe ich da sehr effektive und ausgefallene Tätigkeiten erfunden die sich wirklich immer anbieten.

Hier eine kurze Liste:

  • morgens immer möglichst lange im Bett liegen bleiben, insbesondere wenn es sich um freie Tage handelt
  • jeden Tag abends baden weil man da so schön über das eigene Elend nachgrübeln kann
  • Sinnloses oder zielloses surfen im Internet und wiederholtes aufrufen von Websites ohne neue Informationen zu erfahren.
  • Grübeln und noch mals grübeln vor allem in Verbindung mit zögern
  • Ausgedehnte Stadtbummel und täglichem Besorgen von Kleinigkeiten anstatt dem gebündelten Großeinkauf einmal die Woche

Wem noch weitere Tätigkeiten einfallen mag sie bitte ergänzen, nur der Vollständigkeit halber.

Ich war immer zu langsam

Als Kind wurde ich immer mit meinem Onkel Leo verglichen weil er so langsam war. Mein Vater sagte das er sich auch nur mit Mühe und Not morgens rechtzeitig fertigmache konnte. In meinen Grundschulzeugnissen stand immer drin dass ich zu langsam bin. Ich erinnere mich noch an meine Klassenlehrerin die sagte bis ich etwas fertig machen würde, hätte eine Oma für ganz China Pullover gestrickt. Leider scheint dass durch die Medikation mit Strattera nicht besser geworden zu sein. Kein Wunder das ich den ganzen Tag über nicht viel schaffe. Ich weiß nicht wie ich mit der Prokrastination also der Aufschieberitis umgehen soll. Ich schaffe tagsüber einfach zu wenig. Das Aufräumbuch das ich im vorigen Post erwähnt habe bringt nicht viel weil ich Probleme habe mich überhaupt aufzuraffen diese Tipps umzusetzen. Es ist einfach furchtbar. Ich kann es mal wieder mit Belohnungen versuchen. In einem Messiebuch das Verhaltenstherapeutisch orientiert war standen gute Beispiele drin. Für eine Stunde aufräumen etwa 20 Minuten eine Zeitschrift lesen oder das Lieblingsgericht essen. Es ist wohl besser etwas zu tun als etwas zu kaufen. Vielleicht ist eine direkte Belohnung auch effektiver als das man erst Punkte für eine größere Belohnung sammelt. Und die 5 Sekunden Regel zur Prokrastination ist auch gut. Also das man von 5 auf 1 zurückzählt und dann einfach mit der Arbeit anfängt. Ich muss mal schauen was da hilft.