Susannes Zwergbrahmas

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Eine gute Freundin von mir hält Zwergbrahmahühner. Brahmas sind die Riesen unter den Hühnern und können bis zu 6 kg schwer werden. Zwergbrahmas sind dagegen sogar kleiner als normal große Hühner und wiegen ausgewachsen etwa 1,7 kg. Im Durschnitt legen sie bis zu 80 Eier im Jahr die durchaus bemerkenswert groß sind.

Susannes Zwergbrahmas sind noch halbwüchsig und geben noch Kükenlaute von sich. Die Federzeichnung finde ich besonders schön.

Brahmas haben befiederte Beine,  so dass man auf eine besonders hygienische  Haltung achten sollte. Hühner sollten generell in Sand baden können dem man etwas  Holzasche  untermischt. Eine Einstreu mit Farn hält auch Ungeziefer fern und ist daher als alternative zur regelmäßigen Stalldesinfektion zu empfehlen.

Schwule sind keine richtigen Männer?

Häufig hört man an den Stammtischen  dass Schwule keine richtigen Männer sind. Oder es kursieren Gerüchte darüber dass der Hormonhaushalt von schwulen Männern anders ist, sie mehr weibliche oder zu wenige männliche Hormone haben.

Dies ist kompletter Unsinn! Fakt ist dass kaum Jemand die wirklichen  Ursachen von Homosexualität kennt. Die Wissenschaft nimmt wie so häufig sowohl biologische als auch durch die Umwelt begründete Gründe an.

Homosexualität gab es schon immer. Aus der Zeit der Antike sind schon Berichte über homosexuelles Verhalten aus Griechenland aber noch ältere aus Mesopotamien dem heutigen Irak überliefert.

Bei Naturvölkern etwa von den Indianern Nordamerikas wurde ebenfalls von homosexuellen Verhalten als auch von ersten Beispielen zur Homoehe berichtet, die dort gängige Praxis für Homosexuelle beiderlei Geschlechts war.

Homophobie, also der Hass auf Homosexuelle läßt sich zum einen durch religöse Schriften von Judentum, Christentum und auch dem Islam belegen. Zum anderen hat es mit dem vorherrschenden Männerbild zu tun und auch mit  traditionellen Vorstellungen von  Männlichkeit.

Die passive Rolle in einer Homosexuellen Beziehung wird schon seit der Antike als unmännlich definiert. Hier spielt Frauenfeindlichkeit eine Rolle die Frauen eigene Sexualität abspricht und Penetration als Demütigung eines Mannes definiert der dadurch in der Vorstellungswelt  vieler heterosexueller Männer zu Frau wird. Doch ich kann Euch Herren beruhigen, die Prostata läßt sich bei allen  Männern stimulieren, und einige aufgeschlossenere  heterosexuelle Männer tun das auch aktiv oder ihre Partnerin.

Das gleiche gilt auch für die männliche Brust. Also hat dies wenig mit Biologie sondern mit gesellschaftlichen Tabus zu  tun.

Das Klischee der Tunte spukt auch noch in vielen Köpfen umher doch ist es in der westlichen Welt eher eine Randphänomen. Es gibt zwar exszentrische schwule Männer mit weiblicher Mimik und Gestik doch sehen sie  sich selber häufig ebenfalls als Männer und schwule Transvestitten sind ein verschwindende Minderheit und häufig Bisexuell.

Und es gibt  viele schwule  Männer die kaum von Heterosexuellen  Männern zu unterscheiden sind und das sind nicht  wenige.

Helfersyndrom und echtes Mitgefühl bei ADHS und ADS

Menschen mit ADHS oder auch der tagträumerischen Variante des ADHS vom vorwiegend unaufmerksamen Typ wird ein ausgesprochenes Gerechtigkeitsempfinden zugeschrieben.

Als Betroffener dieses Syndroms vom vorwiegend unaufmerksamen Typus kenne ich das seit früher Kindheit. Ich habe die ersten 4 Lebensjahre auf dem Land in Polen gelebt und jedes Huhn das meine Mutter geschlachtet bzw. gerupft hat habe ich beweint.

Später interessierte ich mich für das Schicksal der nordamerikanischen Ureinwohner. Eigentlich habe ich mich schon immer mit Außenseitern sehr verbunden gefühlt. Das hat nur bedingt etwas mit der eigenen Situation als Außenseiter zu tun.

Viel mehr liegt das an der breiten Wahrnehmung in der negativen Form als Reizüberflutung verstanden werden kann.

Hier liegt kein echtes Helfersyndrom vor dass eher biografische Ursachen hat, viel mehr handelt es sich hier bei von echt empfundenem Mitgefühl.

Das Helfersyndrom ist psychologisch dadurch zu erklären wenn Kinder lernen dass sie für die Gefühle der Anderen mitverantwortlich sind.

Zum Beispiel kann so eine Botschaft „wegen Dir hat Mama Kopfschmerzen“ oder ähnliches kann so einen Lernprozess hervorbringen, wenn diese Botschaften dauernd auf das Kind einprasseln.

Beim ADHSler hat dies andere Gründe und ist wie erwähnt durch die Wahrnehmung bedingt. Diese Art der breiten Wahrnehmung ist nicht immer positiv macht sie doch die Betroffenen anfällig für emotionalen Missbrauch. Der ADSler oder ADHSler wird halt zur Briefkastentante oder bzw. Onkel.

Bei der richtigen Berufswahl im sozialen Bereich kann dies förderlich sein doch ist auch da die Möglichkeit eines Burn Outs gegeben und müssen daher auch  Möglichkeiten zum Verarbeiten des Erfahrenen in Form von Supervision wahrgenommen werden.

Ansonsten  gehört der Gerechtigkeitssinn zu den Stärken des ADHS und sollte auch entsprechende hervorgehoben werden.

Nervt Dich der Tuntenterror in der Szene?

Du  liebst Männer, und verstehst Dich als „richtiger“ Mann und hörst Hiphop oder alternativ Rock oder bist stinknormal. Doch die vielen tuckigen Männer in der Szene nerven Dich ?

Versuche dann zu verstehen woher diese Ablehnung kommt. Warum Dich tuckige Männer nerven. Sicher sind einige Huschen auch wirklich anstrengend. Aber vielleicht hat es ja  auch etwas mit Dir und Deiner Wahrnehmung von Dir selbst und den Anderen zu tun.

Es ist erst einmal o. k. wenn Du mir Leuten rumhängst die ähnlich sind wie Du. Und keiner kann Dich zwingen Tuntenhouse zu mögen oder die ein „gebrochenes Handgelenk“ anzutrainieren.

Menschen sind verschieden. Tuckigen Männern wir mir fällt es leichter zu sich als schwulen Männer zu stehen. Und sie werden häufig ausgegrenzt und die Ausgrenzung in der eigenen Szene ist besonders schmerzhaft.

Klar  geht so etwas nie spurlos an uns vorbei was und manchmal arrogant und gehässig wirken läßt. So selbstverständlich wie für Dich ein sehr „männliches“ Rollenbild ist, ist das für uns  Tucken ein eher „weibliches“. Ich habe schon mit 3 Jahren lieber mit Kochgeschirr für Puppen gespielt als mit Matchboxautos.

Mach Dir klar dass Du ein richtiger Kerl bist wenn Du auf Tucken cool reagierst. Ich weiss es ist schwierig, wenn Deine Kumpels auch eher Fußball gucken als „Golden Girls“.

Du verlierst nichts dadurch, Du gewinnst aber Gelassenheit manchmal vielleicht sogar neue Freunde. Vielleicht lernst Du auch Deine weicheren Seiten kennen und akzeptieren. Vielleicht bist Du etwa auch gerne mal passiv im Bett oder hörst manchmal auch eine Popschnulze. Wir Menschen sind nicht einheitlich, jeder für sich ist anders und besonders. Du sicher aber die Anderen auch.

Du mußt Dich nicht verbiegen nur cool reagieren – und das willst Du doch sicher sein. Tucken können auch manchmal stark und cool sein. Die ersten die sich auf der Christopher Street in New York gegen eine Polizeirazzia gewehrt haben waren Tunten. Und viele von Dir gehaßte Tunten haben daran gearbeitet dass Du sein kannst wie Du jetzt bist und nicht im KZ oder Gefängnis landest.

Das dass Klima gegenüber Schwulen offener geworden ist hat auch mit den mutigen Provokationen der Tunten zu tun. Den wenn man diese toleriert dann Dich doch erst recht. Sei ein wenig Stolz darauf ein Teil dieser Community zu sein die Dir doch auch Freiheiten geschafft hat. Tunten fällt es leichter über ihre Andersartigkeit zu reden, weil es so  offensichtlich ist. Sei auch Du mutig und stehe auch dazu das Du Männer liebst. Ich hoffe mein Worte regen Dich etwas zum nachdenken an und ich danke Dir für den Besuch auf meinem Blogg.

 

Traut Euch ein Plädoyer für die „Homoehe“!

In der Schwulen community ist die sog. Homoehe kein unumstrittenes Thema. Besonders aus dem linken Lager der Schwulenbewegung gilt die bürgerliche, weil monogame Ehe, als rotes bzw. schwarzes Tuch ;-).

Als junger Mann habe ich auch anders gedacht. Meine Annahme war Männer können nicht monogam sein, und zwei Männer in einer Beziehung erst recht nicht.

Mitlerweile bin ich froh nicht mehr ganz auf dem Markt der sexuellen Möglichkeiten mehr verfügbar zu sein. Sexualität alleine füllt ja auch kein Leben.

Wichtig ist es Lebensziele zu entwickeln die Sinn stiften wenn man z. B. keine Kinder haben will oder auch kann. Meine Idee ist im Moment einen neuen Beruf zu lernen und als Heilerziehungspfleger tätig zu sein. Für andere da sein erfüllt mich und ich will es ausprobieren ob ich das im größeren Maßstab kann. Und ich träume von einem Grabelandgarten samt Gemüse und Hühnern.

Auch das Altern ist kein Schreckgespennst mehr wenn man einen „Angetrauten“ hat und die Aussicht auf ein gemeinsames altern erschreckt mich nicht besoners, zu mal wir schon über 15 Jahre zusammen sind.

Ich habe mit diesen unverbindlichen Beziehungen noch ein anderes Problem außer dass sie wenig tragfähig sind. Mich stört an unserer sehr indiviudualistischen Gesellschaft das die sog. „Nächstenliebe“ professionalisiert wird. Ob es die Fürsorge für die Alten  oder die Kinder ist, schnell wird professionelle Hilfe gesucht. Klar ist ein gutes schwules „Altenheim“ oder Wohnprojekt ein alternative, aber ist die   Pflege dort so liebevoll wie es ein geliebter Partner machen kann. Kann Jemand so viel Geduld mit einem alten Menschen haben wie ein liebender Partner? Das bezweifele ich eindeutig.

Sicher muss man nicht monogam Leben. Niemand hindert ja einen daran eine  offene Beziehung zu führen. Aber warum fehlt so vielen auch Mut dazu zu einem gemeinsamen Leben ja zu sagen. Es ist sicher nicht leicht  ein ganzes Leben miteinander zu teilen, aber was ist im Leben schon leicht.

Und es gibt so viele schöne Momente. Gemeinsame Rituale und das Gefühl geborgen und angekommen zu sein.

Ich glaube nicht dass das falsch ist. Also Jungs traut Euch!

Erotische Fotografie ohne selbstoptimierungswahnsinnnige Modelle

Mich nervt dieser visuelle totalitarismus der „Erotikindustrie“. Ich teile die Schönheitsideale der Hochglanzmagazine und der sogenannten Glamourfotografie nicht.

Es ist schwierig Fotopublikationen zu finden die nicht den üblichen Abziehbildern von Männlichkeit bzw. Weiblichkeit entsprechen.

Für mich als schwulen Mann gibt es dennoch einges an Auswahl an Alternativ und Undergroundpublikationen.

Da gibt es zum einen „Butt“ DAS schwule Avangardemagazin aus den Niederlanden das per Versand oder in allen American Aparrel Stores erhältlich ist.

„Jungsheft“ ein Erotikmagazin für jüngere Frauen und „Giddyheft“ mit weiblichen Modellen ist eine deutsche Publikation und wird sowohl per Versand als auch durch einige Läden wie etwa „Heimatdisign“ in Dortmund verkauft.

Sehr empfehlenswert sind auch die Bildbände und Jahrbücher der Erotik aus dem Konkursbuchverlag. Diese Bücher gibt es sowohl für Schwule und Lesben als auch Heterosexuelle.

Eine weiteres Magazin für Schwule Männer ist „Kink“ aus Spanien. Diese Zeitschrift gibt es im Onlineversand.

Für die Menschen die ihre Augen auf menschlicher „Natur“ weiden lassen wollen sind alle diese Magazine sehr empfehlenswert und auch für Studenten häufig erschwinglich.

American Aparrel stores gibt es im Rheinland in Düsseldorf und Köln und im Centro in Oberhausen. Dort sind auch spezielle Modemagazine für Schwule und auch für Transgender erhältlich.

Ich wünsche meinen Followner hiermit viel „Schaulust“! Und ich hoffe ihr werdet nicht endtäuscht.

ADHS Kritik ist mehr eine Weltanschauung als eine medizinisch fundierte Meinung

Die ADHS-Kritik scheint mir mehr eine Weltanschauungsfrage als eine medizinische. Zum einen wird dadurch auch das tatsächliche Leid der Betroffenen nicht anerkannt.

Aus meinen eigenen Erfahrungen sind alleine die Reizüberflutungen die man als ADSler zu ertragen hat leidvoll. Mir war es vor der  Behandlung z. B. unmöglich in der Straßenbahn bei Hintergrundgesprächen zu lesen. Streitgespräche denen ich mal ausgesetzt war, bei denen viele Personen durcheinanderreden lösen schon förmlich Psychosomatische Kopfschmerzen aus sind von mir nicht eine Sekunde zu ertragen.

Meine Arbeitsleistung war vor der  Behandlung sehr langsam und dann noch voller Flüchtigkeitsfehler. Ähnlich wie meine Orthografie trotz über durchschnittlicher Intelligenz fehlerhaft ist.

Autofahren kann ich überhaupt nicht. Die Anforderungen im Straßenverkehr überfordern mich. Ich habe eine kaufmännische Ausbildung in der bekanntlich es auf Ordnung ankommt, ich hingegen habe immer wichtige Unterlagen verlegt.

Stimmungsschwankungen sind sehr häufig, erreichen aber nicht die Intensität von bipolaren Patienten. Dies ist für mich und das Umfeld stressend und hat auch pathologische Züge.

Ungeduld und Impulsivität, besonders das dazwischen reden mach mich zum Außenseiter. Mobbing habe ich dadurch auch häufiger erlebt.

Die Krankheit oder das Syndrom haben auch gute Eigenschaften. So  bin ich sehr gerechtigkeitsliebend und einfühlsam kann aber auch bei Kritik sehr stark Beleidigend reagieren. Das macht einem nicht gerade Freunde. Aber die Verbundenheit mit Außenseitern liegt an der breiten Wahrnehmung die echtes Mitgefühl erleichtert. Aber dieses Mitgefühl kann auch pathologische Züge bekommen, das auch Fanatisch werden kann. Ich kenne mich schon lange und habe viel darüber gelesen. So dass dies nicht im  Blog so sehr hervortritt. Doch bin ich froh dass es medizinische als auch pädagogisch Aufklärende Hilfen  für mein Krankheitsbild gibt.

Dies nur um das Leiden zu illustrieren. Ich glaube dass viele ADHS-Kritiker eine sehr romantisches Bild von Kindern und Kindheit haben. Klar gibt es Fälle wo ADHS Medikamente als Neurenhancment also als Doping für´s Gehirn genutzt werden und auch Fehldiagnosen. Doch was ist die alternative Patienten und Angehörige im Stich lassen. Das Leiden  kann extrem sein. Ich  habe nur dis sogenannte Hypoaktive Variante des ADS. Also ich komme in´s Träumen bei Reizüberflutung. Und das ist im Straßenverkehr nicht lustig. Hyperaktive „Zappelphilippe“ neigen eher zum Drogenmissbrauch wenn sie nicht therapiert werden. Methylphenidat macht nicht abhängig, das neuartige Medikament Stratterra z. B. das ich nehme gilt nicht einmal als Betäubungsmittel.

Methylphenidat berauscht nur in hohen Dosen und das nur mäßig, so das es keine Zweck hat es etwa auf dem Drogenmarkt zu verkaufen. Es kann zwar als Droge genutzt werden doch ist bei   oraler Einnahme nicht mit einem Rausch zu rechnen.

Woher kommt nur diese Kritik die wirkich verhemment ist und häufig auch wissenschaftlich wenig fundiert  ist.

Ich glaube man verwechselt lebhafte und vielleicht schwierige Kinder, oder einfach nur Verhaltensauffällige Kinder mit wirklichen ADHSlern. Hier muss eine gründliche Untersuchung durchgeführt werden die sehr aufwändig ist. Und es ist Naiv anzunehmen dass sich die Umgangsformen von vermeintlich schlecht erzogenen Kindern durch Medikamente verändern lassen. Dies trifft Eltern die Leiden weil sie schon alles versucht haben und nur zu aller letzt noch den Strohalm des Kinderpsychiaters aufnehmen der dann eine hoffentlich fundierte Diagnose erstellt. Diese Diagnose umfasst eine Testung der Konzentrationsfähigkeit, einer sog. Selbst und Fremdannamnese und natürlich auch eine Abklärung internistischer Ursachen wie Nährstoffmängel.

Und Menschen die behaupten dass ADHS Kinder nur mehr Regeln brauchen der hat selber den Schuss nicht gehört. Es empört mich immer wieder wie unfair mit den Betroffenen und Angehörigen ungegangen wird. Das ist im höchsten Grade verletzend und unsachlich. Und das sich dass nicht immer auswächst, dafür bin ich der beste Beweis.

ADS und Lärmempfindlichkeit

An dem Mietshaus in dem wir wohnen schließen sich mehrere  enge Hinterhöfe an auf denen häufig auch die Nachbarn aus den Nachbarhäusern sitzten und trinken. Normalerweise ist die Geräuschentwicklung duch die bloßen Gespräche alleine  für mich schon störend, darüber hinaus ist das auch  eine Ablenkung die mich auf dem Balkon nicht mehr lesen läßt. Häufig habe ich mir gewünscht dass die Nachbarn eine Sprache sprechen würden die ich nicht kann. Häufig habe ich mir muslimische Nachbarn gewünscht da die keinen Alkohol trinken. Doch habe ich festgestellt dass durch die medikamentöse Behandlung des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms diese Belastung durch Gesprächsgeräusche viel weniger schlimm, ja sogar erträglich wurde.

Das empfinde ich als große Entlastung die mich auch unseren Balkon nutzten läßt den ich seit 4 Jahren in denen ich hier wohne kaum genutzt habe. Das ist wirklich  etwas beglückendes dass sich neuronomal Wahrnehmende nicht vorstellen können.

Und das habe ich nur der Pharmaindustrie zu verdanken. Ich finde es nach wie  vor belastend dass die Medikation mit Methylphenidat oder wie bei  mir mit Strattera derart stark in der Diskussion ist, die häufig sehr unsachlich geführt wird. Sie wird den Betroffenen und ihren Angehörigen nicht gerecht und ignoriert ihr Leiden.  Und dies ist wirklich  unnötig.

Sehnsucht nach Ruhe und Überschaubarkeit

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Meine Eltern bewirtschafteten einen kleinen Bauernhof im Ermland, einem  Landesteil vom ehemaligen Ostpreußen, in Polen bis ich 4 war.

Nach wie vor sehne ich mich nach ländlicher Ruhe und Vertrautheit. Ich denke auch das dies mit der ADS-Erkrankung (ADS – Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrome)  hat.

Klar gab es dort auch Dinge die für ein sensibles Kind schwer ertragbar waren. Ich denke nur an den Dieselmotor der Dreschmaschine oder auch an das Rupfen der   Hühner, deren Tod ich jedes mal beweinte. Doch diese Ruhe vermisse ich nach wie vor als Bewohner der Großstadt.

In einigen meiner Tagträume, von denen es unzählige gibt, wander ich auf die Prince Edward Island vor der Atlantikküste Kanadas aus. Ach ja als Neuronormaler weißt Du vielleicht gar nicht das ADSler bei Reizüberflutung zu Tagträumen beginnen. Also ich träume  von der  PEI wie die Bewohner sagen, der Heimat der Jugendromansfigur von Lucy Maud Montgomery „Anne   of Greengables“.

Wohlwissend das ein Leben auf dem Lande für einen schwulen  Mann beschwerlich sein kann  oder manchmal auch gefährlich.

Kanada ist ein  liberales Land was Homosexualität angeht doch gibt es dort auch mitunter massive Homophobie, besonders auch im ländlichen Atlantik Kanada.

Vielleicht würde mir auch ein  ruhiger Rückzugsort in der Stadt reichen. Ich liebe Spaziergänge im Waldtteil des Hoeschparks und ich fühle mich danach herrlich entspannt und erholt.

Doch in der Stadt mit ihren vielen Geräuschen zu leben ist für mich anstrengend. Insbesondere dadurch dass unsere Nachbarn gerne feiern.

Doch habe ich festgestellt das mit der jetzigen Behandlung mit dem aufmerksamkeitsfördernden Medikament Stratterra, einer alternative zu amphitaminähnlichen Präperaten wie etwa Methylphenidat, wird Reizüberflutung durch Geräusche auch erträglicher.

Doch die Sehnsucht nach ländlicher Idylle bleibt wie bei vielen Städtern. Ein kluger Kopf hat mal gesagt  dass die Sehnsucht nach dem Land aus der Unbewohnbarkeit der Städte resultier, und darin ist viel wahres.

ADS und Schönheitsideale

Klar ich liebe Männer – was ja für einen schwulen Mann nichts ungewöhnliches ist ;-). Manchmal habe ich da den Eindruck dass da die Gemeinsamkeiten mit der Subkultur schon aufhören.

Es gibt sie die klischeehaft schönen schwulen Männer, da ist kein Zweifel dran. Doch haben mich „nur“ schöne Männer nie begeistert.

Es ist noch schlimmer ich bin ein wenig immun gegen das schillernde Gefieder der meisten stolzen Pfauenartigen Wesen unserer Subkultur.

Lange Zeit dachte ich dass dies vielleicht das die weiblichen  Anteile meiner Persönlichkeit sind die mich immun gegen den üblichen Reizen männlicher Schönheit machen.

Nein es liegt am ADS. Nie habe ich verstanden dass ich manchmal eine Bar oder eine Party besucht habe und kein (!) Mann hat mir gefallen.

Ich merke aber das bei Wirksamkeit der Medikamente da eine Veränderung stattfindet. Mir fällt Schönheit an Männern dann bewußter auf die mir sonst entgeht. Nicht dass ich dann zu oberflächlichen Husche mutiere, nein meine Wahrnehmung normalisiert sich.

Früher gefieln mir nur Männer die ich mir auch als  festen Partner vorstellen kann, da sprach eher das Herz als das Auge.

Nichts desto Trotz halte ich den Jugend und Fitnesswahn der Subkultur für anstrengend und ausgrenzend.  Das Herz endscheidet doch immer noch nach anderen Parametern als nach körperlichen  Idealmaßen und ich bin mit Martin als Lebenspartner zufrieden.

Doch fühle ich mich jetzt ein Stück weit normaler und verstehe die anderen besser die ich häufig als Huschen bezeichnet habe.

Und das gibt mir ein wenig Wohlbefinden zurück was ich früher vermißt habe und das fühlt sich gut an.

Dennoch stört es mich nicht so sehr wenn ein Typ etwa rote Haare hat  oder auch eine leichte Lippenspalte.

Mir fällt das zwar deutlicher auf – doch nehme ich weiterhin keinen Anstoß dran.  Die Männer vor Martin die mich intressiert haben waren auch eher Außenseiter, teilweise auch wegen ihrem Äußeren. Was gut an  meiner Art der Wahrnehmung ist dass ich doch Männer die ich mag, sie nie ausschließlich wegen ihren Äußeren mag. Ich mag ihren Charakter und das hat sich nicht geändert. Ich hadere auch nicht mit der Tatsache dass ich übergewichtig  bin und Martin einen Rundrücken hat.

Für mich sind im Grunde solche Dinge nicht  wichtig. Was bei schwulen Männern dagegen aber sehr nervig ist das ihre Ideale so extrem sind. Der Waschbrettbauch muss wie aus Granit gehauen sein, ich hingegen mag ihn wenn er angedeutet ist oder der Bauch einfach nur flach ist.