Dürfen Schwule und Lesben exzentrisch sein?

Heute habe ich ein interessantes Gespräch mit einem schwulen Bekannten gehabt. Ich erzählte ihm dass mein  Angetrauter das Portmonaie das er mir geschenkt hat umtauschen sollte. Es war zwar die richtige Marke und Ausführung hatte aber die falsche Farbe. Ich wollte ein rotes haben.

Mein Kollege meinte daraufhin, dass ich ein rotes wollte damit alle in der Schlange vor der Kasse im Supermarkt auch sehen dass ich schwul bin.

In Wirklichkeit denke ich über solche Dinge nicht mehr nach. Ich habe meinen eigenen exzentrischen Geschmack und die meisten Menschen in meiner Umgebung tolerieren dies. Das war  in meinem Leben nicht immer so. Wegen meiner hohen Sprechstimme besuchte ich eine Logopädin. Sie stellte fest dass ich tiefer sprechen könne aber mich mit der hohen Sprechstimme wohler fühle weil sie eher zu meiner Persönlichkeit passt.

Es gibt auch heterosexuelle und bisexuelle Männer die sich gerne exzentrisch kleiden. Für mich als schwulen Mann ist zum Beispiel die ganze Fußballkultur Exzentrismus pur. Oder auch die Heavy -Metal und Hard -Rock oder Punk-Rock Szene die von heterosexuellen Rollenstereotypen dominiert wird.

Dennoch mag ich viele Menschen die in für mich als etwas bizarr oder fremdartigen  Zusammenhängen sich bewegen.

Soll man denn sein Anderssein öffentlich zeigen? Ich meine schon weil es ja eigentlich Ehrlichkeit bedeutet. Es ist egal ob es da um das Kopftuch der muslimischen Frau geht oder wie bei mir das ich als weiblich geltende Acessoires  benutze und manchmal auch mich „weiblicher“  verhalte.

Das halte ich auch bei sexuellen Minderheiten für durchaus akzeptabel. Auch etwa Fetischkleidung gehört für mich auf der Straße und erst recht beim CSD einfach dazu.

Es gehört zur persönlichen Freiheit auch durch die Kleidung seine Persönlichkeit auszudrücken. Und über Geschmack läßt sich hervorragend streiten doch auch die ältere Dame mit Tattoes gehört für mich dazu wie ich alte Tucke mit Häkelmütze, altrosanem Schal und rotem Portmonaie.

 

 

 

 

 

 

 

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Übergriffigkeit und ADHS

Meine Eltern neigen zu Übergriffigen oder auch grenzverletzenden Verhalten.

Ich meine Übergriffigkeit im psychologischen und nicht im strafrechtlichen Sinne. Hiermit meine ich Hilfe ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse und Werte der Hilfe suchenden Person.

Zum einen liegt das auch tatsächlich an der psychischen bzw. neurologischen Beeinträchtigung ihres hypoaktiven Sohnes zum anderen fehlt ihnen das Bewußtsein für die Grenzverletzung.

Warum spielt das ADHS des Opfers eine Rolle? Nun ja ich denke das viele ADHS Kinder und Jugendliche sehr behütet werden wegen ihrer Empfindlichkeit und Verletzbar- und Irritierbarkeit.

Solche Verhaltensmuster begünstigen natürlich Übergriffe und Grenzverletzungen. Es kann aber auch etwas mit den narzistischen Bedürfnissen der Übergriffigen Eltern zu tun haben.  Sich für das Kind etwa nicht schämen zu müssen. Dabei gehen sie von den eigenen Wertmaßstäben aus weil sie die des Kindes nicht teilen.

Eltern wollen stolz auf ihre Kinder sein und wünschen sich sich in Ihnen wiederzuerkennen. Daher übertragen sie Wünsche und Bedürfnisse und auch ihre persönlichen Werte teilweise unreflektiert auch auf sie, die aber nicht immer passen. Zumindest denke ich dass dies bei übergriffigen Eltern so ist.

Übergriffigkeit  ist ein Gewaltakt. Weil er nicht nur die Betroffnen bevormundet sondern noch gegen den Willen des Betroffnen agiert wird.

Den Ausübenden ist dies aber nicht bewußt. Ich wehre mich zwar gegen diese Übergriffe doch nützt es nicht viel. Ich denke dass ich meine Eltern mit 70 nicht veränder. Ich kann nur daran arbeiten dass diese Stimmung durch die Übergriffigkeit nicht ins bodenlose sinkt.

Zum einen ist Übergriffigkeit bei Eltern von  hypoaktiven ADHSlern besonders problematisch weil sich die Betroffenen kaum wehren. Sie sind in vielen Situationen auch sprachlos.

Übergriffige Eltern und Angehörige sind eine weitere psychische Belastung für gesunde und besonders aber psychisch beeinträchtigte Menschen.

 

 

 

Ist Hypersensibilität immer ein Problem?

Hypersensibilität was mit hypoaktiven ADHS verbunden sein kann, muss nicht immer ein Problem sein.

Gerade im künstlerischen oder sozialen Bereich kann Hypersensibilität förderlich sein.

Wenn ich daran denke dass es mir verhältnismäßig leicht fällt mit den dementen Menschen in der Altentagesstätte umzugehen dann ist das schon ein Vorteil. Ich bin für einen sozialen Beruf besser geeignet als für einen kaufmännischen.

Doch das hypoaktive ADHS kann in    diesem Zusammenhang ein Problem sein. Ich kann nur schwer Gefühle spontan ausdrücken.

Und wenn ja dann sind sie häufig extrem Ich wirke meistens stoisch und sehr ruhig was aber nichts über die Seelenlage aussagt. Ich habe eine türkische Kollegin die sehr sensibel ist. Ich beneide sie sehr um ihre Ausdrucksfähigkeit was Gefühle angeht. Sie ist so liebevoll mit den alten Menschen das es mich förmlich rührt. Sie ist mein großes Vorbild in beruflicher Hinsicht. Ich bin eher ein verkopfter Mensch. Viele Dinge sehe ich eher abstrakt als gefühlvoll. Man merkt dass auch an meinen Blog-Posts zu sozialen Themen. Vielleicht wäre eine wissenschaftliche oder lehrende Tätigkeit im sozialen Bereich für mich günstiger.

Ich denke dass mein türkische Kollegin auch hochsensibel ist und das sie ein Segen für die Einrichtung und die alten Menschen ist. An der Stelle ist die Hochsensibilität auch angebracht. Sie läßt sie Dinge tun die neuronormale Menschen nicht können. Und das ist ein Vorteil.

 

 

 

Linke „Homophobie“!

Es wird allgemein angenommen das gerade linke Bewegungen Triebfeder für die Emanzipation von Schwulen und Lesben sind. Doch war dies nicht immer der Fall und ist es heute auch nicht unbedingt immer.

In den 90er Jahren auf Kuba wurden etwa Aids-Kranke  in Lagern interniert. Während der Kulturrevoulution in China wurden nicht nur Greultaten etwa an buddhistischen Mönchen begangen und viele Intellektuelle interniert und ermordet. Es gab auch Morde an bekennenden schwulen Männern.

Auch innerhalb der Homosexuellenbewegung sind die Linken durch die Ablehnung der sog. „Homoehe“ Bremser im Kampf um Emanzipation.

Ihre Ablehnung der bürgerlichen Ehe ist für die Schwulen und Lesben besonders kränkend die eine romantische Liebe wünschen und für die Paare die ohne eine Gesetzgebung über die gleichgeschlechtliche Ehe benachteilligt werden.

Sicher haben die Gesetze zur „Homoehe“ eine Verbürgerlichung von Schwulen und Lesben mit sich gebracht. Aber hier geht es ja auch um Teilhabe und das sich dazugehörig fühlen. Wie soll dass geschehen wenn die Gesellschaft homosexuelle Partnerschaften als weniger wert ansieht weil mit Solidarität im Alter nicht gerechnet werden kann. Ich finde die Welt sollte Gerechtigkeit und Mitgefühl regieren und nicht einfach  nur die Triebbefriedigung. Das sind ja auch an sich linke Werte. Der grenzenlose Individualismus fördert eine Ellenbogenmentalität ohne Gleichen die zur Endmenschlichung führt. Daher finde ich es gut dass Homosexuelle ihren Teil der Verantwortung für sich und ihre Regenbogenfamilien übernehmen.

Sicher gibt es da Auswüchse zum Beispiel wenn es um Leihmutterschaft geht. Doch Verantwortung für ein Kind zu übernehmen bringt persönliches Wachstum genauso wie das Eheversprechen, es lässt uns reifen und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft werden. Und ich finde wie viele andere Schwule und Lesben dass nichts daran falsch ist.  Insbesondere wenn man die sexuellen Bedürfnisse des Partners respektiert und eine tolerante und gelassene Einstellung zum Thema Treue unterhält. Demnach könnten Homosexuelle wirklich einen modernen fortschrittlichen Lebensstil pflegen in dem sie moderne und Tradition miteinander verbinden.

Andere Lebensformen führen zur gesellschaftlichen Vereinzelung und Vereinsamung. Sexualität ist ja nicht nur eine Lust des Körpers, auch die Seele braucht Aufmerksamkeit und dies ist in einer stabilen Beziehung eher möglich als in promisken Lebensmodellen. Polyamore  und Promiske Lebensweisen haben  zwar auch ihre Berechtigung sind aber nicht so stabil wie monogame und geben nicht so viel Halt weil der Partner beliebig austauschbar ist.

Daher liebe roten Socken traut Euch!!!!

 

 

 

 

Antrieb und hypoaktives ADHS

Heute ist wieder so ein Tag. Ich habe frei und im Haushalt noch viel zu tun. Unsere Wohnung verwandelt sich immer wieder in ein großes Chaos. Doch bin ich nicht in der Lage mit dem Aufräumen anzufangen und der Nachmittag ist sehr fortgeschritten.

Ich schaffe es aber auch immer wieder langweillige Tätigkeiten wie putzen  und Aufräumen aufzuschieben. Und was mir dazu alles einfällt ist wirklich spannend. Ich telefoniere viel und bade und ich tagträume.

Ich denke dass Tagträume schon ein Teil des Problems sind. Gerade hatte ich eine Phantasie um eines meiner Lieblingsthemen der  Binnenschifffahrt. Manchmal denke ich dass Phantasien wirklich so giftig wie eine Droge sind. Wahrscheinlich missbrauchen hypoaktive ADHSler auch Phantasien als Droge. Der Pornografiekonsum und auch Masturbation soll bei einem großen Anteil der männlichen ADHSler  vom vorwiegend unaufmerksamen Typus suchtartigen Charakter haben. Dadurch läßt sich diese Sucht auch erklären.

Ich träume gerne von der perfekten Welt. Eine perfekte Welt ist gerade für mich als hypersensiblen „Gutmenschen“ 😉 sehr wichtig. Scherz beiseite, manchmal finde ich den ganz normalen Alltag nur schwer ertragbar. Und Nachrichten über Katastrophen so wie so.

Ich tagträume von einer niedlichen perfekten Kleinstadt, wo ein perfekter Peter mit einem perfekten Mann ein perfektes Leben lebt.

Ohne die Medikation mit Stratterra und die Beschäftigung mit der tagträumerischen Variante des ADHS wäre ich gar nicht in  der Lage mich diesem Thema zu stellen. Es ist kein Trauma dass mein Hirn zur Realitätsflucht anstiftet. Obwohl einiges an meinem Leben schon immer schwierig war.  Doch eigentlich basieren diese Schwierigkeiten auf den angeborenen psychischen und neurologischen Problemen. Und hier beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz.   Ich überlege ob mir nicht ein Mantra  oder ein Gebet helfen würde in dem ich mein Leben als gut und traumhaft erkläre. Obwohl was ist an staubwischen und Unterlagen sortieren traumhaft? Wahrscheinlich brauche ich realistische Belohnungen für meine Putz- und Sortieraktivitäten. Im Grunde geht so etwas vielleicht noch mit Bestechung. Aber was ist wenn man sich die Belohnung zwar nimmt aber die Arbeit nicht macht. Das ist eine wirklich interessante Frage. Ich denke dass ich mich mit etwas belohnen muss. Vielleicht mit Futter für meine Phantasien. Das ist doch mal etwas. Vielleicht ein Museumsbesuch oder ähnliches. Manchmal könnte ich an meiner Lethargie verzweifeln. Vielleicht fällt Euch liebe Leser ja ein was man da tun kann. Ich glaube es ist besser wenn ihr die Idee beim Patentamt anmeldet als sie auf meinem Blog zu posten. Also das wäre schon ein großer Schritt in der Behandlung von ADHS.

Ich vermute dass sonst einige hypoaktive in der Lage wären auf dem Sofa zu verrotten.

Mit Stratterra kam mehr Realitätssinn!

Seit meiner Kindheit tröste ich mich durch ein reges Phantasielben. Etwa von Abenteuern im wilden Westen oder als Auswanderer in Kanada auf der Prince Edward Island.

Noch vor etwas mehr als einem Jahr ging ich dieses Phantasien nach. Ich träumte etwa einen indianischen Mann auf der Prince Edward Island zu heiraten und dort im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft zu betreiben.

Mittlerweile ist das anders. Ich akzeptiere meine Realität zu einem größeren Teil. Mir ist bewußt wie gut Martin mein Mann zu mir passt.

Und wie unmöglich es sein würde das ich diesen Traum von der Prince Edward Island leben würde. Dennoch depremmiert es mich kaum. Nicht das sich meine Realität so immens verbessert hätte. Dennoch habe ich Hoffnung das ich beruflich als Alltagsbetreuer für demente Menschen Fuß fasse. Auch verfolge ich die  Idee einen Grabelandgarten zu pachten. Nur leider fehlt mir noch immer Geld für die Abstandssumme.

Einiges an der Prince Edward Island finde ich immer noch schön. Die Landschaft dort mit den vielen Meeresbuchten und der roten Erde. Vielleicht gelingt es mir mal genug Geld zu sparen und dort Urlaub zu machen.

Es ist schon erstaunlich dass ich nur noch ganz selten meinen alten Phantasien nachgehe. Ich glaube man sieht mir das auch an. Meine Augen wirken Erwachsener nicht mehr so verträumt und kindlich wie früher. Es ist schwer zu beschreiben, sonst hatte ich immer Augen wie ein pubertierendes Mädchen.

Ansonsten bin ich der Gleiche geblieben. Ich mag die gleichen Dinge wie vorher auch nur das ich weniger tagträume und ausgeglichener bin.

Und zufriedener bin ich geworden. Auch wenn die Aussicht dass ich etwa noch einen akademischen Abschluss nachhole sehr schlecht ist und ich in einem  schlecht bezahlten helfenden Beruf arbeiten werde.

Ich fühle mich aber die meiste Zeit besser als sonst.

 

 

 

 

 

 

ADS und sich wehren und andere beschützen

Das ist schon merkwürdig, dass es mir leichter fällt für andere Partei zu nehmen als mich selber gegen verbale Angriffe zu wehren.

Wenn es darum geht andere Randgruppen und soziale Minderheiten in Schutz zu nehmen, da bin ich sehr kämpferisch. Wenn es aber um die eigenen Interessen geht bin ich häufig kleinlaut und defensiv.

Vieles hat sicher mit der   Hypersensibilität zu tun und noch mehr mit dem Selbstwert.

Irgendwie ist mir das Leid Anderer mir mehr wichtig als das eigene Leid.

Obwohl ich schon manchmal in Selbstmitleid zerfließen kann. Doch ist und war mein Leben immer auch schwierig. Schon alleine deswegen weil ich mich  nicht so wehren kann wie Andere.

Das hat mich auch zum perfekten  Opfer gemacht. Dadurch dass ich mich nicht genug gewehrt habe bin ich stark verbittert oder habe in der Vergangenheit überreagiert.  Mittlerweile fühle ich mich wohler  in meiner Haut und mein Grenzenloses Mitleid scheint gebändigt zu sein.

Ich bin glücklicher als früher und wehre mich auch  mehr. Und das Dank der Pharmalobby ;-)!!! Erst die Einnahme von Stratterra hat mir geholfen mich auch gegen verbale Angriffe selber zu verteidigen. Das war früher durch das Gefängnis an Tagträumen nicht möglich!

 

 

Was hat sich durch die ADHS Diagnose verändert?

Seit über einem Jahr habe ich Gewissheit darüber dass ich an der tagträumerischen Variante des ADHS leide. Nun ist es an der Zeit Resumee zu ziehen was das in meinem Leben verändert hat.

Zum einen habe ich endlich eine Erklärung für meine angeborene Hochsensibilität und die vielen Stimmungsschwankungen .

Ich habe endlich mehr Verständniß für mich und meine  Angehörigen was deren Schwierigkeiten im Umgang mit  mir angeht. Ich bin durch die Behandlung mit Stratterra ausgeglichener und durch die reduzierte Impulsivität verträglicher in sozialen Situationen. Bei verbalen Angriffen kann ich mich besser wehren. Die Aufmerksamkeitsspanne bei vielen Arbeiten hat sich verlängert ich habe mehr Ausdauer bei langweilligen Tätigkeiten.

Nach wie vor sind Probleme bei der Organisation meines Alltags geblieben und auch beim Antrieb. Ich will den fehlenden Antrieb durch Sport wie schwimmen in Gang bringen und mich mit Organisationstechniken beschäftigen. Zum Beispiel mit der Ablage von  wichtigen Unterlagen und Terminplanung. Die sogenannten höheren Handlungsfunktionen die beim ADHS beeinträchtigt sind, sind immer noch ein Problem. Auch kann es noch schwierig für mich sein Wut angemessen auszudrücken.  Ich schlucke immer noch viel zu viele Respektlosigkeiten herunter und wehre mich noch immer zu wenig, aber mehr als vorher.

Dadurch das ich mich mit Hochsensibilität beschäftigt habe, habe ich gelernt wie sehr mich das prägt. Dass sich diese Art  der Wahrnehmungs sogar im Schlafzimmer bemerkbar macht und auf die Partnerwahl auswirkt. Ich mag eher schlanke und zerbrechlich wirkende reifere Männer. Auch bei erotischer Photografie ist das so.

Beruflich werde ich ganz sicher als Alltagsbetreuer Fuß fassen. Obwohl ich nie so gut werde wie meine türkischen Kolleginnen. Aber ich lerne immer mehr dazu und werde empathischer. Und berufliche bezogen ist das gut.

Ich  bin mit meiner Partnerschaft zufriedener obwohl ich sicher gerne einen Partner hätte der geselliger ist und auch mehr Antrieb nach der Arbeit hat. Ich glaube dass ich noch ein relativ normales und glückliches Leben führen werde.

 

 

 

Hypoaktives ADHS in Filmen und Romanen

Wenn ich an Figuren aus Filmen und Romanen mit hypoaktiven Zügen denke dann fällt mir zu aller erst Anne of Greengables ein. Anne ist sehr phantasiebegabt und in der Ursprungsfassung von Lucy Maud Montgomerys Jugendroman benutzt Anne gerne sog. „big words“. Sie spricht zu Erwachsen und gestelzt. Sie vertieft sich immer in Romane und Gedichte und ihre ganze Umwelt ist von Fabelwesen belebt.

Sowohl die Kurzgeschichte als auch der Film um den Tagträumer Walter Mitty geben einen Aufschluß über die Gedankenwelt von hypoaktiven ADHSlern. Besonders was die Unmöglichkeit der Steuerung der Tagträume angeht ist das so.

Dann gibt es noch einen Film über die junge Frau Poppy. Sie ist immer sehr überdreht und versucht alle Menschen in ihrem Umfeld glücklich zu machen. Auch sie wirkt sehr verspielt und im Herzen noch kindlich. Und sie hat einen liebenswerten warmherzigen Humor.

Wenn meinen Lesern noch andere Figuren einfallen wäre ich für eine Ergänzung der Liste dankbar.

Hyperaktives ADHS kommt in der Kinderliteratur häufiger vor wie etwa bei Michel aus Lönneberga  und natürlich bei Pippi Langstrumpf. Anne of Greengables war meine ich auch Inspirierend für Astrid Lindgren.

Ansonsten fällt mir wie gesagt keine Figur mehr ein.

 

 

Hochbegabt, hypoaktiv und Hypersensibel

Im letzten Blogpost habe ich schon einige Probleme beschrieben die mit meinem Bündel an Störungen verbunden sind.

Nicht nur dass ich drei die Wahrnehmung beinflussende Störungen habe darüber hinaus habe ich als Folge auch soziale Ängste entwickelt. Ich habe eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung. Und der Szenefrust ist bei mir auch immens.

Ich weiss nicht immer wie ich damit umgehen soll. Es ist aber wohl sinnvoller das ich mich nicht mehr so stark über die Sexualität definiere.

Auch muss ich mir Nischen schaffen wo meine sozialen Bedürfnisse erfüllt werden können. Dortmund ist im Grunde eine fürchterliche Stadt. Da wir ja nur eine technische Universität haben an der nur sehr wenige sozial und Kulturwissenschaften gelehrt werden und natürlich durch die mangelhafte wirtschaftiche Infrastruktur der Stadt hat Dortmund einen richtigen Brain Draign. Viele intelligente Menschen ziehen hier einfach weg. Das merkt man auch bei kulturellen Veranstaltungen. Das Dortmunder Klassik-Publikum ist im Grunde sehr alt und dazu noch kleinbürgerlich. Ich bekomme regelmäßig auch bei Konzerten von lateinamerikanischer Gitarrenmusik im Konzertsaal Beklemmungen. Ich habe  oft Angst anzuecken  oder negativ aufzufallen weil ich nicht so stock steif dasitzen kann wie die scheintoten konservativen Senioren.

Nicht das ich gar keine Nischen in der Stadt habe nur dass das Publikum bei „alternativeren“ Veranstaltungen wie etwa im Concordia Art hier am Borsigplatz dann auch bestimmte Klischees erfüllt. Das Publikum ist dann immer pädagogisch wertvoll. Aber damit kann ich umgehen.

Was hier noch ein Problem ist, ist bei alternativen Leuten dieses proletarische Bewußtsein. Sich ungehobelt zu benehmen und auch sich prollig auszudrücken gilt hier auch bei gebildeteren jüngeren Leuten als chic. Ganz besonders fällt mir das im Subrosa auf. Nun ja ich kann damit schon  umgehen aber es ist so wirklich mein Ding. Und im extrem Linken Lager gibt es auch Männer die wirklich homophob sind. Also dass irgendwie Künstler mit Sidecut-Frisur für schwul gehalten werden und ähnliches und das bei einer Veranstaltung mit Liedern von Rio Reiser. Dortmund ist ein sehr prollige und teilweise auch spießige Stadt. Und wenn man sich nicht für Fußball interessiert hat man auch schon schlechte Karten.

Bürgerlichere Leute sind nur mit Kinderkriegen und aufziehen beschäftigt. Manchmal nervt dass auch wenn man das 100ste Smartphone Foto von dem kleinen Alexander oder der niedlichen Lea gezeigt bekommt. Ich habe schon häufiger überlegt, dass wenn wir eine neue Katze bekommen ich sie auch bei allen möglichen und unmöglichen Sachen fotografiere. „Das ist Minka beim krallen wetzen am neuen Sofa, und hier kackt sie gerade auf meinen selbstgehäkelten Vorleger. Ist das nicht süß“!

Wenn Kinder adoptieren für Schwule und Lesben noch  zur Pflicht wird wander ich glaube ich aus. Nicht das ich Kinder nicht mag aber ich fühle mich da einfach auch schnell außen vor. Und diese Proletarischen Attitüden bei den Linken oder Alternativen Mitbürgern ist mir ein Graus. Weil ich einfach nie so spreche höchstens wenn ich wütend bin.