Szene und Subkultur!

Gestern war ich auf der Eröffnung des Kulturkaufhauses am Borsigplatz. Die Kunst dort war gemischt und Snowden am Kreuz fand ich etwas platt.  Anscheinend war dort aber ein großer Teil der Dortmunder Hypster Szene anwesend. Hypster ist urbane Jugend die sich durch Kleidung und Lebensstil bewußt vom gängigen Mainstream unterscheiden will. Hypster sind keine oberflächliche Erscheinung sondern habe eine große Affinität etwa zu moderner Kunst, Independent-Filmen und anderen Ausdrucksformen alternativer Kultur und können teilweise in ihrer Lebenswirklichkeit als Avangarde bezeichnet werden. Es freut mich dass es diese Szene in unserem doch etwas beschaulichen und auch mittlerweile etwas mieffigen Dortmund Fuss fast.

Was mich an Szene stört ist ihre Uniformität. Die dunklen verwaschenen Wollmützen etwa bei den Hypstern. Oder auch die häufig bewußte zu jugendliche Kleidung einiger älterer schwuler Männer in der Schwulenszen. Mich stört dass Szenen und auch Subkulur nicht immer für jeden Freiheit bieten. Bei dien Hypstern stört mich am ehesten ihre farblose Mode. In der schwulen Subkultur ist es manchmal die Musik.

In einigen Lokalen wird man geradezu von Vocal house Rythmen erschlagen. Subkulturen sind nicht immer so tolerant wie sie meinen.

Lehnt man einen Teil ab hat man die  ganze Szene gegen sich. Ich tue mich aus persönlicher Erfahrung schwer mit der Jugendwahn in der  schwulen Subkultur. Alt aussehen oder alt sein sind große Makel die die Szene nur schwer duldet. Einsamkeit betrifft daher ältere Schwule Männer sehr häufig. Auch ist es fast schon peinlich zuzugeben das man ältere Männer mag. Viele Männer die ich mochte waren deutlich älter als ich. Martin, mein Mann ist sogar ganze 13 Jahre älter.

Auch der Zwang im   Urlaub auch in die Szene gehen zu müssen ist krotesk. Ich nehme mir mittlerweile die Freiheit mir die Angebote sehr klar auszusuchen. Dazu gehören aber auch selbstverständlich Angebote der Subkultur, wie etwa schwule Spielfilme oder ein Kaffee in einer schwulen Bar. Aber ich fühle mich nicht so abhängig von der  Subkultur wie andere. Ich definiere mich auch nicht mehr so stark über die Subkultur. Zu aller erst bin ich Mensch und irgendwann auch schwul  oder auch alternativ. Neulich habe ich darüber nachgedacht ob mein schwuler Freund Gerold mir lieber ist als meine heterosexuelle Freundin Susanne. Und mir wurde klar dass ich auf Beide nicht verzichten kann. Bei Gerold verstehe bestimmte   Nöte und Probleme besser. Etwa das Problem des Singelsein als älterer schwuler Mann. Ich habe manchmal etwas mehr Mitgefühl weil mein Verständniß dafür besser ist. Aber auch ältere Heterosexuelle leiden unter Einsamkeit. Nur sind sie häufig flexibler bei der Partnerwahl und die Auswahl an möglichen Partnern und die Gelegenheit Andere zu treffen ist deutlich größer. Ich merke immer wieder wie sehr ich meine eigenen Werte immer hinterfragen  muss. Ich halte diesen Prozeß allerdings für notwendig um auch seelisch gesund und auch tolerant und offen zu bleiben.

Dies gelingt Angehörigen von Subkulturen genauso wenig wie anderen Menschen. Ich glaube dass es wirklich wichtig zu verstehen ist dass die eigenen Werte nicht immer allgemeingültig sind, gerade in Fragen von Ästhethik und Lebensart. Mir fällt dies auch schwer wie allen  Menschen doch versuche ich die Anderen zu verstehen und auch den Standpunkt mal beuwußt zu wechseln. Das gelingt mir auch nicht immer aber ich hoffe doch häufiger und besser.

Potential an erneuerbaren Energien im Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet als Ballungsraum hat einen enormen Energiebedarf. Aus meiner Sicht gibt es vor Ort auch Potentiale, zumindest einen Teil dieses Bedarfes aus erneuerbaren Energien zu decken. Das Wasserkraftpotential im Ruhrgebiet ist fast vollständig ausgeschöpft, lediglich die Lippe und eventuell der Oberlauf der Emscher bieten Möglichkeiten zur Stromerzeugung aus Wasserkraft in geringem Umfang, vor allem an den alten Stauwehren der ehemals schiffbaren Lippe.

Die Nutzung von Gruben- und Deponiegas sollte ausgeweitet werden. Grubengas ist sehr CO2 schädlich, wird es verbrannt wird die Schädlichkeit signifikant verringert. Ähnliches gilt für das Methanhaltige Deponiegas das bei der Zersetzung organischen Abfalls entsteht. Fachleute schätzen das durch die Nutzung dieser Gase etwa 130 000 Haushalte in der Region versorgt werden könnten.

Auch die Erzeugung von Strom mittels Piezoelktrizität ist sinnvoll. In Isreal gibt es bereits erfolgreiche Projekte wo Straßen mit Pietzomodulen ausgestattet wurden und der Druck der über sie fahrenden Fahrzeuge einen Funken durch ein Piezokristall erzeugt der energetisch genutzt werden kann. Das wäre vielleicht auch für Fußgängerzonen denkbar. Und auf jeden Fall für einige Autobahnabschnitte.

Die Speicherung des überschüssigen Stromes könnte durch Pumpspeicherkraftwerke in ehemaligen Kohlegruben erfolgen. Bei überschüssigen Strom würde Wasser in Oberirdische Speicherbecken gepumpt die bei erhöhtem Strombedarf dann in unterirdische Speicherbecken abgelassen. Das enorme Gefälle erzeugt großen Durck auf das fallende Wasser. Dies könnte durch Turbinen für die Stromerzeugung genutzt werden.

Es wäre zu wünschen dass sowohl lokale als auch Nationale Regierungsstellen dieses Potential vor Ort auch fördern würden, als  sich nur auf die Offshore Windenergie zu versteifen. Dezentrale Lösungen sind auch wesentlich störungsloser als Zentrale.

Es liegt nur an der Politik und an den Bürgern selber diese Dinge in die Hand zu nehmen. Energiegenossenschaften wären auch eine denkbare Lösung des Finanzierungsproblems, wie sie etwa schon in Lünen bestehen.

Der Handlungsbedarf besteht und zwar Jetzt und nicht nur in der Zukunft. Also in die Hände gespuckt.

Tiere töten! ?

Unsere Katze ist schon relativ alt und ist wohl dadurch unsauber geworden. Ich vermute dass sie an sogenannter felliner Demenz leidet.

Ein Bekannter fragte mich ob man sie deswegen einschläfern lassen kann. Dies schockte mich schon, wenn ich auch selber schon mal innerlich der Katze den Tod gewüncht habe als sie eine dicke Kotwurst in mein Bett gelegt hat.  Kein Tierarzt würde Nia einschläfern da sie ja nicht leidet. Für uns selber ist der Gedanke ebenfalls ganz abwegig da sie für uns ein Familienmitglied ist so ähnlich wie Oma oder Opa.

Meine Freundin Susanne hält Hühner. Sie hat von einem Freund drei Hennen einer alten deutschen Rasse geschenkt bekommen die sehr lange, quasi bis in’s hohe Alter legen. Hühner legen etwa bis zum 4. oder 5. Lebensjahr Eier, dann sind ihre Eierstöcke meistens leer.

Susannes Ladys haben noch mit 8 Jahren gelegt, auch wenn es zu letzt nur noch sehr wenige Eier waren. Nach dem sie im letzten Sommer nur noch etwa 3 Eier gelegt haben sprach Susanne das Todesurteil über sie aus. Sie wanderten in den Kochtopf, in dem das Fleisch nicht mehr essbar war aber die Brühe sehr gut und kräftig wurde.

Ich kann ihre Entscheidung verstehen. Nia unsere Katze ist kein eigentliches Nutztier, wenn man vom spielen, streicheln und Vögel vom Balkon verscheuchen absieht. Wir tragen für sie die Verantwortung so lange sie bei uns lebt. Ich bin dankbar dafür dass sie so lange so fit gewesen ist und nicht an einem Krebstumor versterben muss wie ihre Vorgängerinnen.

Susanne hält ihre Hühner zwr nicht aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, doch in erster Linie doch als Eierlieferanten. Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll sie noch vielleicht 2 oder mehr Jahr zu füttern ohne einen Nutzen.  Die Tiere wanderten nach dem schlachten in den Suppentopf, so hatte ihr Tod noch einen Sinn.

Ich bewundere Veganer für ihre Konsequenz. Doch halte ich es für ethisch vertretbar Tiere artgerecht für die Ernährung und Kleidung zu halten und diese mit wenigem Leid auch für diese Zwecke zu töten. Wir in den Überflussgesellschaften Europas können uns es leisten auf tierische Nahrung zu verzichten. Nicht überall ist das der Fall und  auch sinnvoll. Wie sollten Menschen dann die mongolische Steppe besiedeln oder die Arktis. Für mich ist aber Respekt vor allem was belebt ist wichtig.

Die Indianer Nordamerikas waren auf tierische Nahrung angewiesen. Auch die Kleidung für die kalten Winter mußte aus tierischen Häuten hergestellt werden. Vor der Jagd wurde der große Geist um Verzeihung gebeten und man tötete nur so viele Tiere wie man auch verbrauchen konnte. Dies wurde erst durch den Tauschhandel mit den Europäern anders.

Susanne hatte auch zwei Laufentenärpel gehalten die die Schneckenplage in ihrem Garten bekäpfen sollten. Einer Ihrer Ärpel wurde von einem Fuchs gerissen. Einige Halter würden einen Fuchs am liebsten töten. Aber auch er  will essen, und eingesperrte Haustiere sind eine förmliche Einladung zum Festmahl.  Der Fuchs tötet auch nur um zum Überleben. Wir können allerdings wählen wie wir uns ernähren. Die Mengen Fleisch die wir essen sind ungesund und wirtschaftlich und ethisch nicht zu vertreten.

Wir brauchen mehr Demut und Dankbarkeit und eine andere Landwirtschaft. Artgerechte Haltung und Fütterung und eine möglichst quallose Schlachtung der  Tiere sollten selbstverständlich werden. Auch muss es nicht wirklich täglich Fleisch sein. Vielleicht reicht ja auch 2 bis 3 mal die Woche Fleisch. Dann kann es auch ruhig mehr kosten.

Tiere töten ist nicht mehr lebensnotwendig für uns aber für viele Menschen auf der Erde die damit ihr Brot verdienen weil ihr Land nichts anderes hergiebt als Gras oder Wild.

Das müssen Veganer bedenken wenn sie Fleischesser verdammen. Aber ich bin ihnen dankbar dass sie uns unseren Fleischkonsum hinterfragen lassen.

Liebt Gott die Schwulen?

Angesichts der kontroversen Diskussion über den Bildungsplan zur Homosexualität besonders im christlichen Lager, möchte ich versuchen eine theologische Bewertung dieses Problems abzugeben.  Als intressierter Laie und praktizierender Christ traue ich mir das durchaus zu.

Es gibt an verschiedenen  Stellen in der Bibel Aussagen über Homosexualität. Das sind zum einen der Sodom-Mythos, die Gesetzestexte der Leviten und die Paulus Briefe. Diese Texte werden immer dann herangezogen wenn es darum geht Homosexualität mit Sünde in Verbindung zu bringen.

Aber ist das die ganze Wahrheit? Wird Homosexualität noch an anderen Stellen erwähnt? Ja durchaus wenn auch ohne größere Wertung.

Zum einen gibt es den hübschen Jüngling Josef, den Lieblingssohn Jakobs, der von seinen eifersüchtigen Brüdern in die Sklaverei nach Ägypten verkauft wird.  Er verweigert sich der Frau  Phothiphars und landet dafür im Gefängnis. Ist dies ein Zufall? Einige Exegeten deuten Josef als sehr feminine, homosexuelle Erscheinung.

Auch die Liebe zwischen dem König David und dem jüngeren Jonathan darf hier nicht unerwähnt bleiben. Hier äußert sich der legendäre König mit den Worten “ Deine Liebe war mir mehr Wert als die der Frauen“. Und war diese Liebe nur platonisch?

Es gibt mehrere ander biblische Figuren die homosexuelles Verhalten zeigen. Auch in der Erzählung um die Sintflut wird von homosexuellem Inzest zwischen Noah und seinen Söhnen gesprochen. Die Bibel kennt Homosexuelle Figuren und wer die Bibel aufmerksam liest wird sie immer wieder im alten Testament finden. Auch sind unter ihnen, wie schon erwähnt, namenhafte Helden unseres Glaubens.

Und was ist  mit dem neuen Testament? Christus schweigt zum Thema der Homosexualität. Läßt sich aber aus seinem Verhalten auf eine mögliche Einstellung dazu schließen? Ich meine ja. Christus hat sich immer für die Armen und Ausgestoßenen der damaligen Gesellschaft eingesetzt. Auch etwa für die Aussätzigen. Aussatz galt nach dem damaligen Vorstellungen als Strafe Gottes, ähnlich wie es Aids heute von konservativen Kreisen in den christlichen Kirchen gesehen wird.

Viele der Texte der  Bibel sind so alt dass man sie nur noch sinnbildlich verstehen kann. Wie etwa auch die Schöpfungsgeschichte.

Dennoch ist sie für unser jetztiges Glaubensverständnis wichtig obwohl sie einer wissenschaftlichen Prüfung nicht standhält.

Auch der Sodom Mythos ist derart alt das man über seinen Sinn nur spekulieren kann. Doch hat dieser Mythos den Homosexuellen im Mittelalter ihren Namen gegeben. Heut verstehen wir nur den Verkehr mit Tieren darunter. Viele Teile des alten Testaments wurden nach der sog. babylonischen Katastrophe aufgeschrieben. In der babylonischen Gefangenschaft wurden die damaligen  Juden mit dem ausschweifenden Leben einer heidnischen Megastadt  konfrontiert. Erst dort wurden viele ältere biblische Texte  zum ersten mal überhaupt schriftlich fixiert.

Es ist zu vermuten das die zahlreichen Gebote die die Sexualität betreffen eine Abgrenzung zur heidnisch Kultur der Tempelprostitution darstellen die wohl auch   homosexuelle Praktiken durchaus mit einschloss. Dies gilt auch für die Zeit der Besetzung Palästinas durch die Makedonier unter Alexander dem Großen. Päderastie galt als heidnische  Praxis und entsprach daher nicht den jüdischen Moralvorstellungen. Unter Päderastie ist allerdings im grichischen Altertum keine pädophile Praxis zu verstehen, sondern ein Lebensabschnitt eines heranwachsenden Mannes der ein Verhältnis zu einem älteren Lehrer unterhielt. Dieses Verhältnis blieb in der Regel nur eine Episode im Leben des Heranwachsenden und mußte nich immer sexueller Natur sein.

Analvekehr wurde von den Griechen nur mit männlichen Prostituierten praktiziert, in der sog. Päderastie war sie nicht erlaubt. Man praktizierte dort den Schenkelverkehr.

Es ist nicht leicht über dieses so kontroverses Thema zu schreiben. Doch will  ich meine Leser noch weiter dazu ermahnen Toleranz zu  üben. Homosexuelle gab es schon immer. Homosexuelle  Praktiken sind schon lange auch in steinzeitlichen Kulturen wie etwa denen in Sibirien oder unter vielen Stämmen Nordamerikas dokumentiert worden. Die älteste schriftlich überlieferte Erzählung der Menschheit ist das Gilgamesh Epos. Dieser alte Mythos beschreibt unter anderem die Liebe zwischen dem Titelhelden Gilgamesh, König von Uruk (dem biblichen Erech in Mesopotamien) und dem Tiermenschen Enkidu.

Auch das Tierreich kennt homosexuelle Erscheinungsformen von Sexualität etwa bei Pinguinen, Bonobo-Affen  Gänsen und Störchen. Ich selber Lebe in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Meine Eltern sind warmherzige und fromme römische Katholiken . Für sie war das wie für alle Eltern ein Schock als sie von der Andersartigkeit ihres Sohnes erfuhren.

Es gab keinen Verführer und nur sehr wenige Informationen über dieses Thema in unserer Familie. Meine ersten romantischen Phantasien mit  Männern hatte ich bereits mit 6 Jahren. Ich war großer Fan der Karl May Verfilmungen und träumte davon einen verletzen Indianerkrieger zu finden und zu pflegen. In der  Pubertät wurde dieses Begehren konkreter bis ich mir mit 14 eingestand Männer zu lieben. Ich lebe zur Zeit in einer eingetragenen Partnerschaft gesund und glücklich. Ich bin Gott dankbar für meine verständnisvollen Eltern die meine Andersartigkeit akzeptieren und auch dafür in einer christlichen Gemeinschaft zu sein die mich so akzeptiert wie ich bin. Ich bin vor einiger Zeit zum Altkatholizismus übergetreten.  Für mich sind Glaube und Liebe eine Einheit, denn es ist nichts anderes was ich für meinen  Lebenspartner empfinde.  Und Augustinus bereits sagte schon „liebe und tue was Du willst.

Petition gegen den Schulischen Lehrplan über Homosexualität in Badenwürttenberg

Friedrich Hölderlin der große Sohn Würtembergs war bisexuell. Einige seiner Gedichte haben homoerotische Kontexte. Soll es verboten sein das in der Schule zu erwähnen und zu diskutieren. Ich finde nicht. Ich glaube das Kinder und Jugendliche ein Recht darauf haben ein komplettes Weltbild in der Schule vermittelt zu bekommen. Dazu gehören homosexuelle Lebensweisen dazu. Für uns in NRW ist es ja auch selbstverständlich das im katholischen Religionsunterricht über die anderen Weltreligionen gesprochen wird. Das Kinder lernen warum die Muslime das Opferfest feiern oder was Wiedergeburt im Hinduismus bedeutet. Ich finde es schon merkwürdig wie häufig Menschen über andere Urteilen ohne genaues über ihr Leben zu wissen. Und diese   Lücke soll oder muss die Schule schließen damit eine Plurale und demokratische Gesellschaft funktionieren kann. Homosexuelle Jugendliche erfahren tagtäglich in der Schule das sie Minderwertig sind, nicht von ihren Lehrern nein von  Mitschülern. Alles was nervig oder unmännlich ist wird mit dem Wort schwul in der Schülersprache umschrieben. Lesbische Mädchen haben nur Platz in pubertären sexuellen Phantasien von heranwachsenden  Jungs.

Das hat Folgen. Die Selbstmordrate unter Homosexuellen ist 3 bis 4 mal höher als unter Heterosexuellen. Alkoholismus und Drogenmißbrauch sind ebenfalls Folgen dieser Ausgrenzung. Was wollen wir, gesunde, selbstbewußte und informierte Kinder oder wollen wir psychische Erkrakungen und Unbildung bis zur voraufklärerischen Dunkelheit in der Schule und der Öffentlichkeit.

Die die mit der  Bibel argumentieren möchte ich auf andere Artikel meines Blogs hinweisen die die Zusammenhänge von heidnischer Kultur und frühen Juden und Christentum erklären. Auch im Christentum gibt es unterschiedliche Auffassungen zur Homosexualität.

In der frühen Ostkirche wurden auch gleichgeschlechtliche Freundschaften gesegnet wobei dort keine Verbindung zur Homosexualität gezogen wurde.

Es ist nicht die Besorgnis um die Schüler die die Eltern so eine Petition unterschreiben läßt, nein es ist die eigene Unbildung zum Thema Homosexualität die sie das tun läßt und das ist viel Skandalöser als der geplante Lehrplan in   Baden-Würtemberg.

Intoleranz und römischer Katholizismus unter polnischen Landsleuten

Meine Familie sind sogenannte Spätaussiedler aus Ostpreußen. In unserer Region sprach man einen polnischen Dialekt und war katholisch.

Das meine Eltern einen schwulen Sohn haben trugen sie mit Besorgniß und viel Fassung. Dies ist nicht selbstverständlich für Menschen vom Lande und Ihrer Generation. Bei jüngeren Landsleuten spüre ich häufiger Ablehnung die gemisch ist mit Angst und Schockstarre.

Es ist für sie schockierend das man anders Leben kann als sie selber. Besonders augenfällig wurde mir das beim Besuch einer Dortmunder Apotheke. Ich löste Rezepte für mich und meinen Lebenspartner ein und erwähnte das beiläufig gegenüber dem polnischen Apotheker. Er schaute mich geschockt mit offenem Mund an. Ich weiss nicht ob ich Mitleid oder Wut spüren sollte in dem Moment, meine Reaktion war eher unterschwellig belustigt.

Ähnlich erging es der Tochter unseres altkatholischen Pastors. Ihr jetziger Mann reagierte mit Schock darauf das sie die legitime Tochter eines katholischen Priesters ist.  Ich glaube es hat etwas damit zu tun das solche Menschen gezwungen sind ihre Wertvorstelungen zu überdenken und das ist provokativ. Sie meiden alles was nicht zu ihrem kulturellen Hintergrund gehört und was nicht ihren Wertvorstellungen entspricht. Auch besteht die diffuse Angst mit  der „Sünde“ angesteckt“ zu werden.

Homosexuelle, evangelische Christen oder auch nur Gothik Anhänger sind eine Bedrohung und sie löst tatsächlich Angst aus. Dies nimmt tatsächlich schockähnliche Züge an. Das ist eine ganz andere Qualität von Engstirnigkeit als sie die von mir beschriebenen Kleinbürger gegen Randgruppen hegen. Bei den Kleinbürgern ist es Überheblichkeit und Kleingeistigkeit. Bei frommen Osteuropäern hat das durchaus pathologische Züge. Den von den Kleinbürgern wird man nur aus der menschlichen Gesellschaft ausgestoßen, oder auch nur aus ihrer Gesellschaft von zweifelhafter Qualität.Katholiken haben dagegen die Angst davor auch über das Leben hinaus verloren zu gehen. Es ist sehr eigentümlich dass moderne Polen noch so denken. Polen ist sehr liberal gewesen was die Rechte etwa von Homosexuellen angeht. Die Abschaffung der Strafbarkeit homosexueller Akte erfolgte bereits in den  30er Jahren des vorigen Jahrhunderts und in Deutschland ist dies erst über 30 Jahre später erfolgt und das zuerst nur zum Teil. Es ist die Angst vor der Kontrolle. In polnischen Gemeinden werden z. B.  die Mitglieder vor den  Weihnachtsfeiertagen durch den Priester besucht der dabei auch auf die  bekannt gewordenen Sünden der Familie eingeht. Auch die Beichte ist Pflicht sowohl vor Ostern als auch Weihnachten.

Der Katholizismus ist in Polen auch Identitätsstiftend. Der katholische Glaube hält die  Nation zusammen. Protestanten waren immer nur die verhassten Preußen und die Deutschen, die man auch abfällig „Schwabi“ nennt. Und da liegt auch ein Teil des Geheiminisses der überhöhten Frömmigkeit. Es ist eine Art des Überlebens als Nation gegenüber häufiger politischer und  und auch physischer Bedrägnis etwa durch das Naziregime oder des kommunistischen Rußlands.

Dies ist die eine Seite des Polentums. Die andere Seite dieser Wahrheit ist das  sich diese scheinbaren Gesetzmäßigkeiten von Polentum, Katholizismus und Reaktionismus sich langsam auflösen. Die jungen Polen sind überdurchschnittliche Gebildet in keinem Land der EU gibt es so viele Abiturienten und Studenten. Auch zwingt die Krise viele Polen dazu im Ausland zu arbeiten was auch einen positiven Einfluß auf diese konservativen Milieus in der polnischen Gesellschaft hat.  So das Hoffnung besteht das sich das soziale Klima in Polen dauerhaft verbessert. Die letzten Christopher Street Day Demonstrationen in Warschau blieben unbehelligt durch rechte Gewalttäter doch bietet Polen immer noch nicht genug Rechte für Homosexuelle oder andere Minderheiten und  auch für Frauen.

Doch ist dies eine Frage der Zeit und läßt hoffen.