Lustig war das Zigeunerleben nie – Roma in der Nordstadt

Kein Thema wird in Dortmund so kontrovers diskutiert wie der Zuzug von Roma aus Südosteuropa.

Die Lokalzeitungen berichten über  Ekelhäuser, Diebstähle, Straßenprostitution und Arbeitsstrich.

Die Gründe für die Flucht dieser Menschen aus ihrer Heimat intressieren kaum Jemanden.

Das Leben in Elendsquartieren, Ausgrenzung und leider auch Progrome gegen Roma sind in  Bulgarien Gründe genug die Jeden zwingen würden seine Heimat zu verlassen.

Und hier in der Nordstadt erwartet die Zuwanderer wieder Ausbeutung. Wuchermieten in Matratzenlagern, Prostitution ohne Schutz durch die Behörden und Ausbeutung auf dem Arbeitsstrich.

Die Abschaffung des Straßenstichs liefert die Straßenprostituierten der Gewalt ihren Freiern aus. Eine Folge war der gewaltsame Sturz einer dieser Frauen aus einem Wohnungsfenster.

Auf den Umgang mit diesen Menschen hat sich das nicht ausgewirkt. Es ist verwerflich auf der einen Seite von dem Elend zu profitieren aber gleichzeitig diese Menschen für ihre Arbeit zu stigmatisieren . Das ist  Doppelmoral und das können nicht nur fundamentalistische Christen gut sondern auch das sozialdemokratsiche Establishment .

Eine Fernsehreportage hat sogar aufgezeigt dass die Kommunalpolitik sogar Vermieter von Matratzenlagern deckt.

Und lange mußten di e  Nordstadt den Zynismus von SPD Politikern wie von Frau Marita  Hetmeier ertragen. Sie betrachtete die Schließung des Straßenstichs als Win Win Situation. Für Ihr Geschäft als Immobilienmaklerin und die Anwohner versteht sich.

Für die Betroffenen Frauen und die Opfer der Übergriffe der Freier ist das kein Gewinn und für die Stadtgesellschaft ist es ein beschämender Verlust von Solidarität und großstädtischer Weltoffenheit. Dortmund zeigt hier sein kleinbürgerliches engstirniges Gesicht.

Klar müssen die zahlreichen  Probleme die dies Migrantengruppe mit sich bringt, angegangen werden aber nicht gegen die Menschen sondern für die Menschen. Nicht nur das unsere sozialdemokratische Stadtregierung da keine Antworten hat nein sie Verrät ihre  Prinzipien und das ist skandalös.

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Stricken gegen die Depression

Mein Bruder mußte auf der Hauptschule häkeln lernen. Es gab da noch das Fach Textilverarbeitung. Mir fiel lernen wesentlich leichter so dass ich es schneller begriffen habe als er. Nur die erste Masche die mußte er komischerweise immer für mich aufnehmen.

Ich zähle zu den schwulen Jungs die als Kinder mit Puppen spielten. Demnach lag es nahe für die Kleidung zu häkeln. Ich machte ihnen Capes, Schuhe und Schürzen. Niemand störte sich daran. Meine Eltern waren sehr tolerant besonders wenn man  bedenkt das wir aus einem kleinen katholischen Dorf in Masuren stammen.

In der   Pubertät ließ ich dann mehr und mehr die Nadeln liegen obwohl ich  zwischenzeitlich auch schon etwas stricken gelernt habe.

Dann bekam ich eine schwere psychische Krise. Und da entdeckte ich das stricken wieder neu und fand dabei wenige Momente der Entspannung. Auch half es mir über mein lange Arbeitslosigkeit hinweg und ich traue mich jetzt auch an größere Projekte wie eine Jacke. Ich habe ADS und das stricken ist eine der wenigen Tätikgeiten wo ich fast völlig abschalten kann.

Auch arbeite ich mit gleichgesinnten zusammen in einem Handarbeitskreis im Kaffee Aufbruch in Hörde.  Dort bin ich zwar der Hahn im Korb doch das stört mich nicht. Und ich bin Trend. Häkelnde Jungs gibt es häufiger – Dank den  Mützenanleitungen von My Boshi.

So fest war Dortmund

Die stärke der mittelalterlichen Dortmunder Stadtbefestigungen wird zu sehr verklärt.  Auf der einen Seite war Dortmund seit dem 13. Jahrhundert eine stark befesitigte Stadt. Die Belagerer in der  großen Fehde im 16. Jahrhundert hätten ein ganzes System von Befestigungsanlagen zu überwinden, um die Stadt einzunehmen.  Im 17. Jahrhundert waren sie bereits veraltet weil es nur eine einzige Bastion gab auf denen Geschütze gut aufgestellt werden konnten.  Dortmund war mit einem Ring aus Gräben und zwei Mauern umgeben. Es gab noch vor der eigentlichen Stadtmauer eine niedrigere, etwa fünf Meter hohe, Vormauer. Die Felder der Stadt wurden durch ein System aus Erdwällen und Hecken geschützt, der sog. Landwehr. Vor den Toren der Stadt befanden sich noch Wachtürme um die Bürger vor einem herannahenden Feind zu warnen. Einer dieser Türme aus Holz befand sich am Stadtwald Fredenbaum. Die Straße zur Stadt konnte mit einem Schlagbaum geschlossen werden. In Richtung Süden gibt es noch heute an der Westfalenhalle den sog. steinernen Turm der  die gleiche Funktion  hatte. Im 16  Jahrhundert war Dortmund aussordentlich gut befestigt. Doch das die Stadt den Belagerern der großen Fehde standhalten konnte hat sie zwei Umständen zu verdanken. Die Dortmunder hatten bessere Geschütze und u. a. auch ein sehr großes mir immenser Reichweite. Die Wurfmaschinen  und Geschütze des Grafen von der Mark und seiner Verbündeten richteten nur wenig schaden an. Doch die Dortmunder wandten noch ein anderes weniger rühmliches Mittel an um ihrenFeinden zu schaden. Es gab häufiger Ausfälle von bewaffneten Bürgern auf  märkisches Gebiet wo Dörfer niedergebrannt und Vieh geraubt wurde. Dies geschah um die Versorgung mit Proviant für die feindlichen Heere zu verschlechtern.

Krieg hat immer zwei Seiten. Und am meisten leidet wie immer die zivile Bevölkerung, und hier in’s besondere die auf dem Land.

Für die ländliche Bevölkerung gab es nur sehr wenige Möglichkeiten sich vor marodierenden Truppen zu schützen. Die steinernen Dorfkirchen und insbesondere ihre Türme wurden als Zufluchtsort genutzt. In diesen Kirchen kann man  teilweise heute noch die Vertiefungen in den Wänden für die schweren Riegel, die die Türen verschlossen, sehen. Hörde hat seinen Namen übrigens von Hürde, und damit war eine Dornenhecke oder einen Zaun aus Baumstämmen gemeint, der einen schwer zugänglichen Wald schützte wo die Bauern der Gegend im Kriegsfall schutz suchten.

Fest war Dortmund also nur bis zum 16 Jhdt. Allerdings gegenüber der übrigen Bevölkerung und der benachbarten Städte durch die stärke der Festungsmauern priviligiert.

Katholisch und frei? Das geht!

Als die katholische Kirche einen bayrischen Pabst zum Pontifex gewählt hat war bei mir das Maß voll, und meine Hoffnung auf Reformen in der römisch-katholischen Kirche waren dahin.

Auch der jetzige Pabst Franziskus bietet außer schönen Worten wenig reformerische Taten.

Für viele Menschen ist der Verzicht auf Religion und Glaube der einzige Ausweg aus dem Dilemma. Für mich nicht.

Bis zum Abitur am Westfalen Kolleg hatte ich Philosophie als Leistungskurs. Auch die „Kritik der Reinen Vernunft“ von Horkheimer und Adorno gehörten dort zum  Stoff.

Die komplizierte Argumentation dieser Philosophen kann ich natürlich jetzt nicht mehr vollständig wieder geben. Aber die Probleme unserer modernen Welt sind von Ihnen gut beschrieben worden. Die Wissenschaft erklärt Dinge Physikalisch und Chemisch. Aber kann Sie so wichtige Themen wie  Liebe oder auch die Verantwortung für die Umwelt ganz erklären.

Unsere Welt ist für mich mehr als nur eine Summe von naturwissenschaftlichen Formen.

Auch die Frage nach dem Sinn des Lebens kann die Wissenschaft meiner   Meinung nur eingeschränkt beantworten.

Also was tun wenn man gläubig ist aber sich nicht den strengen oft auch der Natur des Menschen wiedersprechenden Regeln der katholischen Kirche,  unterwerfen will.

Es gibt da mehrere Möglichkeiten z. B. zu einer protestantischen Kirche zu wechseln.

Nun ich bin katholisch geblieben. Ich bin nicht verrückt sonder ganz bei Verstand, zumindest im Moment :-)! Ich bin altkatholisch geworden. Dies ist entgegen dem was dieser Name einem suggeriert eine katholische Freikirche, die von Ihren Mitgliedern keine unerfüllbaren moralischen Gebote einfordert. Dort gibt es Frauen als Priester, kein Zölibat für die Geistlichene und auch die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Es ist eine kleine familäre Gemeinschaft. Sie ist auch mit einer Gemeinde in Dortmund vertreten und hat noch einen Gottesdienstort in  Hagen. Wer sich für den Altkatholizismus intressiert dem empfehle ich das Portal altkatholisch.de des Bistums der Altkatholiken in Deutschland. Also Freiheit und Glaube schließen sich nicht aus und kommt doch mal am Sonntag zum Gottesdienst.  Wir freuen uns immer auf neue Mitbrüder und Schwestern.

Geschlechtsrollenbilder geschichtlich betrachtet

Gerade lief auf ZDFinfo ein Beitrag über die Briten. Genaugesagt die Urbriten, den Kelten. Man mag ja von diesem Sender halten was man will, so läßt er uns doch in die Gesellschaftsordnung vergangner Zeiten schauen.  Die Keltinnen stellten sich auch den Römern bewaffnet in den Weg. Es gab bei den Kelten nicht nur Krigerinnen sondern auch bedeutende Köniniginnen. Die kämpfende Frau ist keine solitär europäische Erscheinung. Auch  jenseits des großen Teiches, bei den Stämmen der  nordamerikanischen Indianer gab es Krigerinnen und auch weibliche Häuptlinge. Ihre persönlichen Motive für den Kampf waren weniger Ruhm, viel mehr war es häufiger Rache.

Obwohl mein Verhältnis zur politischen Gewalt gespalten ist so gefällt mir die  Idee dass Frauen nicht nur bloße Opfer von bewaffneten Konflikten waren sondern sich mit Waffen wehrten. Viele von uns halten ja die heutigen Geschllechtsrollenbilder fast  für ein Naturgesetz. Ich möchte da nicht die Matriarchatsanhängerinnen befeuern, aber die Geschlechtsrollen unterliegen fast so dem gesellschaftlichen Wandel wie die  Mode. Auch galt männliche Homosexualität viel seltener als unmännlich als das man vermuten würde.

In gewissem Rahmen tolerierten sowohl Kelten als auch Germanen homosexuelles Verhalten.  Häufig hatten diese Beziehungen rituellen Charakter. Ein Heranwachsender hatte wie im alten Grichenland einen älteren Geliebten an dessen Seite er zu Mann reifte. Zum Ende der Beziehung wurden die Götter mit einem Schlachtopfer besänftigt, in der Regel ein Eber oder ähnliches.

Bei den Indianern Nordamerikas kannte man 4 Geschlechter. Außerdem den üblichen Geschlechtern noch sog. Mannfrauen (männliche Transvestiten) als auch Fraumänner als  weibliches Pendant. Das Konzept der Homosexualität war bei den Indianern unbekannt. Die Kategorie der Transvestitten im modernen Englisch als Two Spirit People bezeichnet, von den zwei Seelen die in Ihnen wohnen, waren heiratsfähig. Sie wurden üblicherweise mit bisexuellen Stammesmitgliedern verheiratet, aber untereinander unterhielten Transvestitten keine Beziehungen.

Erst die Sexualfeindlichkeit der monotheistischen Religionen wie etwa Christentum und Judentum geißelte diese Formen der Sexualität als unmoralisch. Heidnische Praktiken der Tempelprostitution im nahen Osten waren wohl der Ursprung dieser Haltung in den erwähnten Religionen. Eine der berühmtesten homosexuellen Gestalten des nahen Ostens ist der legendäre Summererkönig Gilgamesh.

Der Gilgamesh Epos gilt als eines der ältesten literarischen Werke der Welt. Auch in  Summern war die Tempelprostitution üblich, und es waren nicht nur professionelle Dirnen die sich dort anboten sondern auch „ehrbare Frauen“ der Gesellschaft die damit ihre kultische Pflicht taten. In diesen Tempeln gab es auch männliche Prostituierte. Die Vermutung liegt also sehr nahe das die biblichen Urväter diese Praktiken als heidnisch wahrnahmen.

Homosexualität als manifeste Sexualpräferenz ist ein sehr modernes Konzept. Die Annahme das es nur Homosexualität oder Hetereosexualität gibt und nichts dazwischen ist falsch, Bisexuelle Verhaltensweisen sind eher die Norm als die Ausnahme. Nur etwa 4 Prozent der Befragten Männer der Kinsey Studie aus anfang der 60er Jahre des vorigen  Jahrhunderts, hatte ausschießlich homosexuelle Erfahrungen. Eine große Zahl der Anderen hatte sowohl männliche als auch weibliche Sexualpartner auch über die Pubertät hinaus. Mittlerweile haben Bisexuelle einen schweren Stand in unserer Gesellschaft. Auch in der Schwulenszene gelten sie entweder als verklemmt, und ihre sexuelle Ausrichtung wird nur als  Phase wahrgenommen, oder sie gelten als geächtete Verräter.

Ich  möchte mit diesem Artikel an die Leser appelieren sexuelle Identitäten oder Geschlechtsrollenbilder nicht als etwas manifestes wahrzunehmen sondern zu akzeptieren das  es mehrere Möglichkeiten des Frau- oder  Mannseins gibt. Und das dies wohl auch von der Natur so vorgegeben, also auch erwünscht ist.