Das letzte Jahr war ganz schön

Das Jahr 2017 könnte ich auch das Lucy Maud Montgomery Jahr heißen. Ich habe viele Bücher der kanadischen Autorin die auf Prince Edward Island spielen gelesen. Vielleicht lese ich doch noch mal Magic for Marigold. Das ist auch ein Kinderbuch über ein Mädchen das sehr fantasiebegabt ist. Ich träume tatsächlich fast gar nicht mehr. Manchmal träume ich noch von Prince Edward Island. Neulich habe ich davon geträumt in der zweit größten Stadt der Insel zu leben, im beschaulichen Summerside. „Anne in Windy Poplars“ spielt in Summerside. Die Stadt war früher mit einer Zugfähre mit dem Festland verbunden. Eine Bahnverbindung gibt es leider nicht mehr auf Prince Edward Island.

Ich finde die hügelige Landschaft von PEI und die roten Klippen der Küste schön. Vielleicht mache ich irgendwann dort Urlaub.

Und dann habe ich die Musik von Salvador Sobral zu schätzen gelernt. Eigentlich mag ich keinen Jazz aber die CD „Excuse me“ von Salvador Sobral habe ich mir doch zugelegt.

Ich finde Salvador Sobral auch als Mann attraktiv. Das zerbrechliche an ihm gefällt mir sehr gut. Ich bin froh dass die Herztransplantation bei ihm geklappt hat.

Ich denke dass es in diesem Jahr beruflich für mich etwas weiter geht.Ich hoffe das mich das BTZ etwas fitter kriegt. Außerdem wäre ich gerne häufiger in der Natur in diesem Jahr. Das wünsche ich mir tatsächlich sehr.

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Träume müssen Realität weichen

Manchmal denke ich, dass ich an einem anderen Ort mit einem anderen Partner ein Anderer sein würde. Aber warum soll ich davon träumen mich neu zu verlieben oder an einem anderen Ort zu wohnen. Ich glaube ich wohne doch ganz gerne in Dortmund obwohl es keine wirklich schöne Stadt ist und ich liebe Martin meinen Mann obwohl er nicht sehr unternehmungslustig ist.

Martin sorgt für mich sehr gut. Er achtet u. a. auch das ich meine Medikamente regelmäßig einnehme und befüllt die Tablettendosen damit ich mich nicht vertue.

Er hilft mir auch das Geld einzuteilen und kümmert sich auch um die Wäsche weil ich im sortieren der Wäsche nicht gut bin. Gemeinsam ausgehen tun wir aber kaum, dass vermisse ich auch nicht besonders. Mein Ankerpunkt ist zur Zeit die altkatholische Gemeinde und der Handarbeitstreff. Beim Handarbeiten ist jetzt auch ein zweiter Mann dabei der auch häkelt und eine weitere jüngere Frau von Ende 30.

Dortmund ist eine gute Stadt zum wohnen wenn man wenig Geld hat. Ich wohne in der sog. Nordstadt einem multikulturellen Innenstadtbezirk mit alternativen Flair. Was gut ist es gibt hier verschiedene Diskount-Geschäfte die auch Wolle haben. So das eines meiner wichtigsten Hobbys nicht kostspielig ist. Und die Stadt und Landesbibliothek ist wirklich gut sortiert. Außerdem besuche ich gerne die homochrom-Filmreihe im Schauburg Kino und die klassische Gitarrenreihe im Torhaus im Rombergpark.

Die altkatholische Gemeinde ist in einem Vorort von Dortmund wie auch das Cafe wo ich handarbeite in einem südlichen Vorort der Stadt ist.

Was ich vermisse ist einen eigenen kleinen Garten und den Wald meiner Kindheit. Es gibt allerdings Grabelandgärten in der Nähe und ein kleines Waldstück das zu einem Park gehört. Es kann auch sein dass ein Industriegelände hier in der Nähe teilweise in einen Park umgewandelt wird. Aber bis das passiert bin ich sicher schon sehr alt.

Das einzige was wirklich nervt ist das es hier kaum Wald gibt. Dafür wohne ich aber sehr zentral in einer sehr großen Stadt, ich kann halt nicht alles haben.

Ich habe Probleme mir Termine zu merken

Ich habe Probleme mir Termine zu merken. Den Geburtstag von meinem Mann habe ich letztes Jahr vergessen und in diesem Jahr hätte ich mich fast für den Abend seines Geburtstags mit einem Freund für eine Lesung verabredet nur dann ist es mir im letzten Moment eingefallen. Ich glaube ich werde mir meine neuen Termine im Googel Kalender auf dem Smartphone eintragen. Ich nutze jetzt eine Pinnwand für Termine und einen Wandkalender. Anscheinend muss ich auch Martins Geburtstag in den Kalender eintragen. Das ist mir total peinlich.

Martin mein Mann feiert nie seinen Geburtstag besonders, ich koche aber meistens was besonderes für ihn und kaufe Kuchen zum Nachtisch. Natürlich kaufe ich auch ein Geschenk. Gestern hatte er eine CD bekommen. Es war doch ganz schön das ich an den Geburtstag gedacht habe. Meine eigenen brauche ich aber nicht in den Kalender eintragen.

Es geht irgendwie nicht weiter

Mir fällt es schwer das Chaos in der Wohnung zu beseitigen und die Wohnung regelmäßig zu pflegen. Im Moment stagniert alles und ich mache nicht viel um an meiner chaotischen Lebenssituation zu verändern. Ich lese nach wie vor gerne und leihe mehr Bücher aus der Stadtbibliothek aus. Es gibt auch nicht viel auf das ich mich freue im Moment. Mein Geburtstag ist erst Mitte März, bis dahin sollte ich aber die Wohnung in einen ansehnlichen Zustand verwandelt haben. Ich habe im Moment das Gefühl als hätte nichts eine Bedeutung für mich. Ich interessiere mich für nichts mehr so richtig.

Vielleicht liegt das daran dass ich so wenig fern schaue, ich bekomme kaum neue Impulse. Pflanzen für meinen Topfgarten müsste ich langsam vorziehen. Aber bisher habe ich da keinen Elan zu. Der Kontakt mit meinem Kumpel Marc ist sehr angenehm. Wir treffen uns jetzt ein wenig häufiger. Ich habe Spaß an Musik einige Coversongs von der Band „Sleeping at Last“ gefallen mir sehr gut. Besonders gefällt mir der Colesk Cover „To make you feel my Love“ ich bin doch ein romantischer Mensch. Morgen hat Martin Geburtstag. Er feiert nicht aber ich denke ich werde was leckeres kochen und vielleicht noch Kuchen besorgen. Es passiert wirklich nicht viel in meinem Leben. Vielleicht ist das besser als wenn irgendetwas schlimmes passiert.

Ich mag die Stimmen von Countertenören

Ich selber habe eine Falsettstimme. Daher gefällt mir auch der Gesang von hohen Männerstimmen sehr gut. Irgend etwas berührendes haben diese Stimmen für mich.

Im Moment sind Andreas Scholl und Phillipe Jaroussky meine Favouriten. Ich mag auch die alte Musik die sie singen. Richtig auskennen tue ich mich nicht damit aber bei youtube schaue ich gerne Musikvideos zu dem Thema. Von Andreas Scholl habe ich eine CD mit alten traditionellen englischen Folksongs. Besonders angetan hat es mir „My love is like an red rose“, ein schottisches traditionelles Volkslied, dabei bekomme ich immer eine Gänsehaut. Diese Leidenschaft in dem Text begeistert mich.

Und dieser doch für eine Männerstimme sehr zarte Vortrag berührt mich ganz. Es tröstet mich darüber hinweg dass ich häufig am Telefon für eine Frau gehalten werde. Ich wollte auch schon mal die Stimme verändern und bin zur Logopädin gegangen, aber ich wollte diese Veränderung dann eigentlich gar nicht weil ich mich doch besser mit dieser Stimme ausdrücken kann. Mein Kumpel G. wird auch am Telefon häufig für eine Frau gehalten. Vielleicht liegt das auch daran dass wenn ich eine Mütze auf habe, mich Leute für eine Frau halten. Den Bart habe ich mittlerweile abrasiert.

Auf jedenfall ist das irritierend das mich Leute für eine Frau halten. Ich habe auch einen etwas femininen Habitus an mir. Das kann sein dass das diesen Eindruck noch verstärkt.

Mittlerweile ist es mir egal was die Leute denken, der liebe Gott hat mich ja schließlich so gemacht wie ich bin und ich tue ja nichts unrechtes. Nur viele Leute nehmen einen Mann mit einer hohen Stimme nicht so ernst wie einen mit einer tieferen Stimme.

Ich finde sehr tiefe Männerstimmen gar nicht so erotisch. Die von Armie Hammer in dem Film“Call me by your Name“ allerdings schon.

Freundschaften und ADS

Ich hatte nie sehr viele Freunde. Erst als ich als Erwachsener ausgezogen bin wurde das langsam besser. Ich bin sehr schüchtern und auch empfindlich und schnell eingeschnappt. Hypersensibel fällt mir da als Begriff dafür ein. Außerdem gehört zu ADS auch Introvertiertheit fest dazu. Ich kann zwar auch sehr überdreht und albern und auch recht unterhaltsam sein aber dann nur wenn ich wirklich gut drauf bin.

In meiner Nachbarschaft hatte ich einige Freunde zu denen ich heute noch Kontakt habe. Ich habe besondere Freunde die nicht so einen alltäglichen Lebensstil führen. Ein loser Bekannter hat auch ADS und eine meiner ehemaligen Nachbarinnen ist sehr alternativ.

Eine alte Schulfreundin von mir ist auch eher schüchtern und mein bester Kumpel ebenfalls.

Es ist schon komisch ich komme mit Menschen mit sozialen Ängsten am Besten aus. Wahrscheinlich ist das eine Ähnlichkeit die ich mit ihnen habe. Mein Mann und ein anderer Kumpel sind regelrechte Eigenbrödler.

In der Schule war ich sehr empfindlich, das wurde erst auf dem Kolleg an dem ich das Abitur nachgemacht habe besser. Was kann ich anderen ADSlern raten um Freunde zu finden. Eigentlich hilft es sich mit anderen Außenseitern zusammen zu tun. Und natürlich etwas an der sozialen Kompetenz zu arbeiten und nicht so schrecklich nachtragend zu sein wie wir es ADSler nun mal sind. Anderen ihre Schwierigkeiten mit uns zu verzeihen ist eine Gabe die wirklich weiter hilft. So verstehe ich mich mit meinen Eltern auch besser. Und versuchen aufmerksamer zuzuhören und Verständnißfragen häufiger zu stellen. Das erleichtert die Kommunikation mit anderen Ungemein.

 

Ich lebe nicht im Moment!

Es ist schon frustrierend ich lebe nur in  meinen Fantasien. Sie sind nicht mehr so stark wie früher, aber ein Rest ist noch vorhanden der sich gegen die Realität aufbäumt.

Im Grunde ist meine Lebensituation in Ordnung. Ich habe einen lieben Mann und ein chaotisches aber doch ausreichend großes und nicht schlecht gelegenes zu Hause. Dennoch denke ich ständig ans umziehen und ich sehne mich nach amourösen Abenteuern.

Es liegt nicht daran dass meine Situation schlecht ist. Ich kann wirklich zufrieden und manchmal sogar sehr glücklich sein, dennoch bleibt eine unstillbare Sehnsucht nach neuen Erfahrungen. Ich mache mir viele Gedanken darüber aber ich lebe nicht im Moment sondern in der Zukunft oder der Vergangenheit. Aber was auch Wahr ist ich kann glücklich sein und mich glücklich machen. Ich kann unsere Wohnung pflegen und renovieren und ich kann mich mehr mit meinem Mann beschäftigen, aber hier liegt auch der Hase im Pfeffer. Ich bin nicht so sehr in der Lage mein Leben zu gestalten wie andere da mir wie so häufig der Antrieb fehlt. Und da bin ich nicht alleine. Meinem Mann fehlt er auch. Das ist das eigentliche Problem. Wir sind nicht in der Lage unser Leben zu gestalten. Er weil er nur an wenigen Dingen, vor allem an Aktivitäten an seinem Computer Freude hat und ich weil ich Fantasien nachhänge. Was  mich erfreut ist das ich angefangen habe zu lesen. Ich lese und ich handarbeite. Das ist mehr Aktivität wie ich sie sonst hatte. Alle meine Mützen und Schals habe ich gemacht. Und ich versuche jeden Abend zu lesen. Ich glaube das ist das gute an meinem Leben.

Wenn die Wohnung noch sauberer sein würde und ich noch erfolgreicher beim Topfgärtnern wäre dann wäre ich wirklich glücklicher. Und wenn ich ein paar Stunden als Betreuungsassistent arbeiten könnte das wäre wirklich gut.

Treue in Beziehungen und ADS

Ich lebe mittlerweile monogam was nicht selbstverständlich für schwule Männer ist. Dennoch verspüre ich immer wieder noch die alte Abenteuerlust. Ich fühle mich gespalten. Mein Lebensgefährte ist nicht sehr eifersüchtig dennoch nehme ich von Affären Abstand. Ich glaube schon dass ADSler und ADHSler zur Untreue neigen.

Für mich ist das ein schwieriges Feld weil ich im Grunde sehr romantisch bin. Die Promiskuität der Szene ist nichts für mich. Aber warum sind ADSler häufiger untreu als neuronormale Menschen? Ich habe den Eindruck das ich micht vielleicht leichter verliebe als andere Menschen. Warum das so ist weiß ich nicht. Gerade andere Außenseiter kommen häufiger als Liebesobjekt in Frage.

Ich denke auch das  sexuelle Bedürfnisse viel ausgeprägter sind als bei neuronormalen Menschen. Vielleicht ist das eine Art Hyperfokus auf sexuelle oder romantische Gefühle der unterschwellig herrscht. Keine Ahnung aber so unerfüllte Sehnsüchte gibt es durchaus noch bei mir. Ich kompensiere das damit dass ich Liebesgeschichten lese. Im Moment ist das z. B. „Ruf mich bei meinem Namen“. Das Buch wurde unter dem Titel „Call me by your name“ verfilmt worden.

Ich habe keine Phantasien mehr etwa über den attraktiven Oliver aus dem Buch. Dennoch schaue ich viele „youtube Videos“ zu dem Film. Vielleicht arbeite ich damit eine unerfüllt gebliebene Liebe auf. Ich war mal in einen schwulen Freund verliebt, doch die Liebe war sehr einseitig. Aber die sommerliche Atmosphäre dieses Buches verbinde ich mit dieser alten Liebe. Es kann durchaus sein dass  mich dieses Buch gerade an diese Zeit erinnert.

Antriebsprobleme und Fastenzeit

Nach wie vor habe ich starke Antriebsprobleme. Gestern habe ich nur ein wenig fern geschaut und gebadet und Convience Produkte aufgewärmt und das war alles. Ich schaffe es nicht mich zum regelmäßigen Putzen und aufräumen zu motivieren. Das ist wie verhext. Ich muss mir da noch eine Vorgehensweise ausdenken. Für den Anfang wäre eine Stunde aufräumen und Putzen am Tag richtig gut. Und 15 Minuten mein Zimmer entrümpeln. Dafür könnte ich mich ja mit etwas belohnen. Ich wollte schon lange einen Pullover häkeln. Ich habe eine einfach Anleitung in einem Handarbeitsheft dafür, die müßte ich nur auf meine Größe umrechnen. Dafür könnte ich Wolle als Belohnung kaufen. Aber im Grunde kann ich mir nicht immer etwas kaufen wenn ich geputzt oder aufgeräumt habe. Das ist eine schlechte Idee. Eigentlich sind belohnende Tätigkeiten besser. Mir fällt wirklich nichts ein.  Also doch die Wolle für den Pullover.

Für 5 Stunden putzen und aufräumen ein 250gr. Knäuel Wolle kaufen die ich im Kaufhaus ausgesucht habe. Ich führe eine Liste am Computer mit den abgearbeiteten Stunden.

Auch etwas für die Fastenzeit habe ich mir ausgedacht. Ich esse nur einmal am Tag ein Teilchen vom Bäcker und zwar ein süßes Brötchen, meine heiß geliebten Schweizer Wecken beziehe ich da aber mit ein. Ein zweites Teilchen verbiete ich mir. Außerdem will ich „sprachlich“ etwas fasten. Ich will das Wort schwul nicht mehr verwenden. Weder auf dem Blog noch im direkten Gespräch außer es ist wirklich unumgänglich.

Ich mache das bewusst um abzunehmen und mich auf die sonstigen Aspekte meiner Persönlichkeit zu besinnen.

Ich achte nicht genug auf meine Kleidung

Aufmerksamkeit hat so viele Aspekte. Ich achte auch zu wenig auf meine Kleidung. Ob ich etwa angemessen für das Wetter draußen gekleidet bin oder ob die Kleidung sauber genug ist.

Meiner Mutter fällt das häufiger auf das etwa mein Pullover den ich ein paar Wochen trage in die Wäsche muss. Ich trage Kleidungsstücke generell zu lange, außer bei Unterwäsche da bin ich ordentlicher.

Meinen Körper Pflege ich dagegen gut. Ich bade recht häufig und Creme mein Gesicht täglich ein nach dem ich es morgens gewaschen habe. Rasieren könnte ich mich auch etwas häufiger, was aber nicht schlimm ist weil ich keinen starken Bartwuchs habe.

Aber das mit der Kleidung ist schon ein Problem. Vielleicht müsste ich im Kalender eintragen wann ich eine Hose oder einen Pullover frisch angezogen habe und ihn dann nach zwei Wochen wechseln. Oder auch häufiger mir die Kleidungsstücke anschauen.

Irgend etwas muss ich da machen. Vielleicht sollte ich Termine festlegen wann ich im Monat Pullover und Hose wasche. Alle zwei Wochen reicht bestimmt. Also ich bin nicht wirklich ordentlich.