Liebe und ADHS und ADS!

Gestern habe ich auf 3Sat etwas über Trennungsschmerz und Liebeskummer gesehen. Dass Liebe etwas suchtartiges hat. Ich fand auch intressant das bei Untersuchungen einer Antropologin herauskam dass auch die Suchtzentren im Gehirn Betroffen sind.

Ich erinnere mich an die Lieben vor Martin. Sie hatten immer etwas von Besessenheit.

Auf Zurückweisung reagierte ich fast wie ein Stalker. Und eine unerwiederte Liebe beeinträchtigte mein Leben zwei Jahre. Gerne würde ich von meinen Lesern erfahren wie Sie Liebe erleben.

Ob es bei Ihnen auch etwas von  Rausch und Sucht bis hin zur Besessenheit hat.

Im Moment bin ich sehr glücklich mit meinem Lebensgefährten Martin. Doch Jemanden zu finden und mich zu entscheiden war außerordentlich schwer.

Gerade die mangelhafte soziale Kompetenz  und die Unnahbarkeit durch das ADS war es für mich schwer einen geeigneten Partner zu finden. Doch was dass Bauchgefühl so angeht, darauf war immer Verlass. Das Verliebtheit immer begründet war, wenn ich auch nur schwer einschätzen konnte wie der andere Partner fühlt.

Ich möchte alle ADSler die Singel sind ermutigen nicht die Hoffnung aufzugeben. Nur sollten unsere Erwartungen an den Partner realistisch sein, so stellt sich auch wie bei mir dauerhaftes Liebesglück ein.

Was bei mir noch typisch ist, ist dass Liebe und Mitleid eng zusammen liegen. Ich glaube durch dass Mitgefühl für dass Leid der Ureinwohner Nordamerikas habe ich erst festgestellt dass ich Männer mag. Weil ich im Grunde die verletzten Indianerkrieger in den Western immer pflegen und trösten wollte und da war ich glaube ich 5 oder 6 Jahre alt.

Und die meisten meiner „Männer“ waren eher Außenseiter auch teilweise wegen ihrem Äußeren. Etwa zu dick oder zu dünn und sensibel und verletzlich!!!

 

 

 

Islam und Integration

Sind Muslime integrierbar wird in der Flüchtlingsdebatte häufiger formuliert. Sind evangelikale Christen integrierbar könnte auch eine ähnliche Frage lauten? Denn auch fundamentalistische Christen haben ähnliche moralische Vorstellungen wie sie Muslime haben!

Es gibt da einen entscheidenden Unterschied zwischen den christlichen Fundamentalisten und konservativen oder salafistischen Muslimen.

Und damit meine ich nicht Herkunft oder Glaube sondern ihren Status und die Chancengleichheit. Hierfür könnte der Schlüssel für die Radikalisierung bis hin zum Terrorismus von Muslimen liegen.

Ob jemand Salafist wird oder  auch als „Bio-Deutscher“ rechtsextrem  hängt von seiner Integration ab. Wie bewertet er seine Zukunft hier in Deutschland. Was für Chancen hat er auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt? Wie sieht es mit der Teilhabe am sozialen Leben abseits seiner Gruppe aus?

Es nützt nichts das rechte- und konservative Politiker soziale Gruppen gegeneinander ausspielen. Hier kann nur eine gerechte und fairere Politik helfen. Etwa gerechte Steuern und Investition in Bildung, sowohl religiöse als auch  politische. Hier helfen Diskussionen und Worte mehr als Aktivismus.

Der Islam ist in Deutschland integrierbar, nur die Bedingungen müssen besser werden. Es sind ja auch bei  den nicht integrierbaren Deutschen dijenigen die sich abgehängt fühlen.

So ähnlich ist es auch mit der Politik in Deutschland um nicht zu sagen weltweit. Klar muss es Sühne und Strafe geben für Verbrechen egal von welcher Seite. Aber die Prävention sollte mehr Bedeutung bekommen als sie es schon hat. Und natürlich muss es eine EU-Lösung bei der Verteilung der Flüchtlinge geben. Der Status Quo ist nur schwer ertragbar auch für mich.

 

Ich habe nie Zeit und bin dauernd Pleite!

Mit Geld und Zeit umzugehen ist für mich ein großes Problem. Früher habe ich schon in den Tag hinein gelebt. Auch als ich jetzt die Maßnahme vom Arbeitsamt gemacht habe ließ der Elan nach Feierabend nach.

Mir wird bewußt dass ich zu viel Geld und Zeit verschwende. Wir haben es obwohl wir in der Großstadt wohnen relativ weit zum einkaufen. Daher nehme ich aus Bequemlichkeit häufig die Straßenbahn in die Innenstadt. Doch durch die Wartezeiten verliert man unnötig viel Zeit. Dabei wohne ich nur 10 Minuten mit dem Fahrrad weg von der City. Außerdem kaufe ich gerne täglich ein und verbinde das dann mit einem kleineren Stadtbummel. Doch das kostet sehr viel Zeit.

Ich überlege diese Einkäufe zu bündeln. Klar kann ich nicht für die ganze Woche einkaufen aber für  zwei bis drei Tage. Auch will ich in Zukunft auch aus gesundheitlichen Gründen das Fahrrad für diese Wege nutzen.

Ein Problem dass sich finanziell auch bei mir auswirkt ist dass ich sehr Koffeinabhängig bin. Ich trinke gerne noch zwei bis manchmal drei Becher Kaffee in der Stadt. Ich will es durch Mineralwasser ersetzen was den Geldbeutel etwas schont. Außerdem will ich auch nicht mehr aufbrechen ohne vorher etwas gegessen zu haben. Ich denke das würde schon einiges erleichtern.

Mich zur Hausarbeit zu ermuntern ist schon ein großes Problem. Was gut wirkt sind Belohnungen. Am besten funktionieren bei mir Freizeitaktivitäten. Manchmal habe ich so wenig Antrieb dass ich in der Freizeit nur Fernsehen gucke. Ein Spaziergang, ein Schwimmbadbesuch oder der Besuch eines Flohmarkts helfen da schon mich zu motivieren.

Gerade langwierige Putzarbeiten lassen sich für mich gefühlt eher ertragen. Doch mache ich das nicht häufig genug. Doch stört es mich schon dass ich mein Leben so vertrödel. Das zieht mich enorm herunter so dass das schon zu  Leidensdruck führt. Faul sein macht ehrlich gesagt nur Leuten Spass die viel arbeiten.  Zum einen lag mein mangelnder Antrieb in der Langsamkeit weil ich immer von Gedanken und Äußeren Einflüssen abgelenkt werde und zum anderen hänge ich mitunter doch länger in einem Tagtraum oder einer Phantasie fest. Es ist jetzt nicht mehr so schlimm wie früher dennoch Grübel ich sehr viel und das ist auch nicht gut. Ich will jetzt endlich etwas dran verändern.

 

 

Antriebslos und uninspiriert Folge 2 !

Eine Folge der Medikation ist dass ich keinen Phantasien mehr nachhänge. Viele Dinge von früher interessieren mich nicht mehr so stark wie früher. Im Grunde bleibt so etwas wie Hyperfokus aus. Damit ist gemeint dass man sich mit einem Thema sehr intensiv beschäftigt und das fast  erlebt wie im Rausch. Manchmal habe ich das noch. Ich habe mal einen Website über Textilfasernnutzung der Ureinwohner Alaskas gefunden und dazu mehrere weitere Webseiten und Wikipediaeinträge gelesen.

Ansonsten habe ich häufig ein Gefühl innerer Leere dass sich aber nicht schlecht anfühlt. Nur dass ich mich häufiger langweile aber nicht den dreh kriege etwas mit meinem Tag anzufangen.

Über mein Sexualleben habe ich nachgedacht und beschlossen monogam zu leben und pornografische und erotische Medien bis auf vielleicht auf Postkarten mit Aktkunst nicht mehr zu sammeln und zu horten.

Im Moment freue ich mich sehr an meinem Topfgarten. Gerade die blühenden Etagen- und auch Winterheckenzwiebeln gefallen mir sehr gut. Meinen Rhabarber habe ich dieses Jahr besser gepflegt und vor allem gedüngt. Ich hoffe dass in diesem Jahr die Ernte nennswert ausfällt. Auch die Kartoffeln der Sorte Laura ,die ich schon im März gelegt habe, gedeihen gut.

Unser Haushalt ist immer noch sehr chaotisch. Die Hausarbeit geht mir nicht gut von der Hand. Es fällt mir schwer Dinge regelmäßig zu tun.

Was ich mir am meisten Wünsche im Moment!  Am ehesten noch Elan für die bevorstehenden Aufgaben. Auch einige Kontakte mehr würden mir sicher gut tun.

Ich denke dass ich häufiger zu Borsig11 der Kulturinitiative gehen werde. Im Grunde ist diese Einrichtung die auch ein Kulturcafe im Stadtteil betreibt etwas was ich lange vermisst habe.  Manches daran ist auch bizarr. Das ich dort nur wenig Grund habe anzuecken. Unter Schwulen Männern ist die verinnerlichte bzw. internalisierte Homophobie sehr stark.

Androgyne Männer wie ich werden da schnell zum Sündenbock für mögliche Diskrimminierungen. Hetereosexuelle nehmen mich im wesentlichen als schwul wahr, und an der Stelle ist das o. k.  Ist schon komisch wie sehr ich mich verändert habe, aber ein zurück gibt es nicht mehr.

 

 

Wie beeinträchtigt mich ADS im Alltag!

ADS ist eine Konzentrations- und Wahrnehmungsstörung.  Es gibt einen einfachen Test der einen Hinweis auf ADS gibt. Und zwar ist dass die Reaktion auf Hintergrundgespräche. Ich habe lange Zeit etwa meinen Balkon nicht genutzt weil die Nachbarn gerne auf dem angrenzenden Hinterhof sitzen. Sie sprechen polnisch was ich sehr gut verstehe. Das lenkt so sehr ab dass ich vor der Medikation nicht auf dem Balkon lesen konnte. Jetzt kann ich es besser herausfiltern.

Außerdem tue ich mich schwer mit dem Fahrradfahren und Auto fahren kann ich überhaupt nicht. Ich konnte vor der Medikation Gedanken und Tagträume nicht steuern. Wenn mir etwas zu viel ist, hänge ich mich weg. Das heißt ich drifte in Tagträume ab. Das mein Blog in letzter Zeit so gefühldusselig ist liegt auch am ADS. Durch die Phantasiebegabung habe ich mehr Mitgefühl mit anderen. Man kann das Hochsensibilität nennen, aber es gibt da große Unterschiede. Hochsensible versuchen jeden Information zu interpretieren, sie legen alles auf die Goldwaage. Das tue ich auch , dafür bin ich aber was z. B. Schmerzen angeht etwas phlegmatisch gewesen. Weil es ja klar ist dass wenn man in einer Traumblase feststeckt nicht weiss wie es dem Körper geht.

Das ist aber nicht bei allen Körperempfindungen gleich. Zärtlichkeiten können mitunter belasten. Ich denke mein Gehirn hat ein Problem sie zu interpretieren. Wenn mich mein Göttergatte küssen will weiche ich manchmal auch aus weil ich es unangenehm finde. Es ist für mich angenehmer wenn ich die Initiative dazu ergreife. Auch wenn er z. B. hinter mir steht wenn ich am PC sitze ist das unangenehm seinen Atem zu spüren. Ich bin im Grunde ein sehr romantischer Mensch doch ist das für mich sehr belastend. Das fühlt sich so an wie wenn sich mein Gehirn zusammenzieht.

Mein Blog wirkt auch etwas chaotisch weil ich viele Themen mische. Das liegt auch an der mangelhaften Konzentrationsfähigkeit. Und ich mache mir schon viele Gedanken über meine sexuelle Identität, die zwar manifest homosexuell ist, aber schon vom Beuteschema etwas vom schwulen Mainstream abweicht. Ich versuche das schon lange  einzuordnen um mit bestimmten Gefühlen zurecht zu kommen.

Es wird davon ausgegangen das von ADS mehr Mädchen als Jungs betroffen sind. Aber ich kenne in meinem Bekanntenkreis nur zwei weitere gestandene Männer die nicht schwul sind die auch ADS haben. Ich komme mit ihnen gut klar, sie sind manchmal etwas impulsiv aber ansonsten sehr liebenswerte Menschen. Beide haben dadurch aber berufliche Probleme.

Ich habe ursprünglich eine kaufmännische Ausbildung gemacht. Da war das größte Problem dass sich mein inneres Chaos durch ein äußeres zeigte. Auch brauchte ich sehr lange um etwa beim EDV-Unterricht der mich  langweilte mit zu halten. Ich kann mich nur gut konzentrieren wenn mich etwas brennend interessiert. Daher habe ich auch ein sehr gutes Allgemeinwissen. Auch im Studium hatte ich Probleme mich zu strukturieren und etwa Hausarbeiten rechtzeitig zu machen. Und Flüchtigkeitsfehler sind immer noch ein großes Problem und die Groß und Kleinschreibung und Zeichensetzung auch.

Ich habe auch einen Blogbeitrag der sich mit Homosexualität und ADHS und ADS auseinandersetzt verfasst. Im Grunde sind das Tipps wie man mit der zweifachen Überforderung von Coming Out und ADS bzw ADHS umgehen kann.

Aber damit dass nicht falsch verstanden wird diese Wahrnehmungsstörung hat nicht mit meiner sexuellen Orientierung zu tun. Weil ich die Themen sehr häufig in meinem Blog zu sehr vermische.

Es kann sein das es für homo-, bi- oder auch transidentische Betroffene schwieriger sein kann die eigene Identität herauszufinden weil  im   Innern immer Chaos ist. In einem Forumsbeitrag habe ich  gelesen dass ein  Junge behauptete er sei  schwul weil er ADS hat.

Das ist Unsinn! Es kann aber sein dass er sensibler wirkt und daher auch als besonders „schwul“ wahrgenommen wird. Ich kenne nur einen hyperaktiven schwulen Mann bewußt, ich bin ja  so zu sagen hypoaktiv. Er wirkt schon sehr lieb und freundlich ist aber ein gestandener riesiger bärtiger Kerl. Aber er wirkt trotz der enormen Körpergröße und seiner Hyperaktivität dennoch irgendwie verletzlich. Ich denke dass das auch ein Problem für diese Männer sein kann dass sie sich als weniger männlich wahrnehmen was aber unbegründet ist. Es gibt aber auch in der Tat auch gewalttätige hyperaktive die eine sogenannte antisoziale Störung haben. Sie leiden aber mehr darunter als es andere antisoziale und psychopathische Betroffene tun.

Was nervt bei allen aus dem ADHS-Spektrum ist unserer übersteigerter Gerechtigkeitssinn. Er kann schon manchmal fundamentalistische Formen annehmen. Altruismus kann in seltenen Fällen auch krankhafte Züge haben. Doch meistens sind wir schon bewußt dass wir übers Ziel hinausschießen. Doch die Wahrnehmung ist bei mir Extrem. Als ich z. B. in einer Talksendung muslimische Frauen weinen sah, dann konnte ich das  nicht  mehr ertragen und es hat mich immer noch stundenlang beschäftigt. Weil ich natürlich verstehen kann was es bedeutet wenn man für das was man ist verachtet wird.  Daher versuche ich immer zu vermitteln und tolerant zu sein. Wenn es mir auch gegenüber anderen Meinungen dann auch schwer fällt diese objektiv zu beurteilen. So ist das halt bei mir.

 

 

 

 

ADHS und ADS sind angeboren

Ich habe versucht in dem letzten Blogbeitrag zu erklären dass  Wahrnehmungsstörungen wie ADS und ADHS angeboren sind. Dafür gibt es unterschiedliche Ansätze. Hier können Schwangerschaftskomplikationen ein Grund sein, wie auch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft oder schlichtweg dass eine genetische Veranlagung für ADHS und ADS vorhanden ist.

ADS und ADHS zählen zu den am besten erforschten psychischen bzw. neurologischen Störungen des Kindes- und Jugendalters. Bei einem Teil der Betroffenen verschwinden die Symptome im Erwachsenenalter wieder bei anderen wie bei mir bleiben sie bestehen.

Ich denke dass der letzte Artikel für Menschen die  mit der Thematik überhaupt nicht vertraut sind schwer zu verstehen war. Es  gibt gute Websites die diese Hirnstoffwechselstörungen genauer erklären. Insbesondere die Rolle der Gehirnbotenstoffe Dopamin und Noroadrenalin. Auch die Schyzophrenie etwa oder bipolare Störung sind nicht so einfach zu diagnostizieren. Das gelingt zwar anhand der Anamnese aber in einem bildgebenden Verfahren lässt sich dass glaube ich nicht so einfach. Doch sind diese Krankheiten als Realität anerkannt. Dennoch ist die Ursache der ADHS Kritik auch eine Irritation durch die Anti-ADHS Lobby. Hier sind zum einen auch die Antroposophen vertreten und natürlich auch viele Psychoanalytiker und zum Teil auch die Anti-Psychatriebewegung und Teile der Scientolegy Church. Das klingt nach Verschwörungstheorie ist aber  eine Tatsache. Ich habe dies schon einmal in  einem  Blog-Beitrag versucht zu erklären. Das ich  so umständlich formuliere liegt bei mir auch am sluggish cognitiven Tempo. Daher ist mir gar nicht aufgefallen dass ich die Gründe für eine ADHS-Erkrankung nicht genau erläutert habe. Daher kann es sein dass dieser Blogbeitrag falsch verstanden wird. Das wäre schade weil die Zugriffszahlen sehr hoch waren.

Halten wir es noch einmal fest. Die Eltern von ADHS Betroffenen sind in der Regel nicht Schuld an der Krankheit sondern es sind die Gene oder auch Geburts- und Schwangerschaftskomplikationen.

Daher ist es unffair dies Eltern anzulasten.

Psychoanalyse und ADHS!

Beim Gemeindecafe hat tatsächlich eine Kollegin behauptet ADHS würde dadurch entstehen das Eltern Kindern nicht genug Aufmerksamkeit schenken. Dies ist vermute ich ein psychoanalytisches Modell. Das finde ich ärgerlich und verletzend. Ich wurde eher überbehütet, und als die Eheprobleme meiner Eltern los gingen hatte ich schon ADS-Symptome weil sie im Grundschulzeugnis erwähnt wurden.

Das ist wirklich unffair was da denn Eltern unterstellt wird. Klar fand ich das nicht toll das die Ehe meiner Eltern am Abgrund stand doch fühlte ich mich schon vorher komisch. Irgend etwas war mit mir nicht in Ordnung und ich konnte es nicht benennen. Ich hörte etwas über Autismus und dachte dass ich vielleicht Autist bin.

Meine frühe Kindheit war sehr glücklich obwohl das Leben für meine Eltern beschwerlich war. Ich lebte damals auf dem Land. Doch auch da fiel ich schon auf weil ich Lärm fürchtete und sehr ängstlich war. Und meine Mutter schilderte auch mehrmals eindrucksvoll mein kindliches Spiel. Ich sprach immer beim spielen. Die Puppen und Plüschtiere waren für mich immer belebt. Und das war schon immer so dass ich ein Übermaß an Fantasie hatte, und Tagträume nicht steuern konnte. In meiner Familie kommt sluggish cognitive tempo, sehr häufig vor. Mein Großvater hat diese Störung die ADS sehr ähnlich ist und ein Onkel väterlicherseits.

Liebe ADS-Kritiker bitte hört damit auf die Eltern zu beschuldigen an dem ADHS ihrer Kinder Schuld zu sein. In  den seltesten Fällen sind sie es. Nur bei Alkoholkonsum und Rauchen in der Schwangerschaft können ADHS Kinder geboren werden, sonst hat ADHS bzw ADS eher genetische Ursachen. ADS und ADHS sind also angeboren.

Meine Mutter hatte eine Mutterkuchenablösung während der Schwangerschaft, es kann sein dass ich deswegen mit ADS auf die Welt kam. Hört auf damit Eltern zu beschuldigen  und Kinder zu stigmatisieren, das tut mehr weh als ihr uns helft. Zeigt doch das ihr lernfähig seid.

Tagträume und ihre Bedeutung bei ADS!

Mir wird immer mehr klar wie sehr sensibel ich bin. Zum einen habe ich das früher durch Phantasien gefiltert und verarbeitet. Einer dieser Phantasien war seit meiner Kindheit das ich einen verletzten Indianerkrieger  gesund gepflegt habe. Das war damals aber schon erotisch aufgeladen. Von diesen Phantasien  ist nichts übrig geblieben außer ein Intresse an indianischen Kulturen die mir auch geholfen  hat mir meinem ambivalenten Verhältnis zu meiner abweichenden Geschlechterrolle klar zu kommen. In dem ich mit dem Phänomen der sog. Berdache oder Two Spirit Person beschäftigt habe. Das ich häufig gleichzeitig Mann und Frau bin.

Im Moment fällt es mir schwer von meinem Innenleben oder auch gegen äußere Einflüsse abzugrenzen. Ich denke dass mir auch diese Träume fehlen. Das ich in diesen Träumen nicht nur den Krieger sondern mich getröstet und gesund gepflegt habe. Mir war immer alles zu viel.

Ich habe einen Kollegen der von der Persönlichkeit meinem eigenen Mann Martin sehr ähnelt. Er ist auch eher ein verletzlicher Einzelgänger und sehr depressiv. Manchmal möchte ich ihn im Arm halten und glaube  das dadurch wieder auch bei mir alles gut ist.Ich denke hochsensible Männer sind häufiger Außenseiter. Ich weiss nicht ob nicht auch das verletzte Krieger Schema  auf Martin meinen Mann passt. Das ich in ihm wiedererkenne und ihn daher auch so sehr liebe.

Ich denke auch dass ich vieles durch Verhaltenssüchte wie Pornografiekonsum kompensiere. Und das ich im Internet nach Bildern von sensibel wirkenden Männern  suche.

Das war mir aber erst durch die Beschäftigung mit ADS und  Hochsensibilität möglich und auch durch die Medikation. Die Medikament öffnen erst die Tore zum Innenleben. Daher ist eine Besserung häufig nur durch eine Medikation möglich. Bei mir bedeutet dass 100 mg Strattera am Tag.

 

Einsamkeit und ADS

Nach Außen hin habe ich ein reges soziales Leben. Ich bin bei der altkatholischen Gemeinde aktiv und bin auch längere Zeit über zu einem Handarbeitskreis im Cafe Aufbruch gegangen.

Und ich bin verpartnert, ich bin also eine eingetragene Partnerschaft eingegangen. Ich habe noch Kontakt zu meiner Familie in einer Kleinstadt in der Nähe. Doch habe ich kaum enge Freunde.

Das liegt zum einen daran dass ich bei geselligen Veranstaltungen immer sehr kühl und unnahbar wirke obwohl ich Humor habe. Ich bin auch so recht schwierig, bin ich durch etwas irritiert breche ich auch schnell den Kontakt ab ohne das aufzuklären.

Ich habe mir vorgenommen häufiger zu den Veranstaltungen von Borsig11 einer Kulturinitiative zu gehen. Ich mag die Leute dort. Obwohl ich auch da manchmal ambivalente Gefühle habe. Früher hatte ich mehr Kontakt zur Nachbarschaft. Nach meinem Umzug von einer eigenen Wohnung in eine gemeinsame mit meinem Mustergatten, habe ich kaum Kontakte im  Haus. Es ist schon komisch ich kenne auch viele andere Leute mit sozialen Ängsten. Irgendwie sind wir uns alle ähnlich. Ich glaube dass ein Problem der ADSler ist das ihre Erwartungen an Andere zu hoch sind. Daher kommt es schnell zu Endtäuschungen. Und ich nehme Dinge generell schnell persönlich. Obwohl ich mittlerweile sozial kompetenter bin tue ich mich mit neuen Kontakten schwer. Und mein Mustergatte hat auch keinen großen Bekanntenkreis außer einer lesbischen Frau mit der er regelmäßig sog. Jump and Run-Spiele am PC spielt. Ich wollte ihn schon mal zu einem Linux-Stammtisch schicken aber er programmiert lieber für sich alleine.

Das ist aber auch doof mit meinen Bekannten. Meine besten Kumpel Marc und Gerold brauchen nicht all zu viel Kontakt. Gerold ist auch  ein Computer Nerd und Marc ist auch gerne für sich alleine.  Ich kann das gar nicht gut. Im Moment nervt mich auch das TV-Programm. Ich nutze fernsehen gerne als Hintergrundkulisse für Handarbeiten wie häkeln oder stricken. Und immer nur Musik hören ist auch nichts. Ich muss mich doch um mehr Kontakte kümmern. Meine Handarbeitsdamen die nerven nur noch. Gerade die Flüchtlingsdebatte und einige Neurosen der Damen sind anstrengend. Ich muss nicht noch das Fernsehprogramm beim Handarbeiten im Cafe wiederholt haben. Ich bin wirklich schwierig!!!

 

 

ADHS Outing mit Folgen in Dortmund!

Gestern las ich zufällig in den „Ruhr-Nachrichten“ über das ADHS Outing bei der freiwilligen Feuerwehr. Der junge Mann, der schon 8 Jahre bei der freiwilligen Feuerwehr in einem Dortmunder Stadtteil aktives Mitglied ist, wurde wegen seinem Bekenntnis zur ADHS-Erkrankung von einem Arzt als untauglich beschrieben. Seit dem wird er von Übungen und Einsätzen ausgeschlossen.

Herr  Dr. Neumann, Arzt an der ADHS-Ambulanz am psychiatrischen Landeskrankenhaus in Dortmund Aplerbeck, kommt allerdings zu dem Ergebnis dass dort unbedingt ein Einzelfall geprüft werden muss, da er durchaus Patienten hat die im Rettungsdienst oder als Krankenschwestern arbeiten.

Meine Meinung dazu ist dass dies ungerechtfertigt sein kann diesen konkreten Fall aus der freiwilligen Feuerwehr auszuschließen. Es kann sein dass der Betroffenen junge Mann gerade als Feuerwehrmann besonders gut und erfolgreich sein kann. Gerade die Möglichkeit des Hyperfokus und die Suche nach interessanten Herausforderungen kann ihn gerade für so eine Tätigkeit prädestinieren.

Ich selber habe ADHS ohne Hyperaktvität. Ich bin in einem sozialen Beruf sehr erfolgreich weil ich durch die Phantasiebegabung wesentlich einfühlsamer bin. Ich bin auch erstaunt wie professionell ich dabei sein kann obwohl ich keine richtige Ausbildung als Seniorenbetreuer habe.

Das ist wirklich immer abzuwägen ob die Person geeignet ist. Selbst bei der Bundeswehr ist ADHS mittlerweile nicht immer ein Ausmusterungsgrund. Leider haben da noch viele Nicht spezialisierte Ärzte zu viele Scheuklappen und das ist an der Stelle Schade, denn ein ADHSler kann durchaus in einer Verantwortungsvollen Position eine Bereicherung für die Gesellschaft sein. Ich finde es übrigens lobenswert das dieser Mann ehrenamtlich sich mit der Rettung von Hab und Gut und Leben vor Feuer beschäftigt. Hier wird mir wieder klar wie Stigmatisierend das Stereotyp des Antisozialen sich nicht beherrschen könnenden ADHS-Erkrankten ist. Hier tut man sicher vielen Menschen unrecht. Nicht nur dem direkt Betroffnen sondern auch der Gesellschaft weil man große Talente durch ein Stigma von einer gesellschaftlich wichtigen Aufgabe ausschließt.  Das ist so ähnlich wie wenn man Frauen von Führungsposten wegen ihres Geschlechtes ausschließt, wenn auch ADHS manchmal ein Ausschlußgrund für eine Tätigkeit sein kann aber nicht sein muss.