Nepalesisches Kunsthandwerk für Weihnachten

Heute möchte ich Euch einen Stand des Weihnachtsmarktes auf dem sog. Probsteihof in Dortmund empfehlen. Er verkauft wunderschönen Weihnachtsschmuck aus Pappmachee der für die Leprahilfe in Nepal gefertigt wurde.

Ich besuche ihn jedes mal im Jahr mehrmals. Dort kann man verschiedene Artikel rund um das Thema Weihnachten und als Geschenke kaufen. Es gibt auch Silberwaren aus Nepal, gestricktes und gemaltes, hangeschöpftes Verpackungspapier und Recycklingprodukte dort zu kaufen.

Auch eine kleine Cafe-Ecke gibt es in der großen Holzhütte auf dem Probsteihof. Für mich ist das einer der schönsten Stände in Dortmund.

Leider liegt der Stand etwas versteckt auf dem Probsteihof. Der liegt in der Nähe von Kaufhof oder vielmehr dahinter wo  auch die Probsteikirche ist.

Ich wünsche Euch noch viel Spass beim shoppen auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt und eine schöne, besinnliche Adventszeit.

Advertisements

ADHS und angemessene Umgebung

Mir fällt immer wieder auf das ich in vielen Dingen einen sehr schlichten, fast schon skandinavischen Geschmack habe. Grelle Farben und glänzende Oberflächen mag ich gar nicht. Für mich ist etwa die Parfümerieabteilung eines Kaufhauses eine Art Schreckenskabinett. Die vielen verschiedenen Gerüche und auch die glänzenden Verpackungen irritieren und belasten das Aufmerksamkeitsvermögen.

Außerdem könnte ich mir nur schwer einen längeren Urlaub in einer Megametropole wie etwa London oder Paris vorstellen. Schon alleine die vielen Geräusche und Eindrücke sind für mich belastend und ermüdend.

Es wundert mich nicht das ich die Heimat der Kinderbuchfigur Anne of Greengables, die Prince Edward  Island schön finde. Ich mag die ruhige, wenig dramatische Erscheinungsbild der Landschaft mit ihren Meeresbuchten und der gewellten Kulturlandschaft.

Ähnlich geht es mir mit der Landschaft meiner Ursprungsheimat, mit dem Ermland, was nicht so wild ist wie etwa das benachbarte Masuren.

Störende Reize zu vermeiden ist anscheinend für mich die richtige Strategie um meine Konzentrationsfähigkeit zu stärken und psychische Belastungen zu vermeiden. Bisher bin ich damit gut gefahren. Und ich bin froh das Dortmund nicht so ein „Moloch“ ist wie etwa andere größere deutsche Metropolen.

ADHS und Selbstwert

Das Selbstwertgefühl vieler ADHSler ist sehr schlecht. Zum einen ist ADHS  so ein ähnlich stigmatisierendes Merkmal wie etwa Demenz. Mir ist das selber aufgefallen wie sehr ich ich Angst vor den dementen Gästen in der Altentagesstätte hatte in der ich arbeite. Dabei sind viele dieser Gäste rührend und unschuldig. Genauso wie es das Klischee des bösartigen dementen Menschen gibt so gibt es das Klischee des antisozialen undisziplinierten ADHS-Betroffnen. Oder in meinem Fall des Hans Guck in die Luft der dauernd Fehler macht und alles durch seine Langsamkeit verzögert und blockiert.

Das führt natürlich dazu das viele ADHsler sich wertlos fühlen. Dabei hat das ADHS durchaus Stärken. Mir wird bewußt wie viel Geduld ich mit den Dementen habe. Ich bin nie verletzt wenn in ihrem Kopf mal so ganz ein anderer Film läuft und sie nicht kooperativ sind. Auch meine Kreativität und mein Wissen dass ich durch den Hyperfokus auf viele verschieden Themen erworben habe hilft mir in vielen Bereichen.

Und dann auch der Gerechtigkeitssinn. Keiner ist so leidenschaftlich wie ich wenn es um benachteiligte in unserer Umgebung geht. Zum Beispiel ist die Sendung „Baustelle Deutschland“ im WDR aus einer meiner Ideen erwachsen. Das Cafe für Hiv-Positive in der Innenstadt in Dortmund war meine Idee bei der Finanzierung des Projektes habe ich mich mit Ratschlägen und Initiativen beteilligt. Auch habe ich in meiner ehemaligen Heimatstadt Lünen und im Enneppe-Ruhr-Kreis Projekt zur Gewinnung von regnerativen Energie aus Abfällen angestoßen. Auch auf der Prince Edward Island, meiner imaginären Heimat, habe ich zwei Frauen angeregt aus Kartoffeln Wodka zu brennen. Und den Prince Edward Wodka gibt es seit einigen Jahren zu kaufen.

Gedankt hat mir das übrigens keiner dennoch bin ich  stolz auf das Erreichte. Und meine Bescheidenheit war früher bodenlos doch die Butter lasse ich mir jetzt nicht mehr  vom Brot nehmen.

Ich bin davon überzeugt das auch andere ADHSler sympathische Züge haben die sie zu wertvollen Menschen machen. Etwa durch künstlerische Fähigkeiten, Fantasie oder auch Empathie. Und wir  müssen lernen uns daran zu erinnern.  Obwohl wie häufig im Alltag scheitern sind wir auch wertvolle Menschen wie linear denkende Menschen auch. Nur das wir bei kontinuierlicher Arbeit an einem Projekt häufiger Schwächen zeigen. Doch kann man dem mit entsprechender Planung und Begleitung begegnen. Jeder ADHSler kann nützlich für die Gesellschaft werden wenn er die nötige Hilfe bekommt.

 

 

 

 

 

Homophobie im Alltag

In vielen Medien wird das Leben von schwulen Männern immer als so glamourös dargestellt. Dort sieht man den schwulen Pop-Star oder Modemacher die einen exzentrischen Lebensstil pflegen und Stilikonen sind.

Exzentrik ist in diesem Zusammenhang immer eine Deutung der Anderen. Für Teile der Schwulen oder gar lesbischen Gemeinschaft ist dies nichts exzentrisches gegengeschlechtliches Rollenverhalten zu zeigen, sondern natürlich und entspricht fest ihrer Persönlichkeit.

Im Grunde wird da ein wenig die Welt auf den Kopf gestellt. Ein strickender Mann aus Litauen hat einen Blog der sich „straight knitter“ nennt um sich bewusst von vermeintlich schwulen Männern abzugrenzen die stricken, obwohl dieses Klischee nicht mehr so ganz passt. Ich kenne nur sehr wenige schwule Männer die auch stricken.

Aber wie sieht der Alltag von Schwulen und Lesben aus. Ja es gibt tatsächlich immer noch rauschende Partys und sexuelle Ausschweifungen, zumindest für einige  schwule Männer.  Lesbische Frauen leben wesentlich monogamer und bürgerlicher.

Das Leben in einer heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft ist dennoch von Vorurteilen und einem Rechtfertigungszwang geprägt. Heute wurde ich wieder unfreiwillig wieder in eine Diskussion über die Homoehe verwickelt. Als wäre es so eine Unverfrorenheit das auch gleichgeschlechtliche Paare ihre Beziehung rechtlich absichern wollen und auch eine Familie gründen wollen. Es ist anstrengend sich für selbstverständliche Dinge rechtfertigen zu müssen und dann noch gesagt zu bekommen dass der heterosexuelle Gegenüber „Dagegen“ ist, und das auch bleiben will.

Sicher hat sich da schon die  Meinung in der Allgemeinbevölkerung verändert. Und sicher gibt es auch Auswüchse bei dem Kinderwunsch von  gleichgeschlechtlichen Paaren wie etwa die bezahlte Leihmutterschaft. Und natürlich das Kind als Statussymbol dass das Tüpfelchen auf dem I für das eigene Ego ist. Wobei es sich nicht leugnen läßt das es diese Phänomene auch bei Heteropaaren gibt. Dennoch ist es erniedrigend wenn man darüber diskutieren muss. Das mit zweierlei Maß gemessen wird.

Erfahrungen mit körperlicher homophober Gewalt sind in der westlichen Welt selten, es sei den es handelt sich um Transphobie. Dennoch ist die Alltagshomophobie und die Heteronormativität alltäglich. Insbesondere Jugendliche, Menschen über 60 und einzelne Teile von Migrantencommunities und natürlich konservative religöse Menschen lehnen immer noch Homosexuelle und ihre Lebensweise ab und definieren sie als minderwertig. Einigen homosexuellen Menschen wie mir denen man ihre Orientierung  leichter ansieht haben es mitunter mit einer Doppeldiskriminierunge zu tun. Sie werden sowohl in einigen Heterosexuellen Gruppen abgelehnt als auch als Sündenbock für die eigene Diskriminierung in der eigenen Subkultur missbraucht.

Und das hat Folgen die sich psychische bemerkbar machen. Angststörungen und Depressionen sind wesentlich verbreiteter als unter Heterosexuellen. Und dies nur aus dem einfachen Grund dass das eigene Geschlecht sexuell begehrt wird oder das Verhalten als unmännlich oder bei lesbischen Frauen als unweiblich stigmatisiert wird.

Das solche Blogposts noch im 21 Jahrhundert geschrieben werden müssen ist beschämend und frustrierend. Obwohl es da auch eine Öffnung der Gesellschaft für Homosexuelle gibt die beispiellos in der europäischen Geschichte ist. Doch leider ist das nicht genug.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Hypoaktive Jugenddemenz“

Im Moment arbeite ich mit an Demenz Erkrankten Gästen eine Altenbegegnungsstätte in dem Stadtteil in dem ich wohne. Mir fällt aber auch auf das ich teilweise auch sehr leichte demenzartige Symptome zeige.

Was ähnlich bei hypoaktivem ADHS ist, ist dass das Kurzzeitgedächtnis sehr schlecht ist. Dafür das Langzeitgedächtnis unwahrscheinlich gut.

Das fand ich verblüffend. Neulich ist mir etwas in meinem Handarbeitskreis in meiner Freizeit passiert das hat mich richtig erschrocken. Nach dem ich von meine Häkelarbeit durch ein Gespräch abgelenkt war, brauchte ich erst einmal eine Weile um wieder zurück zu dem einfachen Rippenmuster aus halben Stäbchen zu finden. Das hat mich wirklich erschreckt.

Hypoaktives ADHS zeigt auch Ähnlichkeiten  zum Asperger Syndrom. Ich bin nicht so schlagfertig wie andere und auch nicht so emotional schwingungsfähig. Das heißt ich wirke oberflächlich stoisch und manchmal regelrecht Roboterhaft und natürlich spröde. Manche Leute halten mich auch für Humorlos, aber ich verstehe nicht jeden Witz sofort und ich kann wegen der Sensibilität auch nicht über alles lachen.

Dennoch tut mir die Arbeit mit dementen Menschen gut. Sie haben etwas anrührendes und ich habe keine Angst mehr davor selber mal an dieser Krankheit zu erkranken. Vielleicht mag ich gerade wegen meiner eigenen neurologischen Beeinträchtigung diese Menschen so sehr. Obwohl es für mich nicht einfach ist mit ihnen zu arbeiten. Aber psychisch ist es für mich nur wenig anstrengen. Das finde ich erstaunlich. Ich glaube ich habe endlich eine Beschäftigung für mich gefunden die für mich geeignet ist. Auch der hauswirtschaftliche Teil meiner Aufgabe fällt mir leichter als noch vor Jahren. Ich glaube das mein Leben endlich in Bewegung kommt und ich doch noch ein relativ normales Leben führen werde. Das wird mit Anfang 40 auch wirklich Zeit.

Zwanghafte Persönlichkeitsstörung und ADHS

Ich arbeite jetzt als Betreuer für demente Senioren in einer Alltentagesstätte. Mir fällt auf das ich dauernd davor Angst habe etwas falsch zu machen. Diese Angst kann sich bei  einigen ADHSlern zu einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung steigern.

Das vieles mehrfach kontrolliert wird und alles aufgeschrieben aus Angst etwas zu vergessen. Die kurze Aufmerksamkeisspanne bei ADHS macht ängstlich und sorgt für übertriebene Sorgfalt und verringert noch  einmal das schon langsame Arbeitstempo.

Gott sei dank ist das bei mir nicht der Fall dennoch habe ich immer ein schlechtes Gewissen und ein Gefühl der Unsicherheit.

Auch viele schlechte Erfahrungen aus meinem ursprünglichen Berufen im kaufmännischen Bereich prägen mich  natürlich und ich habe dauernd Angst davor wieder etwas falsch zu machen. Sicherheit gibt mir aber das Kollegen für mich mitunter mitdenken. Dafür mache ich auch unangenehme Aufgaben wie spülen oder Tische abputzen gerne weil das einfacher für mich ist.

Die Behandlung mit Stimulantien oder einen aufmerksamkeitssteigernden Antidepressivum hilft mir auch da. Stratterra verlängert die Aufmerksamkeitsspanne. Obwohl ich dadurch häufig einen Morgenblues bekomme. Ich habe große Unlust mich auf den Weg zur Arbeit zu machen weil ich weiss dass ich meine Gedanken zusammen behalten muss. Es gelingt mir dann   doch und wenn ich da bin läuft vieles wie ein automatisches Programm. Ich bin dafür aber nach Feierabend sehr erschöpft und mitunter habe ich auch Kopfschmerzen weil dies so anstrengend ist. Genug Schlaf vor Arbeitsbeginn erleichtert mir einiges dennoch bin ich schon nach 6 Stunden fix und Alle. Ich beneide die Kollegen um ihren Elan und ihre geistige Leistungsfähigkeit.

Kultur und Psyche!

Ich schreibe viel über ADHS und die komorbiden Krankheiten. Aber hat das etwas mit unserer Kultur zu tun in der wir leben. Mir ist aufgefallen das Chinesen etwa keine Ironie verstehen. Wie zeigt sich dann in ihrer Kultur etwa Autismus, da ja gerade das fehlen des Verständnisses von Ironie ein Symptom dieser geistigen Behinderung ist. In Saudi Arabien ist dagegen ADHS viel stärker verbreitet als in der westlichen Welt. Hat das mit der Kultur zu tun. Verstärken bestimmte kulturelle Phänomene Symptome des ADHS oder lindern sie.

Mein Patenonkel, ein Bruder meines Vater und mein Großvater mütterlicherseits zeigten hypoaktive ADHS Symptome. Als Kind wurde ich immer mit  Onkel Leo verglichen, den ich  nicht mehr bewußt kennengelernt habe weil er bei einem Motorradunfall verstarb. Das gleiche gilt für meinen Großvater. Beide lebten auf dem Land. War das damalige Leben auf dem  Land mit seinem langsamen Tempo vielleicht besser, gesünder für sie. Onkel Leo bekam auch so etwas wie psychotische Symptome und Opa Paul war so langsam das er es nicht rechtzeitig schaffte vor der  Ernte das schon lange löchrige Dach der Scheune zu flicken. Aber dennoch lebten sie relativ erfolgreich.

Ich würde sagen das sie normal lebten. Ich denke dass das Tempo unserer Zeit gerade für hypoaktive ADHSler schwierig ist.

Das ist für mich sicher. Aber  vielleicht wäre es intressant festzustellen welche Lebensweise für ADHSler besser ist und welche schlechter. Ich sehne mich als Großstädter manchmal nach der Überschaubarkeit der Kleinstadt zurück in der ich aufgewachsen bin. Und Ruhe und wenig Veränderung sind im Grunde günstig für mich. Obwohl dieses Leben auch sehr langweillig sein kann. Aber ist nicht die ständige Reizüberflutung unserer modernen Gesellschaft eine Belastung für die Psyche und Menschen mit ADHS? Ich denke schon, obwohl das Problem ja nicht durch die Kultur gemacht worden   ist und es wahrscheinlich ADHSler schon in der Steinzeit gab. Ich freue mich  aber auf jeden Fall daran das meine Heimatstadt für eine Großstadt ein sehr langsames Tempo hat und auch von den Geräuschen erträglich ist. Und Spaziergänge im Grünen kann ich auch hier mitten im Ruhrgebiet machen. Sie geben mir auch Möglichkeiten der Erholung nicht nur für den Körper sondern für die Seele. Aber trotzdem fände ich eine Kulturantropologische Studie zu diesen Themen intressant.