Der große Schlachtplan gegen Schmutz und Chaos

Ich habe ja durchaus Züge eines Messies, zwar nur aus Antriebsarmut als durch die Unfähigkeit wegzuwerfen, dennoch ist unserer Haushalt sehr chaotisch und es fehlt auch an kontinuierlicher Sauberkeit.

Das Chaos in meinem Schlafzimmer ist etwas kleiner geworden und ich arbeite auch immer wieder daran und zwar am Donnerstag. Zur Belohnung hole ich Martin und mir für die gemeinsame Entrümplung unseres Zimmer immer ein Grillhühnchen vom Imbiss an der Hauptstraße. Das Chaos in der Küche räume ich jeden Abend auf und kaufe dafür Hobbyartikel wie Pflanzen für meinen Hinterhofgarten oder Wolle zum Handarbeiten.

Und das Chaos im übrigen Teil der Wohnung will ich ebenfalls täglich bewältigen. Ich möchte jeden Tag die Wohnung putzen und aufräumen und das für eine Stunde. Als Belohnung gehe ich jeden Tag zum Bäcker Kaffee trinken und meinen Bekannten Dominic auf seiner Arbeit in einem Buchladen besuchen.

Ich hoffe das bringt etwas. Aber ich denke schon dass dies ausreicht. Am Sonntag will ich mich immer eine Stunde um Balkon und Hinterhofgarten kümmern. Das reicht wahrscheinlich. So viel Zeit brauche ich gar nicht außer etwas zum, gießen, düngen, pflanzen und den Boden lockern.

Ich werde berichten was das gebracht hat.

 

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Mina Teicherts biografischer Roman „Neben der Spur aber auf dem Weg“ ist wirklich spannend

Gestern habe ich mir das Buch von Mina Teichert „Neben der Spur aber auf dem Weg“ gekauft, dass sich biografisch mit ihrem ADS beschäftigt.

Ich lese dass Buch jetzt gerade den zweiten Tag und ich bin schon auf Seite 170 von 269.

Es ließt sich sehr gut und ich lese es sehr begeistert und konzentriert. Sie schildert die Reizüberflutungen anschaulich und ihre Phantasiewelt als Kind und die Begleitstörungen wie etwa selbstverletzendes Verhalten und Alkoholmissbrauch.

Die löcherige Biografie ähnelt stark meiner ich habe auch einen miesen Callcenter Job gemacht aus dem ich gekündigt wurde weil ich zu ehrlich war und die Leute nicht über den Tisch ziehen wollte.

Ich hatte mehr soziale Ängste als Sie. Auch andere Essstörungen, ich habe eher immer zu viel gegessen. Und andere Süchte. Bei mir war es eher Sex zum runterkommen als Alkohol und Cannabis. Und die Hochsensibilität fehlt etwas bei ihr. Ich weiss nicht wie es mit Weltschmerz und solchen Dingen bei ihr aussieht und dem Gerechtigkeitssinn und dem übersteigerten Mitgefühl für andere. Vielleicht kommt das aber noch im Buch vor. Zum Schluss soll sie auch Lösungsstrategien für ADS Probleme bieten. Schön wäre es wenn sie mehr über ihre Phantasiewelten erzählt hätte. Auf die wäre ich nämlich wirklich gespannt. Was andere ADSler träumen finde ich ungemein interessant.

Mir gefällt das Buch sehr gut weil es deutlich macht wie schwierig das Leben mit ADS ist. Ich würde das Buch Betroffenen und Angehörigen schon empfehlen. Einem muss schon klar sein dass jeder Fall auch anders ist und das nicht alle ADSler ähnliche Biografien haben. Das liegt auch am Schweregrad der Erkrankung und am persönlichen Umfeld. Mina Teichert gehört in meinen Augen zu den Schwerstbetroffenen. Ihr Bruder ist hyperaktiv und hat schon früh Hilfe bekommen. ADS bleibt dagegen lange unerkannt.

Ein neues Angebot vom Arbeitsamt

Heute war ich beim Arbeitsamt. Die Sachbearbeiterin hat  mir angeboten klären zu lassen ob bei mir ein Reha-Bedarf besteht. Dazu muss ich noch einmal zum Amtsarzt und auch noch einmal zum Psychiater in der ADHS-Ambulanz. Er soll da etwas schriftliches aufsetzen.

Die Beurteilung durch den berufspsychologischen Dienst war nicht so verheerend wie ich dachte. Mir wird zugestanden dass ich die Umschulung vom Intellektuellen her bewältigen könnte weil ich schon auch anspruchsvollere Arbeiten gemacht habe.

Problematisch wäre die Konzentrationsfähigkeit und psychische Belastbarkeit.

Meine Sachbearbeiterin hat mir eine geförderte Beschäftigung  im Seniorenbegleitdienst angeboten. Darüber habe ich mich gefreut. Das würde ein höheres Einkommen und eine angemessene Beschäftigung für mich bedeuten. Das ist ja das was ich mir wünsche. Ich bekomme eine Einladung von einem Kollegen von ihr und da wird geprüft ob ich da hinein passe. Auf jeden Fall war der Besuch des Arbeitsamtes angenehmer als ich dachte.

Schweigen ist nicht so mein Ding und ich werde schnell müde

Obwohl ich nur hypoaktiv bin, fällt es mir manchmal schwer ganz ruhig zu sein wenn es gefordert ist. Durch die Impulsivität neige ich zum dazwischenreden. Und manchmal sage ich so nonsens Sätze wie „Wollen wir nicht auf die PEI (Prince Edward Island) auswandern“ wenn keiner was sagt. Manchmal ist das schon richtig zwanghaft.

Prince Edward Island ist die Heimat einer Romanfigur von Lucy Maud Montgomery.

Ich bin immer sehr langsam gewesen und ich werde schnell müde. Früher als ich noch gearbeitet habe oder studiert habe ich mich nachmittags auch noch einmal hingelegt und hatte davor schon Kopfschmerzen.

 

Ich fühle mich einsam

Ich schreibe zur Zeit viele Blogbeiträge weil ich mich einsam fühle. Den Tag über spreche ich kaum mit Jemandem von dem ich mich verstanden fühle. Ich habe schon Freunde und einen Lebensgefährten, dennoch fühle ich mich häufig nicht verstanden.

Manche Themen sind mir auch zu peinlich. Das ich im Moment mich wie ein Teenager fühle und für Salvador Sobral schwärme ist so ein Thema. Wer findet diesen zotteligen Jazzbarden mit den rollenden Kopfbewegungen schon attraktiv.  Ich mag auch seine melancholischen Lieder sehr gerne. Eines der Lieder das er gecovert hat kenne ich sogar als Original aus einem Pedro Almodovar Film. Ay Amor heißt es ! Ich meine es kommt in „Gesetz der Begierde“ vor, sicher bin ich mir nicht. Sobral singt es so sanft und zart das ich jedes mal eine Gänsehaut davon bekomme.

Ein anderes Thema das ich mit niemandem so recht reden kann ist Nina Teicherts autobiografisches Buch über ADS „Neben der Spur, auf dem Weg“ oder so ähnlich.

Ich überlege es ernsthaft zu kaufen weil es auch Tipps zur Bewältigung des ADS gibt. Ihr Schicksal ist so traurig. Sie hatte so viele Unfälle und hat auch Brände ausgelöst. Dann war sie noch magersüchtig. Das will doch keiner so Recht hören. Mit solchen Themen darf man gefühlt Niemanden belasten.  Es könnte ja das Weltbild erschüttern.

Psychische Probleme sind tabu in unserer Welt. Ich kann auch nicht alles im Blog schreiben was ich möchte. Zum Beispiel auch um die Entstehung meiner Psychose, ohne dass mich Jemand für bekloppt hält.

 

Ich brauche einen besseren Schlachtplan gegen die Unordnung

Der letzte Schlachtplan gegen die Unordnung war nicht wirklich praktikabel. Ich überlege einen neuen Schlachtplan.

Gerade die Unordnung in der Küche ist ein Problem. Ich könnte jeden Abend nach dem Abendessen die Küche noch aufräumen und putzen. Jeden Tag eine halbe Stunde. Spülen brauche ich nicht wir haben eine Spülmaschine. Für eine Woche regelmäßigen putzen und aufräumen würde ich mich dann belohnen. Was wäre eine angemessene Belohnung. Was kann man regelmäßig machen und es ist nicht teuer und es ist wetterunabhängig. Meine Ausflüge zu Zeemann brachten überhaupt nichts. Ich könnte zu einem Basteldiscounter in Dortmund Hörde fahren. Ich meine damit Mc Günstig. Da bekomme ich auch Wolle. Ich fahre da sonst eher selten hin. Ich könnte auch in Hörde Kaffee trinken gehen. Das klingt gut. Das reicht erst einmal als Idee. Ich handarbeite ja regelmäßig und mache auch kleinere Sachen so dass ich schon häufiger Wolle brauche.

Das klingt ganz vernünftig. Das reicht erst einmal als Veränderung. Das  muss sich erst einmal einspielen dann kann ich etwas anderes angehen.

 

Wer keine Ahnung hat sollte mal besser die Fresse halten – eine Mutter über ADHS

Bei diesem Artikel den ich heute in der Huffington Post gelesen habe musste ich an die Dozentinnen vom EWZ  in Dortmund denken. Es gibt so viele Fehlinformationen über ADHS in der Welt dass es richtig weh tut. Vorurteile gegenüber dieser Krankheit verletzen uns Betroffene ungemein. Ob es die Unterstellung einer Modekrankheit ist, Faulheit oder einfach als Versagen der Eltern bewertet wird ist wirklich ungerechtfertigt. Und gerade ausgesprochene Ritalinkritiker kommen aus unseriösen wissenschaftlichen Nischen. Und ein Teil dieser Nischen wird sogar von der Scinetology-Sekte ausgefüllt. Es ist berührend wie diese Mutter ihren Kampf mit dem Syndrom ihres Sohnes beschreibt und wie einfach Hilfe für ein hyperaktives Kind sein kann. Die Jahrzehnte lange Forschung zu ADHS, was die am besten erforschte psychiatrische Störung des Kinder- und Jugendalters ist, wird mit einfachen lapidaren Sätzen, wie das ist nur ernährungsbedingt, haben wir alle nicht ADS, von Ritalinkritikern weggewischt. Und das ist tatsächlich unerträglich.

Hier ist der Link zum Artikel:  http://www.huffingtonpost.de/anja-falk/adhs-behandlung-therapie_b_9180502.html

Wer sind meine Freunde und wo treffe ich sie

In meinem Freundeskreis habe ich ehemalige Nachbarn, einen Bekannten aus der Schwulenszene und einen Künstler von Borsig11.

Die meisten von ihnen leben in einer ähnlichen Situation wie ich. Einige haben soziale Ängste, ADS oder sind aus anderen Gründen Außenseiter.

Viele kommen auch aus der Dortmunder Nordstadt in der ich auch Lebe.

Um Leute zu treffen gehe ich regelmäßig zum Gottesdienst der altkatholischen Gemeinde mit anschließendem Gemeindecafe, zum Handarbeitskreis im Cafe Aufbruch, und zu einzelnen Veranstaltungen von Borsig11 und im Concordia Art.

Ich gehe so gut wie nie in die Schwulenszene. Ab und an gehe ich zu einem schwulen Filmabend in die Schauburg aber das geschieht sehr selten.

Auch in Kneipen und Bars gehe ich selten. Im Jazz Club Domizil war ich zwei mal. Häufiger gehe ich dann schon eher zur klassischen Gitarrenreihe im Torhaus im Rombergpark. Mit Martin gehe ich ganz selten ins Kino meistens in Scince Fiktion Filme und englische Komödien.

 

 

Neuer Schlachtplan gegen das Chaos

Es hat sich bewährt das ich Donnerstags entrümpel. Obwohl ein wenig das Chaos in meinem Schlafzimmer stagniert. Ich weiß einfach nicht was ich mit manchen Sachen machen soll. Gestern habe ich dann ausnahmsweise den Kühlschrank entrümpelt und sauber gemacht anstatt in meinem Zimmer weiter zu machen.  Der Kühlschrank ist jetzt sauber. Hähnchen haben wir dann auch gegessen und ich war auch schwimmen.

Ich überlege zwei weitere Tage zum Aufräumen und Putzen zu nutzen. Ich putze sonst sehr unregelmäßig. Ich weiß das ich neue Gewohnheiten mir nur langsam angewöhne. Ich denke da an den Sonntag und den Montag. Ich denke das ich am Sonntag die Küche intensiv aufräumen und putzen könnte und am Montag  das Wohnzimmer und den Flur. Das maximal für eine Stunde. Am Sonntag könnte ich das direkt nach der Messe machen.

Am Montag weiß ich noch nicht genau wie ich das mache. Vielleicht nach dem Frühstück.

Ich denke das Belohnungen gleich an dem Tag erfolgen könnten. Aber was ich dann  mache ist eine gute Frage. Am Sonntag könnten wir Croissants zum späten Frühstück essen. Martin schläft sehr lange so dass wir gegen 14 Uhr „Frühstücken“. Martin backt sie selber aus Fertigteig.

Am Montag ist das schwieriger. Montag ist so ein richtiger toter Tag. Mit wenig Geld kann man auch kaum was schönes machen. Ich könnte zum zweiten Frühstück in das türkische Cafe an der Stadtbibliothek gehen. Cay trinken und ein Blätterteigteilchen  mit Sesampaste essen. Das klingt gut, das kann ich immer machen.

Ich versuche das nächsten Sonntag umzusetzen.

 

 

Salvador Sobral hat Probleme mit dem Herzen

Vor einiger Zeit dachte ich daran dass ich nur noch sehr alte Musik höre und mich für neuere Bands und Sänger aber auch Filme nicht begeistert habe. Salvador Sobral war jetzt eine Ausnahme.

Jetzt erfahre ich von einer portugiesischen Website das es um seine Gesundheit schlecht bestellt ist. Er hat wohl ernsthafte Probleme mit dem Herzen. Das macht mich unheimlich traurig.

Eine Freundin von mir hat Kontakte nach Portugal. Ich habe sie gefragt ob sie mir eine CD von ihm aus Portugal besorgen kann.

Wer weiß wie lange er noch leben wird. Ich hoffe für ihn nur das Beste und schließe ihn in meine Gebete ein.

Ich habe mich in den letzten Tagen wie ein Teenager gefühlt so begeistert war ich von seiner Musik. Ich habe so ziemlich alles an youtube-Videos von ihm gesehen was es gibt.

Seine sanfte Stimme und die melancholischen Melodien sind so voller unerfüllter Sehnsucht, was die Portugiesen Saudade nennen, das es mich förmlich ansteckt.

Meine Sehnsüchte erfüllen sich im Moment auch nicht.  Was aus meiner Umschulung wird weiß nicht. Aber das ist ein ganz anderes Thema.