ADS ist eine Störung der Höheren Handlungsfunktionen

Nach meinen häufigen Post´s über meinen Kampf mit dem inneren Schweinhund was die Hausarbeit angeht will ich etwas grundsätzliches zu ADS schreiben. Es geht um die Höheren Handlungsfunktionen.

Mir ist bewußt geworden dass es mir sehr schwer fällt mich selber zu organisieren. Abgesehen vom Antrieb der ja auch sehr schlecht ist fällt es mir besonders schwer Aufgaben in Unterschritte zu unterteilen. Das hat auch mit dem Chaos im Kopf zu tun für mich ist immer alles gleich wichtig. Prioritäten zu setzen fällt mir sehr schwer.

Bei allem was ich mache fehlt immer etwas die Planung. Nichts ist richtig zu Ende durchgedacht. Bei Routineaufgaben ist das nicht so der Fall. Was in´s Sauerkraut muss damit es lecker und bekömmlich ist das weiss ich schon, und ob alle Zutaten dazu im Haus sind.

Was  ein weiteres Problem bei der Bewältiung von Aufgaben ist, ist meine Vergesslichkeit. Ich vergesse häufig auch dass ich bevor ich etwa eine Tätigkeit beginne ich manchmal mehrere Schritte vorher anfangen muss. Mein  Organisationstalent ist sehr eingeschränkt.

Und dieses vorausschauende planen von zu bewältigenden Aufgaben nennen Neuropsychologen Höhere Handlungsfunktionen. Ich hoffe dass ich das halbwegs richtig beschrieben habe. Bei dem Thema bin ich  nicht  so richtig drin. Vielleicht kann das mal ein Leser auch ergänzen.

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6 Gedanken zu “ADS ist eine Störung der Höheren Handlungsfunktionen

  1. Hm, kann mit ADS/ADHS usw. nichts anfangen, weil ich denke die Ursachen liegen woanders. Ich kenne solche Blockaden. Wenn man als Kind/Jugendlicher wenig zu Hause zu melden hatte, sich gegen die übermächtigen/überforderten Eltern nicht wehren konnte, nicht „Nein-Sagen“ durfte, können sich solche Erfahrungen später in der Schule/Ausbildung/Beruf/Studium bemerkbar machen. Die „Nein-Sager“ betreten die Bühne und blockieren nun da, wo man es überhaupt nicht brauchen kann. Sie treten als so ´ne Art innere Saboteure wie bspw. „ich will das nicht“, „ich mach das nicht“ oder „Fick dich – ich brauche das nicht!“ oder „ich mache nur das, wozu ich bock habe“ auf. Wenn dieses System einmal durchschaut wurde, kann sich durch eine „Umstellung innerhalb des Systems“ – durch innere Kommunikation – etwas verändern.

    • Ich bin fast 42 Jahre alt. Ich mag es ordentlich und gemütlich zu Hause. Es ist eher ein Problem des Antriebs und des sich selber strukturierens. Das ist eher ein psychoanalytischer Ansatz. Der passt zu mir nicht weil ich auch im Straßenverkehr sehr unsicher bin. Ich kriege nicht genug mit. Manchmal lassen sich persönliche Erfahrungen nicht so einfach übertragen. Manche Aussagen können in der Richtung auch verletzend und bevormundent sein. Aber wenn bei Dir dass so ist, dann ist das so wir Menschen sind halt verschieden.

    • Ich wollte Dich nicht verletzen oder bevormunden, sondern ich schrieb aus meiner Sicht, dass es im „Inneren“ so etwas wie Stimmen oder Gedanken geben kann, die aus alten Zeiten kommen und uns heute noch beeinflussen können. Meine Schreibweise ist, da gebe ich Dir recht, merkwürdig und da wir uns nicht kennen schwer nachzuvollziehen. Als ich vor mehr als 10 Jahren in Therapie ging stand bei mir die Diagnose ADHS zur Diskussion. Für mich passte es nicht so richtig. Ich habe so einige Diagnosen durch bis endlich die passende und für mich stimmige diagnostiziert wurde. In der KPTBS (komplexe postraumatische Belastungsstörung) fand ich mich u. a. mit den Übereregungs- und Untereregungszuständen wieder und konnte das für mich in Verbindung mit Erfahrungen aus der Kindheit/Jugendzeit und Bindungserfahrungen besser einordnen. Frühe Stresserfahrungen, die müssen nicht gleich hoch traumatisch sein, brennen sich wie Autobahnen ins Gehirn ein. Eine Psychoanalyse habe ich nicht gemacht. Vor 5 Jahren litt ich unter schwerer Depression, es ging gar nichts mehr, der Körper baute total ab und ich brauchte lange Zeit, bis ich mich davon erholte. Letztendlich habe ich verschiedene Therapieverfahren durch, so dass ich von einem ganzheitlichen Setting sprechen kann und jetzt als Hauptbaustelle noch die körperlichen Schmerz-Symptome in einer körperorientierten Therapieform verarbeite. Trotz Therapie und gelernter Selbstregulationstechniken muss ich stets auf mein Stresstoleranzfenster achten, denn bei ganz bestimmten belastenden Alltagssituationen gerate ich leider noch immer schnell in die Übereregungszone und wenn der Zustand zu lange andauert gehts ganz nach unten.

      • Bei mir war es eher umgekehrt. Ich hatte Stimmungsschwankungen und konnte sie nicht erklären. Als Kind dachte ich schon das etwas mit mir nicht stimmt. Ich vermutete dass ich vielleicht Autistisch bin weil ich da etwas im Fernsehen gesehen habe. Ich hatte auch Angst vor dem Führerschein machen und der Bundeswehr. Ich wußte instinktif dass das was da von mir verlangt wird von mir nicht geleistet werden kann. Ich war auch in einer Verhaltenstherapie und die Therapeutin sagte mir dass einige Erfahrungen mit der Schwulenszene als junger Mann für mich wohl sehr schockierend waren. Ich hatte eine Art Kulturschock. Den habe ich teilweise auch durch den Blog versucht zu verarbeiten. Die Oberflächlichkeit der Szene und dass sich alles um Sex dreht hat genervt. Ich kannte auch viele linke Schwule, für die ist die Homoehe etwa ein rotes Tuch. Und ich suchte Geborgenheit, weil ich so nicht zurechtkam. Ich dachte ein Problem wäre auch das ich als Mann zu sensibel bin und dass dies an meiner Homosexualität liegt. Weit gefehlt, sensibel sind die Jungs nur in bestimmten Körperregionen sonst nicht.

      • Ich antworte doch noch mal. Also ADS vom vorwiegend unaufmerksamen Typus wie ich es habe, wird sehr häufig mit Posttraumatischer Belastungsstörung verwechselt. Das ist an dieser Stelle auch doof, weil man Beides haben kann. Sexueller Missbrauch an ADS-Mädchen ist relativ häufig. Jungs sind da so viel ich weiss weit weniger Betroffen. Ich finde es wichtig alles sorgfältig abzuklären. Sonst kann eine mögliche Medikation kontraproduktiv sein und alles nur verschlimmern. Ich denke aber dass Du schon auf dem richtigen Weg bist und für Dich die passende Diagnose gefunden hast. Es gibt z. B. auch das sogenannte maladaptive Tagträumen, das fühlt sich wie ADS an hat aber was mit Traumata und Missbrauch in der Kindheit zu tun. Ich reagiere schon ein wenig sauer weil ich den Eindruck habe dass mir manche Leute auch ein Trauma andichten wollen. Ist mir in der Umschulung passiert. Ich mag Sex unheimlich gerne nur das Gefühl dabei ist nicht immer toll. Das liegt daran dass sich Zärtlichkeiten unangenehm anfühlen können und ich visuell schwer erregbar bin. Ich spüre nicht unbedingt viel dabei, aber was Phantasien angeht sollte ich Pornoregisseur werden. Das klappt wiederum ganz gut. Aber ich habe kein Missbrauchstrauma.

  2. Mir geht es gut mit einer ADHS-Medikation. Die großen Stimmungsschwankungen sind weg und meine unreifen Phantasien auch. Ich sehe mich und andere Menschen realistischer. Ich bin mit meiner Beziehung im großen und ganzen zufriedener und auch das Verhältnis mit meinen Eltern hat sich verbessert. Ich weiss zum Beispiel dass meine Eltern sehr unsicher mir gegenüber sind weil sie Angst haben etwas falsches zu sagen oder zu tun. Im Grunde bin ich gelassener geworden. Nur der schlechte Antrieb nervt. Ich würde gerne auch eine gemütliche Wohnung haben wie eine Freundin von mir. Und sie hat sich auch mit ihrer Mutter nicht gut verstanden. Sie hat glaube ich auch eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung und ich hochsensibel. Es gibt da keine einfache Diagnose. Bei mir hilft zusätzlicher Sport und das sich selber belohnen. Mir ist klar dass ich das alles für mich mache und nicht für andere Menschen. Das meine ich mit dass ich ja fast 42 Jahre alt bin. Ich leide jetzt auch unter meinem Chaos und Antrieb. Früher habe ich das gar nicht so gesehen.

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