Sexualisierung der Kindheit

Als Reaktion auf die Edathy-Affäre soll der Handel mit Fotos von nackten Minderjährigen unter Strafe gestellt werden.  Aber es gibt auch Fotos von Kindern die nicht unter dieses Gesetz fallen die ich für problematisch halte. Ein TV-Sender wirbt mit einem kleinen Mädchen das geschminkt und frisiert in einem Prinzessinnenkostum sich präsentiert. Die alltägliche Sexualisierung von Kindern und Kindheit ist erschreckend. Nicht dass Kinder perse keine eigene Sexualität haben doch ist diese Sexualisierung durch die Modeindustrie erschreckend. Als ich das erste mal ein Musikviedeo von Justin Biber gesehen haben war ich ehrlich gesagt geschockt. Man mag mich für bigott halten aber ein Junge unter 16 kann schon Interesse für Mädchen haben doch dies so plakativ zu inszenieren halte ich für obszön. Es suggeriert dem Betrachter das dieser Junge oder dieses Mädchen genau so Sexualität leben kann wie ein Erwachsener.

Dies ist aber Entwicklungspsychologisch nicht vertretbar. Ich habe das Gefühl dass wir Kinder mit so viel Offenheit überfordern. Das Aufwachsen mit Internetpornografie weckt falsche Vorstellungen von Sexualität und Attraktivität. Diese starken Bilder sind eigentlich nichts anderes als Phantasien die nicht viel mit der Realität zu tun haben. Das erobern des Partners, das werben diese subtile Spannung gibt es in diesen Filmen nicht. Und es gibt vermeintlich perfekte Körper. Doch sind diese Körper nur vermeintlich perfekt.

Frauen mit Brüsten die einer Leistungskuh entsprechen sind nicht natürlich. Auch die überzeichnete Figur der männlichen Darsteller projeziert eine Erwartung die nicht der Natur entspricht. Ohne Training nur durch gewöhnliche körperliche Arbeit ist dem Ideal der Lifestylmagazine und der Sexindustrie zu erreichen.  Die Erwartungen an Lust und Attraktivität sind übersteigert. Mythen über den G-Punkt und von multiplen  Orgasmen irritieren nicht nur Jugendliche sondern auch Erwachsene.

Sex ist positiv und sollte unverklemmt gelebt werden. Stattdessen produziert die neue Moral der Zügellosigkeit Scham, für den eigenen unperfekten Körper und der Jagd nach einem Ziel das nicht erfüllbar ist. Sie läßt Sexualität nur als Freizeitsport verkommen, dessen soziale Aspekte bleiben unerwähnt.

Liebe, Zärtlichkeit und Vertrauen gelten als antiquiert.  Sexuelle Anziehung überdauert kein ganzes Leben. Liebe, Respekt und Vertrauen durchaus schon. Ich möchte nicht den Fehler begehen die Ehe zu idealisieren doch fordere ich mehr Mitmenschlichkeit auf. Wir Menschen bestehen aus Körper und Seele und die Bedürnisse der Seele werden in unserer Zeit missachtet. So kann man durchaus durch die Sexualisierung unserer Gesellschaft auch von eine Art Missbrauch sprechen.

Es wird sie wundern das ein  homosexueller Mann dieses Thema aufgreift. Doch in der schwulen Subkultur ist vieles Vorweg genommen was uns noch gesellschaftlich bevorsteht.  Homosexuelle Männer müssen lernen ihre körperlichen Bedürfnisse, nach Sexualität mit einem anderen Mann, als positiv zu bewerten.  Dies hat auch zur Folge eines grenzenlosesn Auslebens des Sexualität für eine bestimmte Phase des Lebens. Doch gibt es immer noch viele schwule Männer die auch in der Lebensmitte ohne Partner bleiben und auch das Alter in Einsamkeit verbringen müssen. Dies ist die traurige Realität eines grenzenlosen Individualismus. Es liegt nicht an mir zu fordern das alle sexuellen Vergnüngsmöglichkeiten zu verdammen sind.  Lust gehört ja zur Sexualität wie der Rausch zum Wein. Doch müssen wir auch genauso wie beim Alkoholkonsum den Umgang mit dem Rausch an der sexuellen Lust lernen. Und dies läßt uns gelassen altern und glücklich Sexualiät leben, fern der Normen die eine Ökonomisierte Gesellschaft von uns Fordert.

Norm ist der Mensch in seiner Vielfalt nicht das Ideal einer Mode.  Das Diktat der Lifstylmagazine hat nichts mit Realität zu tun. Es ist eine Pflicht von uns Erwachsenen uns schlau zu machen und nicht den Bunten Blättern zu glauben, und dabei zu lernen  auf uns und die Bedürfnisse unseres Körpers zu hören.

Und ja ,Hypersexuallität oder Sexsucht gibt es.!Und ja häufig ist ein Trauma die Ursache! Das dürfen wir auch nicht außer aucht lassen.

 

 

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