Irgendwie desillusioniert!

Mittlerweile weiss ich  nicht mehr was mich ausmacht oder was mir wichtig ist. Früher habe ich mich  zum Teil auch über meine Homosexualität definiert. Mir ist bewußt dass ich nie ein richtiger Teil der schwulen Subkultur war. Dafür bin ich einfach zu untypisch. Ich teile viele kulturelle Werte aber auch sexuelle Vorlieben nicht mit anderen schwulen Männern. Ich bin weder promisk noch stehe ich auf den Jugend- und Schönheits- und Muskelwahn der Subkultur deren Ästhethik ja auch von vielen einfacheren Heteros gemocht wird.

Ich denke dass meine Hochsensibilität für mich typisch ist. Und natürlich dass ich es überschaubar und ja etwas ländlich mag. Im Grunde bin ich nicht sehr glücklich als Bewohner des Ruhrgebiets und Dortmunds. Aber mein geliebter Mann will nicht weg. Ich denke dass ich mich damit abfinden muss dass ich um aufs Land zu kommen eine halbe bis 3/4 Stunde einplanen muss mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich hoffe dass endlich der Grünzug auf dem Westfalenhüttengelände bei uns in Dortmund in der Nähe des Borsigplatzes bald eingerichtet wird, dann hätte ich mehr Wald vor der Haustür.

Ich bin altkatholisch und die Gemeinden sind sehr dünn gesät weil es eine sehr klein Konfession ist. Es gibt glaube ich nur in ganz  Deutschland etwa 60 Gemeinden mit dem Schwerpunkt in  Baden Württemberg und ja auch bei uns im Ruhrgebiet. Manchmal denke ich das es den perfekten Wohnort für mich nur in der Phantasie gibt. Obwohl Dortmund und die Nordstadt manchmal schon eine Herausforderung sein können dass man sich hier heimisch fühlt. Auf der einen Seite ist die Stadt sehr Groß aber in mancherlei Hinsicht ist sie auch etwas provinziell. Der Umgang etwa mit der Straßenprostitution in der Stadt oder auch mit der Roma Minderheit ist manchmal wirklich etwas kleingeistig. Auch die schwule Szene ist provinziell. Es gibt kaum echte Intellektuelle unter den Funktionären. Das fällt immer wieder auf wie lange Zeit wenig anspruchsvoll das CSD-Programm war. Und es war ein Akt die Macher davon abzubringen schwule Klischees auf der CSD-Bühne ständig auszuwalzen. Für mich  ist Musik mehr als Schlager und House/Elektro. Gute Dortmunder Künstler auch aus den Bereichen der Travestie werden nicht gebucht. Auch den schwulen Chansonier Willow muste ich erst vorschlagen. Manchmal verstehe ich es nicht wie Menschen so leben können. Auch das Dortmunder „Homochrom-Filmfestival“ ist nicht sehr gut besucht. Obwohl ich da auch nicht hingegangen bin weil mich schwule Themen fast gar  nicht mehr interessieren.

Ich mag am Dortmunder  Norden die Münsterstraße als Einkaufsstraße obwohl sie nicht mehr viele gute Einkaufsmöglichkeiten bietet. Ein Vollsortimentssupermarkt würde sicher den Teil zwischen Bahnhof und Malinkrodtstraße beleben. Und die kulturellen Einrichtungen des Stadtteils nutze ich kaum noch.

Handarbeiten macht mir auch  nicht mehr  so viel Spass wie früher weil ich nur Mützen und Schals gut kann. Für einen Pullover oder eine Jacke reicht bei mir nicht die Aufmerksamkeit. Ich will versuchen einen gerade geschnittenen Pullunder zu konfektionieren. Doch manchmal fehlt mir dafür der Mut. Auch Socken könnte ich häkeln oder auch  Wohndekorationen.

Was würde ich mir für mich und meine Umgebung wünschen. Das die Arbeitslosigkeit in Dortmund dauerhaft abnimmt und neue Arbeitsplätze nicht nur im Billiglohnsektor und in der  Zeitarbeit entstehen. Das es mehr kleine Inhaber geführte Läden in der Stadt gibt und es mehr öffentliches Grün insbesondere um den Borsigplatz herum gibt. Das die neue altkatholische Kirche in Kley auch durch Kunstwerke im Innenraum geschmückt wird.

Das ich Wege finde mit meiner unperfekten Lebenssituation umzugehen. In dem ich mir die Mühe mache am Wochende mit dem Rad nach Deusen oder auch mit der Bahn zum spazieren gehen nach Brechten zu fahren oder auch nur in den Süggelwald. Das ich akzeptiere dass ich anders und eigenwillig bin und halt Freunde finde die ähnlich sind. Irgendwie muss ich mich ja trösten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich liebe Binnenschiffe, besonders aber kleine

Als Kind haben mich schon die Schiffe auf dem Datteln-Hamm Kanal in Lünen fasziniert. Die Vorstellung auf dem Wasser reisen zu können fand ich schön. Ich dachte damals dass man von Lünen aus mit einem Schiff bis nach Amerika fahren könnte. Vielleicht ist das sogar mit einem kleine seegängigen Schiff sogar möglich. Einer großen Yacht oder so etwas.

Ich mag kleine Dinge sehr gerne. Alles was klein ist und funktioniert finde ich intressant. Daher mag ich englische Narrowboats und Lastbarken sehr gerne wie auch französische Schiffe die man Penishen nennt.

In England versucht man auch kleinere Wasserwege die nur vergleichsweise für kleine Lastkähne schiffbar sind zu beleben. Auf großen Distanzen sind Eisenbahn und LKW diesen Schiffen überlegen. Doch auf kürzeren Distanzen von etwa 10 bis 20 km und auch innerstädtisch sind auch kleine Wasserfahrzeuge wirtschaftlich. Narrowboats können maximal 40 Tonnen Fracht Transportieren. Viele der größeren Wasserstraßen dort sind nur für Frachtschiffe zwischen 200 und 400 Tonnen Traglast ausgelegt. Ähnlich wie etwa bei uns die Fulda, Lahn und Unstrut  und Streckenweise die Ruhr. Ich finde die Idee schön Baumaterial innerstädtisch auf Kanälen oder Flüssen zu transportieren oder auch Getreide von einem Genossenschaftssilo zur nächsten Mühle oder auch Sand und Kies von einer Abbaustätte zu einem verarbeitenden  Unternehmen. Ich würde mir wünsche das gerade auch kleinere Flüsse wieder kommerziell befahren würden wenn sie dafür ausgebaut sind.

Ich fände das schön wenn dass Verkehrsministerium solche Projekte fördern würde in dem es vielleicht auch mobile Abladeeinrichtungen entwickelt damit man nicht speziell für diesen Zweck Häfen und sehr sperrige Kräne einsetzen müsste. Vielleicht wäre ja auch die Entwicklung von sehr leichten Schiffen sinnvoll um die Tragekapaizität auf kleinen Flüssen und Kanälen zu verbessern.

Viele interessante Trends kommen aus England und Großbritanien und nicht nur in der Musik oder im Film sondern auch was wirtschaftliche Neuerungen angeht.

Schiffe können in der Regel das Vielfache eines LKW´s tragen. Dazu ist ihr Treibstoffverbrauch noch viel geringer.  Das einzige  Hemmnis für ihren Einsatz  ist die Gebundenheit an eine Wasserstraße und passende Abladeeinrichtungen und natürlich das geringe Tempo.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung und hypoaktives ADHS

In sozialen Situationen bin ich sehr gehemmt. Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen bin ich durch das hypoaktive ADHS nicht so konfliktfähig weil ich nur sehr langsam antworten kann, wenn ich eine Auseinandersetzung haben sollte. Daher vermeide ich soziale Situationen und damit auch mögliche Konflikte. Zum anderen ist das durch meine Minderwertigkeitsgefühle begründet die zwar auch in der mangelhaften Leistungsfähigkeit und die vielen Flüchtigkeitsfehler durch das ADHS bedingt sind.

Zum anderen hat dass auch mit mehreren Außenseitermerkmalen zu  tun. Ich habe zum Beispiel eine hohe Sprechstimme und war lange auch sehr übergewichtig und bin es heute noch.

Auch der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn und die Impulsivität machen mich zum Außenseiter. Ich neige zum Dazwischenreden und bin gegenüber eher konservativen Menschen nicht sehr tolerant, dass führt auch dazu dass ich spontan Wutanfälle bekomme.

Exszentrische Intressen wie Handarbeiten und auch Themen wie Selbstversorgung machen mich schon zum Außenseiter. Auch kann ich bei vielen normalen Alltagsthemen nicht so gut mitreden wie andere. Zum Beispiel wenn es um  Schauspieler, Bands oder auch Fußball geht.

Das hat sich schon etwas verändert weil ich angefangen habe auch CD´s mit Musik die mich  intressiert zu sammeln oder ich mir interessante Schauspieler die ich irgendwo gesehen habe zu merken. Doch habe ich da mehr Defizite als andere. Ich gucke auch eher Dokumentationen im Fernsehen als Serien und Spielfilme. Und meistens sind das auch eher so „Betroffenheitsfilme“. Ich meine mit diesem Begriff Sozialdramen.

Da ich sehr chaotisch bin und wegen dem fehlenden Antrieb auch nicht regelmäßig putze und aufräume haben wir wenig Besuch.

Viele Leute halten mich auch für spröde und langweillig weil ich auf flapsige Sprüche nur schwer antworten kann. Gerade als Jugendlicher hatte ich da meine Probleme.

Vielleicht habe ich deshalb auch immer ältere Freunde gehabt. Vor Jugendlichen fürchte ich mich auch. Ich meide zum Beispiel auch Imbißketten weil ich Angst davor habe dass mich Jugendliche wegen der als stereotyp geltenden Sprechweise verhöhnen könnten.

Mit dem Alter hat sich das aber etwas gebessert doch bleibt eine Persönlichkeitsstörung ein lebenslanges Problem. Auch Psychotherapien die ich gemacht habe, haben mir  nicht viel geholfen. Was  hilft sind gute Kontakte, aber diese regelmäßig zu pflegen fällt mir schwer.