Ein besonderes Coming-Out – ich liebe Nerds!

Im März werde ich 40 Jahre alt. Und wenn ich die Männer Revue passieren lasse die in meinem Leben einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben dann waren es immer wesentlich ältere Nerds. Da war z. B.  ein Kollege aus meiner Heimatstadt, er liebte Radios über alle Maßen und hat sogar später  Nachrichtentechnik studiert. Ein anderer Mann in den ich verliebt war war Programmierer wie mein jetziger Lebenspartner Martin.

Neulich habe ich einen netten, heterosexuellen Mann kennengelernt der ebenfalls Nerd typisch einzelgängerische Züge hat und dieses mal oh Wunder, ein Künstler ein Fusion Jazzer.

Ich frage mich warum mir immer wieder diese Männer über den Weg laufen. Klar ich mag ältere Männer. Aber warum diese Nerds. Vielleicht liegt es daran dass sie auch Außenseiter sind wie ich auch? Oder ich durchaus auch Einzelgängerische Phasen habe.

So eine Beziehung oder auch platonische Freundschaft kann schwierig sein. Da diese Menschen sehr viel Freiheit brauchen. Lässt man ihnen diese aber sind sie wirklich sehr treue und loyale Freunde und Partner.

Im Grunde bin ich glücklich  und zufrieden mit meinem Freundeskreis. Ich orientiere mich generell an intelligenten Außenseitern in meiner Umgebung. Daher kommt dass wohl auch das ich in meinem Bekanntenkreis viele Nerds habe.

Ich will nur sagen – ich liebe Nerds und das ist gut so!!!!

Advertisements

Was macht eine Stadt zur Stadt?

Lange Zeit habe ich überlegt aus Dortmund in eine kleinere Stadt umzuziehen. Mir fehlt das Grün und die Überschaubarkeit. Ich war gestern in Dinslaken im Mühlenmuseum.

Eine Zeit lang habe ich diese Stadt auch als möglichen Umzugsort angesehen. Die Stadt liegt unweit vom Rhein und an Emscher und dem recht großen Rotbach. Das Nachtleben und das kulturelle Angebot ist dort o. k. und es gibt gute Bahnverbidungen nach Oberhausen und Duisburg.

Das Museum das ehrenamtlich betrieben wird hat mir gut gefallen. Später habe ich auch erfahren dass es einen größeren Badesee an der Stadtgrenze in einer Nachbargemeinde gibt.

Ich hatte noch etwas Zeit um nach Hause zu fahren und schaute mir die Fußgängerzone und Innenstadt an. Die Geschäfte fand ich nett wie auch die Cafes an der Einkaufsstraße doch das Stadtbild war endtäuschend. Es erinnerte  mich an Witten.

Vielleicht werden das einige Leser nicht verstehen. Aber für mich gehören auch representative Gebäude zu einer Stadt. Eine große Pfarr- und Hauptkirche deren Turm man schon von weitem sieht oder auch ein schönes Rathaus. Und das der gesamte Stadtkern eigentlich Städtische Funktionen erfüllt und nicht ein Schlauch aus Einkaufsstraßen ist.

Dinslaken ist nicht schlecht. Doch habe ich den Eindruck dass der Stadt ein wenig die Mitte fehlt. In Witten ist es etwa das Rathaus mit dem Marktplatz. In Lünen markieren zwei große Kirchen den Anfang der Innenstadt und am ehemaligen Straßenmarkt steht die niedliche Stadtkirche. In Dortmund sind es St. Reinoldi und auch Petrikirche, der U-Turm oder auch der Friedensplatz. Dinslaken hat kein innerstädtisches Wahrzeichen.

Und das gehört auch zu einer Stadt wie das Gesicht zu einem Menschen. Und Dinslaken ist nett aber die Stadt hat kein Gesicht.

Das Leben als small town boy

Ich werde diesen März 40. Seit fast 20 Jahren lebe ich in der Großstadt Dortmund. Aufgewachsen bin ich in einer kleineren Bergarbeister- und Industriestadt in der Nähe in Lünen.

Ich komme aus kleinbürgerlichen Verhältnissen aus einer Spätaussiedlerfamilie aus dem ehemaligen Ostpreußen. Das ich Männer liebe haben meine Eltern mit Besorgnis aber auch viel Toleranz aufgenommen.

Als Student zog ich dann nach Dortmund weil die Freiheit der Großstadt lockte und auch den vielen Nischen die sie Menschen bietet die von der Norm abweichen.

Gerade habe ich einen rührenden Bericht über eine Kirchengemeinde in dem kleinen Dorf Bürgel im Kanton Chur gelesen. Dort steht die Gemeinde mehrheitlich hinter der Entscheidung des katholischen Ortspriesters zwei lesbische Paare zu segnen.

Das hat mich schon aufgerüttelt und gefreut das diese Village-Girls ihre Heimat nicht verlassen müssen weil sie dort akzeptiert sind.

Und das ist ein gutes Gefühl dass man angenommen wird  genauso wie hier in den Metropolen.

Doch machen wir es uns nicht ganz so leicht auch hier gibt es Ausgrenzung. Aber scheint die Regel aufzuweichen das Schwule und Lesben nicht mehr auf dem  Lande leben können, und das ist die schönste Nachricht des Jahres

Ideenwirwarr und ADHS

Es wird ja immer behauptet das ADHSler sehr kreativ sind. Bei mir ist es eher so ein Wirrwarr aus Ideen wie man Dinge verbessern kann. Leonardo Davinci hatte auch ADHS und  war der größte Erfinder seiner Zeit.

Ich besitze diese große Genialität natürlich nicht. Solche Menschen sind eine große Ausnahmeerscheinung. Doch habe ich einige Dinge angeregt die auch umgesetzt wurden. In Lünen etwa die Biogasanlage am Hafen samt dem kleinen Verteilungsnetz dass das Gas an mehere städtische Einrichtungen verteilt wo dann ein kleines Wärmekopplungskraftwerk steht. Die Stadt Gevelsberg erzeugt Biogas und Strom aus dem Inhalt der Biotonnen.

Die Messe für Transfair Produkte in Dortmund war auch meine Idee und fand ursprünglich in der Werkstatthalle des Depot Kulturzentrums statt.

Das neue Konzept für die Aids-Hilfe mit Begegnungscafe in der Innenstadt war meine Idee die ich aus der Nachbarschaft geklaut habe. Auch beim Foundraising für den Umzug habe ich mich beteiligt und Chorkonzerte im Reinoldinum angestoßen.

Ein  Aufklärungsprojekt für Bulgarische und Rumänische Prostituierte über HIV finanziert von der deutschen Aids-Stiftung habe ich ebenfalls angeregt.

Im Moment überlege ich wie unserer Haushalt seine Ausgaben senken könnte. Ich überlege regelmäßig Kuchen und Brot zu backen und Wildfrüchte und Gemüse zu nutzen. Ich habe da schon einiges an Erfahrung drin.

Als Kind wollte ich auch ein Perpetomobile erfinden. Und ich beschäftige mich ewig schon mit Wasserkraft und Binnenschifffahrt. Ich habe auch überlegt ob sich die Schwerlastverladung im Dortmunder Hafen lohnt. Die FH in Dortmund hat mal festgestellt das es überlegenswert wäre eine Schwerlastveraldeanlage in Dortmund im Hafen einzurichten. Dort würden dann sehr schwere Maschinen- und Bauteile auf Schiffe verladen.

Hypersensibilität in Zusammenhang mit hypoaktivem ADHS ist anstrengend für Alle!!!

Manchmal finde ich mich selber schwierig. Ich nehme alles persönlich und durch die Reizoffenheit bin ich auch leicht irritierbar was auch zu sozialen Ängsten führt.

Das heißt ich fühle mich schnell unsicher. Zum Beispiel gehe ich gerne in´s klassische Konzert. Das Konzertpublikum in Dortmund ist sehr kleinbürgerlich, spießig und alt.

Ich sitze meistens sehr verkrampft dort weil mir diese Leute wirklich Angst machen. Ich haben den Eindruck als wären alle  mürrischen Senioren der ganzen Stadt in der Kirche oder im Konzertsaal versammelt. Ich frage mich wie man so reglos überhaupt Musik genießen kann.

Ich suche auch manchmal nach Reaktionen auf meinen Blogg im Internet und reagiere darauf, meistens säuerlich.

Das ist wirklich anstrengend. Keine Angst liebe Leser ich  kriege nicht alles heraus und schon gar nicht wer was in den Foren sagt. Aber wenn ich beim  NSA wäre  müßten sich Kritiker warm anziehen. Früher bin ich auch in Gespräche in der Bahn über mich reingeplatzt oder in Themen die ich nervig finde. Mittlerweile kann ich das besser ausblenden durch die Medikation. So dass ich jetzt nicht mehr alles höre was die Leute so an krudem Zeug um mich herum erzählen. Das ist schon eine Erleichterung. Außerdem habe ich mir es auch etwas abgewöhnt auf so etwas zu reagieren. Aber manchmal bin ich dann schon noch sauer. Gerade Rassismus geht mir in der Bahn gewaltig auf die Nerven. Ich nehme ihn zwar wahr gucke meistens dann aber hilflos. Einmal saß ich in der Bahn neben einer kleinen Nazi-Lesbe die ihre Aversionen gegen Zecken einer Freundin deutlich machte. Schade das die Prügelstrafe nichts bringt, manchmal bin ich da schon versucht so Jemanden zu Ohrfeigen. Das sich so Jemand überhaupt nicht schämt so etwas von sich zu geben. Obwohl rechts sein ist wohl ziemlich inn, aber man muss nicht jede Mode mitmachen und braun steht mir so wieso nicht so gut.

Als Unschuld vom Lande in der Dortmunder Nordstadt

Die Nordstadt kenne ich ungefähr seit dem ich 17 bin. Und seit ungefähr 18 Jahren wohne ich im Dortmunder Norden. Ich bin mit dem  Stadtteil zum reifen Mann geworden. Anfangs war das KCR, das Dortmunder Schwulen und Lesbenzentrum in der Nähe vom Dortmunder Nordmarkt mein Ziel. Später auch die Programmkinos Roxy und Camera.

Als Student zog ich dann mit 21 Jahren in Dortmunds „tiefen Norden“. Ich wohnte in der Nähe der Unfallklinik in einem Haus des Spar- und Bauvereins. Und bekam schnell Kontakt zu den  Nachbarn. Eine Nachbarin baute sogar mal einen Meerschweinchenauslauf für meine beiden Meereber. Die Unschuld hatte ich da schon längst verloren hier im Dortmunder Norden. Einer meiner Bekannten arbeitete im Shop Intim unweit vom Burgtor. Wenn ich wenig Geld hatte und mich abends langweilte besuchte ich ihn dort. Das war richtig unterhaltsam. Es kamen ältere einsame Frauen die sich noch einen Vibrator holten, eine Transfrau mit nervigen Anhang und wer sonst noch so in der Gegend unterwegs war. Peter sein Kollege kam auch aus Polen wie ich. Eine Seele von Mensch. Ich erinnere mich an  einen autistischen schwulen jungen Mann der immer durch die Nacht streunte. Ich weiss nicht wie seine familiären Verhältnisse waren, doch schien er Jemanden zum anlehnen zu suchen. Wie ich im  Grunde auch. Peter und mein Bekannter Manfred flaxten regelmäßig mit ihm und munterten ihn auf.

Sie waren wohl die einzigen die auf ihn ein wenig aufpassten. Ich kam selten in schwierige Situationen. Nur einmal bin ich beim Aussteigen aus der Straßenbahn überfallen worden. Zwei junge türkische Männer fragten mich nach Zigaretten und griffen dabei in meine Jackentasche. Ich schubste sie weg und lief. Einer von ihnen versuchte mich beim weglaufen zu treten und ich hatte Glück dass ich eine Studentenkneipe an der Ecke erreichte. Dort zogen der der getreten hat eine Gaspistole verließ aber danach die Kneipe.

Ich versuche in meinen Erinnerungen zu kramen die die Vergangenheit sicher auch etwas verklären ob mir noch etwas unangenehmes passiert ist. Außer das Martin mein jetziger Mann und ich mal angepöbelt wurden doch ging eine Frau die den Täter kannte dazwischen und es blieb bei dem ersten Schock. Gebrannt hatte es in meiner Umgebung zwei mal aber es war nicht  wirklich bedrohlich.  Ich bewege mich regelmäßig auch nachts und abends durch meine Nachbarschaft und fühle mich sicher. Einige Ecken meide ich, vor allem den Park am Keuninghaus in der Nacht oder den Junkietreff an der Heroldwiese. Die  Nordstadt ist keine Idylle. Und in den letzten Jahren ist das Pflaster hier  härter geworden. Doch gibt es immer noch einige Ecken die durchaus ihren Reiz oder Charme haben. Unbewohnbar seit Ewigkeiten ist im Grunde ein Teil um den Nordmakt und die Malinkrodtstraße wo sich auch der Romaslum befindet. Wie nehme ich die Roma hier im Stadtteil wahr? Im wesentlichen als bunt vor allem die Frauen. In  einem  Haus in unserer Wohnstraße leben viele Roma. Sie  handeln wohl im wesentlichen mit Altmetallen. Es gibt hier auch eine große polnische Roma Familie. Sie unterscheiden sich sehr von den südeuropäischen, sie sind wohl viel integrierter als die aus Südeuropa und ein wirklich adretter Anblick.

Fühle ich mich von den Roma bedroht. Nein! Wir haben viele Sachen aus meinem alten Hausstand in der Garage. Doch eingebrochen wurde nie. Natürlich muss man hier etwas mehr auf Wertgegenstände aufpassen weil sie doch relativ schnell geklaut werden. Den Leute die dringend Geld brauchen gibt es hier viele. Überfälle gibt es selten hier.

Nicht das sie nicht vorkommen doch ist es nicht an der Tagesordnung. Was stört mich an der Nordstadt. Die Verelendung großer Teile der Bevölkerung und manchmal der Müll an einigen Plätzen. Was mag ich am  Dortmunder   Norden. Das multikulturelle in jeglicher  Hinsicht. Ich wasche mich gerne mit Alepposeife und Börek ist mein liebstes Imbißgericht. Ich gehe gerne zu den Konzerten in der Pauluskirche und nach wie vor in die Programmkinos des Stadtteils.  Auch einige Veranstaltungen im Keuning-Haus oder auch im Depottheater finde ich schön und interessant. Was fehlt mir im Dortmunder  Norden? Eine bessere Infrastruktur an Geschäften für den täglichen Bedarf. Wir am Borsigplatz  haben keinen Supermarkt mehr und die türkischen Lebensmittelläden bieten nur Gemüse und Fleisch günstig an. Und natürlich wünsche ich mir mehr Arbeitsplätze für die Menschen im Stadtteil einschließlich mir. Ganztagsschulen und Kindergärten sind auch wichtig. Und vielleicht auch eine kontrollierte Abgabe von synthetisiertem Heroin an Schwerstabhängige. Oh die Liste ist jetzt schon sehr lang. Ich wünsche mir noch mehr Hilfe für die Frauen die hier im Stadtteil auf der Straße illegal anschaffen gehen und einen sicheren toleranten Ort für ihre Arbeit an dem sie nicht so leicht Opfer von Übergriffen durch die Freier werden. Der Fenstersturz der bulgarischen Frau war nur ein krasses Beispiel von vielen. Ich wünsche mir auch dass man die Nordstadt differenzierter wahrnimmt und in den Medien darstellt. Häufig werden die Roma auch ausgebeutet.

Einigen Schwarzarbeitern vom Arbeiterstrich wird auch manchmal der Lohn verweigert so dass sie sich in der Schwulenszene prostituieren. Das muss finde ich endlich aufhören. Das sind auch die Zustände die ich hier im  Norden hasse. Diese Ausbeutung und Ausgrenzung der Einwanderer auch durch die Vermieter von Matratzenlagern. Es gibt viel zu tun aber es lohnt sich für uns und für die Menschen hier.

Gedanken zum Thema Wirtschaft und Armut

Ich glaube nicht dass ich jetzt hier wirklich neue Erkenntnisse verbreite. Allerdings erstaunt mich doch einiges wenn ich z. B. die Wirtschaftsdaten für das Ruhrgebiet lese.

Das Bruttoinlandsprodukt liegt im Ruhrgebiet etwa 50 Prozent höher als im übrigen Deutschland. Das heißt das die Wertschöpfung ebenfalls höher ist. Demnach ist es kaum verständlich warum etwa 1/4 der Menschen in Dortmund arm sind oder von Armut bedroht.

Hier geht es um ein Umverteilungsproblem. Unsere Wirtschaft ist hoch effektiv. Früher brachte Innovation und Rationalisierung immer ein wirtschaftliches Wachstum mit sich.

Armut hatte häufig mit Mißernten, Kriegen oder Mangel an Rohstoffen zu tun. Doch den gibt es so nicht mehr in der globalen Wirtschaft. Es fehlt ja nicht an materiellen Dingen sondern an Kaufkraft in den Händen der Menschen.

Daher müssen in meinen Augen Unternehmensgewinne und Vermögen stärker besteuert werden. Niedrige Löhne und Gehälter müssen stärker steigen. Auch ist es überlegenswert ob man nicht ein Grundrecht in die Verfassung aufnimmt das Staatsbürgern die Sicherung des Lebensunterhaltes garantiert was zu einem bedingungslosen Grundeinkommen führen würde.

Doch führt dass auch zu Problemen in der Gesamtgesellschaft und führt auch automatisch zu Fragen in den Sinn des Lebens und Langeweile kann auch zu sozialen Problemen führen.

Hier zu sollte ehrenamtliches Engagment und auch Selbständige Wirtschaftstätigkeit gefördert werden. Förderung von Kunsthandwerk und lokaler kleinteilliger Ökonomie könnte dieses Problem lösen.

Ich könnte mir das so vorstellen. Dass ich z. B. ehrenamtlich alte Menschen und Behinderte betreue und nebenbei einen Grabelandgarten bestelle und in der Garage vielleicht Bier aus Brennesseln braue und in der Nachbarschaft verkaufe. Oder ich würde noch einmal studieren und nach dem Studium vielleicht doch als angestellter Sozialarbeiter arbeiten.

Dadurch wäre ich nicht mehr Arm und würde arbeiten und die Gesellschaft würde im ganzen Profitieren.

Ich Grübel zu viel über Dinge die ich nicht ändern kann!

Heute hatte ich mir eigentlich vorgenommen unseren Haushalt zu entrümpeln. Stattdessen habe ich mir viele Gedanken gemacht über die wirtschaftliche Situation in unserer Stadt. Über die Zuwanderung von Roma und deren Integration und auch um die nachhaltige Energieversorgung unser Stadt.

Irgendwie bekomme ich solche Sachen auch  nicht mehr raus aus meinem Kopf. Ich weiß nicht woran das liegt. Im Grunde kann ich mir selber nicht großartig helfen denke aber immer an Andere.

Manchmal kommt bei dem Grübeln auch etwas herum. Ich habe mal einige Vorschläge zur Verstromung von Biogas an mehrere Stadtwerke in der Umgebung gemailt.

Unter anderem habe ich die Biogasanlage am Lüner Stadthafen samt Mikronetz angeregt und auch die Biogaserzeugung aus Haushaltsabfällen in Gevelsberg.

Was die Roma angeht habe ich überlegt dass man ihnen mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds Bildung anbietet und ihnen einen Hauptschulabschluß und eine einfache Berufsausbildung z. B. als Pflegehelfer oder in einigen gefragten Handwerksberufen anbietet. Im Grunde ist es die einzige Möglichkeit schon lange hier wohnende Roma zu   integrieren.

Was die Stadt Dortmund und eine eventuelle Energieversorgung angeht so setze ich da auf Grubengas wenn es sich bewahrheiten sollte dass man es ohne Umweltschäden fördern kann. Photovoltaik wäre aber im Grunde auf Dauer die besser Option, wenn  man überschüssigen Strom zur Wasserstofferzeugung nutzt den man für weniger sonnigere Tage zum Betrieb von Generatoren benutzen kann.

Was die Finanzierung dieser Maßnahmen angeht denke ich dass wir nicht drumherum kommen Steuern auf Vermögen und Unternehmensgewinne zu erhöhen und Steuerflucht besser zu ahnden. Nur so kann dies irgendwie finanziert werden.

Häufig fühle ich mich Fremd in der Schwulenszene

Häufig fühle ich mich  irgendwie fremd in der Schwulenszene. Ich bin eine Zeit lang ganz gerne ausgegangen, auch noch später als ich meinen jetzigen Mann Martin kennengelernt habe.

Doch immer wieder fühlte ich mich dort auch fremd. Ich glaube dass ich  nicht so typisch bin. Klar habe ich manchmal sehr weibliche Züge an mir, da passe ich schon in´s Klischee, doch ist dieser Jugend- und auch Schönheitswahn in Teilen der Szene immer noch fremd.

Ich habe sehr früh meine Gefühle für Männer entdeckt. Ich glaube ich war 6 und hatte die ersten homoerotischen Phantasien. Ich war ja in den 80er Jahren Kind. Und ich liebte die Winnetouverfilmungen. Wegen der attraktiven Apachenkrieger die nur mit einem Lendenschurz bekleidet durch die Szene ritten. Daraus entwickelte sich ein Interesse für ihre Kultur und an Männern mit  langen Haaren.

Indianer kannten Homosexualität als Phänomen gar nicht. Es gab allerdings Nischen für Menschen die ein abweichendes Rollenverahalten zeigten. Im modernen Englisch nennt man das Phänomen „Two Spirit“ Person. Den Betroffenen wurde erlaubt die Rolle zu tauschen. Sie waren häufig verheiratet, meistens mit bisexuellen Partnern.

Als Kind bin ich etwas wie ein Mädchen aufgewachsen. Ich spielte gerne mit Puppen und behäkelte sie.  Ich häkelte Schuhe und Capes aber auch Schürzen und Kleider für meine Puppen. Es gibt tatsächlich noch mehr schwule Jungs die ähnlich aufgewachsen sind wie ich, obwohl das seltner ist als vielleicht heterosexuelle Leser das vermuten. Es gibt durchaus schwule Männer die Technik Freaks sind oder als Handwerker oder Ingenieur arbeiten.

Ich glaube was mich von Anderen unterscheidet ist dass ich keine jüngeren Partner mag und dabei keinen SM mag. Ach so bärtige, haarige Bären mag ich auch gar nicht so sehr, obwohl ich bärtig und haarig und etwas bärig bin.

Mein Mann Martin  hat eine normale Kurzhaarfrisur, ist schlank, 13 Jahr älter als ich und ist Programmierer.  Ich bin sehr glücklich mit ihm. Wenn ich das aber anderen Schwulen Männern erzähle sind die entweder geschockt oder verwundert. Die Schönheitsideale von schwulen  Männern finde ich meistens zum gähnen. Entweder mögen sie schlanke Jugendliche oder sehr muskulöse kerlige Typen. Etwas dazwischen gibt es da selten.

Auch die vielen oberflächlichen Kontakte in der Szene fand ich eher belastend als erregend. Promiskuität ist wirklich bei schwulen Männer sehr verbreitet. Früher diente dazu die Infrastruktur der Szene dazu, heute gibt es Smartphone Apps wie Grindr oder Internetdatingportale wie Gayromeo. Mich stößt die Oberflächlichkeit der Szene ab als würde das Leben nur aus Sex bestehen und gut aussehen und viele Abenteuer das einzige Lebensziel sein. Da sehe ich mich durchaus anders. Klar gibt es die die eine Regenbogenfamlie gründen wollen, doch nach wie vor gehören sie da eher zur Avangarde als zum Mainstream.

Auch der Hass auf tuntige Schwule oder auch Transgender ist sehr verbreitet. Dies hat häufig auch etwas mit Selbsthass zu tun. Manchmal wurde ich da auch zur Zielscheibe und wurde auf einen Kontaktversuch schon als Votze beschimpft oder ähnliches. Das tut wirklich weh. Ich  gehe kaum in die Szene. Ab und an auf eine schwule Kulturveranstaltung oder auf den lokalen CSD.

Kinderrechte und römisch-katholische Kirche

Die Aussagen des Pabstes zur Prügelstrafe als Erziehungsmittel halte ich für unerträglich.  Kinder haben das Recht ohne psychische, sexuelle und körperliche Gewalt aufzuwachsen. Nur da hat die katholische Kirche großen Nachholbedarf. Der sexuelle Missbrauch an Kindern ist himmelschreiendes Verbrechen.

Die schiere Anzahl der Verbrechen durch die katholische Kirche an Kindern ist erdrückend und unverzeihbar.

In einer Liste über sexuellen Mißbrauch bei wikipedia sind auch Skandale in kirchlichen „Boardings Schools“ das heißt Internaten in den USA und Kanada aufgelistet. Weit bis in das 20 Jahrhundert hinein wurden Indianerkinder aus ihren Familien gerissen und in diese Internate gezwungen in denen man sie zu Christen erziehen wollte. Die Folge ist eine traumatisierte Generation von amerikanischen Ureinwohnern. Als ich das las  habe ich geweint.

Dieses Handeln kann nicht mit Gottes Wort übereinstimmen und mit Jesu Wort ebenfalls nicht. Christus hat die Kinder als Vorbilder dargestellt. Was für ein Hohn ist so ein Verhalten für unsere Religion. Einige von uns sprechen immer von Europa als christliches Abendland. Sind wir dadurch besser das wir Christen sind? Wir hätten es sein können, doch diese Chance haben wir immer wieder vertan. Wir sind nicht bessere Menschen weil wir an den einen Gott und an Christus glauben. Doch hätte es keiner religösen Dogmen gebraucht um zu verstehen dass wir das kostbarste was wir haben beschützen müssen und nicht zer- und verstören, und das sind nun mal die kommenden Genartionen. Das wussten sogar schon die  nordamerikanischen Ureinwohner. Gewalt gegen Kinder als Erziehungsmittel war in Ihrer Kultur verpönt. Wie sehr haben wir uns gegenüber anderen Kulturen und religösen Gemeinschaften versündigt in dem wir nicht gesehen haben was gut an ihnen ist und was wir annehmen können. Es beschämt mich zu tiefst dass dies im Namen unseres Glaubens passiert ist. Ich  bin froh eine Gemeinschaft gefunden zu haben die auch ihre Altlasten hat aber sich von diesen befreit hat. Ich freue mich daran dass ich altkatholisch sein darf und wir aktiv versuchen Dinge zu verbessern.

In Stuttgart kümmert sich die altkatholische Diakonie um männliche Prostituierte worunter es auch einige Minderjährige gibt. In Dortmund wird ein überkonfessioneller Kindergarten von der lokalen Gemeinde unterstützt. Ich bin froh das bei uns jeder sein kann wie er ist.

Und dafür bin ich dankbar dass ich eine neue, bessere spirituelle Heimat gefunden habe.