Ich bin hochintelligent aber es nützt nichts!

Heute habe ich einen alten Schulkollegen von der Schule getroffen wo ich auf den zweiten Bildungsweg das Abitur gemacht habe. Er sagte mir ich  wäre der intelligenteste Menschen den er kennen würde. Ich hätte ein enzyklopädisches Wissen! Irgendwie dachte ich der spricht wie irre. Gerade habe ich das meinem Mustergatten erzählt und der hat nichts besseres zu tun als sein Urteil zu bestättigen. Dabei zieht mich das runter.

Zum einen habe ich zwar zwei verschiedene Studiengänge angefangen aber Beide nicht beendet. Das viele selbststrukturierte Lernen war für mich nicht  leistbar. Wahrscheinlich wäre ein Studiengang im sozialen Bereich an einer Fachhochschule für mich wesentlich besser gewesen. Es macht mich traurig dass ich jetzt mit Mühe und Not versuche in einem Pflegehilfsberuf Fuß zu fassen.  Wie sehr hätte ich mehr Hilfe und Unterstützung gebraucht.

Vielleicht durch einen mit der Störung erfahrenen Psychotherapeuten oder Coach. Es ist sicher schade dass ich aus meinem mehr an Wissen nichts gemacht habe. Ich muss aber auch an solche Menschen denken wie den Philosophen Richard David Precht der nur durch das Schreiben seinen Lebensunterhalt verdienen kann oder auch darf da ihm ein Job außerhalb der Universität verwehrt wurde.

Ich denke schon dass ich manchmal etwas von einem zerstreuten Professor habe. Da muss ich immer wieder an Piet Klocke denken. Vielleicht sollte ich mal mit meinem Mustergatten einer seiner Shows besuchen. Martin  liebt ja Animationsfilme. Die Faultiere in „Zoomania“ erinnern mich an Menschen mit sog. „sluggish cognitivem Tempo“. Damit ist eine besondere Langsamkeit im Denken gemeint. Sluggish mein im englischen zäh und cognitiv meint das Denken betreffend. Das gibt es auch  isoliert mein Patenonkel Leo und mein Opa hatten derartige  Züge. Als Kind wurde ich immer mit Onkel  Leo verglichen. Ich denke dass sluggish cognitive tempo, bei mir zusätzlich als Begleitstörung hinzukommt. Das macht einem das Lernen nicht unbedingt leicht, vor allem wenn man es nicht durch   Hyperfokus ausgleichen kann. Ich denke dass mich viele Dinge intressieren war für mich im Grunde eine Rettung so habe ich wenigstens zwei abgeschlossene Ausbildungen mit durchschnittlichen Noten  und das Abitur machen können. Vielleicht ist das doch  nicht schlecht. Aber viele wundern sich über mich dass ich so viel weiss, und können sich das bei mir nicht vorstellen. Bei einem  Intelligenztest vom Arbeitsamt wurde hingegen in der  Beurteilung angezweifelt das ich Abitur habe.   Und da war eindeutig meine Langsamkeit und das ADS auch ausschlaggebend für das schlechte Ergebnis. Das ist das Spannungsfeld in dem ich mich bewege und das für mich sehr schwer ertragbar ist.

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Ich kann schlecht mit Wut umgehen?

Mein Lebensgefährte hat eine sogenannte schyzoide Persönlichkeitsstörung. Ihn würde man umgangssprachlich als Einzelgänger bezeichnen. Diese Menschen können nur sehr schwer mit Wut umgehen. Ich komme aber mit diesen Leuten gut aus.

Mir fällt auf dass ich selber viel Wut in mir habe. Manchmal stört mich selber der Ton den ich auch auf dem Blog anschlage. Das hat mit der langjährigen Erfahrung zu tun, des sich nicht behaupten können. Nur wenn sich genug Wut angestaut hatte kam es zur unkontrollierten Entladung. Das führte u. a. zu so etwas wie einem verbalen Amoklauf in einer schwulen Begegnugsstätte die ich früher besucht habe. Ich habe viele der Gäste wüst beschimpft und auch körperlich bedroht. Das passiert mir eigentlich nicht mehr. Das war damals eine absoulute Notsituation.

Durch die Einnahme von Stratterra gelingt es mir jedoch besser Kritik zu äußern. Früher regelte ich Konflikte per E-Mail weil ich mich dadurch besser behaupten konnte. Vieles ist mir dadurch auch gelungen zum Guten zu   wenden. Aber im Grunde bin ich nie stark in solche Situationen hineingegangen sondern hatte schon im  Konflikt die Befürchtung überrollt zu werden, das peitschte den Ton noch einmal in Richtung Zynismus oder auch Wut an.

Bei vielen anderen Konflikten habe ich auch aufgegeben und Kontakte nicht mehr gepflegt weil  sie mich überfordert haben. Ich habe soziale Kontakte auch häufig vermieden. Ich weiss z.B. dass ein Ehepaar aus meiner altkatholischen Gemeinde mich nicht mag weil ich ihre kritische Haltung zu einer chemischen Behandlung von ADHS immer sehr bissig kommentiere. Oder auch ihre unreflektierte Auslegung von theologischen Texten ohne historisch-/kritiische Reflektion. Mir fällt es schwer mit anderen Meinungen umzugehen.

Ich habe in meinem Leben Menschen die anderer Meinung waren wie ich schlichtweg vermieden. Und ich habe auch häufig die Erfahrung gemacht dass ich in der Minderheit war und selten Solidarität erfahren. Zum Beispiel auch in meiner eigenen Gruppe oder Szene. Das man da bitter wird oder auch einzelgängerisch, ist doch irgendwie normal. Jetzt versuche ich das mit 41 Jahren zu üben. Es ist schon komisch dass mir das erst jetzt gelingt was andere schon im Kindergarten lernen. Doch besser jetzt als nie.

 

 

Wie verändern sich Tagträume durch die ADS-Behandlung?

Tagträume spielen bei vielen psychiatrischen Erkrankungen eine Rolle. Zum einen bei ADS, da sind sie das Leitsymptom und auch bei Schyzophrenie in Form von Halluzinationen.

Ich habe mit beiden Erkrankungen Erfahrungen. Halluzinationen hatte ich bei meinen kurzen psychotischen Episoden nicht. Eher Beziehungs- und Verfolgungswahn. Also kann ich dazu nichts sagen. Phantasie spielte eher indirekt eine Rolle dass ich Verschwörungstheorien zusammen gesponnen habe die nichts  mit der Realität zu tun hatten. Ich glaube dass ein genetischer Zusammenhang von ADHS und Schyzophrenie zur Zeit wissenschaftlich diskutiert wird. Mir hat eine klassische Behandlung  mit atypischen Neuroleptika geholfen. Gegen das ADS nehme ich Straterra und zum schlafen das niedrigpotente Neuroleptikum Chlorproxithen.

Was mir an den Tagträumen auffällt ist dass sie weniger geworden sind und ich besser und klarer denken kann. Ich habe mehr Gedanken als Tagträume im Kopf. Vor dem einschlafen habe ich keine Tagträume mehr. Ansonsten tagträume ich seltener davon in einer anderen  Zeit zu  Leben  oder auch auf meiner „Trauminsel“ Prince Edward Island vor der Küste Kanadas.

Heute habe ich  eine hübsche streunende Katze gesehen und dann davon geträumt das Martin  und ich uns so  eine ähnliche  Katze aus dem  Tierheim geholt haben.  Und ich träume von einer perfekten Stadt  in der   ich lebe. Den Menschen geht es in  dieser Stadt sehr gut, es gibt dort genug Arbeit und die Stadt liegt am Meer und hat einen Hafen an einer kleinen Flussmündung. Die Umgebung ist landwirtschaftliche geprägt und das Land ist sehr fruchtbar u. s. w. Im Grunde eine Art Paradies was ja auch verständlich ist wenn man sich klar macht das ich in Dortmund in der  Nordstadt lebe wo von  Idylle nicht viel  zu  spüren ist.

Im Grunde habe ich aber ein realistischeres Bild von der Welt. Früher  habe ich mir hin und wieder Dinge zusammengesponnen  von realen Personen und Orten die nichts miteinander zu tun  hatten. Ob ich so weit gehen würde von Realitätsverlust zu sprechen, so weit würde ich nicht gehen. Realitätsverlust hatte ich nur in der Psychose.

Ich nehme Dinge stärker wahr  so wie sie sind. Das ist manchmal unheimlich. Zum Beispiel im Kino etwa weil ich alles sehr deutlich und genau  sehe und nicht wie durch einen Schleier vor den Augen. Ich habe mehr Freude daran etwa detailreiche alte Gemälde zu betrachten oder auch bunte Blumenbeete. Früher fand ich solche Eindrücke belastend, manches gefällt mir sogar jetzt sehr was ich mir früher nicht vorstellen konnte. Die Wahrnehmung ist schärfer und detailreicher. Das gilt auch für das Gehör. Ich habe vor einer Weile eine englische Mittelalterkrimiserie im Original geschaut und ich war überrascht wie deutlich die Leute dort sprachen und wie viel ich verstand, obwohl ich diese DVD schon kannte. Der Hauptunterschied ist wohl dass ich  die Träume besser steuern kann.  Ich kann mich leichter auf Eindrücke einlassen  ohne durch Tagträume abzuschweifen. Das gelang mit nur früher bei Themen die  mich sehr stark interessieren und dann auch nicht durchweg. Also im    Grunde verliert man nicht die Fähigkeit zu träumen aber man kann   sie besser ausblenden.

Meine Augen sehen nicht mehr so aus wie bei einem jugendlichen Mädchen sondern mehr wie bei einem erwachsenen Mann, das ist schon eine große Veränderung die man auch von Außen sieht. Mir geht es durch die Behandlung mit Stratterra deutlich besser. Was nur ein Problem   ist dass ich auch mein Innenleben deutlicher wahrnehme und das kann zu depressiven Verstimmungen führen. Ich merke erst jetzt was ich eigentlich für ein komischer Kauz bin. Obwohl im Dortmunder Norden mit seinen ganzen Freaks falle ich kaum auf. Aber es tut schon weh wenn man sich selber als Spinner wahrnimmt.

 

 

 

 

 

 

Ich tue mich schwer mit Konservativen!

Konservative Menschen regen mich häufig sehr schnell auf. Für sie gibt es nur ein begrenztes Spektrum an Wahlmöglichkeiten was richtig und was falsch ist.

Früher dachte ich dass dies mit  meinen eigenen Erfahrugen zu tun hat und weniger mit meiner durch das ADHS veränderten Wahrnehmung.

Klar ich bin  nicht sehr modebewußt. Da passe ich schon in das Stereotyp des ängstlich vermeidenden Betroffenen. Ich denke das hat etwas mit Überbehütung und manchmal auch mit konservativen Ansichten zu tun die ich in meiner Familie erlebt habe.

Aber politisch gesehen war ich immer sehr liberal. Ich glaube dass durch die sehr breite Wahrnehmung und auch ein Interesse für neue Ideen und auch exszentrische Lösungen ich ein viel breiteres Spektrum an Wahlmöglichkeiten habe.

Mich nervt das wenn Jemand Dinge als ausgeschlossen definiert. Daher mag ich nicht nur rechte Einstellungen nicht, ich hasse sie auch, und ich tue mich auch mit Konservativen Einstellungen schwer.

Das geht nicht, das ist ein no go, das hat man schon immer so gemacht, und ähnliche Redewendungen beschränken die Phantasie und bringen mich auf die Palme. Ich denke konservativen Menschen fehlt es zum einen an Phantasie und auch an Emphatie. Sie können sich nur schwer vorstellen das Dinge anders sind als sie sie kennen und sie können auch die Einstellungen Anderer schlechter verstehen weil sie sich schlecht in andere Einfühlen können. Und darin  bin ich aber im Grunde sehr gut. Ähnlich muss es auch hochsensiblen Menschen gehen. Also ist hier auch ADHS eine Stärke obwohl es mir dann auch manchmal schwer fällt zu entscheiden was mir besonders wichtig ist. Und da kann ich manchmal sehr konservativ sein, weil mir zum Beispiel in einer Beziehung Liebe und Vertrauen wichtig sind.

Also  Phantasievolle Menschen sind nach meiner Theorie weltoffener und neugieriger. Und manchmal leben sich dadurch gelassener weil es ihnen auch mir leichter fällt andere zu verstehen. Das fällt mir aber bei Konservativen sehr schwer weil ich im wahrsten Sinne des Wortes eine andere Weltsicht habe.

 

 

ADS Hypoaktivität und Tagesmüdigkeit

Beim ADHS ohne Hyperaktivität kommt es vermehrt zur Tagesmüdigkeit und auch zu hohen Konsum von Koffein um dem entgegenzuwirken.

Grund dafür ist ja die enorme innerliche Hyperaktivität durch Phantasien, Gedanken und Ideen. Das ist für das Gehirn anstrengend so dass sich viele hypoaktive ADHSler chronisch müde und erschöpft fühlen. Auch zu wenig Schlaf durch eine erst späte Ermüdung dadurch dass Schlafhormone erst spät ausgeschüttet werden führt zu Tagesmüdigkeit.

Tagesmüdigkeit sorgt auch für ein langsameres Arbeitstempo weil der schwindenden Konzentration entgegengewirkt werden muss.

Ich hatte zu Schulzeiten auch noch neben der Ermüdung Kopfschmerzen die sich nach einem Mittagsschlaf dann lösten.

Lösungsstrategien habe ich dafür keine, außer Ruhe und vielleicht doch Koffein. Doch sind diese eher banal. Vielleicht helfen auch noch Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung aber so sicher bin ich mir da nicht. Aber Tagesmüdigkeit ist ein häufiges alle ADHS-Typen begleitendes Symptom. Ich vermute daher auch dass ADHSler anfälliger für Burn Out sind. Gerade in sozialen und kreativen Berufen kann der sog .Hyperfokus das noch verstärken.

Pausen  in einer reizarmen Umgebung einzuhalten ist für ADHSler besonders wichtig.