Die Tiefe meiner Depression hat sicher geschockt!

Viele meiner Follower wird meine Depression sicher geschockt haben. Geweint habe ich immer viel. So genau kann ich dass nicht festmachen was dass Problem ist. Ich glaube ich fühle mich einfach häufig auch einsam.  Der Nervenärztin in der Ambulanz konnte ich auch nicht genau erklären was los ist.

Ich glaube ich fühle mich so tief isoliert. Etwa 75 Prozent der schwulen Männer haben Ängste und Depressionen. Und etwa 9 bis 19 Prozent aller ADHS-Betroffenen.

Was ist an meinem Leben nicht in  Ordnung? Äußerlich betrachtet geht es bergauf. Einige Leute nerven mich aber das ist ja immer so. Was vermisse ich in meinem Leben? Ich denke am ehesten Anerkennung. Auf mir wurde so viel herumgehackt, dass mein Selbstwert ins bodenlosen sinkt. Und mich selber zu trösten gelingt mir nur eingeschränkt. Ich sprach bei der netten Nervenärztin  in der ADHS-Ambulanz von einem Verbitterungssyndrom.

Das sind solche Sachen wie etwa der Männerkreis der Gemeinde. Ich interessiere mich nicht so sehr für Smartphones und Computer. Und selber traue ich mich nicht ein Thema anzufangen. Ich könnte von den Plänen für ein Wasserkraftwerk an der Kanalschleuse in Datteln erzählen.  Ich finde die Idee gut die ich mit Jemanden aus Datteln erörtert habe. Im Grunde bräuchte man eine Software die die Speicherbecken von mehreren Schleusen bei Stromüberproduktion füllt. So dass man sie bei Bedarf ablassen könnte und das Wasser über eine Turbine laufen zu lassen. Dies müßte man mit dem Verkehr auf dem Kanal abstimmen. Das wäre eine Kette aus Pumpspeicherkraftwerken.Das geht sicher. Das fehlt auch noch dass der noch auf meinen Depriblog stößt.

Leonardo da Vinci war hyperaktiv, ich bin ja hypoaktiv, das heißt ich bin ein Träumer. Leonardo Da Vinci und auch Heinrich von Kleist waren beide schwul und hatten ADHS.

Zumindest vermuten dass einige Historiker. Aber Leonardo liebte Salai und der war wesentlich jünger als Leonardo. Mir fehlen auch einfach die Vorbilder. Ich fühle mich einfach fremd überall  obwohl mich die Jungs im Männerkreis schon akzeptieren.

Ach was solls. Ich muss den Tratsch in der Schulungsstätte erst einmal überleben. Und dann ergibt sich der Rest.

Abweichende Sexualität wirkt immer stigmatisierend!

Ich glaube dass die Begriffe genderqueer und androphil gut meine Sexualität beschreiben. Das bedeutet dass ich erwachsene bzw. reife Männer mag und gerne Arbeit mache die allgemein als „Frauenarbeit“ gilt. Ich denke dass ich einen feministischen Blick auf Männer habe. Dass ich Alphamännchen nicht mag die auch schwule Erotikzeitschriften wie Macho feiern. Es gibt für diesen Männertypus den ich begehre den Begriff „wimpster“ was aus den englischen Begriffen für Hipster und Wimpie für Weichei oder Memme sich zusammensetzt. Ich mag diese Männer sehr gern.

Heute hat sich eine langjährige Freundin als zufrieden mit ihrem Alleinleben bezeichnet.Ich denke sie hat auch soziale Ängste.

Ich habe dass nie aus Taktgefühl thematisiert. Dieses unfreiwillige Bekenntnis tat gut. Mir ist klar dass ich als „Tucke“ und sie als „alte Jungfer“ auf ähnliche Weise stigmatisiert werden. Dass ich mich von meinen schwulen Kollegen nicht mit einer „Quarktaschenzeitung“ erwischen lassen darf. Sollten sie komisch gucken wenn ich aus der Bahnhofsbuchhandlung mit der „Separee“ herauskomme oder aus „Heimatdisign“ mit dem sogenannten „Jungsheft“ und sich irgendwie vorwurfsvoll verhalten, dann sage ich dass sind „Handarbeitsanleitungen“ oder ich stehe  halt auf natürliche Männer und nicht auf Abziehbilder.

Ich denke schon dass ich respektvoller mit den anderen Schwulen umgehen muss. Ich denke wir Menschen sind in der Vielfalt die Norm. Daher ist Schubladendenken auch unsinnig. Wenn Sexualität respektvoll gelebt wird und dabei keine Gewalt angewendet wird, etwa auch durch die Nichtbeachtung einer möglichen fehlenden Reife des Partners, ist alles in Ordnung.

Ich kann mir vorstellen dass ein Coming Out als Ephebophiler oder auch als Ledertyp schwierig sein kann. Und auch so  sehr gängige schwule Orientierung wesentlich häufiger stigmatisiert werden als meine eigene. Ich denke der schwule Archetyp den ich vertrete hat die meiste Akzeptanz, wenn auch meine Vorstellungen von Männlichkeit irritierend sein können. Ich mag sensible intelligente Männer da unterscheide ich mich aber kaum von modernen Frauen.  Daher ist vielleicht der Begriff „genderqueer“ für mich passender als einfach nur schwul

Ich erlaube mir manchmal unfairness!

Mein letzter Beitrag war wieder einmal von Wut gekennzeichnet. Obwohl ich tatsächlich auch einige der nervigen Schwulen etwa auch aus Münster wirklich gerne habe. Ich tappe wieder einmal in die Falle der Szene dass ich Männer nur nach  ihrer Attraktivität  beurteile.

Ich glaube daraus spricht die uralte Verbitterung über die Szene. Ich werde sie nicht ändern und erst recht nicht durch bissige Kommentare. Das hat noch  nie etwas in dieser Richtung gebracht außer dass ich mich selber nicht wohl fühle.

Eigentlich ist es ja nicht so dass ich nicht zurechtkomme. Ich habe einen liebenswerten attraktiven Partner. Ich glaube nur dass die Einschränkungen durch dass ADHS schon so mein Sexualleben beinträchtigen, so dass mein sexueller Speisezettel nicht üppig ist.

Schön wäre es wenn ich einfach auch befriedigendere Sexualität hätte. Es gibt ja durchaus Männer die mir gefallen und die passen aber im Grunde sind so Sexdates nicht so mein Ding.  Ich hatte mal auch  einen sehr netten gutaussehenden Mann an der Angel aber ich kann schlecht Liebe und Sexualität trennen.

Dafür mache ich aber viel Telefonsex der regelmäßig unsere Telefonrechnung hoch treibt. Im Grunde müßte mir das peinlich sein, aber manchmal könnte ich Platzen vor Lust aber ich empfinde häufig sehr wenig. Und dass ein großteil der schwulen Männer bei mir nicht ins Beuteschema passen frustriert mich auch.

Vielleicht werden nachfolgende Generationen gelassener. Ich bin es im Moment überhaupt nicht.

 

 

Straight Look bedeutet altersgerecht und nicht lächerlich!!!!

Mir wird langsam bewußt dass ich eine verschwindende Minderheit innerhalb der schwulen Subkultur bin. Im Grunde gibt es mich gar nicht. Männer die natürliche Männer begehren die nicht irgendeinem schwulen Stereotyp entsprechen.

Wie geht es einem wenn man keine androgynen jungen Boys mag, keine Bären, Jeans oder Ledertypen. Haarige Sado-Daddys oder auch Muskeltypen. Bin ich pervers nur weil ich natürliche Männer in ungefähr meinem Alter mag.

O. K. das wiederholt sich sicher. Ich merke immer wieder dass mir Schwule Männer nicht gefallen. Das ist wie verhext. Auch beim Dekanatstag waren die Schwulen leicht erkennbar. Männer ab 40 die zu Disigner- oder Markenjeans Kapuzenpullis tragen sind immer seehr verdächtig. Kein Hetereo würde sich so kleiden sondern eher ein Hemd und vielleicht eine Strickjacke meinetwegen aus Jersey wählen, aber keinen Kapuzenpulli. Das sagt doch nur eines, sie wollen nicht erwachsen werden, und das finde ich abtörnend. Warum können schwule Männer nicht einfach reifer werden. Warum wollen Sie ewig verfügbare Boys sein.

Außerdem die ganz  jungen  Schwulen Boys sehen in einem älteren nicht einen vermeintlichen Spielgefährten. Ich meine dass jetzt nicht auf Pädophantasien bezogen sondern auf jugendliche Männer. Ich finde es einfach schade dass es wenn es um einen straighten Look geht dann irgendwelche Tatoos, tiefliegende Baggyjeans oder irgendwelche Buisness Anzüge oder Hip Hop Look gemeint ist. Straight bedeutet erwachsen und nicht lächerlich.

Sucht und Tagträume im Film „Fuckhead Jesus Son“!

Durch den Film „Fuckhead – Jesus Son“ erinnere ich mich an meine Anfangszeit in der Dortmunder Nordstadt. An die Freaks und Kleinkriminellen und Drogensüchtigen hier im Stadtteil. Wie leicht kann ich mit F.H. bzw Fuckhead, der Hauptfigur, identifizieren. Als begnadeter Tagträumer aber auch als Beobachter von Außen. Nur meine Phantasien dienten mir mehr zur Realitätsflucht als dass sie in die  Nordstadtrealität eingewoben waren. Mein Leben hat weitere Parallelen – ich brauchte auch medizinische Hilfe wieder in´s Hier und Jetzt zu kommen. Und bei mir half und  hilft auch eine Tätigkeit im sozialen Bereich.

Was mich unterscheidet ich habe nie illegale Drogen genommen, bis auf einmal einen Zug aus einer Wasserpfeife mit Haschisch. Ansonsten hatte ich eher alltäglichere Süchte. Es wundert mich aber schon dass ich clean geblieben bin und nicht angefangen habe zu trinken.

Der Film ist teilweise schwer verdaulich, weil z. B. da auch ein  goldener Schuss vorkommt und eine Abtreibung.

Es gibt ein Happy-End und das tut an dem Film so gut. Und wenn mich die Nordstadtristesse mal wieder herunter zieht ist dieser Film mit seinem bizarren Humor und seiner eigenartigen Poesie ein gutes Gegenmittel gegen den  Nordstadtblues.

Iowa oder Phonix in den USA ist manchmal nicht viel anders als Dortmund und seine nördlichen Vororte.

Brauchen wir besondere Seelsorge für homosexuelle Muslime?

Das Attentat von Orlando beschäftigt mich immer noch sehr.  Der Verdacht dass der Attentäter selber schwul war macht mich sehr traurig und betroffen. Ich weiß dass es in der Szene auch unter Christen und konfessionslosen internalisierte Homophobie gibt.

Mir tut es gut, dass ich eine verständnisvolle Familie habe und meine Mutter es sogar in einer Protestmail gegen das Verbot des CSD  in Warschau an den Bürgermeister , wir sind Spätaussiedler aus Polen, formuliert hat dass Homosexuelle von Gott so geschaffen wurden wie sie sind.

Auch habe ich als katholischer Christ meine spirituelle Heimat in einer altkatholischen Gemeinde gefunden, die entgegen der ersten Vermutung sehr modern ist. Ich bin dort auch gern gesehener Gast im Männerkreis.

Diese Erfahrungen fehlen vielen muslimischen Schwulen und Lesben. Die Patrialchalen Traditionen ihrer Ursprungsländer grenzen sie als vermeintliche Nichtmänner oder Nichtfrauen aus.

Auch Zwangsehen kommen in dieser Gruppe hin und wieder vor. Als Muslime und Homosexuelle werden sie doppelt diskrimminiert. Rassismus und Islamophobie sind auch in der Schwulen- und Lesbenszene wie auch in der Gesamtgesellschaft sehr häufig.

Der Islam ist allerdings wesentlich ambivalenter was das Thema Homosexualität  angeht als etwa das Christentum. Es gibt islamische Gelehrte auch aus vergangenen Jahrhunderten die sehr gemäßigt bis sehr modern zu diesem Thema stehen.

Ich würde mir eine Onlineseelsorge durch eine/eine muslimische Theologen oder Theologin für muslimische Schwule und Lesben wünschen. Das sie erfahren dass sie auch nach islamischen Glaubensvorstellungen keine Sünder sein müssen.

Das sie  sich als von Gott  bzw Allaha geliebt fühlen können – und dass  sie in der muslimischen Gemeinschaft genauso wertvolle Mitglieder sein können wie verheiratete Familienväter und Mütter. Das es für sie auch muslimische Gottesdienste gibt wie für homosexuelle römisch-katholische Christen. Gerade in Köln etwa könnte ich mir das gut vorstellen. Hier sind auch die muslimischen Verbände gefragt. Es gibt auch eine Organisation für liberale Muslime, die die muslimischen Schwulen, Lesben und Transgendern helfen könnte ihre sexuelle Identität anzunehmen. Ich denke dass dies für Muslime noch wichtiger ist als für Christen.

In Indonesien hat eine Transfrau eine Koranschule für Transgender und Schwule gegründet. So etwas wäre für mich auch in den großen  Metropolen vorstellbar. Sie müssen Achtung und Liebe erfahren dürfen. Anders können wir solche Auswüchse nicht verhindern.

Ich weiss natürlich nicht ob internalisierte Homophobie eine Ursache für diese Greueltat in Orlando war. Doch glaube ich dass es viele Selbstmorde in dieser Gruppe bei uns gibt. Und das ist nicht ertragbar für uns als Community und auch als Gesamtgesellschaft. In einer Zeit wo es eingetragene Partnerschaften und Antidiskrimminierungsgesetze gibt, sind solche Fälle bei uns nicht mehr duldbar. Wir müssen als Gesellschaft dort  Hilfe anbieten wo Menschen mit ihrer sexuellen Identität hadern. Manchmal ist die Szene nicht immer der richtige Ort dafür. Daher kann ein spirituelles Angebot sinnvoll sein. Nicht nur für Christen sondern auch für Muslime.

 

 

 

Macht mir das Attentat von Orlando Angst?

Wie viele Menschen bin ich traurig und betroffen über das was in diesem Club in Orlando passiert ist.

Wütend bin ich auch darüber dass falsch verstandene Religösität immer wieder Opfer fordert.

Doch ich habe auch als Bewohner eines Stadtteils mit vielen muslimischen Nachbarn und Bewohnern keine Angst.

Ich will meine  Leser, insbesondere auch die queeren Leser dazu ermutigen keine Angst zu haben. Sich auch nicht dazu hinreißen zu lassen bei Wahlen rechts oder konservativ zu wählen.

Wirklich Sicherheit gibt es nie. Außerdem kann in  unserem Land kein isolierter Täter so ein Hassverbrechen begehen. Waffen sind bei uns nicht leicht verfügbar.

Also ich fühle mich immer noch relativ sicher. Wenn ich eine Bedrohung spüre dann ist sie eher abstrakt.

Dennoch habe ich Angst vor Radikalisierungen egal von welcher Seite. Vor einer Woche haben Nazis hier in meinem Wohngebiet demonstriert. Auch da fühlte ich mich nicht bedroht obwohl ich ihre Parolen und Einstellungen nicht teile.  Und ich habe so komisch es klingt Vertrauen zu den Sicherheitsbehörden in Stadt und Land und hoffe einfach dass wir in Deutschland verschont bleiben vom islamischen Terror.

Deutsche Muslime sind in der Regel gut integriert. Ich als Bewohner eines Stadtteils mit so vielen Muslimen weiß wo von ich rede.  Sicher gibt es dort auch eine fundamentalistische Minderheit, doch fühle ich mich nach wie vor sehr sicher.

Ich glaube dass das Ziel solcher Attentäter auch ist die Stimmung in einer Gesellschaft anzuheizen. Und ich finde diese Genugtuung sollten wir ihnen nicht geben.

 

 

Ich kann es einfach nicht lassen!

Gerade hatte ich wieder so einen kreativen Schub. Manche Ideen die geistern bei mir dauernd durch den Kopf. Ähnlich wie die kulturellen Benefizveranstaltungen  zu Gunsten unserer Gemeinde die mich sehr stark einnehmen, habe ich es jetzt mit einer neuen Idee was erneuerbare Energien angeht. Ich habe ja schon zwei mal Projekte im Bereich Biogas im Enneppe-Ruhr-Kreis und in der Stadt Lünen angestoßen.

Gerade habe ich den Fraktionsvorsitzenden der CDU in Datteln angemailt. Ich habe vorgeschlagen dass die lokalen Stadtwerke an der großen Schleuse des Wesel-Datteln-Kanals ein Wasserkraftwerk installieren könnten. Im Grunde sind das gewaltige Wassermengen die da durch die Schleusen geleitet werden. Ich bin kein Fachmann habe davon aber schon aus Ostdeutschland und England gehört, dass man auch Kanalschleusen für die Wasserkraft nutzt.

Irgendwie bin ich  sehr aufgeregt was daraus wird. Ob es machbar ist und den Schiffsverkehr nicht behindert. Und auch die Umweltaspekte spielen dabei auch eine Rolle.

Ich bin aber zuversichtlich weil ja auch die Stadtwerke in Lünen meiner Idee gefolgt sind. Was zu einem riesigen Biogasboom in der Stadt geführt hat was schon an einen Wahn grenzt. Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken diese Idee an Menschen zu geben die ich nicht kenne. Auch die zwei Frauen die meine Ideen zur Wodkaproduktion auf der Prince Edward Island aufgenommen haben, haben die Idee bis auf den letzten Rest ausgeschlachtet. Ein Dankeschön kam da nicht. Es kann sein dass sie von der Mail an eine andere Destillerie in der Region erfahren haben. Die Gemeinschaft dort ist sehr klein.

Irgendwie fühle ich mich als hätte ich meine Seele an den Teufel verkauft, in dem ich die Idee einer konservativen Partei unterbreitet habe. Ich kann dass einfach nicht lassen die Welt zu verbessern. Irgendwie ist mir da nicht wohl bei. Wenn man solche Dinge tut kann man nicht berechnen was die Leute mit dieser Idee anfangen. Ob sie verantwortungsvoll damit umgehen oder sie in Goldgräberstimmung kommen und Maßlos werden wie die zwei Frauen auf der Prince Edward Island oder auch nur die Biogasanlagen Betreiber in Lünen. Irgendwie macht mir das schon Angst. Aber ein Risiko ist da immer dabei.

Was solls verrückte Ideen treffen  manchmal auf  noch verrücktere Menschen. Doch dass beunruhigt mich schon.  Aber es ist besser als wenn ich die Idee für mich behalte.

 

 

 

 

Irgendwie habe ich den Faden verloren!

Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr richtig weiss was mir wichtig ist und was mich ausmacht. Immer ging es um andere in meinem Leben. Die Konflikte meiner Eltern, das Schicksal der Ureinwohner Nordamerikas, „die Männer“,die Gesundheit unserer betagten Katze, Gott und das gedeihen der altkatholischen Gemeinde, die Senioren in der Altentagesstätte. Aber was tut mir gut? Was ist mir wichtig?

Selbstliebe ist nicht meine große Stärke! Ich denke schon dass fürsorglich sein für mich auch Erfüllung bedeutet. Aber wo hole ich mir Kraft für den Alltag.

Ich denke dass das Yoga mit Garn und Nadel mit gut tut. Dass ich zur Entspannung mehr häkeln oder stricken sollte. Lesen tut auch gut. Manchmal ist auch das aufmerksame Lesen einer Tageszeitung oder eines Romans gut. Auch die Pflege meiner Pflanzen und die Verarbeitung von Wildfrüchten und das kochen macht mir Spass.

Ich arbeite relativ viel mit dem Kopf. Dem Körper tue ich kaum etwas gutes. Ich esse relativ ungesund, mache kaum Sport und das Sexleben in meiner Beziehung ist auch schon mal besser gewesen. Im Grunde lasse ich mich durch die Zeit treiben ohne dass ich das Boot meines Lebens bewußt steuer.

Musik höre ich auch zu wenig. Obwohl ich schon eine nette CD-Sammlung habe. Manche Singer und Songwriter wie Passenger oder auch ganz alte Sachen von Simon und Garfunkel und Lieder von David Roth gefallen mir. Bei 2001 habe ich jetzt klassische Gitarrenmusik des 19 und 20 Jahrhunderts bestellt. Einen Abend haben Martin und ich nur Musikvideos mit Covern von AHA auf youtube geguckt, dass war wirklich schön

Mir wird langsam klar dass es mir sogar schwer fällt Dinge regelmäßig zu tun die mir gut tun.

Mein Freundeskreis schrumpft in regelmäßigen Abständen, was meistens an mir liegt weil ich zu anspruchsvoll bin. Marc und Gerold sind mir noch geblieben. Beides sind aber auch eher Einzelgänger.

Ich denke dass ich auch in der Freizeit bewußter Leben muss und es nicht nur ausreicht meinen Alltäglichen Pflichten nachzukommen. Ich merke erst jetzt wie sich auch da mein inneres Chaos auswirkt. Auch da fehlt es mir an Konzentration und Bewußtsein. Ich muss ernsthaft daran arbeiten sonst gelingt es mir nicht glücklich zu sein.