Unterschiede ADHS und Hochsensibilität

In einem Buch über Hochsensibilität habe ich jetzt zum wiederholten male gelesen dass das Konzept von ADHS wieder in Zweifel gezogen wird.

Ich möchte jetzt versuchen die Unterschiede aus meiner persönlichen Sicht herauszustellen.

Bei der tagträumerischen Variante des ADHS gibt es Überschneidungen mit dem Konzept der Hochsensibilität. Beides sind aber eigenständige Phänomene die aber „ähnliche“ Ursachen haben.

Bei der hypoaktiven Variante reagiert der Körper nur anders an das zu viel an Informationen wie bei der Hochsensibilität.  Zu viele Eindrücke können uns schnell überfordern und für schlechte Stimmung sorgen. Beim ADHS ist meine Vermutung die Datenmenge die bewältigt wird noch viel höher als bei der Hochsensibilität. Viele Symptome der Hochsensibilität sind daher bei hypoaktiven ADHSlern wesentlich ausgeprägter.

Um sich dennoch zu schützen wird ein Schutzschild aus Tagträumen gebildet. Der Betroffene lebt praktisch teilweise in einer anderen Realität die ihn den schwierigen Alltag ertragen lässt. Traumen kommen eher als Folge des ADHS vor. Weil ADHSler viel ausnutzbarer durch ihre Sensibilität sind. Das führt auch etwa zu psychischen aber auch sexuellen Missbrauch.

In einer Bedrohungssitutation verhindert das Schutzschild aus Träumen aber die Flucht oder auch eine Selbstbehauptungs- oder Abwehrreaktion.

Ich vermute dass bei „reiner Hochsensibilität“ die Schutzmechanismen anders funktionieren. Ich denke dass sich hochsensible eher räumlich bzw. physisch zurückziehen wenn Sie durch Eindrücke überfordert werden. Ich denke dass dort auch Stimmungsschwankungen eine Rolle spielen aber auch soziale Ängste unr Introversion. Phantasie kann da sicher auch eine Rolle spielen wie auch Zerstreutheit sind aber bei der reinen Hochsensibilität nicht dominierend. Ich denke das hypoaktives ADHS in seinen Auswirkungen gravierender ist als nur Hochsensibilität. Ich bin mir auch nicht sicher ob Hochsensibilität immer ein hypoaktives ADHS begleitet. Ich denke dass die Erscheinungsformen von ADHS ohne Hyperaktivität sehr unterschiedlich sein können. Es gibt ja auch Menschen mit gemischtem ADHS, sowohl hyperaktiv als auch verträumt die auch antisoziale das heißt z. B. gewalttätige oder auch wenig mitfühlende Menschen sind. Ich versuche das auch immer herauszustellen. Es ist aber sehr wahrscheinlich das Hochsensibilität wie auch etwa „sluggish cognitives Tempo“ hypoaktives ADHS überdurchschnittlich häufig begleiten. Sluggish cognitive Tempo meint dass das denken und reagieren sehr zäh verläuft. Das wird deutlich an einer sehr langsamen Sprache und manchmal gehören da auch Wortfindungsstörungen dazu.

Bei ADHS gehört auch eine Störung der höheren Handlungsfunktionen dazu, auf denen Herr Dr. Winkler vom Blog ADHS Spektrum so gerne herumreitet. Durch die Unaufmerksamkeit wird die Planung von Tätigkeiten erschwert. Das hat etwas mit dem schlechten Zeitgefühl und der Vergesslichkeit der ADHSler zu tun.  Mir geht es manchmal an der Kasse im Supermarkt so dass ich für ein bestimmtes Rezept Lebensmittel einkaufe aber dann merke dass wir eine wichtige Zutat gar nicht mehr im Hause haben. Häufig merke ich das erst  zu Hause. Oder das ich irgendwo mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin will und mich mit der Zeit verkalkuliere um den Termin einzuhalten weil ich Umstiegszeiten nicht einkalkuliere oder ähnliches oder auch ein Taxi  nehmen muss weil auf dem Rückweg keine Bahn mehr fährt. Das wirkt alles sehr kindlich und unreif, aber hat etwas mit Impulsivität und Unaufmerksamkeit zu tun und nicht an zu viel an Informationen die Stimmung und auch Gefühle beinflussen.

Vor einer Weile habe ich die Erfahrung gemacht das Menschen Hochsensibilität nur umgangssprachlich verstehen. Mit Hypersensibel wird  eine besondere Verletzlichkeit verstanden. Das ist hiermit nicht gemeint, ist eher nur eine einzelne Folge von Hochsensibilität.

Wenn ich Reizüberflutung meine, verstehe ich da alle Sinnesreize und nicht nur deren Verarbeitung in Form von Gefühlen.  Das sind etwa Geräusche und Gespräche, Licht, Farben, Formen, Gerüche oder auch Berührungen. Sie lösen erst diese Gefühle aus.

Emotionaler Missbrauch hat etwas damit zu tun das man sich gegen die Sorgen und Nöte des Umfeldes nicht abgrenzen kann. Ich nenne das Briefkastenonkel oder Tante-Phänomen. Das hat auch etwas mit dem Helfersyndrom oder auch mit Sensibilität wozu auch Mitgefühl dazu gehört zu tun. Problematisch wird das z. B. wenn die Eheprobleme eines Elternteils mit einem Kind erörtert werden. Emotionaler Missbrauch hat keinen Traumawert im eigentlichen Sinne. Auch solche Traumen sind keine Auslöser für ADHS oder Hochsensibilität eher eine Folge weil sich dies Kinder oder auch teilweise auch Erwachsenen schlecht abgrenzen können und es ihnen schwer fällt nein zu sagen. Das kann belastend sein.  Ich habe vor einer Weile einen eigenwilligen Kommentar zu Trauma und ADHS bekommen den ich unverschämt fand. Ich vermute aber das der Leser dieses Blogs meine Inhalte schlichtweg falsch interpretiert hat. Oder es war einfach ein Scientologe oder nur ein Troll. Scientologie streut Fehlinformationen über Psychiatrische Behandlungen und auch die sog. Antipsyichatriebewegung wie etwa der Blog „Meinungsverbrechen“  verfolgt  und kommentiert die Inhalte meines Blogs. Sie sorgen für regelmäßige Fehlinformationen in der Öffentlichkeit und für mehr Leid bei Betroffenen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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