Homosexualität als Gabe

Gerade habe ich eine Online-Umfrage zum Wohlfbefinden von Schwulen Männern der Universität Marburg teilgenommen. Dort wurde auch danach gefragt ob ich meine Homosexualität als Gabe betrachte. Ich konnte diese Frage nicht voll mit ja beantworten.  Immer noch sehe ich, obwohl meine Lebenssituation gut ist und ich auch ein tolerantes Umfeld habe, homosexuell zu sein als Bürde.

Ich glaube dass ich zu lange an zwei Fronten kämpfen mußte. Die Schwule Szene ist sehr oberflächlich und gute Freundschaften sind dort relativ rar. Häufig zählt in der Subkultur das Aussehen mehr als der Charakter. Das ist aber in der gesamten Gesellschaft eine starke Tendenz die aber in der Schwulenszene wohl am ausgeprägtesten ist. Und in der  übrigen Welt gibt es immer nocht nicht genug Akzeptanz. Die Gefahr belächelt oder verhöhnt zu werden ist immer noch groß. Der Aufwind von Rechtspopulistischen Parteien und Einstellungen macht auch deutlich wie brüchig die oberflächliche Toleranz doch ist. Doch sollte die Fähigkeit zu Lieben und zu Begehren immer auch ein Geschenk sein. Nur ist die gesellschaftliche Realität immer noch nicht so dass man dies voll unterstreichen könnte.

Sexualisierung der Kindheit

Als Reaktion auf die Edathy-Affäre soll der Handel mit Fotos von nackten Minderjährigen unter Strafe gestellt werden.  Aber es gibt auch Fotos von Kindern die nicht unter dieses Gesetz fallen die ich für problematisch halte. Ein TV-Sender wirbt mit einem kleinen Mädchen das geschminkt und frisiert in einem Prinzessinnenkostum sich präsentiert. Die alltägliche Sexualisierung von Kindern und Kindheit ist erschreckend. Nicht dass Kinder perse keine eigene Sexualität haben doch ist diese Sexualisierung durch die Modeindustrie erschreckend. Als ich das erste mal ein Musikviedeo von Justin Biber gesehen haben war ich ehrlich gesagt geschockt. Man mag mich für bigott halten aber ein Junge unter 16 kann schon Interesse für Mädchen haben doch dies so plakativ zu inszenieren halte ich für obszön. Es suggeriert dem Betrachter das dieser Junge oder dieses Mädchen genau so Sexualität leben kann wie ein Erwachsener.

Dies ist aber Entwicklungspsychologisch nicht vertretbar. Ich habe das Gefühl dass wir Kinder mit so viel Offenheit überfordern. Das Aufwachsen mit Internetpornografie weckt falsche Vorstellungen von Sexualität und Attraktivität. Diese starken Bilder sind eigentlich nichts anderes als Phantasien die nicht viel mit der Realität zu tun haben. Das erobern des Partners, das werben diese subtile Spannung gibt es in diesen Filmen nicht. Und es gibt vermeintlich perfekte Körper. Doch sind diese Körper nur vermeintlich perfekt.

Frauen mit Brüsten die einer Leistungskuh entsprechen sind nicht natürlich. Auch die überzeichnete Figur der männlichen Darsteller projeziert eine Erwartung die nicht der Natur entspricht. Ohne Training nur durch gewöhnliche körperliche Arbeit ist dem Ideal der Lifestylmagazine und der Sexindustrie zu erreichen.  Die Erwartungen an Lust und Attraktivität sind übersteigert. Mythen über den G-Punkt und von multiplen  Orgasmen irritieren nicht nur Jugendliche sondern auch Erwachsene.

Sex ist positiv und sollte unverklemmt gelebt werden. Stattdessen produziert die neue Moral der Zügellosigkeit Scham, für den eigenen unperfekten Körper und der Jagd nach einem Ziel das nicht erfüllbar ist. Sie läßt Sexualität nur als Freizeitsport verkommen, dessen soziale Aspekte bleiben unerwähnt.

Liebe, Zärtlichkeit und Vertrauen gelten als antiquiert.  Sexuelle Anziehung überdauert kein ganzes Leben. Liebe, Respekt und Vertrauen durchaus schon. Ich möchte nicht den Fehler begehen die Ehe zu idealisieren doch fordere ich mehr Mitmenschlichkeit auf. Wir Menschen bestehen aus Körper und Seele und die Bedürnisse der Seele werden in unserer Zeit missachtet. So kann man durchaus durch die Sexualisierung unserer Gesellschaft auch von eine Art Missbrauch sprechen.

Es wird sie wundern das ein  homosexueller Mann dieses Thema aufgreift. Doch in der schwulen Subkultur ist vieles Vorweg genommen was uns noch gesellschaftlich bevorsteht.  Homosexuelle Männer müssen lernen ihre körperlichen Bedürfnisse, nach Sexualität mit einem anderen Mann, als positiv zu bewerten.  Dies hat auch zur Folge eines grenzenlosesn Auslebens des Sexualität für eine bestimmte Phase des Lebens. Doch gibt es immer noch viele schwule Männer die auch in der Lebensmitte ohne Partner bleiben und auch das Alter in Einsamkeit verbringen müssen. Dies ist die traurige Realität eines grenzenlosen Individualismus. Es liegt nicht an mir zu fordern das alle sexuellen Vergnüngsmöglichkeiten zu verdammen sind.  Lust gehört ja zur Sexualität wie der Rausch zum Wein. Doch müssen wir auch genauso wie beim Alkoholkonsum den Umgang mit dem Rausch an der sexuellen Lust lernen. Und dies läßt uns gelassen altern und glücklich Sexualiät leben, fern der Normen die eine Ökonomisierte Gesellschaft von uns Fordert.

Norm ist der Mensch in seiner Vielfalt nicht das Ideal einer Mode.  Das Diktat der Lifstylmagazine hat nichts mit Realität zu tun. Es ist eine Pflicht von uns Erwachsenen uns schlau zu machen und nicht den Bunten Blättern zu glauben, und dabei zu lernen  auf uns und die Bedürfnisse unseres Körpers zu hören.

Und ja ,Hypersexuallität oder Sexsucht gibt es.!Und ja häufig ist ein Trauma die Ursache! Das dürfen wir auch nicht außer aucht lassen.

 

 

Helfersyndrom oder Liebe als Orden

Wie Ihr liebe Follower festgestellt habt geht es in meinem Blog häufig um das Thema Toleranz. In meiner Lebensgeschichte war es immer wieder wichtig selber Toleranz zu erfahren. Ich erlaube es mir zu sagen dass ich selber auch ein großes Maß an Toleranz besitzte. Dies ist ein angeborener Persönlichkeitsanteil. Doch kenne ich auch Situationen wo dies auch neurotische Züge haben kann.

In der romantischen Liebe kannte ich das durchaus dass ich nicht verstanden habe dass man Liebe nicht so erwerben kann wie einen Orden.  Angagment und Verständniß und Identifikation mit dem Anderen, Opferbereitschaft die den Rahmen einer normalen Freunschaft sprengen veranlassen nicht unbedingt den Anderen auch dieses Gefühl zu erwiedern. Das ist mir lange schwer gefallen diese zu lernen. Helfersyndrom als neurotische Komponente definiert sich darüber dass man seinen Selbstwert durch das Helfen definiert. Bei mir ist das anders. Durch meine ADS-Erkrankung die angeboren ist habe ich viel ehrliches Mitgefühl dass manchmal auch normale Grenzen sprengt aber zu meiner Persönlichkeit gehört. Doch kommen romatnische Gefühle hinzu finde ich mich sehr schnell in einem Missverhältniss wieder. Ich führe mittlerweile eine gute und glückliche Beziehung mit meinem Lebenspartner und die Waage ist meistens ausgeglichen. Als Heranwachsender hatte ich da viele größere Probleme dies zu erkennen das Liebe nicht so verliehen wird wie ein Orden. Anerkennung ist auch nicht selbstverständlich aber häufig reicht mir auch das Gefühl die Welt weniger trostlos erscheinen zu lassen und sie in einen menschlicheren Platz zu verwandeln. Altruismus wird so häufig mit dem negativen Begriff Gutmenschentum belegt. Für mich sind Menschsein und Güte wichtige Werte die unsere Welt erst zivilisieren. Nur das Maß ist wichtig dabei. Das neue Testament der Bibel setzt die Grenze sehr klar. Jesus erhebt die Selbstliebe zum höchsten Gebot erst später fordert er die Nächstenliebe ein. Ohne Selbstliebe ist wirkliche Agape also helfende Liebe nicht möglich. Deswegen ist es wichtig auch sich selber nicht aus den   Augen zu verlieren.  Agape Liebe ist allerdings nie narzistisch. Sie handelt aus der Notwendigkeit heraus nicht wegen der zu erwartenden Anerkennung. Sie ist immer selbstlos darf aber das Selbst und seine Bedürfnisse nicht aus den Augen verlieren. Die unter Euch die Kinder haben werden auch das befriedigende Gefühl kennen, die ein lächeln spendet wenn das Kind getröstet ist. Das Kind macht keine großen Worte, es spielt wieder und lächelt. Auch wir brauchen manchmal dieses Gefühl des Trostes. Mich tröstet dass  Helfen häufig auch darüber hinweg wie Unvollkommen unsere Welt ist. Mit jedem Schritt den ich andere begleite, wenn es auch nur kleine Schritte sind, wachse ich mit dem Anderen. Und so etwas läßt uns reifen wenn wir das Maß nicht aus den Augen verlieren. Die Gefahr ist nicht nur das wir den anderen Verlieren und fallen lassen sondern auch uns. Und dies ist  eine Kunst die wir lernen müssen und Proben Tag für Tag in der wir auf der Welt sind. Doch ohne Mitgefühl wäre unsere Welt kalt und grau und wäre tot wie ein Eisplanet und dass dies nicht der Fall ist gibt uns allen Zuversicht . Zuversicht ist also der Lohn des Altruisten.

Seidenhühner sind niedliche und auch nützliche Vögel für den Gartenliebhaber

 

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Immer wieder träume ich von einem Grabelandgarten mit ein paar Hühnern. Da ich einen Garten alleine versorgen muss, denke ich immer wieder an  einen kleinen Garten von der Stadt. Sowohl Bahn als auch Stadt verpachten Grabelandgärten, deren Bewirtschaftung weniger stark reglementiert ist als klassische Schrebergärten.

Um sog Großhühner zu halten braucht man viel Platz. Auch bei der von mir im Blog beschriebenen Lady Bayflour Methode braucht man ungefähr 15 Quadratmeter Fläche. Dies ist schon viel wenn so ein kleiner Garten nur etwa 50qm hat. Da bin ich in einem Buch über Geflügelhaltung auf die Seidenhühner gestoßen. Seidenhühner haben ein  Fellähnliches Gefieder und sind deswegen auch Flugunfähig.

Sie scharren kaum und können daher auch zwischen den Reihen mit Gemüse grasen und vertilgen dabei Ungeziefer und Gras und klienere Unkräuter.  Eier kann man von ihnen nicht all zu viele erwarten. Sie sind halt eher etwas fürs Auge als etwas klassische Legehühner. Je nach Rasse ob es  normal große Seidenhühner oder Zwergseidenhühner sind, legen sie etwa 100 und die Zwergseidenhühner 125 Eier. Auch die Eier sind relativ klein. Wenn man aber auch den wertvollen Dung zu ihren Nutzen zählt lohnt es sich schon sie zu  halten. Vögel scheiden den Urin über den Kot aus. Reiner Geflügeldung darf daher nicht auf die Beete aufgebracht werden weil der enthaltene Ammoniak den Pflanzen schadet. Wird er aber kompostiert oder in Wasser gelöst ist er genauso wertvoll wie der legendäre Guanodung aus Südamerika.

Für Familien mit  Kindern sind diese Hühner besonders intressant weil sie sehr zutraulich sind und das seidige weiche Gefieder förmlich zum streicheln einlädt.