Dauernd reden müssen – Loghoreo bei ADHS

Heute war ich bei einer Kirchenveranstaltung und ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Es tat einfach gut dass ich nicht immer das meiste an Gesprächen bestreiten mußte. Als hypoaktiver ADHSler bin ich zwar verhältnismäßig ruhig aber manchmal kann ich Menschen ins Wort fallen und lange Monologe halten die auf andere anstrengend wirken. Ich kann besser zuhören und unterbreche nicht  mehr so sehr andere beim erzählen.

Die ist auch eine direkte Wirkung der Medikation. Ich kann das besser steuern als früher.

Früher hatte ich immer so Phasen wo ich kein Ende fand beim erzählen, mir wurde dann immer unterstellt ich müßte immer im Mitelpunkt stehen. Genau weiss ich nicht  woher das kommt das ich manchmal so sehr an sog. „Sprechdurchfall“ 😉 leide.

Obwohl das wechselt auch bei mir wo ich richtig in mich gekehrt und stoisch wirke. Häufig ist meine Erzählweise von einem heiteren Lachen begleitet auch wenn es nichts lustiges zu erzählen gibt.

Das ist schon sehr merkwürdig als wäre es Verlegenheit. Ich glaube ich freue mich daran dass ich zum erzählen komme. Ich führe dauernd innere Dialoge. Mein Kopf ist dauernd voller Gedanken und Ideen.  So kann es mich eigentlich nicht wundern das ich so eine Plaudertasche bin. Mir wird auch immer unterstellt weil ich viel erzähle dass ich kaum Geheimnisse für mich behalten kann. Manchmal finde ich das schon schwierig, weil der impuls da ist alles von mir zu erzählen. Ich kann schon Geheimnisse bewahren, nur mir fällt es wohl deutlich schwerer als anderen.

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Ein Traummann aber unerreichbar weil schon seit dutzenden von Jahren nicht mehr am Leben!

Irgendwie so etwas habe ich mir als Mann vorgestellt, bekommen habe ich ein Bleichgesicht, schnüff. Aber ich liebe mein Bleichgesicht auch und immer nur Büffelbraten wäre auch nichts für mich, wo ich doch so ein Gemüsefan bin.Featured image

Rubensfrauen und Spargeltarzane

Ich fühle mich manchmal richtig strange. Also ich mag ja Spargeltarzane sehr gerne. Eine Freundin sagte ich würde Fischgräten mögen weil fast alle Männer die ich mochte sehr schlank waren. Klar da gab es auch den einen oder anderen der üppig war.

Dünne Männer sind in der Szene wirklich nicht beliebt. Es grasiert das Fitnessfieber. Manchmal sieht das ganz komisch aus. Wenn ein tuckiger Typ mit Schultern wie ein Bauarbeiter in einer Bar oder Party auftaucht. Irgendwie finde ich das bizarr.

Es hat etwas mit unserer Wirtschaftsweise zu tun das untrainierte Männer und dicke Frauen als undatebar gelten.

Unsere Kultur ist sehr  Leistungsorientiert. Man spricht hier auch von der sog. protestantischen Leistungserotik. Ich habe das schon mal erwähnt. Unsere Kultur wurde ja lange sehr von Einflüssen aus den USA dominiert. Der dort herrschende Turbokapitalismus und Individualismus prägt im Grunde die ganze westliche Welt.

Leistung ist die oberste moralische Maxime oder das höchste Gebot. Dicke Menschen gelten als undiszipliniert weil sie ihr Essverhalten scheinbar nicht kontrollieren können. Selbstkontrolle und Selbstdisziplin ist eine Pflicht.

Untrainierte Männer gelten als faul. Sicher gab es auch schon im alten Griechenland Athleten. Aber hier geht es um ein überkommenes Männlichkeitsbild. Ein Mann braucht keine Muskeln mehr, außer auf dem Balzplatz der Datingportale und Nachtclubs.

Dabei will ich nicht häufig genug betonen kann, unser wichtigstes Sexualorgan ist das Gehirn. Wie sieht es mit der Schulung des Gehirns oder unserer Seele aus. Wie liebesfähig sind wir. Ist Liebe dann noch vorstellbar wenn wir nur einem allgemeingültigen Ideal nacheifern. In Wahrheit lieben wir doch das was den Geliebten die Geliebt ausmacht.

Was assoziere ich etwa mit dem Körper meines Spargeltarzans. Ich mag seine Zartheit und Zerbrechlichkeit, sein schmales männliches Gesicht und seine schönen Beine, die mit jedem Tänzer mithalten können.

Mein Assoziationen zu fülligen Menschen ist, das sie genussfähig sind und gerne lachen. Ich kenne kaum einen Menschen der eine ähnliche Figur hat wie ich und nicht gerne lacht.

Wie ansteckend das doch sein kann und wie heilsam wenn man auch Selbstironie hat. Das ist schon ein sehr großer Wert den ein starker Bizeps nicht ausgleichen kann. Was nützt mir ein mießgelaunter Hungerhaken oder ein selbstverliebter Muskelmann.

Ja und füllige Menschen können schön sein. Was wäre die Welt ohne eine Beth Dito, einen Dirk Bach oder dieser blonde Spargel von Moderator mit der leichten Lippenspalte.

Also ich würde ihn daten wenn ich Singel wäre. Ich denke dann noch an Jan aus der Gemeinde der sehr groß und kräftig ist. Wie fasziniert ich doch war als ich sah wie geschmeidig und bedächtig er sich bewegt. Das war schon eine harte Prüfung für mich nicht dauernd Süßholz zu raspeln.

Jeder Mensch kann auf seine Weise schön sein. Es ist egal was in der Mate, Cosmopolitan oder Mens Health steht. Nur jeder ist es auf seine Weise.

Und ich bin übrigens doch nicht asexuell. Ich kann einfach nicht auf Muskelmänner oder Bären. Das ist auch war. Aber wie geht das Sprichwort „auf jeden Topf passt ein Deckel“ und das ist egal was da unserer Kulturelle Norm ist.

Probleme in der Psychotherapie von homosexuellen Patienten

Was ein Problem für Therapeuten von homosexuellen Patienten sein kann, ist die Unkenntnis über die Szene.

Zum einen können Diskrimminierungen durch die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft ein Problem sein. Zum anderen können auch Diskrimminierungen durch die Subkultur selber zu Beinträchtigungen führen.

Heteronormativität ist derart dominant in unserer Gesellschaft das auch Homosexuelle dies sehr stark verinnerlichen. Man kann sich unmöglich frei machen von diesem Phänomen.

Es gibt daher auch eine Art Hackordnung innerhalb der schwulen Szene. An unterster Stelle stehen da dort häufig die Schwule Männer die als zu klischeehaft wahrgenommen werden. Es sind dabei häufig feminin wirkenden Männer und auch Transgender.

Sie stellen bei einigen Gruppen aus der Kultur ihr eigenes, männlich überhöhtes Selbstbild in Frage.

Zum Beispiel ist die SM und Lederszene sehr feindlich gegenüber in ihrer sozialen Rolle abweichenden Schwulen eingestellt. Ich wurde schon  mal wie erwähnt  als Votze von einem Ledermann auf einen Kontaktversuch beschimpft.

Auch Ausgrenzung wegen des Aussehens kommt vor. Ich habe dies ja schon in zahllosen Beiträgen zum Thema gemacht. Aber der Zwang schön zu sein ist für schwule Männer ähnlich extrem wie bei heterosexuellen Frauen. Daher kann es häufiger zu Bulemie und Magersucht kommen.

Bei der Magersucht kann meines erachtens noch ein weiteres Problem vorkommen. Ich bin kein Tiefenpsychologe. Aber bei einer Ephebophilen Neigung, also einer Vorliebe für Jugendliche im Alter von etwa 14 bis 20 Jahren kann, das denke ich eine Magersucht begünstigen. Durch das Hungern wird die Ausbildung eines vermeintlich erwachseneren Körpers verhindert so dass der Betroffene meint weiter für Jugendliche sexuell  intressant zu sein. Es gibt Schätzungen das etwa 20 Prozent der Schwulen Jugendliche bovorzugen.

Deviante Neigungen und Parphilien können auch innerhalb der Subkultur zur Ausgrenzung führen. Ich denke z. B. an eine Vorliebe für Transsexuelle oder fetischistischen Transvestittismus. Auch schlichtweg Bisexualität kann zu Ausgrenzung führen. Die Bisexualität wird sowohl für Heterosexuelle als auch in der schwulen oder auch lesbischen Community als Bedrohung für das ausschließlich homosexuelle Selbstkonzept gesehen. Es gibt Untersuchungen dass bei Bisexuellen das Vorkommen an Depressionen wesentlich höher ist als bei ausschließlich homosexuellen Menschen.

Die Ausgrenzung von lesbischen Transfrauen ist in der jeweilligen Community ein großes Problem. Dagegen werden Transmänner problemlos in die Gemienschaft aufgenommen.

Für alle diese Menschen ist es wichtig Freiräume zu finden in denen sie sich aufgehoben und respektiert fühlen. Nach diesen Freiräumen zu suchen kann Therapieziel sein. Also dem finden einen Selbsthilfegruppe oder einer Nische in der man nicht diskrimminiert wird.

Die Selbstbehauptung in der Gesellschaft setzt voraus dass man ein positives Selbstbild hat nur kann dies auch teilweise in der Subkultur nicht erreicht werden.

Der Gay Pride oder Christopher Street Day ist nicht nur als Sichtbarkeit für die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft wichtig sondern auch für eine Sichtbarkeit nach Innen. Das wahrgenommen wird da sind ja noch mehr die  so leben wie ich.

Gesellschaftliche Veränderungen wie etwa durch die Wendezeit (1989 Wiedervereinigung) mit zahlreichen politischen Umbrüchen hat auch eine gewisse Liberalität in der deutschen Gesellschaft verändert. Den trotz Conchita Wurst und auch der Diskussion über die „Ehe für Alle“ ist die Stimmung gegen Homosexuelle nach wie vor sehr intolerant und vorurteilsbeladen. Bewegungen wie Pegida, die besorgten Eltern und auch die Hetze einiger religiöser Gemeinschaften gegen Homosexuelle gibt Homosexuellen immer noch ein Gefühl der Unerwünschtheit. Damit umgehen zu lernen ist eine wichtige Lebensaufgabe im Leben eines Homosexuellen.

Problematisch kann auch die Arbeit von ehrenamtlichen Beratungseinrichtiungen wie etwa den „Rosa Telefonen“ sein. Da hier mehrheitlich Laienberater aktiv sind die kaum Supervision erfahren und keine therapeutische Ausbildung haben. Eine kontinuierliche Schulung und Supervision dieser Berater ist daher erstrebenswert.

ADHS in Zusammenhang mit psychotischem Erleben

Mit 19 bekam ich  eine sogenannte psychotische Dekompensation und mußte daher stationär behandelt werden. Diese Störung begann als Depression steigerte sich aber zu einer wahnhaften Störung mit Verfolgungsängsten und Größenideen.

Wie kann das passieren? Bei mir bestehen drei Störungsbilder die sich gegenseitig verstärken. Zum einen habe ich wie erwähnt hypoaktives ADHS, darüber hinaus bin ich hypersensibel und teilweise hochbegabt,  zumindest was die Sprache angeht.

Bei allen 3 Störungen handelt es sich um Störungen der Wahrnehmung. Im Grunde liegt eine sehr hohe Auffassungsgabe vor, wenn dies auch beim hypoaktiven ADHS nicht als erstes auffällt. Ich bekomme viel  mehr mit als andere. Dies kann bei Konflikten und psychischer Überlastung zu Fehlinterpretationen des Wahrgenommenen führen. Es entwickeln sich Wahnvorstellungen oder Wahnsysteme. Auch kann die bei hypoaktiven ADHslern sehr ausgeprägte Phantasie Beziehungswahn begünstigen. Ich erinnere mich daran dass ich schon in der Berufsschulzeit also so mit 16 den Eindruck hatte das dauernd über mich gesprochen wird. Ein Kollege meinte zu mir fühlst Du Dich immer angesprochen?

Ich wurde ganz klassisch in einem Landeskrankenhaus mit starken Neuroleptika behandelt. Ich denke aber das die abgeschirmte Situation in der Klinik wesentlich besser zur Genesung beigetragen hat als Neurocil oder ähnliche Antipsychotika. Im Grunde wäre ich schneller genesen hätte ich vielleicht Lithium gegen die Stimmungsschwankungen und Stimulatien gegen das ADHS bekommen. Sicher bin ich mir nicht da ich weder Pharmakologe noch Psychiater bin. Ich denke dass bei Hyperaktiven Betroffenen dies noch wesentlich schlimmer ist in solchen Situationen starke Neuroleptika zu geben.

Sie werden noch unruhiger weil sie den Dopaminverlust durch die Neuroleptika mit mehr Unruhe und Bewegung ersetzen müssen.

Merkwürdigerweise heilten die Psychotischen Symptome in zwei Monaten aus. Was ich furchtbar als Erfahrung fand das alle meine Erfahrungen die ich gemacht hatte als Wahn verstanden wurden. Verständniß und Gespräche gab es nicht unbedingt. Einiges wurde auch auf innerfamiliäre Konflikte geschoben aber wie einsam und isoliert ich war das fand keine Beachtung. Aber darüber schreibe ich im Anschluss einen seperaten Beitrag.

Koranschule für Transgender in Indonesien

Die wordpressphoto-Ausstellung zeigt neben vielen wirklich sehr gelungenen Fotos von sozial und  politisch relevanten Themen auch ein Foto aus einer Koranschule für Transgender in Indonesien.

Bei dem Volk der Bugi auf Indonesien gibt es 5 soziale Geschlechter. Die biologisch erwartbaren Mann und Frau, Crossdresser bzw. Transvestiten beiderlei Geschlechts und Intersexuelle. Intersexuelle üben dort auch das Priesteramt aus.

Indonesien ist ein gutes Beispiel für einen toleranten sunnitischen Islam in Genderfragen.

Allerdings nicht nur wegen diesem Foto ist die Ausstellung Sehenswert. Im Moment wird sie in der Halle des Depot e. V. in Dortmund an der Immermannstraße gezeigt.

Nähere Information bei Depot e. V. und im Internet bei worldpressfoto.org!

Das goldene Vliess e. G.

Wolle vom Coburger Fuchsschaf und auch Produkte aus Fuchsschafwolle vertreibt die Genossenschaft das goldne Vliess e. G.

Ich mag diese Wolle sehr gerne. Sie ist sehr haltbar und für Landschafwolle relativ weich.

Das besondere dieser Wolle ist ihre Farbe. Sie ist beige bzw. creme mit einem Stich rotgold.

Auch bei Manufaktum kann man diese Wolle sehr günstig ungefärbt kaufen. Beim goldenen Vliess gibt es sie auch Pflanzengefärbt.

Viel Spass beim Stricken.

Gemeinschaft und schwul/lesbischsche Szene

Gerade habe ich einen Artikel auf Queer.de über den Kirchentag in Stuttgart gelesen. Der Autor fühlte so etwas wie Gemeinschaft dort, dass was er in der Schwulenszene vermisst.

Ich denke viele kennen dass das sie etwa mehr Gemeinschaft beim Fußballspiel ihres Lieblingsvereins oder anderswo außerhalb der Szene finden als in der Szene selbst.

Dies hat sich mit dem Aufkommen des Onlinedatings und auch der Dating-Apps zwar positiv verändert doch nach wie vor werden Schwule Männer erst nach ihrer äußeren Attraktivität bemessen.

Für mich ist das schwer verständlich weil ich die Vermutung habe dass ich „Demisexuell“ bin. Das heißt bei mir klappt Sexualität nur gut wenn ich eine emotionale Beziehung zu einem Mann habe.

Für mich ist die Oberflächlichkeit der Szene schwer verständlich. Dies ist aber ein Problem der Gegenwart. Eine Fotokünstlerin sagte auf Arte das gerade die Popkultur der 2000er Jahre sehr sexualisiert war. Gutes Beispiel dafür sind solche Phänomene wie Paris Hilton oder jetzt Kim Kadayshian. So dass auch Heterosexuelle diese Phänomene in milderer Form kennen.

Doch ist das nicht naturgegeben oder naturgesetzhaft dass wir so sein müssen. Es ist eine Frage der Kultur. In anderen Kulturen ist dies anders. Etwa in buddhistischen Ländern oder den egalitäreren Gesellschaften Skandinaviens. Da definieren wir uns eindeutig selber und nicht unsere Biologie die gerne bei Ephebophilen als Ausrede genutzt wird für ihre Neigung. Klar ist Ephebophilie nur schwer veränderbar, und handelt es sich um ältere Jugendliche als Partner muss das nicht problembeladen sein. Dennoch denke ich dass es sicher mehr Männer gibt die anders leben könnten als nur den Hedonismus der Subkultur. Es ist auch eine Mode wie so  vieles. Und mir geht wie immer der Jugendwahn auf die Nerven.

Adoptionsrecht für Schwule und Lesbische Paare ! Was ist das gute daran?

Ich haben schon einmal einen Artikel über Regenbogenfamilien geschrieben. Darin habe ich geschildert was für einen positiven Einfluss die Miterziehung eines lesbischen Paares auf heranwachsende Jungs hatte.

Etwas anderes finde ich daran interessant. Das Schwule und Lesben Verantwortung übernehmen. Elternschaft verändert das Leben sehr stark und läßt die Menschen reifen.

Früher gab es nur den Hedonismus der Subkultur. Da ändert sich wirklich etwas auch im Lebensstil. Und das finde ich positiv. Auch dass sich Schwule und Lesben länger binden wollen und dies absichern finde ich einen tollen Aspekt des Ganzen.

Biografisch ist das für Schwule und Lesben eine ganz große Chance sich neu zu definieren.

Schwule und Lesben übernehmen ja bereits jetzt schon  häufig Verantwortung, nicht nur für sich selbst sondern auch für Andere.

Im Erziehungswesen und in sozialen Einrichtungen wie etwa in den Schulen oder auch in der Krankenpflege arbeiten viele Schwule und Lesben. Ein Kollege sagte mal dass die Feten im Schwulen- und Lesbenzentrum in Münster immer etwas von Betriebsfest der städtischen Kliniken hatten.

Ich finde dass sehr gut und verantwortungsvoll. Übrigens ist es auch besonders ehrenwert wenn sich zwei Männer oder zwei Frauen kein schönes Leben machen mit doppeltem Einkommen und doch noch ein Kind erziehen wollen.

Ich will nicht sagen dass es da keine Auswüchse gibt. Gerade die  Leihmutterschaft ist da ein Problem und sollte gesetzlich strenger geregelt werden. Doch Verantwortung in einer guten finanziellen Situation ist positiv.

Bei vielen lesbischen Frauen die mit einem Mann verheiratet waren, war auch der Kinderwunsch der Grund sich derart verbiegen zu lassen. Und das finde ich sehr schockierend. Das darf nicht sein dass man sich zu etwas zwingt was man nicht will und kann nur um Kinder haben zu können.

Schwul oder lesbisch und bürgerliche Werte!

Mit meinem Bruder war ich auf einem Schiffsausflug mit der Santa Monika auf unserem Kanal.  Auf dem Schiff war noch ein polnisches junges Heteropaar samt beiden Schwiegereltern dabei. Mein Bruder hatte mich zu der Schifffahrt eingeladen. Es ist eine Unart dass meine Landsleute wenn sie lästern dies in ihrer Muttersprache tun, weil sie denken dass sie keiner versteht.

Als hypoaktvier ADHSler kann ich aber Hintergrundgeräusche und Gespräche schlecht herausfiltern. Das heißt ich höre immer wenn gelästert wird auch hinter meinem Rücken.

Und polnisch verstehe ich fast alles. Nun ja man kam zu dem Schluß dass wir ein Paar sind. Das Wort pedal fiel, was politisch nicht korrekt ist im Polnischen. Schwule Polen verwenden als Selbstbezeichnung gej. Pedal kommt von Pederasta, was einen Pädophilen oder einen Ephebophilen meint.

Irgendwie fand ich das so verletzend. Da saß dann diese stolze polnische Familie, mit den blendend aussehenden und wahrscheinlich gut verdienenden jungen Leuten, und schaute auf uns herab.

Das war wirklich verletzend. Nun ja heute traf ich einen Kollegen. Er ist auch schwul und hat auch nur ein kleines Einkommen. Er muss aber  immer mit seinen anderen Freunden mithalten. Er leistet sich viele Markensachen und läßt auch kaum eine Party aus. Dafür trägt er aber geflickte Jeans.

Es ist schon komisch, irgendwie arbeitslos und schwul zu sein ist schon ein Makel. Martin mein Mann hat  noch ein Einkommen aber unsere Mittel sind sehr knapp. Dennoch geht es uns verhältnismäßig gut.

Es ist schwierig die bürgerlichen Werte hinter sich zu lassen. Also eine Regenbogenfamilie werden wir wohl nicht gründen und für das Reihenhaus in der Aplerbecker Mark oder sonstwo wird unser Einkommen nie reichen.

Aber Heteros unterliegen viel  größeren Zwängen. Gerade auch in polnischen Familien. Erfolgreich ist der der Familie gründet und möglichst noch  eine Immobilie hat. Der Druck erfolgreich zu sein ist sehr hoch.

Klar ist dies nicht durchweg so aber es ist das Ideal. Martin und ich sind beide psychisch Beeinträchtigt. Wir können diese Konsumorgien nicht teilen. Darunter leidet immer wieder meine Selbstwert.  Ich denke aber dass ich ihn aus anderen Quellen beziehe als aus den Oberflächlichen Blasen der kleinbürgerlichen Leistungsethik.

Ich beziehe meinen Wert aus mir selber. Ich denke ich bin Martin ein verlässlicher Partner der ihn  auch so liebt wie er ist. Für meinen Bruder bin ich auch eine Stütze in dem ich ihn mit seinen Fehlern annehme wie er ist. Ich versuche ein guter Mensch zu sein und anderen so gut zu helfen wie ich kann. Wenn es manchmal auch nur aufmunternde Worte sind. Ich glaube ich habe gerne ein weites Herz. Wenn ich mit Jemanden im Streit liege leide ich wirklich. Und die bitteren Gefühle die ich z. B. gegenüber der Szene empfinde sind im Grunde Gift für mich.  Für andere da sein beglückt mich sehr. Wenn es auch nur darum geht mit meinem anstrengenden Bruder einen Ausflug zu machen. Aber es macht mir Spass und ich freue mich dass er von meiner selbstsicheren Art profitiert wie ich von seiner Sonderbarkeit in dem ich an  ihm wachse. Ich glaube dass ist wirklich Glück für mich.

Außerdem würde ich lieber ein paar Tiere halten können als ein Haus besitzen oder ein dickes Auto.  Mein Traum ist ein Grabelandgarten und drei kurzbeinige Hühner wie Scot Dummpys   oder Krüper. Das bedeutet mir mehr Glück als ein stinkende Blechkiste und ein Haus mit einem Berg Schulden.