Ich lasse mich zu schnell breitschlagen

In der Gemeinde wurde mir angeboten kostenlos auf das Begegnungswochende in´s Sauerland zu kommen. Aber im Grunde habe ich in diesem Jahr keine Lust. Ich bekomme das immer wieder hartnäckig angeboten. Nicht das dass etwas schlimmes ist. Aber ich habe einfach keine Lust. Ich habe mich schon extra spät angemeldet jetzt bieten die mir an. dass wenn Jemand abspring.t ich noch mitfahren kann. Ich bin so unentschieden. Ich will gar nicht so lange weg alleine. Mein Mustergatte kommt ja so wie so nicht mit dass ist ihm zu religös außerdem sind da auch zu viele Leute.

Ich möchte lieber zu Hause bleiben. Warum kann ich das nicht sagen. Weil das so nett gemeint ist vom Gemeindevorstand. Ich möchte aber zu Hause bleiben. Wenn der Vorsitzende anruft sage ich einfach nein. Mir fällt es schwer nein zu sagen. Das geht mir häufiger so. Als wäre das unhöflich. Ich finde das auch übergriffig dass die mir hinterher mailen und telefonieren. Das ist ja nett gemeint aber ich will nicht. Ich war schon mal da es hat mir auch gut gefallen aber in diesem Jahr möchte ich mich lieber zu Hause verkriechen. Außerdem gibt es an dem Wochenende auch ein Gitarrenkonzert wo ich gerne hingehen möchte. Ich maile vielleicht den Vorsitzenden an und sage ihm  das ich keine Lust habe. So komme ich am geschicktesten aus der Affäre.

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Ich muss meine Tagesstruktur etwas verändern

Ich trödel sehr gerne. Ich stehe meistens erst mittags auf weil Martin und ich sehr spät zu Bett gehen. Heute habe ich dafür gesorgt dass ich alles etwas zügiger gemacht habe. Die Einkäufe habe ich relativ schnell erledigt und auch meine Erledigung in der Stadtbibliothek ging zügig voran. Dort neige ich immer zum trödeln. Mir blieb dann noch Zeit Dominic in der Buchhandlung zu besuchen. Dann habe ich mir vorgenommen noch eine Stunde die Küch zu putzen. Was ich gerade getan habe. Fertig geworden bin ich nicht. Ich mache Morgen weiter. Morgen gehe ich nicht einkaufen. Auch mein Bett habe ich abgezogen und die Bettwäsche gewaschen, ich muss sie nur noch aufhängen.

Ich will jetzt jeden Tag  1,5 Stunden im Haushalt tätig sein zuzüglich kochen und Geschirr einräumen. Für 1,5 Stunden Hausarbeit kommt eine der schönen Bohnen die ich auf dem Balkon geerntet habe in ein Glas. Sind 6 Bohnen im Glas bzw 9 Stunden voll habe ich mir eine Belohnung verdient. In diesem Fall kaufe ich mir einen kleinen Kunstbildband von der Tate Modern Galerie den ich bei Litfass bestellt habe. Ich hoffe das klappt alles. Anderthalb Stunden kriege ich locker voll. Ich muss nur bei den Erledigungen etwas zügiger sein dann habe ich vor dem Abendessen um Sieben noch genug Zeit. Ich hoffe das bringt jetzt was.

Ich denke Psychotherapie hilft nur bei Selbstwertproblemen und die Aufschieberitisambulanz an der Uni Münster ist eher etwas für Berufstätige und Studenten. Vielleicht wird das später mal von Nutzen sein. Mir geht es jetzt besser. Ich hoffe ich halte das durch. Und Morgen wird zusätzlich noch eine Stunde entrümpelt.

Ich brauche Hilfe von Außen was die Aufschieberitis angeht

Ich habe beschlossen mich bei der Prokrastinationsambulanz an der Uni Münster behandeln zu lassen. Ich schiebe eindeutig zu häufig auf. Es ist keine Frage des Antriebs, der ist auch schlecht, aber für entspannende Sachen habe ich genügend Antrieb.

Ich melde mich morgen dort an. Ich gehe morgen zur Bibliothek und Drucke da das Anmeldeformular aus. Ich hoffe ich kriege das dann auch hin. Mehrere Tipps habe ich gefunden beim googeln. Zum einen soll man als Tokensystem für die Belohnung Murmeln nehmen und die in ein Glas werfen wenn man eine bestimmte Anzahl an Zeiteinheiten gearbeitet hat. Das macht den Erfolg sichtbar. Zum anderen soll man nur zwei Zeitfenster am Tag haben um an den Aufgaben zu arbeiten. Ich will beides ausprobieren. Und die Anmeldung bei der Prokrastinationsambulanz will ich auch vornehmen.

Besuch von polnischer Verwandtschaft

Heute hatten meine Eltern Besuch von einem Großcousin und seiner Familie.  Er ist vor gar nicht so langer Zeit aus unserer alten Heimat ins Ruhrgebiet gezogen und ist mit einer Schlesierin zusammen samt halbwüchsigen Kindern. Ich fühle mich da immer ein wenig Unwohl.

Es gibt sehr wenig worauf ich stolz sein kann. Das einzige was ich erzählt habe ist das ich zu Gottesdiensten der altkatholischen Gemeinde gehe. Das ich konvertiert bin habe ich nicht erwähnt. Dieser Teil der Familie geht zum römisch katholischen Gottesdienst der polnischen Mission. Die Tischgespräche wurden alle auf polnisch geführt. Ich habe mich nicht mit meinem vollen Namen vorgestellt. D. die Freundin des Cousins kennt mich noch nicht. weil ich Martins Namen nach der Heirat angenommen habe. Ich denke aber schon dass Tratsch kursiert, schließlich weiß die Schwester des Cousins und die Mutter von meiner Lebensweise. Auch das ich ADS habe, habe ich meiner Cousine erzählt. Dennoch ist mir das alles sehr peinlich. Von der Psychose kann ich gar nicht erzählen, das ist auch ein Tabu Thema. Ich denke das ist aber auch in deutschen Familien so.

Ich denke dass schon Verständnis da wäre. Aber dennoch bin ich in dieser sehr bürgerlichen Welt ein Exot. Ich fühle mich da sehr unwohl. Ich habe dem Cousin das Buch über Anne Shirley für mein Patenkind und eine Tafel Schokolade für ihre Schwester mitgegeben. Mit der Mutter und dem Stiefvater bin ich verkracht. Er ist auch ein Sonderling, allerdings von der unangenehmen Sorte. Er schafft es jedes mal wenn ich bei ihnen bin mich zu verletzen. Ich habe irgendwann den Kontakt abgebrochen.

Es gab da noch andere schwerwiegendere Gründe keinen Kontakt mehr zu diesem Teil der Familie zu suchen. Es tut mir leid dass ich mein Patenkind dadurch nicht sehe. Ich weis auch nicht wie ich das wieder kitten soll. Ein Schritt war dass ich zur Oma von meinem Patenkind gesagt habe dass an ihrer Verhaltensuaffälligkeit keiner Schuld ist, und sie nicht vernachlässigt wird. Ich kenne das nur zu häufig wird den Eltern ein Vorwurf gemacht dass die Kinder schwierig sind und sie dann als schlecht erzogen gelten. Doch sie war schon von Geburt an schwierig. Das hat dass etwas entspannt, dennoch bin ich nicht zur Kommunion eingeladen worden und das als Patenonkel. Das war schon sehr traurig für mich.

Das Problem ist dass ich auch dem Stiefvater Hausverbot hier erteilt habe und gesagt habe dass ich ihn nicht sehen will. Aber er ist auch immer grob und unsensibel mir gegenüber gewesen,  so dass es durchaus schwierig ist mit ihnen zu reden. Was solls. Ich habe ihr mein Kommunionsgeschenk mit der Post geschickt. Eine Karte mit einem Engel drauf und eine hübsche silberne Kette mit Kreuzanhänger mit Zirkonia-Steinen. Für mich ist das sehr frustrierend. Für die Weihnachtsgeschenke die ich schicke habe ich bisher keine Dankeschön bekommen. Erst jetzt wird mir klar wie schlecht mein Ansehen und meine Stellung in der Familie ist. Mit mir spricht auch keiner mehr. Das ist schon alles sehr schlimm. Mit meiner Homosexualität hat das wenig zu tun. Allerdings habe ich meine schlechte Meinung über den Stiefvater sehr offen kund getan und dass ich ihn nicht akzeptiere. Aber die Geschichte ist zu kompliziert und zu verwickelt und im nachhinein zu vertraulich um sie in allen Dimensionen auszubreiten. Der Stiefvater ist schwierig und sehr merkwürdig.

Musik hören hilft mir bei der Konzentration und handarbeiten auch

Es ist merkwürdig aber Musik macht bei mir einen klaren Kopf. Ich kann wunderbar lesen wenn im Hintergrund Musik läuft. In letzter Zeit lese ich sehr viel. Vor allem Bücher von Lucy Maud Montgomery. Normalerweise stören mich Hintergrundgeräusche. Wenn im Radio Wortbeiträge laufen hört die Konzentration auf, das lenkt dann zu sehr ab.

Als meine polnischen Nachbarn noch so viel auf dem Hinterhof gesessen haben und sich unterhalten haben, konnte ich nicht mehr lesen. Ich dachte es läge an der Sprache, aber Pustekuchen jetzt habe ich arabische Nachbarn die den Hinterhof nutzen und trotzdem lenkt das ab. Das ist wirklich komisch.

So viel gelesen und Musik gehört wie in diesem Jahr habe ich noch nie. Das ist eine schöne und positive Veränderung. Martin mein Mustergatte ist Fan von Melissa Etheridge und K.D. Lang daher hören wir auch viel Musik von den beiden Musikerinnen. Manchmal läßt er auch Salvador Sobral laufen oder wir hören auch R. E. M. und Nathalia Imbruglia. Ich fühle mich richtig wohl dabei.

Beim Handarbeiten vergesse ich auch fast alles um mich herum. Häkeln und Stricken gelten ja auch als Yoga mit Wolle und Nadeln. Ich kann das nur empfehlen bei ADS oder ADHS zu stricken oder zu häkeln. Ich denke für hyperaktive ist es noch wesentlich praktischer. Ich würde sogar empfehlen im Unterricht oder bei Besprechungen zu stricken weil dann die Hände beschäftigt sind. Ich als Mann traue mich das nicht.

Früher habe ich auch beim Fernsehen gestrickt oder gehäkelt. Bei dialoglastigen Filmen und Sendungen klappt das auch gut und man bekommt noch genug mit. Ich denke schon dass Handarbeiten für ADSler gesund sind. Auch bei leichten Depressionen hilft Handarbeit. Ich würde aber einfachere und überschaubare Handarbeiten empfehlen.

Ich kann keine Pullover stricken weil ich mich bei den Armausschnitten und an den Schulterteilen zu sehr konzentrieren muss. Ich wähle immer sehr einfache Muster wie Glatt Rechts oder „Kraus Rechts“ um besser klar zu kommen. Patentmuster klappt auch noch aber es kostet schon mehr Konzentration. Beim Häkeln bevorzuge ich halbe Stäbchen in unterschiedlichen Einstichvariationen. Besonders hübsch sehen halbe Stäbchen aus wenn sie mitten durch die Masche gezogen werden. Da ich keine Pullover stricken kann häkele ich Ponchos. Das ist sehr einfach und entspannend. Bei der amerikanischen Garn-Firma „Lion-Brand“ gibt es eine Anleitung für einen Herren Poncho. Der war sehr einfach zu häkeln. Einfach mens Poncho.,Lion Brand, bei Googel eingeben und dort findet man schon diese unisex Ponchonaleitung.

Berufliche Reha

Ich habe mich mit dem Thema der beruflichen Reha abgefunden. Ich denke dass dies wirklich notwendig sein könnte. Vielleicht ist es besser wenn ich etwas vorbereiteter einen neuen Beruf lerne. Ich kann ja immer noch eine Umschulung selber bezahlen. Vor 2019 bekomme ich keine Umschulung durch das Arbeitsamt bezahlt.

Der deutsche paritätische Wohlfahrtsverband hat auch eine Ausbildungsstätte in Lünen Brambauer, in der nähe meiner Eltern. Ich überlege dort die Umschulung zu machen. Die Qualifikationen der Dozenten sind besser als beim EWZ und das ist mir wichtig.

Ich lasse das jetzt auf mich zukommen. Ich tröste mich mit einem Roman aus der Anne auf Greengables Reihe, Anne in Windy Poplars. Ich mag diese Figur sehr gerne die mir doch ein wenig ähnlich ist. Und häkeln werde ich vermehrt. Vielleicht mache ich einen neuen Poncho. Ich kann Wolle von Susanne haben die sie von einer verstorbenen Nachbarin bekommen hat.

 

Mein Patenkind ist verhaltensauffällig

Mein Patenkind, ein Mädchen von 12 Jahre ist verhaltensauffällig. Ich schicke ihr immer zu Weihnachten manchmal auch für zwischendurch Bücher zum lesen. Ich habe ihr schon mal „Oscar und der Tieferschatten“ geschenkt. Und jetzt habe ich beschlossen für sie Anne of Green Gables zu kaufen. Ich habe kaum Kontakt zu Ihr weil ich mich mit den Eltern zerstritten habe. Das ist eine lange und frustrierende Geschichte. Ich fühle mich dauernd durch ihren Stiefvater verletzt. Er hat nur wenig Taktgefühl, das macht den Kontakt sehr schwierig für mich.

Mein Patenkind bekommt schlimme Wutanfälle und muss dagegen auch Medikamente einnehmen. Ein Aufenthalt in einer Tagesklinik hat keine sichere Diagnose wie ADHS oder Autismus gebracht. Für beide Erkrankungen reichen die Symptome nicht aus. Sie tut mir ernsthaft Leid. Sie erholt sich immer sehr gut in den Ferien bei ihrer Oma in Polen, einer Verwandten von uns. Ich denke dass die Ruhe auf dem Lande da wahre Wunder wirkt.

In der Familie haben wir noch ein weiteres Verhaltensauffälliges Kind das ebenfalls in dem Dorf von der  Großmutter meines Patenkindes lebt. Sie verstehen sich anscheinend gut. Mein Patenkind lebt auch in Deutschland nicht weit von der Stadt in der ich wohne.

Was an sozialen Bedürfnissen kommt bei mir zu kurz?

Mir ging es im letzten Jahr psychisch ja sehr schlecht. Es gab Mobbing in der Schulungsstätte und meine Telefonsexsucht waren sicher auch wichtige Probleme die zu depressiven Symptomen geführt haben. Dann gibt es noch ein Problem dass noch weiter besteht. Ich bin relativ sozial isoliert. Ich habe nur sehr wenige enge Freunde. Zum einen liegt das an der Messieproblematik, dass ich kaum Besuch habe. Zum anderen bin ich schüchtern. Ich hätte gerne noch eine zwei  Freunde mehr. Jetzt wo mein Kumpel Marc noch wegzieht wird die Luft echt dünner. So ein mal bis zwei mal im Monat würde ich gerne wo hingehen. Zum Beispiel in ein schönes Konzert oder eine Lesung. Ich gehe selten aus. Ich glaube ich brauche auch mal Auszeiten von meinem Alltag. Martin mein Lebensgefährte ist ja ein Stubenhocker, mit ihm kann ich also nichts unternehmen.

Ich könnte auch alleine wohin gehen. Es ist doch besser als zu Hause zu versauern. Vielleicht ist das auch eine gute Idee.

Ich bin sooo schrecklich langsam

Ich trödel viel im Moment. Die täglichen Lebensmitteleinkäufe rauben mir viel Zeit. Ich wohne zwar in der Großstadt doch habe ich es zum einkaufen weit. Und ich trödel wie gesagt ungemein gerne. Heute bin ich mit dem Fahrrad, wie auch die letzten Tage über, zum einkaufen gefahren. Ich bin dann auch einfach so durch den Stadtteil gefahren, ganz ohne besonderes Ziel. Ich glaube dass mir die Bewegung doch ganz gut tut. Doch habe ich wieder nichts im Haushalt gemacht. Gleich muss ich noch ein Paket für meinen Schmusehasen Martin zur Post bringen. Und danach ist es schon Zeit fürs Abendessen.

Am Sonntag will ich mit einem Freund etwas wandern gehen. Es soll von einem nördlichen Vorort von Dortmund nach Lünen, der Stadt in der ich aufgewachsen bin gehen. Ich habe manchmal richtig Heimweh nach Lünen. Eigentlich gar nicht so eine schlechte Stadt. Ich vermisse den Wald und die kleine überschaubare Innenstadt.

Ich wohne schon gerne in Dortmund und in der Nordstadt aber manchmal habe ich auch Heimweh, besonders im Sommer und im Herbst ist das der Fall.

Das Arbeitsamt zerstört meine Zukunftspläne

Das Jobcenter hat sich wieder etwas einfallen lassen um mich zu ärgern. Ich habe mich von der Berufspsychologin derart ins Bockshorn jagen lassen dass ich eingewilligt habe noch mal zur Amtsärztin zu gehen und wegen beruflicher Reha anzufragen. Eigentlich lief es gar nicht schlecht. Die Amtsärztin meinte ich sollte berufliche Reha machen und Alltagsbegleiter lernen. Das ist schön und gut, aber wenn ich in einer Rehamaßnahme feststecke kann ich nicht mehr den Kurs zum Alltagsbegleiter, den ich selber finanzieren will machen. Das schaffe ich einfach nicht mehr. Und das Jobcenter gibt mir auch keinen Bildungsgutschein mehr weil ich während einer Umschulung zum Alltagsbegleiter im letzten Jahr psychisch krank geworden bin. Ich weiss nicht was ich da machen soll. Ich muss mal einen Termin mit der Sachbearbeiterin machen. Wahrscheinlich schickt die mir einen Termin zu doch die Zeit drängt im September würde der Kurs los gehen.

Egal wie ich mich winde ich bin nur vom Pech verfolgt. Das ist schon ziemlich schlimm für mich. Ob ich einfach mal hingehe und das kläre beim Jobcenter. Bis die mir einen Termin zuschickt ist der Zug auch abgefahren. Noch sind da Plätze frei in dem Kurs der Malteser in Bochum. Ich habe vorsichtshalber die Kursanmeldung schon storniert. Ich bin ziemlich endtäuscht von mir, dass ich mich nicht mehr gewehrt habe. Aber ich bin halt so.