Reha ist genehmigt

Der Besuch beim Reha-Berater war total erniedrigend. Ich glaube derart alte verknöcherte Beamte sind vom aussterben bedroht. Ich hatte das schon mal beantragt habe den Antrag zurückgezogen weil ich ja auf ADS-Medikamente eingestellt wurde.

Und jetzt hat er triumphierend gesagt dass hat sie ja auch nicht weiter gebracht und ob ich für den Beruf des Seniorenbetreuers geeignet bin müsste man auch noch sehen der berufspsychologische Dienst sagt nein der Amtsarzt ja.

Die Psychologin vom berufspsychologischen Dienst hat keine Ahnung von dem Beruf. Sie denkt dass ich auch pflegerische Arbeiten machen muss, aber das stimmt nicht. Und das ich nicht 8 Stunden arbeiten kann dabei habe ich auch 8 Stunden Tage bei der Altentagesstätte gearbeitet. Das wird schon irgendwie.

Ich soll mich beim BTZ melden und dann sollen die schauen ob ich 4 Wochen zur Probe kommen soll oder gleich die Maßnahme beginnen.

Mal abwarten was das alles bringt.

Ich will mich aber auch zur Gruppenpsychotherapie mit Achtsamkeitstraining anmelden. Ich fülle die Unterlagen dafür noch diese Woche aus. Ich verspreche mir von der Psychotherapie mehr als vom BTZ.

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Gemischte Gefühle

Auf der einen Seite geht es mir etwas besser. Ich war beim Handarbeitskreis gesprächiger und finde die Abende mittlerweile wieder schön an denen ich lese und stricke.

Auf der anderen Seite bin ich wieder Rückfällig geworden was die Telefonsexsucht angeht. Ich habe die Datingline wieder übers Handy angerufen. Es war aber nicht sehr lange vielleicht 10 Minuten. Ich denke nicht das sich das so bald wiederholen wird.

Ich grübel heute wieder. Ich denke ich habe so etwas wie eine Depression. Ich habe zwei Optionen. Entweder gehe ich zu einer Therapeutin die im Erstattungsverfahren arbeitet und sich mit Sexualität und Psychosen auskennt oder ich mache eine Gruppentherapie mit Achtsamkeitstraining die bei ADS hilft.

Irgendwie bin ich etwas ratlos. Im Grunde würde es mir ganz gut tun wenn ich etwas mehr ausgehen würde. In dieser Woche war ich ja schon häufiger unter Menschen. Wir haben Martins Großcousine besucht und ich war mit meiner Freundin Susanne in einer Theatervorstellung. Ich muss  mal mit Marc telefonieren. Seit dem er weggezogen ist treffe ich ihn kaum noch. Er ist in der Region geblieben und arbeitet auch noch bei uns in der Stadt. Etwas rausgehen tut mir ganz gut. Mit Martin meinem Lebensgefährten komme ich selten unter Leute. Er hat starke soziale Ängste. Morgen habe ich einen Termin beim Arbeitsamt. Ich hoffe ich erfahre was dann mit der Reha ist. Ich hoffe das der Antrag bewilligt worden ist und ich beraten werde was für mich in Frage kommt.

 

 

Angenommen sein und richtig leben!

Ich schäme mich für meine langjährige Arbeitslosigkeit und das ich sozial wenig kompetent bin. Viele Menschen halten mich für spröde. Es ist zwar alles etwas besser geworden weil ich eine berufliche Perspektive als Seniorenbetreuer sehe und auch ein wenig schlagfertiger bin weil ich mich nicht dauernd weghänge und tagträume, weil ich Stratterra einnehme.

Dennoch fühle ich mich nicht wohl in meiner Haut und Grübel dauernd über meine Lebenssituation. Manchmal denke ich, sogar dass ich recht hässlich bin aber ich habe ein  sehr gutes Foto von mir bei  meinem facebook acount gepostet wo ich denke, wow da sehe ich richtig gut aus.

Ich habe zwei schwule Freunde von denen ich glaube dass die alles richtig machen. Der eine ist schön, künstlerisch begabt und hat einen sehr guten passenden Partner.

Der andere ist sehr trendebewußt und hat alles was cool und angesagt ist und einen gut verdienenden Partner.

Beide sind nicht glücklich. Der Künstlerfreund hat Depressionen weil er eine furchtbare Familie hat der andere hat keine intakte Familie und einen Partner dessen Hobby Alkoholexzesse am Wochenende sind und arbeitet in einer Firma mit schlechtem Betriebsklima.

Manchmal frage ich mich warum ich dann nicht glücklich bin. Meine Familie akzeptiert mich so wie ich bin und meinen Lebensgefährten auch. Wenn ich ordentlicher wäre und einen Job hätte wäre ich glaube ich glücklich. Und etwas mehr Charme könnte ich auch abbekommen haben. Ich bin so schrecklich spröde. Ich bin wirklich nicht so eine coole Socke wie meine beiden Bekannten. Die sind beide immer der Mittelpunkt einer jeden Party und ich, ich grübele und schweige. Ich wäre so gerne auch mal eine coole Socke und umschwärmt und der Mittelpunkt einer Party. Aber daraus wird in diesem Leben wohl nichts mehr.

 

Der Antrieb ist sehr schlecht

Ich mache nicht gerne Hausarbeit, ich glaube das wird sich in diesem Leben auch nicht mehr ändern. Und ich bin relativ chaotisch. Der Antrieb ist nach wie vor schlecht. Gerade vor den großen Weihnachtsfeiertagen möchte ich doch die Wohnung schöner haben. Die Küche und mein Schlafzimmer sind die Problemzonen. Ich muss mir wieder etwas einfallen lassen um mir die Hausarbeit schmackhafter zu machen. Im Grunde geht es nur mit Bestechung. Ich habe auch ein Messiebuch aus der Bibliothek ausgeliehen das helfen könnte. Bisher habe ich mich damit noch nicht sehr beschäftigt.

Was viel herumliegt sind Bücher und Papier und meine Wolle fürs Handarbeiten. Ich weiss nicht wo ich sie hin tun soll. Ich müsste einen geeigneten Behälter dafür finden. Vielleicht kauf ich dafür einen Wäschekorb oder etwas ähnliches. Die Wolle ist auf mehrere Körbe verteilt und liegt auch so mal herum. Ich bin nicht gut im Aufräumen. Und einige Dinge müssten tatsächlich auf den Müll. Außerdem muss ich meine Wollsachen irgendwo lagern können. Mittlerweile habe ich für jede Woche im Herbst und Winter einen Schal. Ich habe sehr häufig Schals und Loops gestrickt und gehäkelt.

Ich weiß gar nicht wo mit ich mich bestechen soll. Am ehesten geht es wohl mit Essen oder Wolle beides Dinge die kontraproduktiv sind. Mit einem Wannenbad könnte ich mich auch bestechen. Das geht ganz gut. Ich könnte ein Lavendelbad mit machen. Das geht schon. Für 3 Stunden Hausarbeit einmal ein heißes Lavendelbad machen. Das klingt gut. Da leidet meine Figur kaum drunter und mein Portmonaie auch nicht so sehr. Und Platz verschwende ich auch nicht. Das klingt gut.

Ich probiere das vor Weihnachten aus.

 

Von wegen ADS-Tagträumer!

Ich tagträume kaum noch, und das seit ungefähr 3 Jahren, seit dem ich Strattera nehme. Manchmal wenn ich ganz alleine bin oder auch unterwegs tauche ich noch ab in Traumwelten. Nur das ich keinen Film mehr vor mir sehe. Es sind mehr Gedanken als wirkliche Träume.

Eigentlich bin ich ein wenig depressiv. Es geht mir aber viel besser als noch letztes Jahr.

Ich müsste mich vielleicht um eine Therapie kümmern. Grübeln und Antriebsarmut sind die wichtigsten Probleme. Ablenkbar bin ich immer noch. Gerade selektives Hören klappt nicht gut.

Meine Verhaltenssüchte habe ich besser im Griff. Auch das Essen von Süßigkeiten habe ich jetzt etwas besser im Griff. Ich möchte nur noch am Wochende Süßigkeiten essen. Ich erlaube es mir aber noch ein süßes Brötchen zum Frühstück beim Bäcker zu essen. Ich esse statt Süßigkeiten süße Äpfel.

Mir fällt lesen leichter als früher. Ich behalte auch mehr von dem was ich gelesen habe. Das Chaos in unserer Wohnung ist noch groß, dass ist eigentlich der nervigste Faktor in meinem Leben.

Ich gehe regelmäßig einmal die Woche schwimmen mir gelingt es auch die 40 Minuten durchzuhalten.

Vieles ist schwierig dennoch geht es mir tendienziell besser als die vergangene Zeit.

 

Figur mit ADS in Lucy Maud Montgomerys Weihnachtsgeschichte

Das ich ein glühender Fan der Bücher und Geschichten von Lucy Maud Montgomery bin kann ich schlecht verbergen. Ich habe vor einer Weile Lucy Maud  Montgomerys Weihnachtsgeschichten von Amazon gekauft. In einer der Geschichten kommt ein junger Lehrer mit ADS vor. Die Geschichte heißt „Das Weihnachts -Missverständniß“. Die Figur ist natürlich extrem überzeichnet und trägt zum Beispiel im Winter einen Strohhut.

Dennoch hat die Figur viel Charme und ist sogar eine tragende Rolle in der Geschichte. Wie bei Lucy Maud Montgomery üblich gibt es für alle beteiligten Figuren ein Happy End. Ich denke nicht dass ich da zu  viel verraten habe.

Vielleicht eignet sich das Büchlein auch als kleine Aufmerksamkeit zu Weihnachten oder Nikolaus für ADSler und Angehörige. Ich würde mich über so ein Geschenk freuen. Das Buch ist nicht teuer es kostet etwas über 5 Euro. Leider gibt es das nur bei Amazon.

Ich überlege ob ich diese Buch nicht sogar als Seniorenbetreuer zum vorlesen benutzen kann weil dort auch so Alltagszenen vorkommen. Muss mal gucken ob das geht.

Ich grübel nur und schweige viel

Eine Kollegin von der Handarbeitsgruppe fiel auf dass ich so sehr ruhig bin. Im Grunde war ich das immer in sozialen Kontexten. Mir fällt es schwer relevante Dinge zu finden die ich erzählen kann. Ich könnte ja von der beruflichen Situation meines Bruders erzählen. Er wird von seiner Zeitarbeitsfirma für drei Monate versetzt weil er sonst von seinem bisherigen Arbeitgeber fest angestellt werden  müsste.

Aber das fällt mir nicht ein. So gut erzählen wie Ulla aus dem Handarbeitskreis die ja immer gerne die Alleinunterhalterin macht kann ich nicht. Ich weiss auch nicht was ich erzählen soll. Mein Alltag ist so gleichförmig dass ich nicht viel zu erzählen habe. Und von meinen psychischen Problemen möchte ich da nicht erzählen. Was auch wenig bringen würde.

Ich schweig in vielen sozialen Situationen die meiste Zeit. Dabei erlebe ich durchaus Dinge die intressant sind. Ich war z. B. am Wochende auf einer Geflügelausstellung. Und unsere altkatholische Gemeinde hatte eine Visitation durch den zuständigen Dekan aus Essen.

Warum mir das alles nicht einfällt weiss ich nicht. Ich habe doch etwas zu erzählen. Aber beim Handarbeiten fallen mir die wichtigen Sachen nicht ein. Auch beim Gemeindecafe nicht. Ich denke ich muss immer viel über mich selber erzählen. Und im Moment ist Stillstand was meine persönliche Situation angeht. Was berufliche Reha angeht habe ich keine Nachricht bisher vom Arbeitsamt. Ich kann nicht viel erzählen darüber. Vielleicht sollte ich mir eine Liste machen zumindest im Kopf von Dingen die ich erzählen kann. Es gibt doch sicher immer wieder Dinge die ich erzählen kann.

Auf dem Blog fällt es mir leichter von mir zu erzählen. Da habe ich auch mehr Muße um mir etwas zurecht zu legen. Aber sonst bin ich doch sehr schweigsam.

Faszination „Anne of Greengables“!

Ich habe ursprünglich in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Verfilmung des Lucy Maud Montgomery Romans „Anne auf Greengables“ geschaut. Schnell konnte ich mich als Sissy Boy und als ADSler in der verträumten Anne wiedererkennen. Als erwachsener Mann habe ich mich an die Verfilmung erinnert und habe begonnen noch mehr Bücher von Lucy Maud Montgomery zu lesen. Schließlich bin ich auf die Anne Reihe gestoßen. Anne in Windy Poplars hat mich sehr begeistert die exzentrischen Figuren in dem Roman habe ich schnell ins Herz geschlossen. Mir haben vor allem die männlichen Figuren die ein für die damalige Zeit ungewöhnliches, oder exzentrisches Rollenverhalten zeigen gefallen. Dort gab es einen Familienvater der während er an einem Hexenschuss erkrankt war gehäkelt hat, einen alleinerziehenden Vater der auch kocht und bäckt und einen Jungen der sich seine Unterkunft als Schüler der  High School, mit Hausarbeit verdient. Für mich als schwulen femininen Leser ist das wirklich interessant.

In dem Roman „Annes Traumhaus“ gibt es ebenfalls einen Familienvater der häkelt und eine spannende Liebesgeschichte. Alles eingebetet in die Stimmungsvolle Landschaft der Prince Edward Island im St. Lorenz Golf vor der Atlantikküste Kanadas, der Heimat von Lucy Maud Montgomery. Die Naturbeschreibungen sind wundervoll und die Beschreibungen des Wetters und des Himmels sind ebenfalls sehr stimmungsvoll.

Vielleicht ist das etwas exzentrisch für einen Mann von 42 Jahren solche Bücher zu lesen, doch fällt es mir leichter als schwuler femininer Mann mich  mit einer Frau zu identifizieren als manchmal mit einem Mann. Außerdem habe ich auch Nachholbedarf weil ich durch das ADS nur sehr wenig gelesen habe. Ich kann mich jetzt besser konzentrieren und hole den Lesestoff den ich als Jugendlicher „verpasst“ habe nach.

Manchmal mache ich mich selber runter!

Im letzten Beitrag habe ich mich selber zu sehr runter gemacht. Aber ich fühle mich schon isoliert. Ich glaube dass ich als schwuler Mann so feminin bin sehe ich schon als Makel. Bin ich geoutet haben viele Verständniss dafür dass ich anders bin.

Und nun zur Literatur von Lucy Maud Montgomery. Sie hatte von Anfang an männliche Leser. Auch einige große Staatsmänner haben etwa „Anne auf Greengables“ gelesen und die polnischen Soldaten haben „Annes Haus der Träume“ mit in den zweiten Weltkrieg genommen. Das ist nicht nur Kinder- und Jugendliteratur. Ursprünglich hat Lucy Maud Montgomery für ein sehr breites Publikum geschrieben. Auch Erwachsene finden die Geschichten um Anne amüsant. Erwachsene lesen die Geschichten ganz anders als Kinder oder Jugendliche. „Anne in windy Poplars“ und „Annes Traumhaus bzw Haus der Träume“ richtet sich auch an ein erwachsenes Publikum.

O. K. ich kann wegen dem ADS kaum kompliziertere Muster stricken oder häkeln. Ich bin halt ein Prozeßstricker bei dem es eher ums Stricken geht als um das Projekt an sich. Es entspannt mich ungemein. Ich kann dreieckige Halstücher ganz gut, auch kann ich verschiedene Muster mit halben Stäbchen häkeln. Außerdem kann ich  Mützen von unten aus häkeln und eine Mütze habe ich mal  mit Reliefstäbchen und Schrim gehäkelt.

Also mache ich auch durchaus auch anspruchsvollere Sachen als nur schlichtweg gerade in Reihen zu häkeln.

Und Männer haben schon immer gestrickt. Nur seit dem man mit dem Handstricken kein Geld mehr verdienen kann ist es ein Frauenhobby geworden. Guckt mal bei Facebook da gibt es eine eigene Gruppe für  Männer die stricken und häkeln. Also muss dass nicht peinliches sein.

Unter dem fehlenden Antrieb und unter dem Chaos hier leide ich selber. Das ist schon ein Problem aber ich bin auch psychisch nicht gesund, daher kann das auch mal o. k. sein. Ich kämpfe ja mit dem inneren Schweinehund und diese Kämpfe könnt ihr ja auch auf dem Blog mitverfolgen. Es ist einfach alles schwer für mich weil ich mich zu kaum etwas aufraffen kann.

Ich möchte im Alltag mein Leben totschweigen

Ich lebe sehr zurückgezogen. Im Alltag gebe ich nicht so viel von meinem Leben Preis wie auf dem Blog. Ich denke ich kann nichts und habe nichts zu erzählen. Vor allem das Chaos zu Hause und meine Arbeitslosigkeit möchte ich verheimlichen. Ich hoffe das es mit der beruflichen Reha klappt damit ich wenigstens etwas weiter komme. Ich sehne mich nach Gesprächen und Gemeinschaft. Aber was soll ich erzählen ich mache doch den ganzen Tag nicht viel. Mein Alltag besteht aus spät aufstehen, waschen anziehen, Frühstück beim Bäcker am Nachmittag und Lebensmitteleinkäufen. Abends lese ich oder handarbeite. Ich mache nur ganz einfache Handarbeiten. Ich häkel halbe Stäbchen in Reihen und mache Schals in kraus-rechtem  Muster. Lesen tue ich nur Sachen von Lucy Maud Montgomery, das ganze Jahr schon. Mir hat der Liebesroman das „Schloss in den Wolken“ gut gefallen. Auch „Anne in Windy Poplars“ hat mit ebenfalls gefallen. Aber kann man das als Erwachsener Mann zugeben. Ich schäme mich für so vieles.

Müsste ich nicht Stephen King lesen oder Scince Fiktion. Aber danach ist mir wirklich nicht. Ich komme mir so unerwachsen vor. Es scheint alles ausweglos zu sein. Ich bin halt sehr isoliert.