Die Psychose ist weg dafür bin ich depressiv!

Mein Leben stagniert nach wie vor. Die Einnahme von Stratterra hat zwar die Stimmungsschwankungen beseitigt und ich tagträume tatsächlich kaum  noch, dafür ist der Antrieb schlecht geblieben.

Das Problem ist der sehr schlechte Antrieb. Dadurch habe ich kaum Erfolgserlebnisse und daher auch wenig Freude in meinem Leben.

Im Grunde ist mein Leben auf die Grundbedürfnisse reduziert wo bei Essen und Sex mir noch wenigstens etwas Freude ins Leben bringen.

Was würde ich mir wünschen? Eine vorzeigbare saubere Wohnung. Das Chaos hier ist wirklich schon so ausgeprägt wie bei  einem Messie. Im Grunde würde es gut tun ungefähr ein Drittel aller Sachen weg zu werfen. Egal ob sie noch einen Wert haben oder nicht.

Das ich keinen geregelten Tagesablauf habe ist ein Problem. Im Grunde ist es doof das ich die Ausbildung zum Seniorenbetreuer  abbrechen musste. Ein neuer Anlauf ist sicher wichtig. Und das so bald wie möglich.

Und ich muss wieder anfangen zu häkeln oder zu stricken und zu  lesen.  Den Antrieb könnte ich durch Sport ankurbeln. Mittwochs ist Wassergymnastik im Nordbad und ich könnte meine alltäglichen Besorgungen mit dem Fahrrad machen, das würde auch meinem schmerzenden Knie gut tun.

Das klingt nicht mehr so depressiv. Womit fange ich heute an? Ich versuche einen Stunde mein Zimmer zu entrümpeln. Und ich besorge mir eine Anleitung für ein kleineres Handarbeitsprojekt aus der Bibliothek. Zur Bibliothek fahre ich mit dem Rad.

 

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Martin und ich

Diese sehr schwere psychische Krise hat mich Martin noch näher gebracht als wir uns schon sind.

Seine liebevolle Fürsorge für mich in der Zeit in der ich nicht im Krankenhaus sondern ambulant behandelt wurde war sehr rührend und macht mich sehr glücklich. Ähnlich wie der Tod seiner Mutter uns näher gebracht hat, so hat diese psychotische Episode doch ihren Sinn wenn sie uns auch sehr viel Kraft geraubt hat.

Ich denke ich werde die Umschulung nachholen wenn ich mich erholt habe. Am Dienstag habe ich einen Termin bei meinem Nervenarzt. Ich werde ihn fragen ob ich nicht weitere Schritte unternehmen kann die meiner Genesung beitragen.  Ich denke an die Behandlung meiner Süchte.

Ich will verstehen warum Sex und auch Phantasien von Beziehungen mit fremden Männern mit so wichtig sind. Das was Martin geleistet hat war im Grunde sehr mutig mich hier zu behandeln und nicht einfach in die Klinik abzuschieben. Ich bin Gott dankbar dass er das nicht getan hat.

Er hat mir die Medikamente eingeteilt und auch einige der hauswirtschaftlichen Aufgaben übernommen die meine Aufgaben sind.

Und er hat die Angst besiegt dass ich mir oder anderen etwas antue. Das war wirklich eine Heldentat. Der Heillige Martin war ja auch ein mutiger Mann, und der Heillige Petrus eher ein Angsthase.  Wie gut doch unsere Namen zueinander passen. Wie verdreht die Realität doch in einer Krise ist. Da wird aus dem schüchternen Computernerd plötzlich ein kleiner Held und der kämpferische Querkopf hat Angst auf die Straße zu gehen. Aber das tat   gut!

Mir geht es ganz gut!

Ich denke dass bei der psychotischen Episode die ich hatte meine Phantasiebegabung und meine Hochsensibilität ein Risikofaktor sind. Ich freue mich aber wieder des Lebens.

Ich plane eine Patiorose in meinem Topfgarten zu setzen. Was furchtbar ist dass ich immer Hunger habe durch die vielen Medikamente. Aber gut im Futter war ich schon immer.  Ich werde mich darum kümmern dass ich ein Sportgruppenangebot finde dass mir gut tut. Mein Körper muss sich etwas kräftigen und mehr Ausdauer kann ich  auch gebrauchen.

Ich nehme Risperdal und das beinträchtigt die Konzentration so gut wie gar nicht.

Ich habe nach langer Zeit mal wieder mit einem schwulen Mann geflirtet. Nur so als Spiel aber das tat auch gut.

Der Besuch des Gottesdienstes tat mir gut. Anja hat Orgel gespielt, obwohl sie die „Königin der Instrumente“ nicht gut beherrscht. Aber die Melodien in Grundzügen konnte sie anspielen, so dass wir nicht ohne instrumentale Unterstützung die Kirchenlieder singen mußten, weil unsere Helen ausgefallen war.

Auch habe ich verstanden warum in der Sodom Geschichte die Homosexualität so eine Rolle spielt. Es ist ein Sinnbild für die Amoralität der Bewohner. Das alles in dieser Stadt auf dem Kopf gestellt wurde. Es geht nicht nur um Sexualität darin sondern in Umkehrung von vermeintlich natürlichen Regeln. Und es geht dabei auch um sexuelle Gewalt. Im Altertum wurde anale Penetration auch von Heterosexuellen zur Erniedrigung des Gegners genutzt.Also hat dies nichts mit tatsächlicher Homosexualität der Bewohner Sodoms zu tun. Es geht um Gewalttätigkeit und dem Verhöhnen von Gottes Boten. Das hat der Pastor nicht erklärt aber so kann es gelesen werden.

Das Baby von Vicky  und Tobias zu sehen war für mich ein großer Trost nach den vielen Tagen schlechter Nachrichten und den Dämonen in meinem Kopf.

Es ist aber auch ein großes und hübsches Kind.

 

 

 

 

Sich als ADSler outen?

Das ist sicher ein Thema dass viele meiner Leser beschäftigt. Das Unwissen und die Vorurteile gegenüber ADSlern sind in einigen Teilen der Gesellschaft so stark dass man wirklich vorsichtig sein muss. Irgendwie hatte ich in der Umschulungsstätte in dem ich zum Seniorenbetreuer umschulen wollte wegen meiner kämpferischen Haltung zu dem Thema nur Ärger. Unter anderem wurden wie von einer Krankenschwester und Heilpraktikerin unterrichtet. Die hat sogar behauptet das beginnende Altersdemenz eine Zivilisationskrankheit ist und nicht degenerativ ist sondern eine Form der Regression wie man sie aus der Psychoanalyse kennt.  Und sie brachte Ritalin in einen Zusammenhang mit Neuroleptika. Das war schon krass. Ich gab mich darüber hinaus kämpferisch und beschwerte mich auch noch öffentlich bei der Schulleitung doch da bekam ich den Rücken nicht gestärkt.

Also Leute seit vorsichtig mit dem Outing und zu viel Kampfgeist kommt nicht gut an. Bei nicht medizinisch bzw. natuwissenschaftlich versierten Pädagogen gibt es da keine Fleißkärtchen für. Am Besten Zähne zusammen beißen und nur „imaginär“ den Vogel zeigen. Sonst wird man zu schnell zur Zielscheibe.

Und um das Unheil zu perfektionieren wurde mein Blog noch aufgefunden und teilweise in der Klasse diskutiert. Es gab wilde Theorien darüber ob ich sexuell missbraucht wurde und ähnliches. Zu viel Chaos in meinem Blog und zu viel Offenheit bestraft sich von selbst.

Am Schluss war ich reif für die Klapsmühle. Ich habe dann eine Weile den Blog aus dem Netz genommen. Außerdem mußte ich mich auch um mich selber kümmern. Depressiv war ich schon länger. Meine Sexualität nervt. Dieser unstillbare Hunger nach körperlicher Nähe und sexuellen Phantasien. Die neue Ausgabe des Magazins „Mannschaft“ brachte mir viele positive Inspirationen. Gerade für mich als schwulen Mann ist es schwierig einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Nicht nur die Normen der übrigen Gesellschaft nerven sondern auch die der Szene. Aber im Moment geht es mir ganz gut und ich erhole mich langsam. Also beim Outing aufpassen, es laufen noch viele Nervensägen in der Welt herum die einen nur runtermachen.

Psychatrie und Islam

Auf einer der Stationen auf denen ich untergebracht war, waren zwei muslimische Ärzte tätig. Eine sehr fröhliche warmherzige Frau und ein sachlicher freundlicher männlicher Arzt.

Ich habe schon häufiger festgestellt das muslimische Angestellte im sozialen Bereich sehr gut aufgehoben sind. Nicht nur bei der Fürsorge für die Alten ist ihr Respekt und ihre Warmherzigkeit vorbildlich.

Auch in der Psychiatrie sind sie besonders geeignet. Es gibt da konkrete Hinweise darauf. Der Islam fordert besondere Fürsorge für die mit Dämonen besessenen.  Das erste psychiatrische Krankenhaus im modernen Sinne wurde in Bagdad betrieben.

Ich hielt den muslimischen Arzt für sehr sachlich und das warmherzige lächeln seiner Kollegin und Schwester im Glauben war so aufbauend und beruhigend wie eine Tabortablette.

Ich denke dass sowohl Christen als auch Muslimen Gottvertrauen in der psychischen Krise helfen kann. Daher glaube ich das Seelsorge im Krankenhaus auch für Muslime notwendig ist.

 

Abenteuerliche Tage hinter mir!

Ich bin froh wieder zu Hause vor meinem PC zu sein. Mir geht es gut und ich fühle mich nach langer Zeit recht wohl in meiner Haut.

Die letzten Tage waren sehr turbulent und psychisch aufwühlend. Mir ging es so schlecht dass ich als Notfall in ein psychatrisches Krankenhaus musste.  Dunkle Dämonen aus meiner Vergangenheit stiegen in mir  aus den tiefen meines Geistes in meine Gegenwart.

Mir ist es gelungen viele Rätsel zu lösen die mich bisher beschäftigt haben und die meine Seele schwer belastet haben.

Zum einen war ich verblüfft wie gut ich von meinem Nervenarzt eingestellt worden bin. Trotz der starken Belastungen und der Notwendigkeit  einer Behandlung mit stärkeren Neuroleptika und Beruhigungsmitteln blieb ich dennoch relativ wach und konzentriert.

Durch die Gesprächsangebote dort und auch durch einige Artikel in der neuen „Mannschaft“ wurde mir klar was mich ausmacht und wo ich hin gehöre. Das meine  Hochbegabung die durch das ADHS verschleiert wurde, habe ich festgestellt wie schlecht meine Selbstwert ist und ich den Eindruck habe mich ständig rechtfertigen zu  müssen für dass was ich mache und mir wünsche.

Ich habe Frieden gefunden mit meiner abweichenden sexuellen Identität. Ich sehe mich jetzt etwas als schwulen, androphilen Dandy der auch starke, wichtige, sympathische weiche und romantische Seiten an sich hat.

Was meine Sexsucht angeht so habe ich verstanden dass platonische, innige Freundschaften mit Männern aber auch mit Frauen mich glücklicher machen als der seelenlose Sex der schwulen Subkultur und dass ich mit Martin sehr glücklich bin und dass bei Martin und mir in der Beziehung die Zärtlichkeit zu kurz kommt.

Mein Herz schlägt immer noch links obwohl ich mich als bürgerlich wahrnehme. Ich denke die für das tagträumerische ADHS typische echte Mitgefühl lässt mich nicht anders denken und agieren als für die ausgegrenzten. Dies widerspricht übrigens überhaupt gar nicht meinem tiefen christlichen Glauben. Vor Gott sind wir alle gleich. Und er liebt uns trotz unserer Fehler, von denen ich auch einige habe.

Wenn ich an mich selber denke sind dass solche Fehler wie Hochmut und Eitelkeit und sicher auch Überheblichkeit.

Doch manchmal bin ich auch mutiger als andere, in dem ich Finger in Wunden lege und das ist vielleicht meine größte Stärke.

Ich danke allen Menschen die mich in den  letzten Tagen unterstützt   haben und die mir Mut und Kraft gegeben haben bei Verstand zu bleiben und meine Wunden zu heilen dafür bin ich Euch echt dankbar. Eure Worte und Gedanken waren Balsam für meine Seele – danke dafür.