Ablenkbarkeit und ADS

Ich habe schon davon berichtet das selektives Hören bei ADS nicht klappt. Gerade Hintergrundgespäche lenken beim sich unterhalten ab. Aber auch visuelle Reize können ablenken. Ob das im Kaufhaus, im Supermarkt oder auch in der Bibliothek ist. Ich brauche immer sehr lange um dort mich zu recht zu finden, weil die vielen verschiedenen Produkte mich von den eigentlichen Besorgungen ablenken. Manchmal kann es sein das ich einen Teil meiner Einkaufsliste vergesse dafür aber andere Produkte kaufe.

Im Supermarkt kann das sein dass ich spontan den Essensplan umstelle und es etwas anderes zum Abendessen gibt als geplant. Das passiert anderen auch, aber ich bin deutlich spontaner und impulsiver als andere.

In der Bibliothek kann es mir passieren das ich anstatt einem Sachbuch zwei Musik-CD´s mit nach Hause bringe. Mittlerweile passiert das seltener weil ich gezielt mit dem Online-Katalog suche. Generell leihe ich mittlerweile nicht mehr so viel aus wie früher. Die meisten Bücher die ich früher ausgeliehen habe, habe ich gar nicht gelesen oder gebraucht.

Geräusche und Gerüche können zwar auch ablenken, aber nicht so drastisch wie gesprochene Sprache und visuelle Reize.

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Ich habe Angst vor einem politischen Rechtsruck in unserem Land

Ich habe Angst vor einem politischen Rechtsruck in unserem Land. Was passiert wenn die große Koalition im Bundestag zerbricht. Wird die AFD noch mehr Stimmen bekommen?

Ich lebe hier in einer SPD-Hochburg. Klar gibt es auch Filz und Dinge die unangenehm sind. Eine SPD Politikerin hat hier auch gegen Minderheiten gehetzt. Aber ich habe den Eindruck das hier  mehr für die Integration von Flüchtlingen und Migranten getan wird.

Ich habe gute Erfahrungen mit Muslimen gemacht. Ich denke dass wir nicht immer in allem einig sind doch funktioniert hier das Zusammenleben einigermaßen. Meine Nachbarin, eine Türkin die schlecht deutsch spricht, trägt nur ein Kopftuch wenn die Schwiegereltern kommen.

Die Studenten von oben sind aus Bangladesh und Muslime und haben mir ein Sofa ganz kostenlos in unsere Wohnung im zweiten Stock getragen und sie haben nichts verlangt obwohl ich ihnen Geld angeboten habe.

Ich habe Angst davor das wirklich Verfolgte, vielleicht auch Schwule, Lesben und Transsexuelle nicht mehr nach Deutschland einreisen können wenn sich die CSU durchsetzt. Ich verstehe sehr wenig von Politik dennoch macht mir die Regierungskrise und die Asyldebatte zwischen CSU und CDU Angst. Und ich sitze hier und muss dabei zusehen. Bei Neuwahlen kann ich mein Kreuzchen dann bei SPD und Grünen machen, aber bringt das etwas. Ich habe Zweifel!

Die Entdeckung der Langsamkeit

Diesen Roman um den Seefahrer John Franklin der sehr langsam ist will ich unbedingt einmal lesen. Gerade beim ADS ist ja Langsamkeit ein Problem. Hier wird die Langsamkeit Franklins aber postiv besetzt. Daher kann ich mir vorstellen dass das lesen dieses Romans für ADSler die an Selbstwertproblemen leiden sehr heilsam sein kann.

Ich lese zur Zeit Padre Padrone von Gavino Ledda. Er ist interessant weil er das harte Leben der Hirten auf Sardinien eindrucksvoll schildert. Und einen schwulen Liebesroman will ich auch erst lesen. Ich habe jetzt ein längere Liste an Romanen die ich noch lesen will.

 

Ich komme mit älteren Leuten besser klar

Es ist schon komisch. Meine Freunde die sind immer ein ganzes Stück älter als ich. Außer meine Bekannte Simone die ist nur zwei Jahre älter als ich. Ich habe mich früher auch nie altersgemäß gekleidet. Und mein Muskigeschmack ist mittlerweile altersgemäß da bin ich wohl herein gewachsen. Ich habe auch Angst vor Jugendlichen. Ich habe Angst ausgelacht oder gemobbt zu werden. Manchmal fühle ich mich noch wie 12 wenn ich etwa die Romane über Anne Shirley bzw Anne auf Green Gables lese. Dann fühle ich mich schon sehr alt. Ich weiß nicht ob ich tatsächlich reifer bin aber die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Ich glaube das ich zum einen etwas unselbstständig geblieben bin, zum Beispiel Bankgeschäfte von meinem Mann erledigen lasse zum anderen habe ich eine doch weise Weltsicht.  Meine Sprache ist auch sehr Erwachsen. Ich verwende selten Umgangssprache. Ich mag mich und nehme mich mehr an. Aber andere anzunehmen fällt mir wiederum sehr schwer. Ich läster zum Beispiel ganz häufig über den 10 Jahre jüngeren D. aus dem Buchladen, manchmal hat das auch etwas von verbalen Mobbing.

Ich denke manchmal Angriff ist die beste Verteidigung.

Was ich heute so gedacht habe

Ich war heute in der Bibliotheksfiliale eines angrenzenden Stadtteils. Ich habe dort ein interessantes Handarbeitsbuch mit gehäkelten Winteracessoires gesehen. Ein Schal in Wellenmuster hat mir dabei besonders gut gefallen. Das Buch ist von der Skiläuferin Magdalena Neuner und heißt glaube ich „Whats Upp“

 

Ich war auch bei meinem Bekannten D. im Buchladen. Habe da Kaffee getrunken und seine Kollegin bewundert die so toll abgenommen hat.

Außerdem träume ich von Zwergwyandotten Hühnern. Ich glaube das ist wirklich die beste Rasse für mich. Im englischen nennt man sie auch „a breed for every need“ weil sie so vielseitig sind. Sie sollen auch besondere Lebensfreude ausstrahlen, das ist vielleicht gar nicht so schlecht wenn man psychische Probleme hat.

Außerdem war ich in einem Bäckerei Cafe in der nähe der Bibliothek. Ich aß da einen Berliner und dann kam ein gutaussehender aber sehr dicker Mann in das Cafe. Irgendwie bekam ich da ein schlechtes gewissen was den Berliner angeht.

Ich weiss das es schwierig ist mit Neuroleptika abzunehmen.  Gerade solche antipsychotischen Medikamente machen Heißhunger auf Süßes. Meine Handarbeitskollegin die so toll mit „Weight Watchers“ abgenommen hat muss wegen der Medikamente trotz dem sie schon mehrere Jahre abgenommen hat, um das Gewicht zu halten Diät leben. Das ist wirklich krass.

Das war mein Tag bisher. Ziemlich ereignislos. Aber in meinem Kopf war wieder viel los.

Chaos beseitigen

Habe gerade mit meiner Mutter telefoniert. Sie hat mich dazu gedrängt ihr zu versprechen etwas gegen das Chaos in meinem Schlafzimmer zu tun. Ich habe da so einen enormen Wiederwillen gegen. Ich würde lieber meinen Gedanken nachhängen.

Ich komme mir vor wie 12 Jahre alt. Ich weiss nicht wo ich anfangen soll. Ich denke ich werde als erstes die Wäsche sortieren. Und meinen Kleiderschrank sortieren. Ich gehe nur in der Nähe hier schnell einkaufen. Alle Sachen die ich für das Abendessen für heute brauche bekomme ich im „Im Onkel Ali Laden“ hier in unserer Straße. Bis auf das Fleisch dazu muss ich noch zu einem Metzger in der Nähe. Ich werde dann auch gleich die Kartoffeln setzen. Ich nehme sie einfach mit und mache das auf dem Rückweg.

Das begeistert mich nicht gerade sehr bei dem schönen Wetter Hausarbeit zu machen. Ich wollte mich mit einem Buch in den Park setzen. Was solls, der Sommer ist ja noch lang.

Ich war mein Leben lang unglücklich

Ich neige immer die Vergangenheit zu verklären. Ob es die Zeit ist in der ich noch in der Kleinen Stadt meiner Kindheit gewohnt habe oder als ich noch ganz in meiner Traumwelt gefangen war. Ich war nie besonders glücklich. Wenn ich jetzt so nachdenke ist das vielleicht die beste Zeit die ich jetzt habe. Ich habe etwas wo nach ich mich lange gesehnt habe. Ich bin verpartnert und habe einen Ort wo ich hin gehöre. Wenn auch der „soziale Brennpunkt“ in dem ich lebe alles andere als idyllisch ist. In der Psychose wurde mir klar das ich hier zu Hause bin. Ich kann nicht weg hier. Kann sein dass das im Alter anders wird, aber ich habe in dieser Großstadt Wurzeln geschlagen. Klar habe ich noch wünsche und Ziele. Und ja ich vermisse den Wald meiner Kindheit. Aber ich bin hier zu Hause. Ich habe darüber nachgedacht das ich schon längst glücklicher sein könnte wäre ich psychisch bzw. neurologisch gesehen gesünder. Ich bin so sehr ein Kind des Ruhrgebiets das es nicht zu leugnen ist. Meine Begeisterung für die Binnenschifffahrt liegt an den vielen Kanälen hier. Und der Wunsch ein paar Hühner zu halten und Gemüse zu ziehen läßt sich auch in der Großstadt verwirklichen. In diesem Jahr bin ich viel fleißiger was den Topfgarten angeht. Ich habe drei verschiedene Sorten Zwiebeln ausgesät bzw gesetzt. Ich habe zum Beispiel eine Etagenzwiebel, Stuttgarter Riesen und Winterheckenzwiebeln. Mein Mann glaubt steif und fest dass die Zwiebel das Nationalgemüse der Polen ist weil ich Zwiebeln gerne esse. Dann habe ich noch Prunkbohnen gesät und eine Tomatenpflanze geschenkt bekommen. Meine Kräuterpflanzen sind ein Opfer der Vögel geworden. Ich setzte heute noch Frühkartoffeln das geht noch weil die eine kurze Entwicklungszeit haben.

Ich vermisse meine Tagträume

Ganz ehrlich, ich vermisse meine Tagträume. Ich tagträume fast gar nicht mehr nach dem mich der Arzt in der ADHS-Ambulanz auf Strattera eingestellt hat. Mir wäre ein Medikament lieber das nicht den ganzen Tag über wirkt. Doch Methylphenidathaltige Medikamente vertrage ich nicht. Ich bekam gegen Ende der Wirkungszeit depressive Verstimmungen.

Was auch weggeblieben ist, ist der sogenannte Hyperfokus. Also eine gesteigerte Konzentration auf ein sehr interessantes Thema. Ich habe das fast gar nicht mehr. Nur in sehr leichter Form habe ich das noch. Im Moment lese ich einen Roman dessen Handlung auf Sardinen spielt, und ich habe etwas über Sardinen gelesen. Wie die Schafrasse heißt die dort gezüchtet wird und was für größere Städte es dort gibt.

Wenn ich tagträume habe ich nicht mehr so deutliche Bilder vor mir, meistens sind das eher Gedanken oder Zwiegespräche mit Jemanden.

Ich finde es schade nicht mehr zu träumen. Da mein Antrieb sich auch nicht verbessert hat erlebe ich sonst auch wenig. Ich bin frustriert darüber. Ich habe gehofft das der Antrieb sich verbessert und ich nicht mehr so chaotisch bin und vor allem kein Messie mehr. Diese Hoffnung hat sich nicht bewahrheitet.

Ich mag es klein

Im Grunde mag ich es klein und überschaubar was meine Umgebung angeht. Ich wohne nicht so gerne in der Großstadt. Vielleicht ziehen mein Mann und ich im Alter in die kleinere Stadt in der ich aufgewachsen bin.

Eine Kollegin fährt nach Bad Kissingen an der fränkischen Saale. Und ich kann es nicht verstehen dass sie keine Bootstour mit den kleinen, niedlichen Ausflugsschiffen dort macht.

Vielleicht liegt das auch am ADS ich bin schrecklich bescheiden. Andere mögen es möglichst groß.

Eigentlich ist der Xantener Dom den mein Kumpel G. und ich uns auf der Schiffstour angucken, viel zu riesig. Aber ich erfreue mich an den mittelalterlichen Kunstgegenständen und den vielen kleineren Altären in dieser ehemaligen Stiftskirche.

Große Gebäude erschlagen mich meistens. Vielleicht bin ich auch ein wenig kindlich im Herzen geblieben das ich es klein mag. Es ist auch eine Art Bescheidenheit. Ich weiss nicht warum ich so bescheiden bin. Ich mag einfache Dinge und alles in Miniatur.

Ich freue mich aber das wir auf einem kleinen Schiff und auf einer relativ kleinen Wasserstraße unterwegs sein werden. Wir fahren mit der „MS Heinrich Thöne“ und über die Ruhr und später erst über den Rhein nach Xanten. Das ist schon eher nach meinem Geschmack.