Mein Bruder als Therapie-Watschelente!

Ich habe durch die Reizüberflutung die das hypoaktive ADHS mit sich bringt eine ängstlich-vermeidende Störung entwickelt. Das heißt für mich dass ich bestimmte Orte meide wo ich etwa anecken kann.

Es gibt eine sehr radikale Therapie gegen soziale Ängste und das ist das Hinterherziehen einer Spielzeug-Watschelente durch die Stadt. Danach ist einem wirklich nichts peinlich mehr.

Mein Bruder ist sehr psychisch auffällig. Im Grunde kommt er gut klar wenn er nicht gestresst ist. Ansonsten zeigt er Symptome einer „hebephrenen Schyzophrenie“. Das heißt er benimmt sich ausgesprochen albern und fast schon pubertär.

In seinem Urlaub habe ich einiges mit ihm unternommen. Nach einem Museumsbesuch waren wir dann im Cafe. Schräg gegenüber saßen zwei Schwule Männer. Mir fiel dass auf und ich schaute intressiert rüber. Und mein alberner Bruder sagte in einem tuckigen Tonfall „Oh Schwule Boys“. Ich wäre fast vor Scham zusammengebrochen. Ich bin ja wirklich einiges gewöhnt das war mir dann doch schon peinlich. Die beiden jungen Männer lachten nur und damit war das auch gegessen. Mein Bruder ist wirklich nicht homophob, aber manchmal weiss er nicht was er sagt  oder auch tut.

Mir taten die gemeinsamen Ausflüge aber sehr gut weil ich gelernt habe mich nicht mehr für mich selber zu schämen. Irgendwie nehme ich ihm seine Aussetzer nicht mehr übel.

Was traurig ist das er schnell die Fassung verliert und  Ängstlich und verzweifelt wird, das geht mir schon nahe. Heute haben wir einen Schiffsausflug auf dem Kanal gemacht. Nach dem Aufenthalt an einem Schiffshebewerk mußten wir den Weg zurück zum Schiff etwas suchen. Er war nach zwei Minuten schon verzweifelt und fast geweint. Das ging mehr sehr nahe. Er ist nicht in Behandlung er braucht aber  viel Aufmerksamkeit. Meine Eltern kümmern sich etwas um ihn weil er ganz in der Nähe wohnt. Er fährt auch Auto und arbeitet. Manchmal ist er schon schwer zu verstehen. Das ist bei ihm nicht angeboren dass kam im später Erwachsenenalter und wurde schlimmer. Aber er kommt wie gesagt so zu recht nur das er manchmal sonderbar wirkt. Aber dieses mal bin ich ihm irgendwie dankbar dass er so ist wie er ist. Ich schäme mich nicht mehr dafür das ich eine hohe Sprechstimme habe oder ähnliches. Ich bin wesentlich entspannter und das tut gut.

Hypersensibilität ein Thema nur für Schwule und Frauen ?

Manchmal habe ich den Eindruck dass sogar in Fachkreisen Hypersensibilität eher Frauen zugesprochen wird.

Das finde ich an der Stelle etwas naiv. Hypersensibilität ist keine Diagnose sondern charakterisiert eher eine Art der Wahrnehmung. Diese Menschen sind empfindlicher für zwischenmenschliche Konflikte und Schwingungen. Eine besondere Empathie, also Einfühlungsvermögen, begleitet ihre Art der Wahrnhemung.

Sie sind empfindlicher und reagieren auch auf Medikamente und Alkohol schwerer und intensiver.

Häufig sind diese Menschen Männer und Frauen in künstlerischen Berufen oder im sozialen Bereich tätig.

Bei der hypoaktiven Variante des ADHS kann auch begleitend eine Hypersensibilität vorhanden sein.

Das ist gerade im Zusammenhang mit der intensiven Wahrnehmung durch das ADHS eine Verstärkung der ADHS Symptomatik. Gerade der Gerechtigkeitssinn kann dadurch übersteigerte Formen entwickeln die zu Depressionen führen können.

Nur leider ist die Welt nicht gerecht. Dies ist für Betroffene schwer verständlich. Auch die Ansprüche an sich selber was gerechtes oder moralisches Verhalten angeht kann übersteigert sein. Viele Betroffene werden ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht und leiden darunter.

Sich damit abzufinden dass die Welt nicht gerecht ist ist ein schweres Problem für sie da sie sich mit der ganzen Welt wie einer großen Familie verbunden fühlen. Doch ist es ausreichend wenn im Eigenen Umfeld, es Familien und Freunden gut geht.

Meine Erfahrung ist auch die das man manchmal sich mit einfachen Mitteln entlasten kann in dem man mit anderen darüber spricht. Auch Vergleiche aus der Geschichte oder zu anderen schlimmen Situationen können helfen die belastende Situation anders zu bewerten. Doch bleibt Verletzlichkeit aber auch Mitgefühl eine offene Wunde die aber vernarben kann wenn man genügend Psychohygiene betreibt. Etwa durch Tagebuch schreiben, Gespräche mit Freunden oder auch spirituelle Formen der Verarbeitung wie etwa ein Gebet oder eine Meditation.

Ich denke das gerade Spiritualität ein Ausweg sein kann. Als Christ glaube ich ja auch dass das Leben einen Sinn hat trotz der schlimmen Dinge die passieren. Ich fühle mich weniger ausgeliefert wie andere. Denn es ist immer Jemand da an den ich mich wenden kann. Dies ist sicher ein Weg es gibt sicher noch andere damit umzugehen.

Und Ausgleich zu finden mit Natur und Kulturerlebnissen in einem bestimmten Rahmen können von der Not ablenken von der eigenen und der mitempfundenen Anderen.

Hypersensibilität ist nicht Schwäche. Es kann stärke sein weil   wir Dinge spüren die Anderen verborgen sind. So können wir zu Dingen fähig sein die andere nicht können. Wie etwa andere trösten oder ihnen ein loyaler Freund sein. Das zeichnet uns aus und dies ist auch für Männer kein Makel sondern eine Stärke.

Mich hat die Dortmunder Schwulen- und Lesbenszene bitter gemacht

Mit 17 bin ich in die Dortmunder Schwulenszene gekommen. Ich war damals überall das Küken. Auf der einen Seite war ich noch naiv doch auf der anderen Seite auch wirklich altklug.

Vieles ist mir dort sauer aufgestoßen. Gerade die Intoleranz aber auch die Oberflächlichkeit. Nach einigen Jahren dort nach dem ich Martin meiner jetztigen Mann kennengelernt habe, begann ich die Szene zu meiden. Nach wie vor fühle ich mich immer wieder unwohl in der Gesellschaft oder Nähe von anderen Schwulen. Das hat schon richtig neurotische Züge.

Ich stelle aber immer wieder fest wie bunt die Szene ist. Natürlich gibt es die extremen Nervensägen aber auch ganz normale Schwule und Lesben. Und häufig freue ich mich auch darüber.

Jedes mal wenn ich nett Kaffeetrinken gehe finden sich auch Schwule Männer nachmittags im Cafe. Eigentlich gehen nur Schwule und Hausfrauen nachmittags Kaffeetrinken. Irgendwie ist das auch schon lustig dass ich der Szene scheinbar nicht entkomme. So ähnlich sind die Lebensgewohnheiten dass man sich doch immer wieder begegnet.

Ich bin tatsächlich seeehr sehr bitter und manchmal auch böse. Vieles ist bei mir wie immer auch eine Frage der Wahrnehmung und der Grundstimmung. Ich denke aber schon dass ich im Grunde mehr schwul- lesbische Gesellschaft brauchen könnte.

Und einiges ist auch gut an der Szene. Für füllige Männer gibt es die Kategorie „Bär“. Für heterosexuelle Frauen gibt es da zwar den Begriff Rubensdame und es gibt auch unter Heteromännern sog. Fat Admirer aber eine eigene Szene dafür gibt es nicht. Und viele hungern sehr zwanghaft. Das gibt es zwar bei Schwulen auch aber es gibt positive Rollenvorbilder für mollige Männer und das ist schön das es dass gibt. Obwohl sich diese Szene auch etwas mit der SM und Fetischszene schneidet. Und das ist nicht so mein Ding ich bin eher der kuschelige, fürsorgliche Typ.

Na was solls aber ich werde versuchen meine Verbitterungsgefühle nicht mehr so zu kultivieren wenn auch meine Erfahrungen nicht die Besten waren. Doch mir geht es gut und ich fühle mich stark genug für einen Neuanfang.

Also auf zu neuen alten Ufern.

Süchtig nach Essen und Süßigkeiten bei ADHS

ADHSler sind anfällig für alle Suchterkrankungen. Auch Bingeating, also Esssucht, muss sehr häufig unter den Betroffenen vorkommen.

Meine persönliche Idee dazu ist dass zum einen dieses Verhalten erlernt wird. Kinder bekommen zum Trost Süßigkeiten wenn sie traurig sind. Auch die Mißerfolge die diese Krankheit mit sich bringt sind eine nie versiegende Quelle für Frust.

Dann habe ich noch einen anderen Verdacht. Ich vermute dass der Mundbereich und der Gaumen von den körperlichen  Mißempfindungen ausgenommen ist. Es kann sein dass der Mundbereich von Reizüberflutungen ausgenommen ist und daher Essen leichter Befriedigung bringt als andere körperliche Aktivitäten.

Die hypoaktiven ADHsler die ich kenne haben kaum Gewichtsprobleme. Ich denke das sie dies mit Sport ausgleichen. Das heißt Sport und auch Ablenkung vom Essen können helfen besser klar zu kommen und den süßen Verführungen zu wiederstehen.

Vielleicht kann auch kreative Betätigung helfen das Selbstwertgefühl zu verbessern. Dann ist es eigentlich egal wie lange das Projekt dauert wenn es aber gut gelingt und man dafür Anerkennung bekommt dann tut das einfach auch gut.

Psychotherapie kann auch den Selbstwert verbessern. Und eine gesunde Ernährung ist auch  bei allen psychischen Störungen wichtig.

Auch alternative selbstbelohnende Aktivitäten entwickeln. Vielleicht einen Spaziergang machen anstatt ein Stück Kuchen zu essen oder ein warmes Bad nehmen.

Ich weiss selber dass dies sehr schwierig ist. Übergewicht ist auch für gesunde Menschen ein sehr belastendes Thema. Dennoch sollte man es nicht ganz vernachlässigen weil es die Gesundheit schwer beeinträchtigen kann.

Man sucht sich seine sexuelle Orientierung nicht aus !

Die Gendertheorie besagt dass Geschlecht und sexuelle Orientierung ein gesellschaftliches Konstrukt sind. Dem ist aber nicht so. Wir können uns nur in sehr engen Grenzen selber definieren.

Niemand würde z. B. in Afghanistan oder in der Türkei freiwillig Trans- oder Homosexuell sein.

Ich denke dass sowohl kultureller Kontext als auch genetische Veranlagung wie bei allen menschlichen Dingen eine Rolle spielen.

Die Bandbreite an Möglichkeiten der sexuellen Selbstdefinition können unendlich sein. Es gibt schwule Männer die jüngere Partner bevorzugen, welche die ältere und sehr reife Partner bevorzugen.

Ich gehöre sogar zu mehreren Minderheiten an. Ich brauche eine emotionale Bindung damit Sex bei mir gut klappt und bevorzuge Partner jenseits von 30 Lebensjahren. Dies gilt aber für die meisten Männern von Natur aus nicht. Sie sind da flexibler.

Auch die Rollenidentität kann sehr unterschiedlich sein auch innerhalb einer Person. Sowohl was die sexuelle Rolle (aktiv oder passiv) als auch die soziale Rolle z. B. sexuell aktiv aber ansonsten sensibel und musisch interessiert.

Die Ausprägung der sexuellen Orientierung und das Selbstbewußtsein mit der sie gelebt wird ist allerdings ein kulturelles Phänomen.  In sehr patriachalen und archaischen (archaisch meint urtümlich) Kulturen gibt es mehr Transvestiten und Transidente.

In Kulturen wo die Geschlechterrollen nicht so eng vorgegeben sind wie etwa in der westlichen Welt integrieren androgyne schwule Männer und burschikose lesbische Frauen ihr als gegengeschlechtlich wahrgenommene sexuelle Identität in eine Rolle die dem Ursprungsgeschlecht entspricht. Es gibt auch viele Schwule und Lesben die gar nicht in ihrer Rolle und ihrem Auftreten oder gar der Kleidung als abweichend von der Norm wahrgenommen  werden.

Dies ist eng mit den Erfolgen der Frauenemanzipation und der Schwulenbewegung verbunden.

Die Zahl der heimlich Bisexuellen, mit gleichgeschlechtlichen Phantasien ist viel höher als der der tatsächlich Schwulen und Lesben. Hier wirkt sich auch das soziale Tabu sehr stark aus. Dennoch ist die Anzahl der potentiell homosexuell aktiven wesentlich geringer als es etwa die Studien von Kinsey vermuten lassen.

Doch ist Homosexuelles Begehren auch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt verschiedene Formen von Bisexualität und Homosexualität. Es gibt da viele Zwischenstufen. Es gibt etwa Menschen die androgyne oder burschikose Partner bevorzugen.  Das gehört auch zur Realität das es etwa auch Vorlieben für Transgender gibt.

Und auch Transgender die bisexuell oder homosexuell sind. Die Normvarianten  sind im Grunde unendlich. Und es ist anzunehmen dass dies schon immer so wahr von Anbeginn der Menschheit an. Den auch steinzeitliche Kulturen kennen diese Formen von Sexualität wie etwa die nordamerikanischen Indianer oder auch die Bewohner Sibiriens.

Das älteste überlieferte Epos, das über den König von Uruk im Zweistromland berichtet, erwähnt seine Beziehung zu einem mythischen Tier-Mann. Auch die männliche Prostitution erwähnt dieses Epos schon, und dies vor mehr als 3000 Jahren.

Homosexualität und Glaube – citation needed

Liebe Köhlingsmeiler Gemeinde! 😉

Ich schreibe sehr viel über Homosexualität und Glaube und ein lieber Kollege aus meiner altkatholischen Gemeinde hat mich auf einen Schwachpunkt in meiner Argumentation aufmerksam gemacht. Es fehlen die wissenschaftlichen Belege. Ich will dies meinen Lesern nicht vorenthalten das meine Argumentation ganz aus dem Leeren gegriffen ist.

Daher möchte ich hier einige Links anhängen die Intressierten eine ander Deutungsweise im Umgang mit dem Thema biblisch und religionshistorisch näher bringen.

Ich Danke Dietmar dass er mich dazu bringt sorgfältiger zu arbeiten.

Hier nun die Links.

Zu erst ein Wikipedia Eintrag mit einem Überblick zum Verhältnis Christentum und Homosexualität:

http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t_und_Christentum

Danach eine Website die historisch auf die Lebensweise im Heilligen Land hinweist und wie gesagt eher auf archeologische und historische Quellen bezieht die den historischen Kontext der Entstehung der Bibel und des Judentums einordnen.

http://www.joerg-sieger.de/einleit/allgem/02gesch/all17.htm

Ich hoffe lieber Dietmar Dir ist damit ein wenig geholfen. Ich hole immer sehr weit aus wenn ich auf die Traditionalisten oder die Konservativen einschlage. Aber dass ich Gründe dafür habe kannst Du vielleicht verstehen? Aber Kraft addiert sich dann mit Weg und so zünden auch Argumente eher, wenn da mehr hinter steckt als nur biografische Geschichten.

Das Gilgamesh Epos ist auch eine empfehlenswerte Lektüre. Das älteste Epos der Weltgeschichte aus der Zeit der Summerer und ungefähr zur Zeit Abrahams. Es beschreibt unter anderem die Liebe oder Freundschaft zwischen dem Tiermenschen Enkidu und dem legendären König Gilgamesh.  Es vermittelt einen sehr guten Einblick in die Denkweise des heidnischen Umfeldes des Juden und kann auch zur Erklärung möglicher Abgrenzungstendenzen herangezogen werden. Und es ist eine schöne mythologische Geschichte. Dies gibt es auch als Reclam Ausgabe. Die Sprache des Textes ist sehr schön und orientalisch blumig. Es ist aber kein Porno obwohl Sex auch vorkommt, was das angeht muss ich Dich dann leider endtäuschen ;-)!

Schwul sein und Christ bleiben ein wiederspruch in sich?

Ich weiss von vielen meiner Schwulen Bekannten dass sie keine Religion praktizieren. Dennoch gibt es etwa den Christopher-Street-Day Gottesdienst in der Reinoldikirche und Gottesdienste für Schwule und Lesben etwa zum Welt-Aids-Tag oder in der Kapelle des katholischen Forum im Dortmunder Probsteihof.

Was mir als Erstes einfällt ist dass ja auch Schwule und Lesben aus muslimischen Ländern oder aus Rußland ihre Kultur lieben und auch behalten selbst wenn sie die Homophobie bedroht.

Sie lieben das was in   ihrer Erinnerung gut ist. Ich denke die Botschaft Christi ist sehr klar eine Botschaft der Liebe. Christus hat sich für Aussätzige eingesetzt und sie geheilt und auch eine Ehebrecherin geschützt. Er war für das Teilen mit den Armen und er war ein Freund der Frauen.

Was ist das mehr als unsere kapitalistische Wertordnung die die Schöpfung und die Mitmenschen ausbeutet. Was ist die Botschaft der Moderne? Es ist der Konsum und ein grenzenloser Hedonismus wie der Tanz auf  einem Vulkan. Demnach ist Jesu Botschaft viel menschlicher und wärmer. Das sie verzerrt wurde und zum Machtmißbrauch genutzt wurde ist klar. Und das Schwule aber auch Lesben wie Transgender und Bisexuelle unter der strengen Moral der Kirche gelitten haben ist nicht wegzudiskutieren.

Die Kirche hat sich schuldig gemacht nicht nur gegen dies Gruppe sondern auch gegen viele andere Gruppen auch.

Aber ist das die Basis des Glaubens? Wer die Evangelien aber auch das alte Testament ließt wird häufig ein anderes Bild wiederfinden das menschenfreundlicher ist. Wenn auch das Gottesbild dass das neue Testament vermittelt ein ganz anderes ist als das alte.

Ich glaube dass ich Verantwortung für mich und die anderen Trage und das es Konsequenzen hat was ich tue bis ins Jenseits hinein. Die Verdammung von Homosexualität und sexueller Freizügigkeit basiert auf menschlichen Gesetzen. Sie ist im Kampf mit anderen Religionen entstanden. Das damalige Judentum wollte sich gegen die im nahen Osten häufig praktizierte Tempelprostitution und die Knabenliebe der Griechen die auch Palästina besetzt hatten abgrenzen. Diese strengen Regeln galten ursprünglich nur für die Priesterkaste der Leviten. Dennoch wurden später diese Vorschriften gegen Homosexuelle als Gesamtheit im Christentum wie im Judentum angewendet.

Doch fühle ich mich dem Christentum verbunden und bin als altkatholischer Christ glücklich, denn in dieser reformiert katholischen Freikirche werde ich nicht verstoßen sondern bekomme sogar den Segen für meine Partnerschaft. Und was kann man sich dan noch mehr wünschen?

Transidente Hühner

Viele Hühnerhalter überlegen ob Sie nur Hennen halten sollen und etwa auf einen Hahn verzichten. Einige befürchten sogar dass ihre Mädels ohne Hahn auf dem  Hof keine Eier legen.

Ein Bekannter sagte dies wäre unbegründet. Die Alphahenne würde die Rolle des Hahns übernehmen.  Es kommt sogar dazu dass sie versucht zu  krähen. Ob sie auch den Tretakt imitiert weiss ich allerdings nicht.

Generell gilt aber schon das bei einer größeren Schar Hühner ein Hahn dazu gehören sollte. Da er Streitigkeiten unter seinen Haremsdamen glättet. Doch sollten es bei leichten Rassen mindestens 7 Hennen sein weil er sonst seine Favouritinnen zu sehr zerfleddert.

Allerdings ist es kein Problem im Hühnerstall   eine „feministische Insel“ einzurichten. Die Hühner werden legen doch sind ihre Eier nicht befruchtet. Und wie gesagt die Hennen wissen sich auch ohne Hahn zu helfen. Viele Legerassen legen so viele Eier dass sie übrigens kaum brütig werden, so dass eine natürliche Aufzucht so wie so schwierig ist.

Daher ist dann eher ein Brutkasten empfehlenswert. Man kann auch eine Seidenhenne halten die dann regelmäßig und vor allem zuverlässig gluckt. Der Begriff Glucke kommt übrigens von den glucksenden Geräuschen der brütigen Henne.

Selbst auf die Hühnerhaltung läßt sich also die Gendertheorie anwenden ;-)!

Wo von träumt man als hypoaktiver ADHSler so?

Hypoaktives ADHS zeichnet sich durch ein reges Phantasieleben aus. Im Grunde findet das Leben teilweise auch im Traum statt. Ich erinnere mich dass ich als Kind viel vom wilden Westen geträumt habe. In den frühen 80er Jahren waren die Winnetouverfilmungen mit Pierre Brice häufig im Fernsehen zu sehen. Die beinflußten auch meine Traumwelt. Ich träumte dass ich als Farmerjunge einen verletzten Apachenkrieger finde und ihn gesund pflege.

Doch meine Mutter hat mir noch etwas viel eindrucksvolleres aus meiner frühen Kindheit erzählt. Ich spielte sehr gerne mit Kochgeschirr für Puppen. Ein Nachbarsmädchen hatte welches und ich bekam dann zu Weihnachten mit 2 oder 3 Jahren diese kleinen Töpfe und Pfannen geschenkt. Wir lebten damals noch in Polen auf einem kleinen Nebnerwerbsbauernhof. Das hölzerne Haus hatte noch einen gemauerten Kohleherd. Und meine Mutter benutzte zum Kuchen backen ein Gerät das „Pro Dish“ hieß. Es war im Grunde eine geschlossene Backform die aussah wie ein Kochtopf und einen Netzstecker hatte, also mit Strom beheizt wurde. Ich ahmte sie beim kochen nach und buk auch in einem meiner Töpfe, die ich zum „Pro Dish“ erklärte Kuchen. Sie ging an meinem improvisierten Herd einem Stuhl vorbei, und ich fing an zu schimpfen. Sie hätte mir beim vorbeigehen das Kabel des „Pro Dish“ herausgezogen. Sie fragte mich wo das Kabel den sei und ich zeigte den Verlauf in der Luft an, aber das Kabel bestand nur in meiner Phantasie.

Einmal saß ich ganz ruhig auf dem Boden zu meiner Winnetouzeit und meine Mutter wunderte sich was ich so tue. Sie fragte mich danach und ich sagte ich träume von den Indianern. Auch die Kämpfe aus den Westernfilmen spielte ich mit einem imaginären Gegner nach.

Auch als Erwachsener träumte ich sehr intensiv. Eine Zeit lang träumte ich davon auf die Prince Edward Island im St. Lorenz Golf auszuwandern und dort eine Farm zu pachten.

Hypoaktive ADHSler fallen durch ihre gedankliche Abwesenheit auf. Seit dem ich aber Straterra einnehme träume ich nur ganz selten und kürzer. Doch bleibt bei mir eine Antriebsarmut. Freude habe ich aber am betrachten von Dingen und Lebewesen. Das kannte ich früher nicht etwa längere Zeit einen Baum zu berachten oder eine Katze zu beobachten. Auch für Kunst hatte ich wenig übrig ich hatte kaum Geduld die Dinge zu betrachten. Bei manchen Sachen mit vielen Details hatte ich überhaupt Probleme mit der Wahrnehmung. Auch schmecke ich mehr beim Essen oder Musik berührt mich mehr.

Aber das kann subjektiv sein. Also ich bekomme schon viel zum Ausgleich des Verlustes an Phantasie. Meine Ausdauer bei Hobbys hat sich verbessert. Ich bringe größere Handarbeitsprojekte wie einen kleinen Teppich oder Schal schneller zu Ende. Nur beim Lesen da bin ich noch sehr faul. Auch die Hausarbeit geht mir nicht wirklich schnell von der Hand und ich muss mich  zwingen überhaupt einen Anfang zu finden. Doch fühle ich mich ausgeglichener als früher. Ich  kann meinen Standpunkt besser in Konflikten darstellen und bin nicht mehr so schnell eingeschnappt wie früher. Ich kann es nur jedem mit diesem Krankheitsbild empfehlen Medikamente auszuprobieren. Medikinet oder Methylphenidat verschlimmerte aber bei mir die Stimmungsschwankungen. Stratterra wirkt bei hypoaktivem ADHS wesentlich besser.


Haben alle Ostpreußen deutsche Wurzeln?

Seit meiner Geburt gelte ich als deutschstämmig. Ich bin 1975 in einer polnischsprachigen Familie im sogenannten Ermland geboren. Meine Eltern lebten dort schon vor dem 2. Weltkrieg dort. Die Geschichte der Region ist aber komplizierter.

Vor der gewaltsamen Landnnahme durch den deutschen Orden lebten in dieser Region Ostpreußens der prussische Stamm der Galinder. Ein Teil von Ihnen ist mit den Goten nach Spanien während der Völkerwanderungszeit gezogen und kehrte teilweise als germanisierter Stamm zurück. Der spanische Namen Galindo geht wahrscheinlich auf diesen Stamm zurück. Dieser Teil Ostpreußens der etwa vom Fluss Alle bis zu den großen masurischen Seen geht war sehr sumpfig und dünn besiedelt. Aus dem benachbarten Masowien sind dann Bewohner friedlich (!) eingesickert. Es gab dort deshalb  auch vor der Ordenszeit eine masowisch-prussische Mischbevölkerung. Masowier sind zwar Slawen sind aber ethnisch nicht mit den Polen identisch.

Es handelt sich um unterschiedliche Völker, dies gilt z. B. auch für die Pommern. Die po morsze wohnen, die die am Meer leben.

Dennoch war Masowien ein polnisches Herzogtum. Im übrigen Ostpreußen war der Anteil der deutschstämmigen Bewohner höher. Doch auch da gab es auch noch andere Einwanderungsgruppen wie etwa Schweizer und Niederländer. Letztere waren wegen ihres „Know Hows“ was die Trockenlegung von Land angeht, als Siedler gefragt.

Im südlichen Ermland, das lange Zeit ein kirchliches Fürstentum unter der Oberhoheit des polnischen Königs war, gab es immer wieder auch Ansiedlungen von Polen und Masowiern. Der größte Zustrom an Zuwanderern mit slawischen Wurzeln war nach dem letzten Ausbruch der Pest Ende des 18. Jahrhunderts. Allenstein etwa ist zu dieser Zeit fast ganz ausgestorben wie auch einige Ortschaften in der Umgebung. Der letzte Fürstbischof ich meine es war Ignaz Krasicki, der Dichterfürst, hatte katholische Polen ins Land geholt um den Bevölkerungsschwund auszugleichen. Zumindest lassen sich dadurch die vielen polnischen Nachnamen in Ostpreußen erklären.

Es gab auch Ende des 19 Jarhunderts eine Rückbesinnung auf die slawisch-polnischen Wurzeln. Ein Vertreter davon war z. B. auch der ermländische Volksdichter Andrzej Samulowski.  Eigentlich sind die Ermländer aber auch die Ostpreußen Europäer im besten Sinne.  Den Ostpreußen war ein Schmelztiegel der Kulturen und Sprachen.

Nur die Prussische Kultur wurde an den Rand gedrängt, was wirklich ein Verlust ist. Leider konnte sich diese kleine, fleißige und tapfere Volk nicht gegen die sie bedrängenden Deutschen und Polen behaupten und der verbliebene Rest ist mit Ausnahme vielleicht der Bewohner des Memellandes, nach den Kolonialisierungskriegen , unter den westlichen Siedlern aufgegangen. Doch prägen sie auch die Kultur etwa die Küche und auch teilweise auch die  ostpreußischen Dialekte die noch prussische Begriffe und Gerichte beinhalten.

Die eigentlichen Eigentümer war diese Menschen – nur leider vergessen dass die anderen Einwanderer zu schnell. Wäre es den Prussen gelungen eine einheitliche politische Führung zu bilden wie etwa im benachbarten  Litauen so gäbe es wahrscheinlich keine Deutschen in diesem Teil des Baltikums. Sie wurden mit Feuer und Schwert in den christlichen Glauben gezwungen und ihre Kultur wurde dadurch an den  Rand gedrängt.

Diesen Teil der Geschichte verneinen viele in den Vertriebnenverbänden und das ist chauvinistisch. Es ist auch beschämend das die slawischen Teile der Kultur Ostpreußens häufig geleugnet werden.

Und auch sie war prägend für die Region. Nur leider fallen wir Deutschen immer in die Falle Vielfalt nicht wert zu schätzen und Andersartigkeit anzuerkennen. Und leider ist dies bis heute noch ein Problem.