Gemischte Gefühle

Mein Gatte pflegt seine Weihnachtsphobie wie jedes Jahr. Im Grunde nichts besonderes, kein Grund irgendwie belastet zu sein. Zumindest scheint er die Weihnachtsgeschenke für mich gekauft zu haben. Er hat sich neulich etwas verplappert.

Facebook finde ich manchmal bisschen unheimlich. Doch sind meine bisherigen Erfahrungen mit dem Medium recht positiv und ich habe durchaus gute nette Kontakte.

Bis auf zwei Spinner in einem ADS-Forum die den Krankheitswert von ADS und ADHS in Frage stellten ist alles sehr positiv.

Dennoch ist mir Facebook etwas unheimlich. Für mich ist diese Online Community zu groß und zu Komplex und eine riesige Datentkrake. Ich finde es  positiv um mit einzelnen Leuten zu den ich länger keinen Kontakt hatte Kontakte zu pflegen. Das reicht mir im Grunde. Wenn auch einige der Zufallsbekanntschaften durchaus positiv sind.

Einige der Nachrichten von Facebook waren interessant. Es gab wohl eine größere Studie an Genomen von ADHS Betroffenen die gemeinsame Abweichungen von der Norm zeigten. Es wird jetzt davon ausgegangen das ADHS und ADS zu 75 Prozent auf genetischen Ursachen beruhen. So ganz verstanden habe ich aber den Artikel aber nicht.

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Manchmal ist das Leben nur gut

Am Dienstag war ich in der Ambulanz des Landeskrankenhauses ein Rezept abholen. Die junge Arzthelferin schickte mich aber zum Arzt rein.  Er fragte selbstverständlich nach meinem Befinden. Und ich sagte das ich schon lange nicht mehr depressiv sei und schilderte auch eine Begegnung aus der Straßenbahn wo ich dachte ich hätte wieder einen Beziehungswahn und das sich aber als harmlose Neckerei zwei junger Männer entpuppte.

Ich hatte Angst das der Arzt vielleicht die Medikamente rauf setzen wird, aber er empfahl die 0,5 Milligramm Risperidon zur Nacht wegzulassen die ich gegen die psychotische Depression einnehme. Ich behalte aber eine Dosis von 2 mg.

In meinem Handarbeitskränzchen bekam ich eine rosafarbene Amarylis geschenkt die noch nicht blüht. Eine Kollegin hatte die über. An dem gleichen Tag im gleichen Kreis sprachen wir über Fensterdekorationen zu Weihnachten. Ich sagte ich hätte immer zu Weihnachten einen kleinen natürlichen Weihnachtsbaum im Fenster stehen. Ich erklärte ihnen wie man eine sogenannte Zuckerhutfichte pflegt und wo es die gibt. Ich habe mich darüber gefreut das ich den älteren Damen auch mal etwas interessantes neues erzählen konnte was sie nicht kannten.

Mir geht das Leid der Menschen im Jemen sehr nahe. Ich überlegte ob ich etwas Spenden kann. Wir haben ein sehr kleines Einkommen. Da viel mir ein das ich eine wollene Winterjacke habe die ich nur einen Winter getragen habe und das ich sie vielleicht Oxfam geben kann. Diese Organisation hat einen Second Hand Laden in der Innenstadt und angagiert sich auch im Jemen.

Am Mittwoch war ich bei Oxfam die wollene Winterjacke abgeben. Und auf dem Rückweg kaufte ich einer Romni die Obdachlosenzeitung ab und gab ihr noch die Hand und sagte ich wünsche ihr schöne Feiertage. Sie entgegnete sie würde mir gute Gesundheit wünschen. Das tat unheimlich gut. Als wüsste diese Frau was ich am meisten brauche. Es gibt auch glückliche Zufälle.

Ich bin sehr vergesslich und geistig abwesend

Manchmal traue ich meiner Wahrnehmung anscheinend überhaupt nicht. Manchmal sehe ich Dinge doch nehme ich sie nicht richtig wahr oder vergesse sie wieder. Die Türöffnungsanlage an der Haustür war kaputt. Und ich habe gerätselt wer sie kaputt gemacht hatte und wer der mysteriöse Wandele war. Dabei habe ich selber gesehen wie Nachbarn eine Schrankwand aus dem Keller getragen haben und das Kabel an der Tür lose hang. Manchmal traue ich meiner Wahrnehmung auch gar nicht. Vor allem wenn ich etwas sonderbares sehe. Ich habe zum Beispiel mal einen Einbrecher bei meiner Nachbarin einsteigen gesehen und gar nicht reagiert. Manchmal ist mir das richtig peinlich. So als würde ich nicht richtig hinschauen. Das ist ja etwas besser geworden, aber ich bin schon entsetzt darüber wie geistig abwesend ich manchmal sein kann.

Leben in der Dortmunder Nordstadt

Ich lebe mit meinem Mann in Dortmund in der Nordstadt.  Viele haben Vorurteile gegen diesen Teil unserer Stadt. Manches stimmt schon! Also der viele Sperrmüll und sonstige Müll ist mir schon ein Dorn im Auge und treibt leider auch unsere Nebenkostenrechnung für die Wohnung in die Höhe. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit.

Es gibt noch andere Teile die erfreulicher sind. Zum einen haben wir ganz gute Nachbarn. Über uns wohnt eine Studenten-WG mit Studenten aus Bangladesh. Obwohl sie Muslime sind und auch es nicht fassen konnten das ich mit einem Mann verheiratet bin haben sie uns kostenlos ein Sofa rauf getragen, man wäre schließlich doch Nachbarn.

Unter uns wohnt eine türkische Familie, sie sind ebenfalls Muslime. Die Frau trägt kein Kopftuch, doch einmal sah ich sie bei offener Tür ein Kopftuch anlegen  und im Treppenhaus kam ein älteres türkisches Ehepaar mit entgegen. Meine Nachbarin zwinkerte mir verschwörerisch zu, da war mir klar das das ältere Ehepaar wohl die Schwiegereltern oder Eltern sind.

Vor drei Jahren hatte ich eine psychotische Depression. Nichts konnte mich aufmuntern und alles an Informationen war zu viel und bedrohlich. In der Innenstadt sang eine Gruppe Roma und ich hörte eine schöne klare Frauenstimme aus der Gruppe heraus. Etwas brachte mich doch zumindest zu lächeln und ich warf eine größere Münze in den bereitgestellten Behälter für die Spenden der Passanten. Und einige Tage später hörte ich in unserer Straße wieder diese klare Frauenstimme aus einem geöffneten Fenster und mir war klar das es sich um diese junge Frau handelt. Und ich sah das als gutes Omen und einige Tage später ging es mir besser.

In meinem Wahn glaubte ich das ich vor den Scinetologyverfolgern untertauche müsste. Nach einem Tag mit bizarren Situationen die für mich alle bedrohlich erschienen kam ich an das Schaufenster eines Kunstladens in der Nordstadt vorbei. In dem Schaufenster lag ein Buch über Borussia Dortmund. Auf ihm war drauf gedruckt, Fußball, Heimat und Gottvertrauen. Da wurde mir klar ich kann nicht weg ich bin hier zu Hause. Und danach habe ich wieder Hoffnung gefunden das alles wieder gut wird. Und es ist jetzt 2018 und ich mache bald eine medizinische Rehabilitation und bin seit über 3 Jahren frei von psychotischen Beschwerden.

 

Weihnachten das Fest für Altruisten und für mich

Der Gerechtigkeitssinn ist bei ADSlern sehr ausgeprägt. Es kann aber sein das ich auch zusätzlich hochsensibel bin. Mir macht das schenken an den Weihnachtsfeiertagen großen Spass. In diesem Jahr habe ich jetzt schon fast alle Geschenke gekauft. Ich beschenke in diesem Jahr alle meine engen Verwandten. Meinen Mann, meine Eltern und meinen Bruder und die Großcousine von meinem Mann. Natürlich bekommt auch mein Patenkind auch ein Paket zu den Feiertagen. Beim einkaufen habe ich auch an andere gedacht. Unter anderem habe ich leckere Marmelade von der Shanti Lepra-Hilfe für meine Eltern auf dem Weihnachtsmarkt gekauft. Und meinem Mann habe ich ein schickes, fast neues Hemd bei Oxfam gekauft. Ich glaube schon dass das typisch für hochsensible ADSler ist das sie gerne Teilen. Geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude.  Ich kann mir nur sehr kleine Geschenke leisten. Amazon bietet so schöne Kurzgeschichtenbände von Lucy Maud Montgomery und Alice Munro an, und das für wenig Geld, damit muss ich meine Mutter beglücken. Mehr will ich jetzt auch nicht verraten aber ich bin jetzt schon fast fertig mit dem Weihnachtsshopping. Mein Bruder bekommt noch zusätzlich Schokolade geschenkt die muss ich noch kaufen. Es wäre zu Herzlos ihm keine Schokolade zu schenken, aber sonst habe ich schon alles-.

Irgendwie gehen mir die ADS-Themen aus

Es ist schwierig in der Frequenz in der ich bisher geschrieben habe über ADS oder auch nur über meine Psyche zu schreiben. Viele Themen sind Geschichte im Grund bleiben nur sehr persönliche Dinge über. Im Moment mache ich mir um meine Familie sorgen. Wird es ein Weihnachtsfest in bisheriger Form geben? Kann meine betagte Mutter uns noch bewirten wie bisher. Vielleicht ist dass das letzte Jahr das es wie bisher funktioniert. Mir selber würde es schwer fallen uns fünf bzw. mit der Großcousine von meinem Mann 6, zu beköstigen und zu bekochen. Ich habe jetzt schon Respekt vor der Leistung die dahinter steckt. Sollten ich und mein Bruder an der Reihe sein die Feier zu organisieren würde mir das wirklich schwer fallen. Ich kann nicht so gut kochen wie sie.

Und manche Gerichte wie das polnische Eintopfgericht Bigos sind auch sehr aufwendig. Ich habe bisher keinen Bigos gekocht. Ich bin froh das wir die Tradition mit den 12 Gerichten am heilligen Abend nicht mehr haben. Es gibt zum Abendessen nur sauer eingelegte Forelle und wie sündig für eine polnisch-ermländische Familie bereits den Bigos der sehr fleischlastig ist und das an einem Fastentag.

Und die Arbeitslosigkeit meines Bruders bedrückt mich. Er hat seinen neuen Job in der Probezeit verloren. Aber man beachte die Reihenfolge. Da ist noch immer etwas von dem naiven Tagträumer übrig dem Weihnachten wichtiger ist als die knallharte Realität.

Der Kaiser von Portugallien und was noch so ist!

Vor kurzem habe ich durch eine Antalogie an Weihnachtsgeschichten die Literatur von Selma Lagerlöf für mich entdeckt. Unter anderem will ich den „Kaiser von Portugallien“ lesen. In diesem Buch geht es unter anderem um die Psychose der Hauptfigur. Ich war ja selber psychotisch. Größenwahn gehörte auch zu der ersten meiner Psychosen. Ich habe mich als „Messias“ der Schwulen und Lesben gesehen. Ganz schön verrückt nicht wahr.

Für Frauen und Mädchen mit ADHS empfehle ich ja immer noch gerne Anne auf Green Gables von Lucy Maud Montgomery. Auch ich als hypoaktiver Junge konnte mich etwas mit ihr identifizieren.

Heute bin ich zum Zahnarzt überpünktlich gekommen. Ich habe heute nicht so sehr getrödelt ab morgen kann ich dank der neuen Krone wieder herzhaft in einen leckeren Apfel beißen.

 

Ich habe die Kur für Bad Bramstedt genehmigt bekommen

Juhu! Die Kur in einer spezialisierten ADHS-Klinik wurde genehmigt! Ich bin so froh dass ich nicht in den Brandenburger Wald nach Mittenwalde muss. Ich weiss noch nicht wann ich da hin kann aber ich bin wirklich heil froh darüber.

Ich bin auch mittlerweile nicht mehr ganz so faul was die Hausarbeit angeht. Ich habe heute etwas staub geputzt und abgesaugt. Anscheinend wirkt das Video von Casey Densing immer noch.

Das ist auch eine gute Nachricht.

Aufschiebertis der Xte Beitrag, offenbar ein kleiner Durchbruch

Bei all den Büchern und Tipps die ich gegen die Aufschieberitis gelesen und gehört habe half keines so gut wie dieses von Casey Densing. Sie erklärt die 5 Sekunden Regel wirklich gut. Und motiviert dadurch dass Grübeln über dieses Thema nichts hilft. Es hilft nicht auf die richtige Stimmung zu warten und auch nicht versuchen sich besser zu verstehen. Es hilft nur es einfach tun. Heute habe ich etwa 1,5 Stunden geputzt und aufgeräumt. Ich bringe noch den Müll raus und gehe auch zum Glas und Papiercontainer dann reicht mir das schon. Ich spüle nur noch das was ich zum kochen gebraucht habe und dann bin ich fertig.

Aber hier erst einmal der Link zu dem Video: https://www.youtube.com/watch?v=HQXoS4BKibQ&t=556s

Ich komme in letzter Zeit immer zum Zahnarzt zu spät

Mir ist das so peinlich ich schaffe es in letzter Zeit nicht pünktlich zum Zahnarzt. Dabei bekomme ich nur ein Provisorium und eine Krone angepasst. Ich vergesse die Zeit vor dem Computer oder bei anderen Tätigkeiten. Außerdem muss ich in einen anderen Stadtteil zu meiner Zahnärztin. Ich werde mir wohl einen Wecker stellen. Zum einen wann ich mich vorbereiten muss, um nicht auf den letzten Drücker meine Brille zu suchen oder meinen Rucksack für die Einkäufe nachher und zum anderen wann ich losfahren muss. Anders wird es wohl nicht gehen. Ich trödel einfach immer zu lange.